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Die besten Wintertees zum Selbermachen: wärmend und gesund

Frau trinkt Wintertee im Bett.

© iStock / franz12

Lesezeit: 6 MinutenAktualisiert: 14.12.2021

Vor allem im nasskalten Winter lieben wir das Heißgetränk. Doch Tee liefert nicht nur Wärme und Genuss, ihm werden auch heilende Kräfte nachgesagt – ob das stimmt? Lesen Sie hier, wie gesund Tee wirklich ist.

Inhalte im Überblick

    Was ist eigentlich Wintertee?

    An kalten Wintertagen spendet ein heißer Tee vor allem eins: innere Wärme. Laut deutschem Lebensmittelrecht dürfen dabei nur die Aufgussgetränke Tee genannt werden, die aus der Teepflanze Camellia sinensis gewonnen werden. Dazu gehören schwarzer, grüner und weißer Tee sowie Oolong. Aufgüsse aus getrockneten Früchten oder Kräutern dürfen demnach nur als „teeähnliche Erzeugnisse“ bezeichnet werden. Daher gehören auch Wintertees, eine inoffizielle Unterrubrik der Kräutertees, in diese Kategorie. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass den zugesetzten Kräutern und Gewürzen eine wärmende Wirkung nachgesagt wird, dazu gehören beispielsweise Nelken, Kardamom, Zimt und Ingwer. Damit eignen sie sich perfekt für die kalte Jahreszeit. Außerdem erinnern diese Zutaten an die Weihnachtszeit, weshalb die Bezeichnung Weihnachts- oder Wintertee naheliegt.

    Wie gesund ist Wintertee?

    Tee im Allgemeinen gilt als gesund und stärkend für die Immunabwehr. Chinesische Forscher haben festgestellt, dass gewohnheitsmäßige Teetrinker (drei oder mehr Mal pro Woche) ein um 20 Prozent geringeres Risiko haben, an einer Herzkrankheit oder einem Schlaganfall zu erkranken, als diejenigen, die gar keinen oder nur wenig Tee trinken. Zudem haben die Forscher hohen Teekonsum mit einer höheren Lebenserwartung in Verbindung gebracht. Da in China überwiegend grüner Tee getrunken wird, lassen sich die Ergebnisse allerdings hauptsächlich nur auf diese Sorte zurückführen.

    Doch auch Wintertee hat mehr als eine wärmende Wirkung, das verrät ein Blick auf beliebte Inhaltsstoffe:

    Ein Glas Wintertee mit Zimt und Sternanis.
    Zimt sorgt für einen süßen Geschmack, sodass man im Wintertee keinen zusätzlichen Zucker braucht.

    © iStock / igorr1

    Ingwer

    Ingwer zum Beispiel schmeckt nicht nur gut, in der traditionellen chinesischen (TCM) und indischen Medizin (Ayurveda) gilt die Knolle seit Jahrhunderten als Heilmittel. Es wird gegen Erkältungskrankheiten, Schmerzen und auch gegen Übelkeit und Reisekrankheit oder Migräne eingesetzt. Die moderne Medizin bestätigt in Studien die Wirkung insbesondere gegen verschiedene Formen von Übelkeit. Darüber hinaus deuten weitere Ergebnisse darauf hin, dass die sogenannten Gingerole, die den scharf-fruchtigen Geschmack erzeugen, eine blutzuckersenkende Wirkung bei Menschen mit Typ-2-Diabetes haben könnte. Für ein heißes Ingwerwasser je nach Geschmack dünne Ingwerscheiben circa 10 Minuten in 250 ml Wasser köcheln, Ingwer abseihen und das wärmende Getränk genießen.

