AOK Baden-Württemberg
Verbindende Vielfalt: Wie gelingt die Förderung von inklusivem Sport?
Veröffentlicht am:30.09.2026
5 Minuten Lesedauer
Die SG Schorndorf hat sich Inklusion groß auf die Fahne geschrieben. Beim Projekt „move.inclusion“ werden Gesundheit und Teilhabe vorbildlich kombiniert. Finanziell unterstützt wird es von der AOK Ludwigsburg-Rems-Murr.

© Joachim Härle / KI bearbeitet
Wie fördert Inklusion im Sport mehr Teilhabe?
Sport verbindet Menschen und schafft Begegnungen. Mit ihrem Leuchtturmprojekt „move.inclusion“ verfolgt der Sportverein SG Schorndorf genau dieses Ziel: Verbindungen zwischen Menschen mit und ohne Behinderungen aufzubauen und zu stärken.
Ein erfolgreiches Beispiel dafür ist Gerrit aus Waiblingen, der mit dem Down-Syndrom zur Welt kam. Seine Mutter hatte ihn vergangenes Jahr zur inklusiven Feriensportwoche angemeldet. „Das SG-Team und Gerrit fanden schnell einen engen Draht zueinander. Mein Sohn hat in dieser Zeit viel Wertschätzung erfahren und gelernt, sich selbst mehr zuzutrauen. Das brachte ihn enorm voran“, freut sich Claudia Dieth. Auch für den Verein war das eine Bereicherung: Inzwischen gibt Gerrit seine Erfahrungen weiter und war in diesem Jahr selbst als Betreuer dabei.
Was ist das Projekt „move.inclusion“?
Die niederschwelligen Inklusionsangebote der SG Schorndorf richten sich insbesondere an Menschen ab 16 Jahren mit geistigen, körperlichen oder seelischen Behinderungen, Lernbehinderungen oder Sinnesbeeinträchtigungen und chronischen Erkrankungen sowie an alle, die gesunde Vielfalt erleben möchten. Die Bandbreite reicht von Fitness- und Gerätetrainings sowie Fuß- und Volleyball über Wassergymnastik bis hin zu einer Feriensportwoche für Kinder und Jugendliche. Neu ist ein Sitzsport-Kurs, der von einem Rollstuhlfahrer geleitet wird. Weitere Informationen zum Projekt können Sie auf der Vereinshomepage nachlesen.
Wie lassen sich durch Inklusion im Sport Potenziale erkennen?
„Sport ist einer der stärksten Motoren für gesellschaftliche Teilhabe“, betont Caroline Hoffmann. Die für die SG tätige Sozialpädagogin, Entspannungstherapeutin und Fitnesstrainerin leitet „move.inclusion“. Mit viel Herzblut hat sie vor rund einem Jahr das soziale Präventionsprojekt in Schorndorf an den Start gebracht.
Bei der Entwicklung der inklusiven Angebote lautet ihr Erfolgsrezept „Try. Learn. Try again.“ – ausprobieren, lernen und es erneut versuchen. Alle angebotenen Programme sind darauf ausgerichtet, individuelle Potenziale zu erkennen und auszuschöpfen.
„Egal, welches Defizit vorliegt, unser Augenmerk liegt immer voll und ganz auf den vorhandenen Stärken und möglichen Chancen. So entstehen in Kombination mit Spaß und Freude an der Bewegung motivierende Erfolgserlebnisse“, erklärt die Projektverantwortliche.
„Das Projekt zeigt, wie sehr es sich lohnt, den Zugang zum gemeinsamen Sport und die darin liegenden Chancen neu zu denken.“

Klaus Hage
Präventionsexperte der AOK Ludwigsburg-Rems-Murr
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Warum bereichert Inklusion im Sport alle im Verein?
Die inklusiven Angebote funktionieren dabei in beide Richtungen: „Sie bedeuten einen echten Mehrwert für alle Beteiligten. Vielen fällt es etwa bei Atemübungen schwer, diese wirkungsvoll laut und deutlich auszuführen. Nicht so einigen Menschen mit beispielsweise geistigen Einschränkungen – sie pusten und prusten munter drauf los. Wie auf einen Schlag machen plötzlich alle mit.“, sagt Caroline Hoffmann.
Beim gemeinsamen Sport entstehen somit Begegnungen zwischen Menschen mit und ohne Behinderungen. „Hemmungen fallen da ganz von allein und es entsteht völlig unverkrampft ein Austausch.“ So kommt es, dass auch das gemischte Gerätetraining am Samstag bei den Vereinsmitgliedern sehr beliebt ist. „Ganz einfach, weil die gemeinsame Sporteinheit im Fitnessstudio von vielen als besonders bereichernd empfunden wird.“
„Reinschnuppern ist nach vorheriger Kontaktaufnahme möglich. Beliebte Einstiegsmöglichkeiten sind unsere kostenlose Walking-Einheit und das samstägliche Gerätetraining.“

Caroline Hoffmann
Pädagogische Leiterin von move.inclusion bei der SG Schorndorf
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