Zum Hauptinhalt springen
AOK WortmarkeAOK Lebensbaum
Gesundheitsmagazin

Gesundes Wohnen

Wie bekämpfe ich Motten in der Küche?

Veröffentlicht am:11.11.2022

4 Minuten Lesedauer

Mehl, Nüsse und andere trockene Nahrungsmittel werden gelegentlich von Vorratsschädlingen wie Lebensmittelmotten befallen. Sind Motten in der Küche ungesund? Und was sollte mit den betroffenen Nahrungsmitteln passieren?

In einem Wohnzimmer ist eine Mottenfalle auf einem Tisch zu sehen, auf der mehrere Motten kleben. Links neben der Mottenfalle steht ein gelbes Kerzenglas.

© iStock / RR-Photos

Was sind Lebensmittelmotten?

Lebensmittelmotten sind Vorratsschädlinge. Das sind Tierarten, die Nahrungsmittel oder Tierfutter während der Lagerung befallen und sie für den menschlichen und tierischen Verzehr unbrauchbar machen. In Deutschland sind vor allem Lebensmittelmottenarten wie Mehl-, Speicher-, Getreide-, Dörrobst- oder Reismotten in befallenen Küchen zu finden. Die Schädlinge finden ihren Weg in die Vorratskammern und Schränke über bereits befallene Produkte beim Lebensmittelkauf. Darin sind sie oft in Form von kleinen Eiern, Larven oder erwachsenen Tieren enthalten. Lebensmittelmotten befallen dabei fast alle Arten von Trockenvorräten zum Beispiel Mehl, Reis, Nüsse oder Schokolade und rufen bei vielen Menschen Ekel und Unwohlsein in der Küche hervor.

Sind Lebensmittelmotten gesundheitsschädlich?

Bei einem Befall mit Lebensmittelmotten fragen sich viele Menschen, ob das Ungeziefer Menschen und Tieren gesundheitlich schaden kann. Dabei interessiert Betroffene insbesondere, ob sie für ein Baby oder in der Schwangerschaft gefährlich werden könnten. Motten in der Küche verderben zwar die Lebensmittel, gelten jedoch nicht als Krankheitsüberträger wie Nagetiere oder Schaben. Der Verzehr befallener Produkte kann allerdings zu Allergien, Hauterkrankungen oder Magen-Darm-Erkrankungen führen. Lebensmittelmotten können auch Pilze oder Milben in die Haushalte einschleppen. Durch Gespinste, leere Kokons, Kadaver, Kot und Verunreinigungen durch Larvenhaut machen Lebensmittelmotten die Nahrungsmittel der Menschen zum Verzehr und zur Weiterverarbeitung ungeeignet.

Passende Artikel zum Thema

Wie erkenne ich Lebensmittelmotten?

Oft werden Lebensmittelmotten erst bei starkem Befall bemerkt, wenn die erwachsenen Falter zur Fortpflanzung und auf der Suche nach einem geeigneten Eiablageplatz durch die Wohnung fliegen. Da die Falter aber nachtaktiv und lichtscheu sind, findet man sie tagsüber meist an den Wänden sitzen. Äußerlich lassen sie sich für das ungeschulte Auge nur schwer unterscheiden, dennoch geben unter anderem Flügelfärbung und Größe Aufschluss über die Art.

Mehlmotte

Eine Mehlmotte sitzt auf beschädigten und befallenen Lebensmitteln.

© iStock / Tomasz Klejdysz

  • 8 bis 14 Millimeter groß
  • Grau-braun gezeichnet mit Fransensaum und zwei stark gezackten dunklen Bereichen auf den Flügeln
  • Larve (15 Millimeter): Raupe mit dunklen Punkten

Speichermotte

Eine Motte sitzt auf Haferflocken in Nahaufnahme.

© iStock / Tomasz Klejdysz

  • 8 bis 10 Millimeter groß
  • Grau-braun gezeichnet, im oberen Bereich heller und mit Fransensaum sowie mit zwei undeutlichen, leicht gezackten Querbändern an den Flügeln
  • Larve (15 Millimeter): Raupe mit dunklen Punkten

Getreidemotte

Eine Getreidemotte sitzt auf einem Korn in Nahaufnahme.

