Fitness

Sport bei einer Erkältung – das sollten Sie beachten

Veröffentlicht am:29.07.2020

aktualisiert am 15.10.2026

5 Minuten Lesedauer

Mit Erkältung ins Training? Bei einer leichten Erkältung ist vorsichtige Bewegung möglich. Bei Fieber, deutlichem Krankheitsgefühl oder ausgeprägten Beschwerden ist Sport tabu. Doch wie gelingt der Wiedereinstieg ins Training?

Eine erkältete Frau putzt sich nach dem Sport die Nase

© iStock / DjelicS

Kann man bei einer Erkältung Sport machen?

Bei einer leichten Erkältung sind normale Alltagsaktivitäten und Bewegung in der Regel möglich. Bei Beschwerden wie Schnupfen, Niesen oder leichten Halsschmerzen ist auch vorsichtiges Training möglich. Die Belastung sollte jedoch geringer und kürzer bleiben.

Das gilt allerdings nicht für alle Menschen gleichermaßen. Bei Vorerkrankungen wie Herz- oder Lungenerkrankungen, Diabetes, Adipositas oder einer geschwächten Immunabwehr kann eine individuelle ärztliche Einschätzung vor dem Training sinnvoll sein.

Bei deutlichem Krankheitsgefühl oder Allgemeinsymptomen wie Fieber, Schüttelfrost, ausgeprägter Müdigkeit, Muskel- oder Gliederschmerzen, Atemproblemen, Schwindel, aber auch bei mäßigem bis starkem Husten, starken Kopfschmerzen oder Magen-Darm-Beschwerden sollte nicht trainiert werden.

Erkältung, Grippe und Sport: Wann gilt Vorsicht fürs Herz?

Bei einer Erkältung ist der Allgemeinzustand meist etwas besser als bei einer Grippe. Typische Erkältungssymptome sind Schnupfen und Halskratzen. Die häufigsten Erkältungsviren gelten nicht als typische Auslöser einer Herzmuskelentzündung. Trotzdem gibt es einige, die eine solche Entzündung auslösen können.

Eine Grippe beginnt im Gegensatz zu einer Erkältung nicht schleichend, sondern meist plötzlich mit hohem Fieber, Schüttelfrost, Muskel- und Gliederschmerzen. Grippeviren können das Herz beeinträchtigen und eine Herzmuskelentzündung auslösen. Deshalb ist bei einer Grippe besondere Vorsicht beim Sport angebracht. Das Allgemeinbefinden ist in der Regel so stark beeinträchtigt, dass sportliche Aktivitäten ohnehin nicht möglich sind.

Journal of Sport and Health Science: Sport and exercise during viral acute respiratory illness—Time to revisit (2023, englisch)

Welche Risiken birgt Sport während eines Infekts?

Erkältungs- und Grippesymptome signalisieren, dass unser Immunsystem gerade dabei ist, Krankheitserreger zu bekämpfen. Intensiver Sport kann den Organismus dann noch zusätzlich belasten. Eine Erkältung oder gar eine Grippe „auszuschwitzen“, funktioniert nicht. Diese Folgen und Komplikationen können auftreten, wenn trotz deutlichem Krankheitsgefühl oder Allgemeinsymptomen weitertrainiert wird:

  • Die Symptome können sich verschlimmern und der Heilungsprozess kann sich verzögern.
  • Eine akute Bronchitis oder eine Lungenentzündung können sich entwickeln.
  • Einige Viren können Herzmuskel- oder Herzbeutelentzündungen auslösen.

Bei einer Herzmuskelentzündung können Herzrhythmusstörungen oder eine Herzschwäche auftreten. In seltenen Fällen kann sie auch zum plötzlichen Herztod führen. Das bedeutet jedoch nicht, dass Sport bei einer Erkältung zwangsläufig das Herz gefährdet. Schwere Komplikationen nach Atemwegsinfekten sind insgesamt selten.

