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Schilddrüsenunterfunktion: Symptome erkennen und richtig handeln

Ein Arzt untersucht mit den Händen die Schilddrüse einer jungen Frau.

© iStock / FatCamera

Lesezeit: 5 MinutenAktualisiert: 15.07.2021

Eine Schilddrüsenunterfunktion kann verschiedene Ursachen haben. Der Effekt ist jedoch in allen Fällen derselbe: Die Schilddrüse produziert zu wenig Hormone. Ein Mangel an Schilddrüsenhormonen kann weitreichende Folgen bedeuten – von Haarausfall über Gewichtszunahme bis hin zu Auswirkungen auf die Psyche.

Inhalte im Überblick

    Was macht die Schilddrüse eigentlich?

    Die Schilddrüse ist dafür zuständig, zwei Hormone zu produzieren und bei Bedarf freizusetzen: Tetrajodthyronin (T4) und Trijodthyronin (T3). Sie beide haben erheblichen Einfluss auf den Stoffwechsel.[1] Die Menge der abzugebenden Hormone wird durch die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) und den sogenannten Hypothalamus gesteuert, der ebenfalls im Gehirn liegt. Gemeinsam kontrollieren diese Hirnregionen den Hormonspiegel im Blut.

    Sinkt der Hormonspiegel zu stark, schickt die Hirnanhangsdrüse einen Botenstoff zur Schilddrüse, die daraufhin zusätzliche Hormone freisetzt. Ist die Hormonmenge zu hoch, entlässt die Hypophyse keine Botenstoffe ins Blut, sondern wartet, bis die Werte wieder gesunken sind.

    Was genau machen die Schilddrüsenhormone im Körper? Vereinfacht gesagt, steuern sie die Geschwindigkeit, in der ein großer Teil der Stoffwechsel-Prozesse im Körper abläuft. Sie können zum Beispiel das Herz schneller schlagen lassen, den Fettstoffwechsel ankurbeln, den Körper schneller schwitzen lassen oder die Verdauung anregen. Sogar psychische Vorgänge sind von ihnen abhängig. Folgende Einflussbereiche sind wesentlich:

    • Blutdruck und Herzschlag
    • Energiestoffwechsel
    • Kohlenhydratstoffwechsel
    • Fettstoffwechsel
    • Eiweißstoffwechsel
    • Muskelstoffwechsel
    • Darmtätigkeit
    • Gehirnaktivität
    • Wachstum

    Entsprechend dramatisch kann sich eine Schilddrüsenunterfunktion auswirken, wenn sie nicht behandelt wird.

    Was sind die Ursachen für eine Schilddrüsenunterfunktion?

    Es gibt verschiedene Ursachen für eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose). Eine Fehlfunktion des Organs kann angeboren sein. Meistens wird die Erkrankung jedoch im Laufe des Lebens erworben. Eine zu geringe Menge an Schilddrüsenhormonen im Blut kann unter anderem auf einen der folgenden Auslöser zurückgehen:

    Welche Symptome und Folgen hat eine Hypothyreose?

    Da die produzierten Hormone viele Funktionen haben, ist eine Schilddrüsenunterfunktion mit möglichen schwerwiegenden Folgen verbunden. Die Symptome sind jedoch sehr vielfältig und unterschiedlich ausgeprägt, weshalb sich eine Diagnose oft schwierig gestaltet. Zudem treten in der Regel nicht alle Beschwerden auf. Die Bandbreite an möglichen Anzeichen ist groß.

    Die Schilddrüsenunterfunktion verursacht eine abnormale Vergrößerung am Hals einer Frau.
    Ein deutliches Anzeichen für eine Schilddrüsenunterfunktion ist eine sichtbare Vergrößerung der Schilddrüse, auch Kropf genannt

    © iStock / sasirin pamai

    Wie wird eine Hypothyreose behandelt?

    Eine Schilddrüsenunterfunktion kann zwar immense Folgen haben, aber die Erkrankung lässt sich gut behandeln. Ziel ist, den Hormonmangel zu beseitigen, in der Regel durch Arzneistoffe. Wenn möglich wird auch die Ursache angegangen, etwa bei Jodmangel oder einer medikamentös ausgelösten Unterfunktion.

    Medikamente bei einer Schilddrüsenunterfunktion

    Die Behandlung besteht darin, dem Körper die benötigten Hormone über Tabletten zuzuführen. Der Wirkstoff nennt sich Levothyroxin (L-Thyroxin). Wenn es sich um eine dauerhafte Störung des Organs handelt, müssen die Betroffenen ihr Leben lang täglich eine Tablette nehmen, sind dann aber in der Regel beschwerdefrei.

    Wie kann die Ernährung angepasst werden?

    Bei einer Schilddrüsenunterfunktion sollten Patienten auf eine ausgewogene Ernährung achten. Eine festgelegte Diät gibt es nicht, da es wenige wissenschaftliche Studien zum Einfluss der Ernährung gibt. Dennoch können folgende Tipps die Schilddrüsenfunktion eventuell unterstützen:

    • Für die Bildung von Schilddrüsenhormonen ist neben Jod eine ausreichende Versorgung mit Selen (zum Beispiel in Paranüssen) und Eisen (zum Beispiel in Blutwurst und Schweineleber) wichtig. Eine gute Selenversorgung kann eventuell die Entzündung bei Hashimoto-Thyreoiditis mildern.
    • Ebenso gibt es Hinweise, dass ein Vitamin A-Mangel die Schilddrüsenfunktion beeinträchtigen kann. Vitamin A ist beispielsweise in Karotten vorhanden.
    • Auch ein Vitamin D-Mangel ist mit Autoimmun-Schilddrüsenerkrankungen wie der Hashimoto-Thyreoiditis assoziiert. Für eine ausreichende Versorgung sind regelmäßige Aufenthalte im Freien und kurzes Sonnenbaden wichtig.
    • Omega-3-Fettsäuren sollen entzündungshemmend wirken. Sie sind beispielsweise in fetten Seefischen oder Leinöl zu finden.
    • Einige Substanzen, die sogenannten goitrogenen Substanzen, können die Arbeit der Schilddrüse eventuell erschweren. Sie werden aber größtenteils beim Kochen zerstört, weswegen entsprechende Lebensmittel bei einer Schilddrüsenunterfunktion nur in geringen Mengen roh verzehrt werden sollten. Das betrifft zum Beispiel Chinakohl, Kohlrabi, Rüben, Mandeln und Radieschen.
    • Sojabohnen hemmen die Aufnahme von Levothyroxin. Sie sollten bei einer Schilddrüsenunterfunktion daher sicherheitshalber nur selten auf den Tisch kommen.

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