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So funktioniert die Behandlung bei einer Vorhautverengung

Mann leidet unter Phimose im Alter und lässt sich von seinem Arzt beraten.

© iStock / PeopleImages

Lesezeit: 3 Minuten08.07.2022

Eine Phimose (Vorhautverengung) im Alter ist zwar selten, aber nicht auszuschließen. Die Behandlung erfolgt ähnlich wie bei Kindern. Ziel dabei ist es, Beschwerden wie Schmerzen beim Wasserlassen oder beim Sex vollständig zu beseitigen.

Inhalte im Überblick

    Phimose im Alter: Das sind die Ursachen

    Eine Phimose kann entweder von Geburt an vorhanden sein oder sich später entwickeln. Experten unterscheiden daher zwischen der sogenannten primären und sekundären Phimose.

    • Primäre Phimose: 96 von 100 Jungen kommen mit einer natürlichen Vorhautverengung und -verklebung auf die Welt. Normalerweise bildet sich diese im Lauf der ersten Lebensjahre zurück: Mit 16 Jahren leidet nur noch einer von 100 Jungen daran. Wenn sich diese natürliche Vorhautverengung und -verklebung bis zum Ende der Pubertät nicht zurückgebildet hat, spricht man von einer primären Phimose. Die Ursachen dafür sind unbekannt.
    • Sekundäre Phimose: Eine sekundäre Phimose entsteht durch Vernarbungen der Vorhaut, die sich infolge von Entzündungen oder Verletzungen entwickelt (zum Beispiel, wenn man versucht, eine verengte Vorhaut mit Gewalt zurückzuschieben). Auch ein gestörter Zuckerstoffwechsel (Diabetes mellitus) oder die seltene Hauterkrankung Lichen sclerosus kann Entzündungen an der Vorhaut fördern. Wie häufig eine sekundäre Phimose auftritt, können Experten nicht genau sagen, da diese Zahlen nicht zentral erhoben werden und nicht jeder betroffene Mann zur Ärztin oder zum Arzt geht.

    Wann ist der Besuch beim Arzt wegen einer Vorhautverengung sinnvoll?

    Eine Phimose im Alter führt nicht immer zu Problemen. Bei einigen Beschwerden ist jedoch ein Besuch bei der Ärztin oder beim Arzt sinnvoll: Da sich die Eichel durch die Vorhautverengung nur schwer reinigen lässt, können sich Krankheitserreger ansiedeln und wiederkehrende Entzündungen auslösen. Typisch sind zum Beispiel auch Schwierigkeiten beim Urinieren wie Schmerzen, Brennen, ein verdrehter Urinstrahl oder ein ballonartiges Aufblähen der Vorhaut. Selten kann gar kein Wasser mehr gelassen werden (Harnverhalt).

    Ein weiteres Symptom bei Vorhautverengung können Schmerzen bei einer Erektion oder beim Geschlechtsverkehr sein. Sehr selten kommt es vor, dass sich eine verengte Vorhaut, die beim Sex oder durch Masturbation zurückgezogen wurde, nicht wieder über die Eichel streifen lässt. Dadurch kann die Eichel regelrecht abgeschnürt werden, wird nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt und kann infolgedessen in Ausnahmefällen sogar absterben. Diese sogenannte Paraphimose ist daher ein medizinischer Notfall, der rasch behandelt werden muss.

    Phimose im Alter: nicht-operative Behandlung

    Je nach Alter und Beschwerden stehen verschiedene Maßnahmen zur Behandlung einer Phimose zur Verfügung. Diese Ziele werden dabei verfolgt:

    • Die Betroffenen sollen in der Lage sein, problemlos Wasser zu lassen.
    • Es sollte möglich sein, dass sie ihren Penis gut reinigen können.
    • Ihr Sexualleben sollte nicht beeinträchtigt sein.

    Die einfachste Möglichkeit bei einer Vorhautverengung bei Erwachsenen ist die Behandlung mit einer kortisonhaltigen Salbe. Sie wird etwa vier bis acht Wochen lang zweimal täglich auf den vorderen Bereich der Vorhaut aufgetragen. Das darin enthaltene Kortison macht die Haut elastischer. Ab der dritten Woche kann man versuchen, die Vorhaut jeden Tag vorsichtig zu dehnen. Dabei sollten aber keine Schmerzen auftreten. Auf den Bereich der Eichel, der dadurch frei liegt, kann man zusätzlich Salbe auftragen und die Vorhaut danach wieder nach vorne schieben. Häufig verengt sich allerdings später die gedehnte Vorhaut erneut, sodass die Behandlung wiederholt werden muss.

    Ein Mann sitzt auf einer Toilette und beugt sich mit geschlossenen Augen leicht nach vorn, während er sich mit den Armen auf den Beinen abstützt.
    Schmerzen beim Wasserlassen können auf eine Vorhautverengung hindeuten. Betroffene sollten die Beschwerden ernst nehmen und schnellstmöglich ärztlich abklären lassen.

    © iStock / ljubaphoto

    Phimose im Alter: operative Behandlung

    Vor allem bei einer sekundären Phimose rät die Ärztin oder der Arzt oft zu einer Operation, auch Beschneidung oder Zirkumzision genannt. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten:

    • Komplette Beschneidung: Hier entfernt die Chirurgin oder der Chirurg die gesamte Vorhaut.
    • Teilbeschneidung oder partielle Zirkumzision: Hier wird entweder nur der verengte Teil der Vorhaut entfernt oder die Vorhaut geweitet. Dazu schneidet die Chirurgin oder der Chirurg die verengte Vorhaut zwei- bis dreimal der Länge nach etwas ein und verschließt die Schnitte mit einer speziellen Nahttechnik.

    Die Heilung nach einer Phimose-OP bei Erwachsenen verläuft in den allermeisten Fällen ohne Komplikationen. Nach einer Teilbeschneidung können sich allerdings Narben bilden, die unter Umständen eine erneute Phimose auslösen. In einer zweiten Operation wird dann die gesamte Vorhaut entfernt. Generell gibt es keine Hinweise darauf, dass beschnittene Männer ein weniger erfülltes Sexualleben haben. Der Geschlechtsverkehr kann sich aber nach der Operation anders anfühlen als vorher. Zu einer erneuten Phimose im Alter kann es nach einer kompletten Beschneidung nicht mehr kommen.

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