Betriebliche Gesundheit im Februar
Lesen Sie im AOK-Arbeitgeber-Newsletter: Azubi-Gesundheitstag für mentale Stärke * Branchenbericht Verkehr 2025: Belastung ist groß * Neuer Themenbereich im AOK-Fachportal: Gesund im Homeoffice * Mobbing am Arbeitsplatz vorbeugen * Quereinsteigende sind gefragt * Emotionale Intelligenz am Arbeitsplatz stärken
Azubi-Gesundheitstag für mentale Stärke
Mit der AOK Rheinland/Hamburg erhalten Ihre Auszubildenden eine Extraportion Gesundheit: An einem interaktiven Gesundheitstag unter dem Motto „Mental stark – von Anfang an“ vermitteln die Fachleute des BGF-Instituts Azubis vom 1. bis zum 3. Lehrjahr in Workshops Wissen zur psychischen Widerstandskraft und zeigen ihnen praktische Übungen. Die Teilnehmenden werden zudem individuell zu ihrem Gesundheitsstatus und zu einem gesunden Lebensstil beraten. In einer Mitmach-Challenge können die Azubis ihre eigene mentale Stärke testen.
Am 19. März 2026 startet der erste Gesundheitstag in Aachen, weitere Termine in anderen Regionen des Rheinlands und in Hamburg folgen im April, Mai, August und September.
Melden Sie Ihre Azubis am besten direkt zu ihrem Wunschtermin an.
Die Teilnahme ist kostenlos. Begleitend zum Azubi-Gesundheitstag erfahren die Ausbildungsbetriebe in einem individuellen Beratungstermin, wie sie die Arbeitsfähigkeit ihrer Belegschaft insgesamt stärken können.
Leidensdruck der Verkehrsbranche
Viele Berufspendelnden kennen es: Ausfälle und Verspätungen von Bahnen oder Bussen gehören zum Alltag. Der Unmut der Fahrgäste wiederum erhöht den Druck auf Fahrerinnen und Fahrer – für sie gehört Dauerstress zum Arbeitsalltag. Zusätzlich bringen einseitige und belastende Bewegungsmuster, Schichtsysteme, Staus und Zeitdruck ernsthafte Risken für die Gesundheit der Beschäftigten mit sich. Das Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung (BGFI) hat im „Branchenbericht Verkehr 2025“ die Arbeitsunfähigkeitsdaten von 41.039 AOK-versicherten Beschäftigten in der Personen- und Güterbeförderung im Rheinland und in Hamburg aus dem Jahr 2024 analysiert.
Der Krankenstand lag 2024 bei 8,18 Prozent und somit um 1,1 Prozent über dem Wert des Vorjahres. Die Arbeitsunfähigkeits-Quote (AU-Quote), also der Anteil der Personen mit mindestens einer gemeldeten Arbeitsunfähigkeit pro Jahr, stieg ebenfalls leicht weiter an, sie lag 2024 bei 57,9 Prozent. Zu den häufigsten Gründen für Krankmeldungen gehörten in der Branche Muskel-Skelett-Erkrankungen und psychische Störungen.
Der vollständige „Branchenbericht Verkehr 2025“ mit vielen Kennzahlen und Einblicken in die Belastungssituation der Beschäftigten steht kostenlos zum Download zur Verfügung auf der BGFI-Website.
Neuer Themenbereich im AOK-Fachportal: Gesund im Homeoffice
Arbeiten im Homeoffice hat sich etabliert. 24,4 Prozent aller Beschäftigten hierzulande nutzen es zumindest teilweise, wie das ifo Institut herausgefunden hat. Bei der Arbeit auf Distanz ist es wichtig, über die technische Ausstattung hinaus einige organisatorische und gesundheitliche Gesichtspunkte zu beachten. Der neue Themenbereich „Gesund im Homeoffice“ im AOK-Fachportal für Arbeitgeber unterstützt Betriebe dabei. Er beleuchtet folgende Aspekte:
- Definition und Rahmenbedingungen des Begriffs Homeoffice
- Gesund führen auf Distanz
- Ergonomische Arbeitsplätze im Homeoffice gestalten
- Selbstorganisation und Struktur im Homeoffice
- Arbeiten von zuhause: Tipps für Kommunikation, Gesundheit, Pausen und BGF
Passend zum Thema
Mobbing am Arbeitsplatz: was Arbeitgeber tun können
Eine aktuelle Studie des Bündnisses gegen Cybermobbing zeigt, dass rund 19 Millionen Erwachsene in Deutschland bereits Mobbing und Cybermobbing erlebt haben. Etwa 43 Prozent dieser Vorfälle finden am Arbeitsplatz statt. Bei Cybermobbing handelt es sich um gezielte, wiederholte Angriffe über digitale Kanäle, etwa Beleidigungen, Bloßstellungen oder Bedrohungen im Internet.
Ursachen für Mobbing im Arbeitsumfeld zeigen sich laut Studie vor allem in Neid, unterschiedlichen Verhaltensweisen, weil jemand als „anders“ wahrgenommen wird oder andere Erwartungen an die Person gestellt wurden. Besonders besorgniserregend: An etwa der Hälfte der Mobbingfälle am Arbeitsplatz sind Vorgesetzte beteiligt.
