Zum Hauptinhalt springen
AOK – Die Gesundheitskasse

Rosazea-Therapie: Was hilft am besten gegen die Hautveränderungen?

Eine ältere Frau leidet unter Rosazea, weshalb eine Therapie ratsam ist.

© iStock / Lipowski

Lesezeit: 4 Minuten30.03.2022

Rosazea gehört zu den häufigsten Hauterkrankungen bei Erwachsenen. Neben einer Behandlung durch den Arzt können Betroffene selbst einiges dazu beitragen, um Symptome wie Rötungen, Pusteln und sichtbare Äderchen zu lindern oder zu vermeiden.

Inhalte im Überblick

    Was ist Rosazea?

    Rosazea ist eine häufige, chronisch-entzündliche Hautkrankheit, die sich im Gesicht im Bereich von Stirn, Nase, Kinn und Wangen zeigt. Die Erkrankung wird auch als „Couperose“ „Gesichtsrose“ oder „Kupferrose“ bezeichnet und betrifft schätzungsweise rund vier Millionen Menschen in Deutschland. Warum sich eine Rosazea entwickelt, ist nicht vollständig geklärt. Vermutlich spielen Entzündungs- und Immunreaktionen sowie Veränderungen der Blutgefäße in der Haut eine Rolle. Je nach Schweregrad kommt es zu Rötungen, aber auch Knötchen (Papeln) und mit Eiter gefüllte Bläschen (Pusteln) können auftreten. Trotzdem ist sie keine Form der Akne. Mitunter können auch Hautverdickungen und Knollen (Phyme), vor allem an der Nase, oder entzündete Augen und Augenlider auftreten.

    Wie wird Rosazea behandelt?

    Bei Rosazea ist derzeit keine Heilung möglich. Es gibt jedoch wirksame und gut verträgliche Behandlungsmöglichkeiten. Dabei sollte die Therapie stets auf die individuellen Symptome abgestimmt werden.

    Medizinische Cremes, Gele oder Lotionen

    Zum Einsatz kommen in der Regel Cremes, Gels oder Lotionen mit Wirkstoffen, die die Rötungen und Entzündungen mildern. Hierzu zählen Wirkstoffe wie Brimonidin, Ivermectin, Metronidazol oder Azelainsäure, deren Wirksamkeit in Studien gut belegt ist.

    Es ist wichtig, das verordnete Medikament nach den Angaben Ihres Arztes anzuwenden und nicht vorzeitig abzusetzen. Haben Sie Geduld. Es kann mehrere Wochen oder sogar Monate dauern, bis sich sichtbare Erfolge einstellen. Auch wenn sich Ihr Hautbild verbessert oder Sie keine Beschwerden mehr haben, sollten Sie die Wirkstoffe weiter auftragen und die Behandlung nicht selbstständig abbrechen, da sonst Symptome erneut aufflammen können.

    Laser- und Lichtbehandlung

    Störende rote Äderchen kann der Hautarzt (Dermatologe) auch mit einer Laser- oder Lichttherapie behandeln. Dabei verödet er die kleinen Äderchen durch Hitze. In der Regel sind dafür mehrere Sitzungen nötig. Allerdings übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung die Kosten für diese Behandlung nicht, da es sich um eine rein kosmetische Therapie handelt.

    Betablocker

    Helfen andere Behandlungen nicht und sind Symptome sehr ausgeprägt, kann es sein, dass Ihre Ärztin oder Ihr Arzt einen Therapieversuch mit sogenannten Betablockern beginnt. Diese sind jedoch für die Behandlung einer Rosazea nicht zugelassen und dürfen daher auch von den Krankenkassen nicht bezahlt werden; man bezeichnet die Anwendung deshalb auch als „Off-label-use“. Wie gut Betablocker gegen die Rosazea wirken, ist noch nicht ausreichend untersucht. Sie verengen im gesamten Körper die Blutgefäße, wodurch dann auch weniger Blut ins Gesicht strömt und die Gesichtsrötungen abnehmen können. Betablocker werden normalerweise zur Behandlung von Bluthochdruck und bei Herzerkrankungen eingesetzt.

    Rosazea-Hilfe: Was kann ich selbst tun?

