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Trockene Augen im Winter: Was hilft?

Veröffentlicht am:09.12.2022

4 Minuten Lesedauer

Brennen, Rötungen, Schwellungen – gerade im Winter kann der ständige Wechsel von trockener, warmer Heizungsluft zu kalten Außentemperaturen den Augen zu schaffen machen. Oft helfen schon ein paar einfache Maßnahmen, die Beschwerden bei trockenen Augen zu lindern.

Ein Mann reibt sich seine trockenen Augen im Winter.

© iStock / Nes

Inhalte im Überblick

    Was sind die Symptome von trockenen Augen?

    Viele Menschen haben im Winter nicht nur trockene Haut. Auch die Augen machen Beschwerden. Von einem trockenen Auge spricht man, wenn Binde- und Hornhaut nicht ausreichend mit Tränenflüssigkeit benetzt werden. Typische Symptome sind zum Beispiel:

    • Ausgeprägtes Fremdkörpergefühl oder „Sandkorngefühl“, die Augen brennen und kratzen.
    • Starkes Druckgefühl lastet auf den Augen.
    • Die Augen schmerzen.
    • Man möchte die Augen am liebsten geschlossen halten, sie fühlen sich müde an.
    • Die Augenlider sind angeschwollen.
    • Die Augen sondern Schleim ab, die Lider sind (vor allem morgens) verklebt.
    • Die Bindehaut ist gereizt und gerötet.
    • Starkes Tränen der Augen.
    • Ständiges Bedürfnis, die Augen auswischen zu müssen.
    • Man hat das Gefühl, dass das Sehen gestört ist.
    • Die Augen sind „lichtscheu“, man fühlt sich häufig geblendet.

    Sind trockene Augen gefährlich?

    Der Tränenfilm hat für die Gesundheit der Augen eine wichtige Funktion: Er hält die Augenoberfläche glatt und geschmeidig, spült kleine Fremdkörper weg, und die keimabtötenden Bestandteile schützen vor Infektionen. Zudem versorgt der Tränenfilm die Hornhaut mit Sauerstoff und Nährstoffen. Denn die Hornhaut besitzt keine eigenen Blutgefäße.

    Ist die Augenoberfläche nicht ausreichend benetzt, steigt nicht nur die Gefahr von Entzündungen. Im schlimmsten Fall kann es zu Sehstörungen oder auch Schäden an der Hornhaut kommen. Schwere Spätkomplikationen treten zum Glück aber selten auf.

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    Auslöser für trockene Augen

    Es gibt verschiedene Ursachen für trockene Augen. Neben bestimmten Krankheiten (zum Beispiel Kollagenosen, Diabetes oder Schilddrüsenerkrankungen) können auch Medikamente wie etwa Psychopharmaka, Schlafmittel, Beta-Blocker, Hormone oder Medikamente gegen Allergien zu trockenen Augen führen. Mit zu den häufigsten Ursachen gehören aber Umweltfaktoren: trockene Heizungsluft, Zugluft aus Klimaanlagen oder Autogebläsen, Arbeit am Bildschirm oder Zigarettenrauch können die Verdunstung des Tränenfilms steigern. Da wir uns im Winter vorwiegend in geheizten Räumen aufhalten, leiden viele Menschen vor allem in der kalten Jahreszeit an trockenen Augen.

    Frau mit trockenen Augen reinigt ihr Augenlid mit einem Wattepad.

    © iStock / miniseries

    Gegen trockene Augen hilft es, hin und wieder die Augenlider mit einem feuchten Wattepad zu reinigen und zu massieren.

    6 Tipps gegen trockene Augen

    Oft helfen schon einfache Maßnahmen, um die Augen im Winter angenehm feucht zu halten:

    1. Frische Luft: Regelmäßiges Lüften feuchtet die trockene Heizungsluft an. Wesentlich besser sind allerdings Spaziergänge an der frischen Luft.
    2. Luftzirkulation im Auto regeln: Je wärmer die Luft, desto trockener ist sie, das gilt auch für die Luftzirkulation im Auto. Ideal ist es, die Lüftung möglichst niedrig einzustellen, auch sollte der Luftstrom nicht direkt auf die Augen gerichtet sein.
    3. Trinkmenge erhöhen: Neben frischer Luft sorgt auch eine ausreichende Trinkmenge (mindestens zwei Liter am Tag) für ein besseres Wohlbefinden. Denn ein guter Flüssigkeitshaushalt beugt trockenen Augen vor.
    4. Häufig blinzeln: Wer häufig am Computer arbeitet, sollte seinen Augen eine Pause gönnen, zum Beispiel mit einem kleinen „Blinzeltraining“. Es reicht, wenn Sie eine Minute lang ganz bewusst mit den Augen blinzeln. Warum das so gut ist: Durch das Starren auf den Bildschirm sinkt die Lidschlagfrequenz, das verhindert eine Neubildung des Tränenfilms, der so aufreißen könnte. Häufiges Blinzeln hingegen sorgt dafür, dass die Augen zwischendurch wieder befeuchtet werden.
    5. Lidkanten reinigen: Die obere, ölige Schicht ist ein wichtiger Bestandteil unseres Tränenfilms. Sie kann verhindern, dass die Tränenflüssigkeit zu schnell verdunstet. An unseren Lidkanten befinden sich sogenannte Meibom-Drüsen, die dieses fetthaltige Sekret produzieren. Um diese Drüsen zu unterstützen, sollten wir sie hin und wieder reinigen und massieren, zum Beispiel mit einem feuchten, lauwarmen Wattebausch, einem Wattepad oder einer sauberen Kompresse. Dabei streichen Sie am Oberlid von oben nach unten und am Unterlid von unten nach oben, und dies auf der gesamten Breite des Lides. So werden die Talgdrüsen der Lidkante geöffnet und der Talg herausgedrückt. Danach reiben Sie vom äußeren zum inneren Lidwinkel, damit das überflüssige Sekret durch die Tränenkanälchen abtransportiert werden kann.
    6. Für UV-Schutz sorgen: Gerade Wintersportler und -sportlerinnen sollten auf ausreichenden UV-Schutz ihrer Augen achten. Eine gute Sonnenbrille schützt zudem vor Wind und kalter Zugluft. Auch im Flachland sollte man an Sonnenschutz für die Augen denken, vor allem wenn Schnee liegt. Dieser reflektiert bis zu 95 Prozent des Lichtes. Wichtig: Nur Brillen, die das CE-Zeichen tragen, entsprechen den in Europa gültigen Qualitätsanforderungen.

    Trockene Augen: Wann zum Arzt?

    Ein Besuch einer Augenarztpraxis ist immer dann ratsam, wenn man anhaltend unter trockenen Augen leidet. Der Augenarzt oder die Augenärztin wird mittels verschiedener Untersuchungen feststellen, ob Betroffene ausreichend Tränenflüssigkeit bilden und wie lange der Flüssigkeitsfilm auf der Netzhaut stabil ist. Außerdem wird untersucht, ob die Augenoberfläche weitere Schäden aufweist. Sogenannte Tränenersatzmittel können die Beschwerden rasch lindern. Dazu gehören spezielle Augentropfen, in der Apotheke erhältlich sind. Bei einer schweren Entzündung der Augenoberfläche sind entzündungshemmende Augentropfen wirksam.


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