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Gesundheitsmagazin

Ernährungsformen

Die richtige Ernährung bei Gicht

Veröffentlicht am:24.09.2021

2 Minuten Lesedauer

Wie aus heiterem Himmel führt ein Gichtanfall zu starken Gelenkschmerzen. Schon das Anziehen einer Socke kann zur unerträglichen Qual werden. Lange nahm man an, dass von Gicht Betroffene eine streng purinarme Diät einhalten müssen. Erfahren Sie hier, worauf es bei der Ernährung wirklich ankommt.

Obst und Gemüse liegen auf einem Tisch mit einem Schneidebrett.

© iStock / alvarez

Inhalte im Überblick

    Was ist Gicht?

    Bei der Stoffwechselkrankheit Gicht leiden die Betroffenen unter wiederkehrenden Gichtanfällen. Bei einem solchen Anfall entzünden sich die Gelenke, schwellen an und verursachen oft starke Schmerzen. Während beim ersten Gichtanfall in der Regel nur ein Gelenk schmerzt, etwa das Gelenk des großen Zehs, können bei darauffolgenden Anfällen bereits weitere Gelenke betroffen sein, wie zum Beispiel Knie, Ellbogen, Hand-, Finger-, Mittelfuß- und Sprunggelenke.

    Bei Gicht befindet sich zu viel Harnsäure im Körper. Die Harnsäure entsteht beim Abbau bestimmter organischer Verbindungen, der sogenannten Purine. Ist der Harnsäurespiegel zu hoch, lagern sich winzige Harnkristalle an verschiedenen Stellen im Körper ab, insbesondere jedoch in den Gelenken. Hier führen sie dann zu schmerzhaften Entzündungen – einem Gichtanfall.

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    Wie kann ich durch Ernährung Gichtanfälle vermeiden?

    Da ein Gichtanfall durch ein Übermaß an Harnsäure im Körper entsteht, hört und liest man noch häufig davon, dass man den Harnsäurespiegel durch eine purinarme Ernährung regulieren kann und somit Gichtanfällen vorbeugt.

    Aber Gichtpatienten können aufatmen: Eine purinarme Ernährung ist nicht mehr Teil der Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin. Im Mittelpunkt der Ernährungshinweise stehen jetzt vor allem Fett und Zucker.

    So gestalten Sie Ihre Ernährung bei Gicht:

    • Bei Gicht müssen Sie sich in der Regel keiner strengen Diät unterziehen. Es reicht aus, sich ausgewogen zu ernähren.
    • Obst und Gemüse können reichlich auf dem Speiseplan stehen – alles Vegetarische wird empfohlen, auch wenn teilweise viel Harnsäure drinsteckt.
    • Auf magere Milchprodukte brauchen Sie auch nicht zu verzichten.

    Das sollten Sie lieber meiden:

    • Sehr fettes Essen: Vielleicht kennen Sie es selbst, dass sich nach einer sehr reichhaltigen und fettigen Mahlzeit ein Gichtanfall am nächsten Tag ankündigt.
    • Zuckerhaltige Getränke: Süß und lecker, aber viel Zucker kann auch zu einem Gichtanfall führen.

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    Eine Frau gießt sich Tee in eine Tasse ein.

    © iStock / Jasmina007

    Süße Softdrinks mit viel Zucker können Gichtauslöser sein. Wasser oder Tee sind dagegen unbedenklich für Sie.

    Was kann ich zusätzlich zu einer fettarmen und zuckerreduzierten Ernährung tun?

    Fettige Mahlzeiten vom Speiseplan zu streichen, ist bereits ein wichtiger Schritt, um einem Gichtanfall vorzubeugen. Noch mehr können Sie bewirken, indem Sie auch in anderen Bereichen Ihren Lebensstil umstellen. Beherzigen Sie hierzu folgende Tipps:

    • Alkohol treibt die Bildung von Harnsäure an und verringert gleichzeitig ihre Ausscheidung über die Nieren. Menschen mit Gicht sollten ihren Alkoholkonsum daher einschränken. Vor allem Bier und hochprozentige Spirituosen sind Gichtauslöser.
    • Übergewicht kann Gicht begünstigen. Aus diesem Grund lohnt es sich, Übergewicht abzubauen – aber langsam. Wer mehr als zwei bis drei Kilogramm Körpergewicht pro Monat abnimmt, kann dadurch sogar einen Gichtanfall auslösen.
    • Ein aktiver Lebensstil trägt ebenfalls dazu bei, Gichtanfälle zu verhindern. Bewegung senkt den Harnsäurespiegel.

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