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Vom Manager zum Mutmacher: Ein Leben nach dem Schlaganfall

Veröffentlicht am:30.10.2026

7 Minuten Lesedauer

Vor zehn Jahren erlitt Jörg Zuber einen Schlaganfall, der seinen Alltag grundlegend veränderte. Heute engagiert er sich für andere Betroffene und berichtet, wie er seinen Alltag neu gestaltet hat.

Jörg Zuber sitzt mit seiner Frau Tanja Eggers und seinem Labrador Ginny auf einem schwarzen Ledersofa im Wohnzimmer.

© Martin Herrmann / KI-bearbeitet

Wie gelingt es, nach einem Schlaganfall nach vorne zu schauen?

Mit 49 Jahren veränderte sich das Leben von Jörg Zuber grundlegend: Der erfolgreiche Manager und vierfache Familienvater erlitt einen Schlaganfall, woraufhin er seinen Beruf aufgeben musste und in Frührente ging. Statt mit seinem Schicksal zu hadern, hat er gelernt, die neue Situation anzunehmen und seinen Alltag entsprechend zu gestalten. „Da hilft kein Jammern! Ich habe Einschränkungen und mache das Beste daraus“, sagt er.

Zuvor war Zuber beruflich und privat sehr aktiv gewesen. Umso schwerer fiel es ihm, sich an seine eingeschränkte Leistungsfähigkeit zu gewöhnen. „Es gibt vieles, was ich nicht mehr so gut kann wie früher. Oft finde ich nicht die richtigen Worte, ich kann mir viele Dinge nicht mehr gut merken, bin schnell erschöpft und brauche öfter Pausen. Doch ich habe auch viel wieder erreicht, mir neu erarbeitet, und darauf bin ich stolz“, sagt Zuber.

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Wie lassen sich nach einem Schlaganfall neue Perspektiven finden?

Jörg Zuber hat einen neuen, wichtigen Platz in der Gesellschaft gefunden: Er engagiert sich sozial und schildert seine Erfahrungen mit der Erkrankung und Wege aus der Krise in Presseberichten, Buchbeiträgen und Fernseh-Dokumentationen. Für die ARD-Dokureihe „Wissen – mein Körper“ stand er 2025 beispielsweise zum Thema fremdbestimmte Persönlichkeitsveränderungen vor der Kamera.

Wichtig sei, dass man nicht ständig vergangenen Möglichkeiten nachtrauere, sondern neue Perspektiven schaffe, die den aktuellen persönlichen Möglichkeiten entsprechen. Dabei gilt für ihn vor allem eines: niemals aufgeben.

Nach langwierigen Behandlungen und umfangreicher Rehabilitation schloss er 2023 gemeinsam mit seinem Labrador Ginny eine Ausbildung zum zertifizierten Besuchshundeteam ab. Seitdem besucht das Duo regelmäßig Kindergärten und Pflegeeinrichtungen, um Kinder sowie Seniorinnen und Senioren eine Freude zu bereiten. 

Wie kann man mit den eigenen Erfahrungen anderen helfen?

„Ich habe bemerkt, dass ich Dinge mitzuteilen habe, die für andere Menschen bedeutsam sind und ihnen helfen können. Wieder wirksam zu sein, hat mein Selbstwertgefühl deutlich gestärkt“, so Jörg Zuber, der durch den Schlaganfall zunächst die Sprache verloren hatte. 

Heute ist er Gast bei bedeutenden Gesundheitsveranstaltungen und wurde für mehrere Preise nominiert, unter anderem als Diversity-Botschafter für den Einsatz zur Schlaganfall-Prävention. 2025 lud Liz Mohn, Gründerin der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, Zuber und seine Frau Tanja Eggers zu einem Austausch mit Elke Büdenbender, der Frau des Bundespräsidenten, ein.

Symptome eines Schlaganfalls erkennen

Bei einem Schlaganfall zählt jede Minute, um bleibende Schäden zu verhindern. Folgende Anzeichen können auf die Erkrankung hinweisen:

  • Lähmungserscheinungen
  • Sprachstörungen
  • Sehstörungen
  • Schwindel
  • Gangunsicherheit
  • Starke Kopfschmerzen
  • Übelkeit und Erbrechen
Schlaganfall: Symptome erkennen und Erste Hilfe leisten

Wie meistern Paare den Alltag nach einem Schlaganfall?

Tanja Eggers unterstützt ihren Mann im Alltag, übernimmt organisatorische Aufgaben und gibt ihm Sicherheit. Sie erkennt, wann er Hilfe benötigt, und koordiniert vieles im Hintergrund. „Ein Schlaganfall betrifft auch den Partner vollumfänglich. Die Erkrankung von Jörg hat mein Leben auf den Kopf gestellt und mich stark geerdet. Ich habe nun Kopfkino für zwei, durch die Einschränkung seines Kurzzeitgedächtnisses. Das ist teilweise sehr herausfordernd“, berichtet sie. 

Als Business-Coachin und Organisationsentwicklerin begleitet sie beruflich Menschen und Organisationen in schwierigen Situationen. Ihr großer Erfahrungsschatz und ihre Authentizität sind im Gespräch spürbar. Auch privat hat Eggers gelernt, auf sich selbst zu achten. „Auch als Partnerin habe ich das Recht auf eigene Bedürfnisse. Selbstfürsorge ist kein Egoismus, sondern Voraussetzung, um dauerhaft für andere da sein zu können.“ 

Trotz aller Herausforderungen ist sich das Ehepaar einig: Ihr „Leben wurde anders – anders gut“.

Fachlich geprüft
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