Gesunde Ernährung
Wie gesund ist Kokosöl wirklich?
Veröffentlicht am:23.02.2026
8 Minuten Lesedauer
Kokosöl gilt als Alleskönner – doch was ist dran an dem Trend? Studien zeigen: Das tropische Öl hat Vor- und Nachteile, insbesondere für die Blutfettwerte. Was Sie wissen sollten.

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Ist Kokosöl gesund?
Kokosöl besteht zu etwa 92 Prozent aus gesättigten Fettsäuren und enthält nur wenige der gesunden ungesättigten Fettsäuren. Das kann das Risiko für bestimmte Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Andere Öle wie Raps- oder Olivenöl enthalten deutlich mehr ungesättigte Fettsäuren. Trotzdem gilt Kokosöl für viele als Superfood, ob zum Kochen, für die Haut oder die Haare.
Eine besondere Rolle spielt die Laurinsäure, sie ist eine mittelkettige Fettsäure im Kokosöl. Manche Menschen glauben, dass sie besondere gesundheitliche Vorteile hat. Die Studienlage dazu ist jedoch dünn.
Welche heilende Wirkung hat Kokosöl?
Einige Berichte bewerben Kokosöl mit angeblich antimikrobiellen Eigenschaften. Ob das im menschlichen Körper genauso funktioniert, ist wissenschaftlich nicht ausreichend belegt. Auch die Behauptungen, Kokosöl helfe beim Abnehmen, gegen Demenzerkrankungen oder Krebs, sind nicht bewiesen. Die Verbraucherzentrale warnt: Solche Versprechen sind meist Marketingstrategien.
Verwenden Menschen Kokosöl anstatt anderer Pflanzenöle, steigen bei ihnen bestimmte Blutfettwerte an. Das HDL-Cholesterin, das oft als „gutes Cholesterin“ bezeichnet wird, erhöht sich leicht. Allerdings ist unklar, ob dieser Anstieg tatsächlich schützt. Das LDL-Cholesterin, das sogenannte „schlechte Cholesterin“, stieg um 0,27 bis 0,33 Millimol pro Liter Blut (mmol/L) – die Einheit beschreibt die Konzentration eines Stoffes im Blut. Auch das Gesamt-Cholesterin erhöhte sich um 0,38 bis 0,48 mmol/L. Diese Werte gelten als relevant für das Risiko, Herz-Kreislauf-Krankheiten wie Atherosklerose (Arterienverkalkung) zu entwickeln.
Welche Wirkung hat Kokosöl auf die Haut?
Möglicherweise hat Kokosöl eine unterstützende Wirkung auf die Haut bei atopischer Dermatitis, auch Neurodermitis genannt. Kokosöl könnte bei der Vorbeugung und Behandlung von Neurodermitis helfen. Die Forschungslage ist allerdings begrenzt und die aktuellen Ergebnisse sind zu unterschiedlich, sodass die Wissenschaft bisher keine Empfehlung aussprechen konnte.
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Ist Kokosöl gut für die Haare?
Es gibt wissenschaftliche Hinweise, dass Kokosöl Haarschäden vorbeugen kann. Es soll in den Haarschaft eindringen und reduziert möglicherweise den Proteinverlust aus dem Haar – insbesondere, wenn es vor oder nach dem Waschen aufgetragen wird. Im Vergleich mit Sonnenblumenöl schnitt Kokosöl besser ab.

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Wofür eignet sich Kokosöl in der Küche?
Kokosöl ist hitzestabil und eignet sich zum Braten und Frittieren. Der typische Geschmack passt gut zu asiatischen Gerichten. Es kann aber auch als Brotaufstrich und für süße Desserts genutzt werden. Natives Kokosöl entsteht aus dem frischen Fruchtfleisch reifer Kokosnüsse oder aus Kokosmilch.
Seine Konsistenz hängt stark von der Umgebungstemperatur ab: Bei kühleren Temperaturen ist es fest oder streichfähig, bei Wärme wird es flüssig. Ab etwa 23 Grad Celsius beginnt das Öl zu schmelzen. Genau genommen handelt es sich daher eher um ein Fett als um ein klassisches Öl.
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Wieviel Kokosöl pro Tag ist gesund?
Laut Empfehlung der Verbraucherzentrale sollte Kokosöl nicht als Hauptfettquelle eingesetzt werden: Es kann Teil einer ausgewogenen Ernährung sein – aber in Maßen. Besser ist es, verschiedene Öle zu verwenden. Rapsöl, Olivenöl oder Walnussnöl enthalten mehr ungesättigte Fettsäuren. Diese gelten als günstiger für Herz und Kreislauf.
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