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Trockene Heizungsluft im Winter: Tipps für die Gesundheit

Eine Frau dreht die Heizung auf.

© iStock / djedzura

Lesezeit: 6 MinutenAktualisiert: 12.01.2021

Wenn es draußen kalt ist, wird drinnen die Heizung aufgedreht. Gut für die Gesundheit ist das allerdings nicht. Trockene Augen und ein Kratzen im Hals sind typische Folgen. Außerdem steigt das Risiko für eine Erkältung. Wie Sie für ein angenehmes Raumklima sorgen, erfahren Sie hier.

Inhalte im Überblick

    Gerade in der kalten Jahreszeit ist es reizvoll, sich in der Wohnung einzukuscheln. Daher ist es umso wichtiger, für ein gutes Raumklima und stetig frische Luft zu sorgen. Zwei Faktoren sollten unbedingt stimmen: der Sauerstoffgehalt und die Luftfeuchtigkeit. Beides hat großen Einfluss auf die Gesundheit.

    Der Sauerstoffanteil in frischer Luft liegt bei circa 21 Prozent. Er sinktr mit jedem getätigten Atemzug. Dadurch steigt im Gegenzug der Gehalt von Kohlendioxid – und wir empfinden die Luft als stickig. Das kann Kopfschmerzen, Müdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten zur Folge haben. Daher ist es wichtig, regelmäßig frische Luft in die Wohnung oder das Haus zu lassen. Am besten eignet sich dazu das Stoßlüften. 

    Bleibt das Problem der Luftfeuchtigkeit. Sie ist im Winter meistens sehr niedrig, weil kalte Luft weniger Feuchtigkeit aufnehmen kann. Dabeim Lüften nur ein Austausch mit der kalten, feuchtigkeitsarmen Außenluft erfolgt, ist die warme Heizungsluft im Raum zu trocken. Der Feuchtigkeitsgehalt kann also nur steigen, wenn er künstlich erhöht wird – in Wohnräumen sollte er zwischen 40 und 60 Prozent liegen.

    Warum ist trockene Heizungsluft schlecht für die Gesundheit?

    Trockene Heizungsluft hat verschiedene Auswirkungen auf die Gesundheit. Vor allem die Schleimhäute benötigen viel Feuchtigkeit, um ihre wichtigen Funktionen erfüllen zu können. Trocknen sie aus, kann das verschiedene Folgen haben:

    • Die Augen werden rot, sie fangen an zu brennen und zu jucken. Die Trockenheit bringt ein erhöhtes Risiko für Entzündungen mit sich, etwa der Horn- oder der Bindehaut.
    • Die Nase trocknet aus, was häufig dazu führt, dass sich schmerzhafte Krusten und Borken bilden.
    • Auf den Schleimhäuten in Nase und Rachen liegt ein Schutzfilm, in dem sich Bakterien und Viren regelrecht verfangen. Von dort transportieren sie die Flimmerhärchen wieder nach draußen. Sind die Schleimhäute zu trocken, funktioniert dieses Prinzip nicht mehr, und Erreger haben ein leichteres Spiel. Die Wahrscheinlichkeit für Infekte steigt.
    • Die Haut, das größte Organ des Menschen, wird von trockener Umgebungsluft in Mitleidenschaft gezogen. Gegebenenfalls fängt sie an zu jucken oder wird rot, vor allem im Gesicht.

    Hinzu kommt ein indirekter Effekt der trockenen Heizungsluft: Durch die niedrige Luftfeuchtigkeit können sich Bakterien und Viren in ihr besser verteilen. Eine hohe Luftfeuchtigkeit führt nämlich dazu, dass die winzigen Tröpfchen (Aerosole) größer sind und entsprechend schwerfälliger. Sie sinken eher zu Boden und werden nicht so leicht eingeatmet.

    Besonders gefährlich ist trockene Heizungsluft daher für Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen wie Asthma bronchiale oder der Chronisch Obstruktiven Lungenerkrankung (COPD). Bei ihnen kann eine Infektion Atemnot auslösen, sogar lebensgefährlich werden.

    Ein Mädchen wärmt sich die Hände am Heizkörper.

    © iStock / Mariakray

    Was gegen trockene Heizungsluft helfen kann

    Was also tun gegen trockene Heizungsluft? Nicht zu heizen, ist keine Lösung. Denn das ist nicht nur ungemütlich, sondern fördert auch die Bildung von Schimmelpilzen in der Wohnung. Mit diesen Maßnahmen sorgen Sie für ein gesundes Raumklima:

    • Stoßlüften fördert den Sauerstoffaustausch. Am besten zwei- bis dreimal pro Tag für jeweils fünf Minuten. Wenn es der Grundriss der Wohnung ermöglicht, sollten Sie gegenüberliegende Fenster gleichzeitig weit öffnen, um Durchzug zu schaffen.
    • Zimmerpflanzen verdunsten das Gießwasser über die Blätter und erhöhen so auf natürliche Weise die Luftfeuchtigkeit. Ideal sind Pflanzen, die viel Wasser verbrauchen, wie die Grünlilie.
    • Der einfache Tipp, Wasserschalen aufzustellen, funktioniert tatsächlich. Solche Schalen können aber zu Bakterienbecken werden. Deswegen müssen sie täglich gründlich gereinigt werden.
    • Aufgrund von Bakterienbildungen warnt der Berufsverband der Lungenärzte auch vor Geräten zur Luftbefeuchtung. Die Stiftung Warentest hat diese Annahme bei einer Testreihe bestätigt. Sowohl Verdampfer als auch Ultraschall-Vernebler hätten demnach die Bakterienkonzentration in der Luft erheblich erhöht. Lediglich zwei Verdunster verteilten keine wesentliche Menge an Bakterien im Raum.

    Passend zum Thema:

    Wie Sie die Schleimhäute bei trockener Heizungsluft unterstützen können

    Schleimhäute und Haut nehmen Feuchtigkeit natürlich nicht nur über die Luft auf. Deswegen können Sie einiges tun, um ihre Funktionsfähigkeit im Winter zu erhalten:

    Das Wichtigste für unsere Schleimhäute ist ein gut funktionierender Schutzfilm. Um diesen bilden zu können, ist es wichtig tagsüber ausreichend zu trinken. Ideal sind zwei Liter Flüssigkeit, zum Beispiel in Form von Wasser, ungesüßten Kräuter- und Früchtetees oder verdünnte Fruchtsaftschorlen.

    „Auch wenn man keinen großen Durst verspürt, sollte ausreichend getrunken werden, weil dadurch die Schleimhäute besser befeuchtet werden. Gerade auch bei einer beginnenden Erkältung ist die Aufnahme von viel Flüssigkeit, vor allem Mineralwasser, ratsam“, betont Dr. Martin Düvel, Betriebsarzt der Goethe Universität und Facharzt für Arbeits- und Sozialmedizin. Ansonsten rät der Mediziner zu Lutschpastillen, die zum Beispiel ätherische Öle enthalten.

    Das Inhalieren mit einer isotonischen Kochsalz-Lösung befeuchtet die Schleimhäute in den Atemwegen ebenfalls und es schützt vor Austrocknung. „Dazu braucht man nur einen halben Liter Wasser erhitzen, darin einen Teelöffel Kochsalz auflösen und dann den aufsteigenden Wasserdampf bewusst durch die Nase tief einatmen, wobei man sich zur Intensivierung der Inhalation ein Handtuch über den Kopf legen kann“, empfiehlt Prof. Harald Morr, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Lungenstiftung (DLS) und Direktor der Pneumologischen Klinik Waldhof Elgershausen in Greifenstein.

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