    Zimt

    Zimt, ein weiteres Gewürz für Wintertees, süßt auf der einen Seite, sodass teilweise auf die Zugabe von Zucker verzichtet werden kann, und hat auf der anderen Seite auch Vorteile für die Gesundheit. Eine klein angelegte Studie, die im Asian Journal of Pharmaceutical and Clinical Research veröffentlicht wurde, kommt zu dem Ergebnis, dass Zimttee das Potenzial hat, übergewichtigen Jugendlichen beim Abnehmen zu helfen. Es wird diskutiert, ob Zimt die Insulinwirkung verbessert, was eine optimale Voraussetzung für die Fettreduktion bieten würde.

    Allerdings sind noch mehr Untersuchungen notwendig, um die Ergebnisse zu bestätigen. Weitere Studien deuten auf eine potenzielle blutdrucksenkende und krebspräventive Wirkung hin.

    Kardamom

    Auch Kardamom zählt zu den Adventsgewürzen und findet besonders in der indischen Medizin Verwendung. So soll Kardamom laut der ayurvedischen Lehre auf alle menschlichen Konstitutionstypen ausgleichend wirken. In der traditionellen chinesischen Medizin wird das wärmende Gewürz äußerlich als auch innerlich verwendet. Es regt den Kreislauf an und fördert die Durchblutung.

    Eine in der Fachzeitschrift „molecules“ veröffentlichte Studie hat zudem festgestellt, dass das ätherische Öl von Kardamom mehrere verschiedene Arten von Bakterien und Pilzen abtötet. Die Forscher vermuten, dass die antibakterielle Wirkung darauf zurückzuführen ist, dass das Öl die Zellmembran bestimmter Bakterien schädigt. Andere Studien weisen darauf hin, dass Mundgeruch durch Kardamom gehemmt wird.

    Nelken

    Nicht nur im Tee ist die würzige Pflanze sehr beliebt, sondern auch in der Medizin. Während Nelke als Gewürz bisher keine nachgewiesene medizinische Wirkung zeigt, kann das daraus gewonnene ätherische Öl bei kälteempfindlichen Zähnen helfen – wie eine aktuelle Studie der Universität Erlangen darlegt. Das ätherische Öl der Nelke besteht zum Großteil aus Eugenol. Dieser Aromastoff scheint die sogenannten TRPC5-Rezeptoren, die für die Kälteempfindlichkeit verantwortlich sind, zu blockieren.

    Wie hoch ist die Gefahr von Schadstoffen in Wintertees?

    In der kalten Jahreszeit stehen die Wintertees im Supermarktregal ganz vorne. Tees oder Fruchtaufgüsse werden mit Zimt, Pflaume und Apfelaroma angereichert – die typischen Früchte und Gewürze des Winters. Um einen intensiven Geschmack zu erzeugen, greifen viele Hersteller dabei häufig auf künstliche Aromen zurück. Die schmecken zwar gut, bringen aber keinerlei gesundheitliche Vorteile – außerdem wird den aromatisierten Aufgussgetränken sehr häufig Zucker zugesetzt.

    Neben Zusatzstoffen stecken in vielen Tees auch Pflanzengifte. Das haben Mitarbeiter der Zeitschrift „Öko-Test“ herausgefunden. Insgesamt 50 Kräutertees hat das Verbrauchermagazin unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Elf Tees enthielten Pflanzengifte. In zehn wurden die potenziell krebserregenden und erbgutschädigenden Pyrrolizidinalkaloide gefunden, eine weitere Sorte enthielt Tropanalkaloide, die in größeren Mengen Benommenheit, Übelkeit oder Kopfschmerz auslösen können. Bereits vor einigen Jahren konnte „Öko-Test“ diese Stoffe in Tees nachweisen, auch eine Stichprobe des Bundesinstituts für Risikobewertung kam zu dem Ergebnis. Daher wird insbesondere Eltern empfohlen, ihren Kindern nicht ausschließlich Tee und teeähnliche Getränke anzubieten.

    Wichtig ist auf jeden Fall, Wintertees mit sprudelnd kochendem Wasser aufzubrühen, um unerwünschte Keime in den Tees abzutöten. Bei Schwarz- und Grüntee ist das aufgrund der hoch temperierten Verarbeitung von über 100 Grad Celsius nicht mehr erforderlich.

