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Hallux valgus: Was hilft am besten gegen die Fehlstellung der Großzehe?

Fuße mit Hallux valgus

© iStock / Jatuporn Tansirimas

Lesezeit: 3 Minuten06.05.2022

Ein Hallux valgus ist eine Fehlstellung der Großzehe, bei der sich der Ballen immer mehr zur Seite wölbt. Das kann sehr schmerzhaft sein. Hier erfahren Sie, wie Sie die Beschwerden lindern und wie Ihnen der Arzt dabei hilft.

Inhalte im Überblick

    Was ist ein Hallux valgus?

    Der Begriff Hallux valgus beschreibt einen Schiefstand der Großzehe (von lateinisch Hallux = Großzehe; valgus = schief). Dabei verschiebt sich der erste Mittelfußknochen allmählich nach innen in Richtung des anderen Fußes. Dadurch zeigt der große Zeh immer stärker zu den benachbarten Zehen, und der Vorfuß wölbt sich, wodurch er breiter wird. Infolge des Drucks können sich auch die anderen Zehen verformen. Da sich dabei der Ballen vorwölbt, wird der Hallux valgus auch als Ballenzeh bezeichnet. Die Fehlstellung kann sehr schmerzen – aber nicht in jedem Fall.

    Hallux valgus zählt zu den häufigsten Fehlstellungen des Fußes. Experten schätzen, dass etwa ein Drittel aller Menschen über 65 Jahre einen mehr oder weniger stark ausgeprägten Hallux valgus haben. Frauen sind dabei deutlich häufiger betroffen als Männer.

    Hallux valgus: Welche Symptome können auftreten?

    Zu Beginn ist ein Hallux valgus meist nur ein ästhetisches Problem und verursacht keine oder nur leichte Beschwerden. Der Grund hierfür ist, dass der Bewegungsapparat die Fehlstellung eine Zeit lang ausgleichen kann. Im weiteren Verlauf kann ein Ballenzeh verschiedene Beschwerden verursachen. Folgende Symptome sind möglich:

    • Druckstellen und Rötungen
    • Schmerzen
    • Nervenschädigungen mit Taubheitsgefühlen
    • Bewegungseinschränkungen
    • Hühneraugen

    Ein Hallux valgus kann zudem die Entwicklung einer Arthrose im Gelenk der Großzehe begünstigen, zu Gangunsicherheit führen und das Sturzrisiko erhöhen.

    Was sind die Ursachen für einen Hallux valgus?

    Anders als viele Menschen vermuten, sind enge Schuhe nicht der Hauptauslöser für die Fehlstellung. Allerdings besteht der Verdacht, dass Schuhe mit hohen Absätzen und spitz zulaufendem Vorfußbereich die Wahrscheinlichkeit für einen Hallux valgus erhöhen und vorhandene Beschwerden verstärken.

    Ein schwaches Bindegewebe kann einen Hallux valgus begünstigen. Erbliche Veranlagung spielt eine wichtige Rolle. Da Frauen häufiger hohe und enge Schuhe tragen und tendenziell ein schwächeres Bindegewebe haben, sind sie häufiger von einem Ballenzeh betroffen als Männer.

    Zudem können folgende Schädigungen und Vorerkrankungen das Risiko für einen Hallux valgus erhöhen:

    • andere Gelenkerkrankungen wie eine rheumatoide Arthritis
    • verkürzte Achillessehnen oder Wadenmuskeln
    • Spreiz- oder Knick-Senkfuß

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    Wie wird ein Hallux valgus behandelt?

    Ein Ballenzeh muss nur dann behandelt werden, wenn er Beschwerden bereitet. Welche Behandlung sinnvoll ist, hängt von der Art der Beschwerden und der Fehlstellung sowie möglichen Begleiterkrankungen ab.

    Schiene oder Einlagen tragen?

    Eine spezielle Hallux-valgus-Schiene soll den großen Zeh in der Mitte halten und fixieren. Die Schiene wird in der Regel nur nachts getragen. Ziel ist es, die Beschwerden zu lindern und das Fortschreiten des Ballenzehs zu verlangsamen. In manchen Fällen kommen bei Fußfehlstellungen orthopädische Einlagen zum Einsatz. Es ist jedoch unklar, ob diese Art der Behandlungen erfolgreich sind, denn die eigentliche Fehlstellung korrigieren sie nicht.

    Eine Frau befestigt Schienen an ihren Füßen, um den Hallux valgus zu bekämpfen.
    Die Hallux-valgus-Schiene soll Beschwerden lindern und das Fortschreiten des Ballenzehs verlangsamen, indem der große Zeh fixiert wird.

    © iStock / SKashikin

    Geeignetes Schuhwerk

    Das Tragen von geeignetem Schuhwerk verringert den Druck auf Ballen und Großzehe und kann Beschwerden lindern. Besonders geeignet sind flache Schuhe, die den Zehen genügend Platz lassen. Um schmerzhaften Druckstellen vorzubeugen, können Zehen oder Ballen gepolstert werden. Stützende Einlagen oder eine Ballenrolle an der Schuhsohle sind hilfreich, um die Zehen zu entlasten und die Schmerzen im Bereich des Mittelfußes zu verringern.

    Empfohlen wird zudem häufiges Barfußlaufen und angeleitetes oder sebständiges Training, um die Fußmuskulatur mit Übungen zu stärken.

    Schmerzmittel

    Schmerzmittel lindern akute Schmerzen, sollten aber wegen der möglichen Nebenwirkungen nur für kurze Zeit genommen werden. Infrage kommen nicht steroidale Antirheumatika (NSAR) wie zum Beispiel Diclofenac, Ibuprofen oder Naproxen, in Tabletten- oder Salbenform. Diese wirken gleichzeitig entzündungshemmend. Ein weiteres schwachwirksames Schmerzmittel ist Paracetamol, das jedoch keine entzündungshemmende Wirkung besitzt.

    Hallux-valgus-OP

    Eine Hallux-valgus-Operation ist bei starken Beschwerden möglich und wenn andere Behandlungen keinen Erfolg gebracht haben. Sie ist die einzige Möglichkeit, einen Ballenzeh dauerhaft zu korrigieren. Der Eingriff erfolgt meist unter örtlicher Betäubung. Es gibt verschiedene Verfahren. Je nach Schädigung können dabei mitbetroffene Gelenke und weitere Deformationen korrigiert werden. Eine Operation ist stets genau abzuwägen, da sie keine Beschwerdefreiheit garantiert und wie jeder Eingriff Risiken birgt.

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