© iStock / Tomasz Klejdysz

  • 5 bis 8 Millimeter groß
  • Seidig gelbbraun schimmernd, mit deutlichem Fransensaum an den Flügeln, Unterleib braun
  • Larve (6 Millimeter): im Samen verborgene Raupe

Dörrobstmotte

Eine Dörrobstmotte sitzt auf Körnern in Nahaufnahme.

© iStock / Tomasz Klejdysz

  • 8 bis 11 Millimeter groß
  • Flügelfärbung cremefarben und kupferrot mit dunkelgrauen Querlinien
  • Larve (13 bis 17 Millimeter): Raupe ohne Punktierung

Reismotte

Eine Reismotte sitzt auf einem Blatt.

© iStock / ePhotocorp

  • 10 bis 14 Millimeter groß
  • Große, seidig elfenbeinfarbene Motte, Unterleib hell
  • Larve (15 Millimeter): Raupe ohne Punktierung

Wie kann ich Lebensmittelmotten bekämpfen?

Grundsätzlich müssen alle befallenen Vorräte vernichtet werden. Zudem hilft ein Hausmittel: das gründliche Reinigen der Vorratsschränke mit Essigwasser. Bereits abgelegte Eier werden so entfernt, zusätzlich wirkt der Essiggeruch abschreckend auf die Tiere. Schlupfwespen können ebenfalls zur Bekämpfung eingesetzt werden. Die Nützlinge lassen sich im Internet oder im Einzelhandel kaufen. Sie werden überall dort aussetzt, wo sich Eier von Lebensmittelmotten befinden. In einem Zeitraum von etwa zehn Wochen muss das Prozedere drei bis vier Mal wiederholt werden. Die Schlupfwespen legen ihre Eier in die Motteneier, wodurch diese absterben. Stehen keine Motteneier mehr für die Eiablage zur Verfügung, sterben auch die Nützlinge ab.

Zur Eindämmung eignen sich zusätzlich Pheromon-Klebefallen. Als Maßnahme, um den Befall zu beseitigen, genügen sie aber nicht. Auch ätherische Öle, wie zum Beispiel Lavendel oder Zedernholz, können bei der Eindämmung hilfreich sein. Ihr intensiver Geruch kann jedoch auf die Lebensmittel übergehen. Im Handel sind außerdem zahlreiche chemische Mottenvernichtungsmittel mit insektiziden Wirkstoffen erhältlich. Ihr Einsatz kann für den Menschen allerdings gesundheitliche Folgen haben, denn beim Versprühen werden Giftstoffe freigesetzt.

Fazit: Wenn Sie nicht darauf warten möchte, dass die Schlupfwespen ihre Arbeit getan haben, wäre die effektivste Methode, alle befallenen Lebensmittel zu entsorgen und die Flächen der Vorratsschränke gründlich mit Essigwasser zu reinigen.

Was ist bei hartnäckigem Mottenbefall zu tun?

Meist reicht die Kombination von Vorsorge- und ökologischen Bekämpfungsmaßnahmen gegen den Mottenbefall aus. Doch was, wenn nicht?

Bei hartnäckigem, wiederkehrendem Befall sollten Sie sich an einen sachkundigen Schädlingsbekämpfer oder eine sachkundige Schädlingsbekämpferin wenden. Professionelle Schädlingsbekämpfer oder Schädlingsbekämpferinnen finden Sie im Mitgliedsbetrieb des Deutschen Schädlingsbekämpfer Verbandes e.V. Hier sind Fachkompetenz und die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen sicher.

Wie kann ich Lebensmittelmotten vorbeugen?

Durch die regelmäßige Kontrolle von Trockenvorräten lässt sich ein Befall mit Lebensmittelmotten vorbeugen. Nach dem Kauf füllen Sie die Lebensmittel am besten sofort in fest verschließbare Gefäße um. Die Vorräte sollten kühl und trocken gelagert und regelmäßig auf einen Befall kontrolliert werden. Weil Lebensmittelmotten sich in einer Umgebung mit erhöhter Luftfeuchtigkeit optimal vermehren können, sollte die Luftfeuchtigkeit in der Küche möglichst gering gehalten werden. Das gelingt beispielsweise durch Stoßlüften und die Nutzung der Dunstabzugshaube. Fliegengitter vor den Fenstern können das Einfliegen von Vorrats- und anderen Schädlingen verhindern.


Waren diese Informationen hilfreich für Sie?

Noch nicht das Richtige gefunden?