Die psychischen Folgen für Betroffene sind schwerwiegend: Fast die Hälfte berichtet von Depressionen oder Persönlichkeitsveränderungen, ein Viertel fühlt sich sogar suizidgefährdet.
Eine frühzeitige Intervention wird durch die niedrige Meldequote erschwert: Nur 23 Prozent der Betroffenen melden klassische Mobbingfälle an ihre Führungskraft, beim Cybermobbing sind es etwas mehr, aber immer noch nur 31 Prozent.
Wie Arbeitgeber Mobbing entgegenwirken können:
- Anti-Mobbing-Regelungen festlegen und sichtbar kommunizieren
- Führungskräfte schulen, um Warnsignale von beginnendem Mobbing zu erkennen und konsequent dagegen zu handeln
- Eine Anlaufstelle für Mobbingvorfälle einrichten, die anonyme und niedrigschwellige Meldung ermöglicht
- Konfliktbearbeitung (zum Beispiel Mediation) anbieten
- Maßnahmen zur psychischen Gesundheit in die Betriebliche Gesundheitsförderung integrieren
Für Unternehmen entstehen laut der Studie durch Mobbing jährlich wirtschaftliche Verluste von rund 4,3 Milliarden Euro insbesondere durch Fehlzeiten, Leistungseinbußen und Fluktuation. Hinzu kommt, dass Deutschland etwa im Vergleich zu Frankreich, der Schweiz oder Österreich bei der gesetzlichen Regulierung von Cybermobbing zurückliegt.
Im Fachportal für Arbeitgeber hat die AOK Informationen und Tipps zusammengestellt, mit denen Sie psychische Belastungen am Arbeitsplatz frühzeitig erkennen und ihnen vorbeugen können.
Quereinsteigende sind gefragt
Personalverantwortliche setzen laut XING Arbeitsmarktreport 2025 immer häufiger auf Quereinsteigende. 61 Prozent von 300 Befragten in Deutschland sehen in ihnen eine wirksame Unterstützung gegen den Fachkräftemangel (2024: 50 Prozent). Gut jeder fünfte Betrieb (22 Prozent) stellt inzwischen sogar bevorzugt Quereinsteigende ein.
Für Unternehmen können Quereinsteigende klare Vorteile bieten. Zwei Drittel der HR-Verantwortlichen (65 Prozent) sagen, dass sie Innovation fördern und durch vielfältige Erfahrungen neue Impulse setzen.
Auch Beschäftigte zeigen hohe Wechselbereitschaft. 26 Prozent der 2.000 Personen, die das Marktforschungsinstitut Appinio im Auftrag von XING online befragte, haben den Quereinstieg schon einmal gewagt; unter den 25- bis 34-Jährigen sind es sogar 31 Prozent, Frauen wechseln insgesamt häufiger als Männer in berufsfremde Arbeitsverhältnisse. Hauptmotiv ist neben finanziellen Vorteilen und Jobsicherheit eine sinnstiftende Tätigkeit.
Um ihre Mitarbeitendenbindung langfristig zu stärken, können Führungskräfte zur sinnstiftenden Wahrnehmung des Arbeitsalltages in ihren Teams beitragen. Wie das gelingen kann, erfahren sie im Video des Online-Seminars „Arbeiten mit Sinn – macht glücklich und hält gesund“ im AOK-Fachportal für Arbeitgeber.
Emotionale Intelligenz am Arbeitsplatz stärken
Im Arbeitsalltag spielt der achtsame Umgang miteinander eine zentrale Rolle für Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit. Emotionale Intelligenz beschreibt die Fähigkeit, eigene und fremde Gefühle wahrzunehmen, zu verstehen und zu steuern. Beschäftigte, die ihre Emotionen einordnen können, reagieren gelassener auf Stress, erkennen Konflikte und Risiken frühzeitig und tragen so zu einem stabilen Miteinander bei.
Laut Studien haben Beschäftigte wie Führungskräfte mit ausgeprägter emotionaler Intelligenz somit weniger Ängste, Entscheidungen zu treffen. Das wirkt sich positiv auf Teamdynamik, Gesundheit und Unternehmenskultur aus.
Für Unternehmen kann es daher ein wirksamer Ansatz sein, emotionale Intelligenz gezielt zu fördern, etwa durch Trainings, reflektierende Teamformate oder gesundheitsorientierte Führung. Gleichzeitig ist emotionale Intelligenz kein alleiniger Erfolgsfaktor, ihre Wirkung wird in der Wissenschaft teils kontrovers diskutiert, auch andere Kompetenzen sowie Rahmenbedingungen haben weiterhin Einfluss auf gesundes und erfolgreiches Arbeiten.
Praxisnahe Impulse zur gesundheitsgerechten Führung bieten die AOK Rheinland/Hamburg und ihr BGF-Institut mit dem Angebot „Gesundheit & Führung“ oder mit dem Training „Umgang mit schwierigen Gesprächssituationen“. Weitere Informationen dazu hat Willy Habicht vom BGF-Institut für Sie.
Stand
Erstellt am: 17.02.2026
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