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Schmerzen im unteren Rücken: Das hilft bei einer ISG-Blockade

Mann greift sich an den unteren Rücken.

© iStock / VioletaStoimenova

Lesezeit: 5 MinutenAktualisiert: 04.03.2021

Bei Kreuzschmerzen kann man in den allermeisten Fällen keine Ursache ausmachen. Manchmal kommen die Schmerzen vom Iliosakralgelenk, ein Gelenk im unteren Rücken, das das Kreuzbein der Wirbelsäule mit dem Becken verbindet. Wie sich eine ISG-Blockade äußert und was Sie tun können.

Inhalte im Überblick

    Was ist eine ISG-Blockade?

    Schmerzen im unteren Rücken können durch eine Blockade des Iliosakralgelenks (ISG) ausgelöst werden. Es wird auch Kreuzbein-Darmbein-Gelenk genannt, weil es die Verbindung zwischen diesen Knochen bildet, also zwischen Wirbelsäule und Becken. Das ISG ist nicht sehr beweglich. Schmerzen im ISG können bei Überlastung entstehen oder wenn sich die Gelenkflächen verkannten. Dieses Phänomen bezeichnen Mediziner als ISG-Blockade oder als ISG-Syndrom. 

    Wenn das Iliosakralgelenk blockiert, treten in erster Linie Schmerzen im unteren Rücken auf, vor allem im Bereich des Kreuzbeins. Sie können in die Leiste, ins Gesäß oder sogar bis in den Oberschenkel ziehen. Da es auf jeder Seite ein Gelenk gibt, treten die Beschwerden oftmals einseitig auf, oder die Patienten stellen zumindest fest, dass die Schmerzen auf beiden Seiten unterschiedlich stark sind. 

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    Was sind typische Ursachen für eine Blockade des Iliosakralgelenks?

    Manchmal ist eine ungünstige Bewegung der Grund dafür, dass es zu Schmerzen im unteren Rücken kommt, zum Beispiel ein Tritt ins Leere, plötzliches Abstoppen, eine falsche Drehbewegung oder das Heben einer schweren Last. Außerdem gibt es verschiedene Erkrankungen oder Situationen, die durch eine Überlastung das Risiko für eine ISG-Blockade erhöhen, unter anderem:

    • Fehlhaltungen, zum Beispiel durch unterschiedlich lange Beine
    • einseitige Belastungen, etwa beim Sport, durch Hinken aufgrund anderer Schmerzen, eine schiefe Sitzhaltung oder das Tragen größerer Gewichte in nur einer Hand
    • ein gelockerter Bänderapparat, der die Stabilität des Iliosakralgelenks verringert, was beispielsweise während einer Schwangerschaft der Fall sein kann
    • chronische Krankheiten, die den Bewegungsapparat beeinträchtigen, wie Arthrose oder Morbus Bechterew
    • Verletzungen durch einen Unfall oder Sturz

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    ISG-Blockade: Was hilft gegen Schmerzen im unteren Rücken?

    Bei neu auftretenden Kreuzschmerzen kann man eine kurzfristige Einnahme von freiverkäuflichen Schmerzmitteln, wie Paracetamol, oder Wärme versuchen. Bei starken Schmerzen, die nicht von allein wieder verschwinden, ist es ratsam, den Hausarzt oder einen Orthopäden aufsuchen. 

    Nach einer ersten Untersuchung, bei der der Arzt nach der Art der Beschwerden und deren Auftreten fragt, erfolgt eine klinische Untersuchung, bei der auch durch unterschiedliches Bewegen, Ziehen und Drücken die Beweglichkeit des ISG untersucht wird. Manchmal kann dies alleine schon eine Blockade des ISG wieder lösen. In Röntgen-, CT- oder Kernspinnuntersuchungen lassen sich  Verblockungen des ISG nicht erkennen. 

    Die Behandlung richtet sich danach, wie stark die Beschwerden sind. Sie setzt sich aus verschiedenen Elementen zusammen:

    • Faktoren, die eine ISG-Blockade ausgelöst haben könnten, werden nach Möglichkeit vermieden oder abgebaut, etwa eine ergonomisch ungünstige Sitzhaltung.
    • Bewegungen, die die Schmerzen verstärken, wie beispielsweise Treppensteigen, sollten vorübergehend vermieden werden, damit die Entzündung abklingen kann.
    • Mobilisation und Manipulation: Durch Bewegungsübungen im Rahmen der Physiotherapie sowie sanftes Dehnen und Druck auf die verschobenen Gelenke kann die ISG-Blockade gelöst werden.
    • Die vorübergehende Einnahme von Schmerzmitteln kann die Mobilität wiederherstellen und die Schmerzen lindern.
    • Bei starken Beschwerden spritzt der Arzt gegebenenfalls entzündungshemmendes Kortison in das Iliosakralgelenk, um die Entzündung und damit die Schmerzen zu lindern.

    Kräftigungsübungen können durch die Stärkung der Muskulatur, die das ISG umgibt, einer Überlastung des ISG entgegenwirken.

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    ISG-Blockade lösen: Zwei Übungen zum Dehnen und Lockern

    Mit einem Physiotherapeuten können Patienten Übungen erlernen, die die Blockade lösen. Kommen die Beschwerden öfter vor, sollten Betroffene zusätzlich an der muskulären Stabilisierung arbeiten. Diese zwei Übungen können Ihnen dabei helfen, eine Blockade des Iliosakralgelenks zu lösen. Regelmäßig durchgeführt, tragen sie auch dazu bei, Schmerzen im unteren Rücken vorzubeugen.

    Übung 1 zum Dehnen: 

    • Legen Sie sich mit dem Rücken auf den Boden, strecken Sie die Beine aus und legen Sie die Arme im rechten Winkel mit den Handflächen nach unten ab.
    • Stellen Sie das linke Bein angewinkelt neben dem rechten Knie ab.
    • Greifen Sie mit der rechten Hand zum linken Knie und ziehen Sie es seitlich nach rechts, in Richtung Boden.
    • Achten Sie dabei darauf, dass Rücken und Schultern flach am Boden liegen bleiben.
    • Drehen Sie den Kopf in die Gegenrichtung nach links.
    • Halten Sie diese Position etwa 30 Sekunden lang.
    • Die Übung dann auf der anderen Seite durchführen.

    Übung 2 zur Lockerung:

    • Stellen Sie sich mit einem Bein auf eine stabile Erhebung, wie die unterste Stufe einer Treppe oder einen Stepper. Das Knie dabei leicht anwinkeln.
    • Das andere Bein seitlich hängen lassen und in der Luft hin- und herbewegen.
    • Die Übung mit dem anderen Bein wiederholen.

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