    Wer sicher sein möchte, dass keine Zusatz- und Schadstoffe im Tee enthalten sind, sollte den Wintertee selbst zubereiten.

    Wintertee-Rezept: Zimt-Kardamom-Tee mit Milch

    Zimt ist aus der weihnachtlichen Küche nicht wegzudenken. Egal ob auf Plätzchen, auf Lebkuchen oder im Glühwein, überall findet das Gewürz Verwendung. Darum gehört es auch in einen guten Wintertee.

    Zutaten für 2 Tassen:

    • 1 TL schwarzer Tee
    • 1 Kardamomkapsel
    • 1 TL Zimtblüten (alternativ: 1 Zimtstange)
    • 80 ml Milch
    • 1 TL zuckerfreies Kakaopulver

    Zubereitung:

    1. Die Gewürze und den Tee in 400 ml Wasser aufkochen und etwa 10 Minuten köcheln lassen.
    2. Anschließend die Mischung durch ein Sieb gießen.
    3. Wer den Gewürzaufguss mag, kann ihn anschließend pur trinken. Ansonsten kann er mit Milch aufgefüllt und nach Belieben mit Kakaopulver angereichert werden.

    Zubereitungszeit: ca. 15 Minuten / zuckerfrei

    Tipp

    Die Kardamomkapseln vor dem Gebrauch leicht andrücken, damit die volle Kraft der Pflanze in das Heißgetränk übergehen kann.

    Wintertee-Rezept: Ingwer-Nelken-Chai-Latte

    Gut gewürzt und mit Milch, so trinken viele Inder ihren Kaffee. Doch der Chai Latte erfreut sich mittlerweile in vielen Teilen der Welt großer Beliebtheit. Sternanis, Nelken und einer Prise Pfeffer machen aus dem Trend-Getränk einen Winter-Chai.

    Zutaten für 2 Tassen:

    • 4 Pfefferkörner
    • 10 g Ingwer (in Scheiben)
    • 1 Stange Zimt
    • 4 Nelken
    • 4 Kardamomkapseln
    • 1 Sternanis
    • 1 TL schwarzer Tee
    • 50 ml Milch

    Zubereitung:

    1. Die Pfefferkörner grob zermahlen. Die Gewürze bei mittlerer Hitze in einem Topf rösten.
    2. Die Ingwerscheiben und 300 ml Wasser hinzugeben.
    3. Für 20 Minuten köcheln lassen, dann den Tee hinzugeben und weitere 3 Minuten köcheln lassen.
    4. Dann durch ein Sieb gießen und mit Milch verrührt genießen.

    Zubereitungszeit: ca. 25 Minuten / zuckerfrei

    Wintertee-Rezept: weihnachtlicher Gewürztee

    Ein guter Gewürztee schickt den Gaumen auf eine Reise durch die Geschmackssinne: Zimt und Kardamom verleihen ihm ein süßes Aroma. Fenchel macht ihn etwas bitter und spendet einen Hauch Anis, der von Nelken und Sternanis unterstützt wird. Die Schärfe von Pfeffer und Ingwer rundet den Geschmack ab.

    Zutaten für 4 Tassen:

    • 1 TL Fenchelsamen
    • 6 Kardamomkapseln
    • 12 Nelken
    • 3 Sternanis
    • 1 Zimtstange
    • 1 TL Pfefferkörner
    • 40 g Ingwer in Scheiben

    Zubereitung:

    1. Pfeffer und Fenchel im Mörser mahlen, Kardamomkapsel aufbrechen.
    2. Die Gewürze bei mittlerer Hitze im Topf anrösten.
    3. Dann Ingwer, die restlichen Gewürze und 1 Liter Wasser hinzugeben und zum Kochen bringen. Die Hitze reduzieren und etwa eine halbe Stunde köcheln lassen.
    4. Durch ein Sieb gießen.                                                                                                   

    Zubereitungszeit: ca. 40 Minuten / zuckerfrei

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