Passende Artikel zum Thema

Wie viel Sport darf man während einer Erkältung machen?

Bei einer akuten Atemwegsinfektion mit Symptomen wie Fieber, erhöhtem Ruhepuls, Muskel- oder Gelenkschmerzen gilt es, vollständig auf Sport zu verzichten.

Selbst bei einer einfachen Erkältung ohne Beeinträchtigung des Allgemeinzustands sollte man die Intensität des Trainings zumindest auf eine geringe bis moderate Belastung reduzieren und die Einheiten auf 15 bis 30 Minuten verkürzen. Wettkämpfe, intensive Intervalle oder andere anstrengende Einheiten sind während eines Infekts nicht empfehlenswert.

Achtung: Bei klinischen Hinweisen auf eine Herzmuskelentzündung (Myokarditis) wie Luftnot, Herzstolpern und Brustschmerzen sollte auf sportliche Betätigung verzichtet werden und zeitnah ärztlicher Rat eingeholt werden.

Wie lange sollte man nach einer Erkältung keinen Sport treiben?

Entscheidend für die Länge der Sportpause nach einem Atemwegsinfekt sind Schwere und Verlauf sowie die aktuellen Beschwerden. Die Rückkehr zum uneingeschränkten Training kann bei milden Infekten nach 2 bis 3 Tagen ohne Symptome erfolgen, vorausgesetzt, es tritt keine Verschlechterung der Beschwerden auf.

Bei Verläufen mit stärkeren Beschwerden wie starker Müdigkeit, Muskelschmerzen oder Fieber sollte das Training erst nach vollständigem Abklingen der Beschwerden wieder aufgenommen werden. Eine allgemeingültige Zahl an Pausentagen nach einer Erkältung gibt es also nicht.

Besonders vorsichtig sollten Menschen mit chronischen Erkrankungen sein – besprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin, wie lange Sie sich nach einer Erkältung körperlich schonen sollten.

Frau hat Sport bei Erkältung gemacht und ruht sich jetzt auf einer Bank aus.

© iStock / monkeybusinessimages

Bei einer einfachen Erkältung sollten Sie das Sportprogramm reduzieren oder unterbrechen und erst nach überstandenen Symptomen langsam wieder aufnehmen.

Wie gelingt der sportliche Wiedereinstieg nach einer Erkältung?

Nach einer Erkältung ist es wichtig, das Trainingspensum niedrig anzusetzen und dann schrittweise zu erhöhen, bis die volle Leistungsfähigkeit wieder erreicht ist. Nach einer Grippe wird eine besonders dosierte und schrittweise Steigerung der Belastung über eine bis zwei Wochen empfohlen.

Zum Einstieg empfiehlt es sich, 60 bis 70 Prozent der üblichen Intensität für 10 bis 20 Minuten zu testen. Im Falle von Beschwerden wie Müdigkeit, Atemnot, Schwindel, Brustschmerzen, Herzrasen, Herzstolpern, Muskel- oder Gelenkschmerzen sollte das Training abgebrochen werden. Beobachten Sie Ihren Körper auch direkt danach und innerhalb der nächsten 24 Stunden.

Was ist bei sportlicher Betätigung bezüglich COVID-19 zu beachten?

Mit einer COVID-19-Infektion verhält es sich ähnlich wie mit einer Erkältung mit deutlichen Allgemeinbeschwerden: Solange Symptome bestehen, sollte kein Sport getrieben werden. Der richtige Zeitpunkt für den Wiedereinstieg richtet sich auch hier nach dem Schweregrad der Erkrankung.

Mit der AOK gesund durchs Leben

Die AOK unterstützt Sie bei allen gesundheitlichen Belangen. Informieren Sie sich jetzt zu Leistungen und Mitgliedschaft.

Waren diese Informationen hilfreich für Sie?

Noch nicht das Richtige gefunden?