AOK Bremen/Bremerhaven
Mehr Power aus der Brotdose
Veröffentlicht am:02.09.2026
3 Minuten Lesedauer
Ein gesundes Frühstück sorgt dafür, dass Kinder besser und fitter durch den Schultag kommen. Dabei gilt: Die Mischung macht’s.

© ChatGPT – mit KI erstellt
Essen ist ungesünder geworden
Schokocroissants, kalorienreiche Riegel und Toastbrot mit Nutella: In den mitgebrachten Brotdosen der Kinder findet sich immer öfter Süßes, hat Bjarne van Buren bemerkt. Der Bremer arbeitet als Erzieher an der Grundschule in der Freiligrathstraße. „Klar packen Eltern auch mal einen Apfel oder Gurkenscheiben dazu, aber ich finde, dass das Essen insgesamt ungesünder geworden ist“, sagt er. „Bei uns im Hort kommt es vor, dass wir Eltern bitten, auf ein gesünderes Frühstück zu achten.“
Diese Bausteine machen den Unterschied
„Eine gesunde Brotdose liefert Kindern über den gesamten Vormittag hinweg Energie und hält lange satt“, weiß Diana Haack, Ernährungsberaterin bei der AOK Bremen/Bremerhaven. Weißbrot, Süßigkeiten und hochverarbeitete Lebensmittel, die zudem auf Dauer den Geldbeutel belasten, könnten das nicht. „Das Schokocroissant treibt den Blutzuckerspiegel schnell in die Höhe, doch der sinkt auch schnell wieder in den Keller“, sagt sie. Dieses Zuckerloch verursache Heißhunger auf Süßes. Die Kinder seien schneller müde und könnten sich schlechter konzentrieren. Die ideale Brotdose hingegen sei bunt, abwechslungsreich und folge einem einfachen Baukasten-Prinzip: Vollkorn plus Eiweiß plus Obst und Gemüse plus gesunde Fette.
Brotdose nach dem Baukasten-Prinzip füllen
„Vollkornbrot oder -brötchen, Haferflocken, Knäckebrot oder ungesüßtes Müsli halten den Blutzucker lange konstant und sättigen besser“, erläutert Diana Haack. Gute Eiweißquellen seien Käse und Quark, Naturjogurt, der Becher Milch oder geröstete Kichererbsen und Hummus. Obst und Gemüse – vorzugsweise regional und saisonal – liefern die Vitamine. Gesunde Fette stecken etwa in Avocado, Leinsamen und in Nüssen oder Nussmus. „Walnüsse enthalten neben gesunden Omega-3-Fettsäuren auch Magnesium“, sagt die Ernährungsexpertin.
Geeignete Getränke seien Wasser mit oder ohne Zitronensaft, Minze oder Beeren als Geschmackslieferant, ungesüßter Tee und Saftschorlen im Verhältnis 1:4. „Wenn die Bausteine passen, muss das nicht aufwendig sein“, betont Diana Haack. Ein Wochenplan erleichtere den Einkauf und spare Zeit bei der morgendlichen Vorbereitung.
Ein Beispiel:
- Montag: Vollkornbrot-Ecken mit Frischkäse, Gurke und Trauben-Käse-Spieße;
- Dienstag: Overnight Oats – das sind Haferflocken, die über Nacht in Milch oder Wasser quellen – mit Milch und Apfelmus, dazu Paprika-Sticks;
- Mittwoch: Vollkorncracker mit Kräuterquark, geröstete Sonnenblumenkerne und Tomate-Mozzarella-Spieße;
- Donnerstag: Vollkornbrot mit Hummus, Putenbruststreifen, Kirschtomaten und Apfelspalten;
Freitag: Apfel-Quark-Brötchen mit Nüssen und Knabbermöhren.
Als eine Portion gilt, was in eine Kinderhand passt – appetitlich verpackt in Brotboxen mit Fächern und verschließbaren Einsätzen.
Tipps für den Alltag
Jana Ahrens ist Kinderärztin und zweifache Mutter. Die Bremerin berät Familien in ernährungsmedizinischen Fragen, gibt Gesundheitskurse und betreibt die Internetseite www.apfelfuchs-bremen.de. „Essen ist ein Lernprozess, genau wie Laufenlernen“, sagt sie. Kinder sollten Spaß daran haben. Beim Vorbereiten der Brotdose könnten sie beteiligt werden – falls es morgens zeitlich zu knapp ist, auch am Abend vorher. Der Nachwuchs könne selbst das Gemüse schnippeln und nach seinen Vorlieben mitentscheiden, was in die Brotbox kommt.
Wählerische Phasen sind nach Jana Ahrens Erfahrung bei Kindern weit verbreitet: „Diese Picking-Eating-Phase ist emotional nicht einfach. Die Kinder gedeihen trotzdem gut, wenn man flexibel und ohne Druck darauf eingeht.” Sind Süßigkeiten grundsätzlich tabu? „Verbote bringen nichts, das macht Süßes umso interessanter“, sagt die Ernährungsmedizinerin.
Als Orientierung dient die 80/20-Regel: 80 Prozent sollte die gesunde Ernährung ausmachen, 20 Prozent dürfen Lieblingssnacks oder weniger Gesundes sein. „Die Basis muss stimmen, und die Erwachsenen sollten die Regeln und die Rahmenbedingungen festlegen“, findet Jana
Ahrens. Dann darf ein süßer Snack auch mal dazugehören.
Autorin: Catrin Frerichs