    Die genauen Ursachen der Hauterkrankung sind noch nicht eindeutig geklärt. Außerdem bleibt die Neigung zur Rötung leider ein Leben lang bestehen. Trotzdem können Sie einiges selber tun, damit die Hauterscheinungen erst gar nicht auftreten oder – wenn sie schon da sind – sich nicht verschlimmern. Diese möglichen Auslöser oder Verstärker sollten Sie vermeiden:

    Extreme Temperaturschwankungen ​​​​​​​

    Sowohl hohe Temperaturen als auch windiges Wetter sind häufige Rosazea-Auslöser. Ähnliches gilt für Hitze. Meiden Sie extreme Temperaturen, zum Beispiel kaltes Winterwetter, ein Sonnenbad oder trockene Heizungsluft.

    Ausgedehnte Sonnenbäder

    Übermäßige UV-Strahlung kann ebenfalls eine Rosazea verschlimmern. Tragen Sie vor einem Aufenthalt im Freien immer einen Sonnenschutz (gegen UV-A- und UV-B-Strahlung) auf. Präparate mit physikalischem Lichtschutz wie Zink- oder Titanoxyd werden oft besser vertragen als solche mit chemischen oder organischen Filtern. Meiden Sie ausgedehnte Sonnenbäder und halten Sie sich vorzugsweise im Schatten auf.

    Stress

    Stress schwächt das Immunsystem und kann eine Rosazea verstärken. Gönnen Sie sich daher regelmäßige Pausen im Alltagsstress. Erlernen Sie ein Entspannungsverfahren wie Progressive Muskelentspannung oder Autogenes Training, auf das Sie bei Stress und Anspannung zurückgreifen können.

    Ernährung bei Rosazea

    Eine spezielle Rosazea-Diät gibt es nicht. Allerdings kann eine Umstellung der Ernährung einen Schub oft verhindern. So hat eine Umfrage der National Rosacea Society unter 400 Patienten ergeben, dass scharfe Soßen, Cayennepfeffer und roter Pfeffer sowie Tomaten und Zitrusfrüchte zu den häufigsten Rosazea-Auslösern gehören. Manche Betroffene reagieren auch auf Schokolade, mariniertes Fleisch und Käse. Ein Rosazea-Tagebuch kann helfen, mögliche Auslöser zu erkennen und sie dann zu vermeiden. Denn jeder hat andere Auslöser und die gilt es zu kennen.

    Eine Frau sitzt auf dem Sofa und führt Tagebuch, was ist ein Bestandteil der Rosazea Therapie sein kann.
    Für eine optimale Rosazea Therapie kann es helfen, ein Tagebuch zu führen. So können mögliche Auslöser für einen Schub identifiziert werden.

    © iStock / Maria Korneeva

    Alkohol und Koffein

    Bestimmte Getränke können die Haut von Rosazea-Patienten irritieren und Symptome auslösen. Merken Sie eine Verschlechterung beim Genuss von Alkohol, oder koffeinhaltigen Getränken, sollten Sie diese meiden.

    Kortisonhaltige Salben

    Rosazea-ähnliche Beschwerden können zudem durch den Gebrauch von kortisonhaltigen Salben begünstigt werden (Steroid-Rosazea). Daher wird Kortison zur Therapie der Hautveränderungen auch nicht angewandt.

    Was ist bei der Rosazea-Hautpflege wichtig?

    Bei Rosazea kann eine konsequente und sanfte Hautpflege das Hautbild verbessern. Umgekehrt können manche Cremes Hautreizungen fördern oder verursachen. Umso wichtiger ist es, dass Sie bei der Auswahl von Hautpflege- und Make-up-Produkten einige Punkte berücksichtigen:

    • Neben Alkohol und Duftstoffen können auch natürliche Inhaltsstoffe wie Hamamelis, Menthol, Pfefferminze und Eukalyptusöl Hautirritationen auslösen. Auch Adstringentien der Peelings sind für Rosazea-Haut oft zu aggressiv.
    • Verwenden Sie parfümfreie und allergiegetestete Hautpflege- und Make-up-Produkte.
    • Testen Sie ein Produkt vor der Anwendung und warten Sie 24 Stunden ab, ob sich eine Reaktion zeigt. Wählen Sie dazu eine nicht von Rosazea-betroffene Hautstelle, die vom Gesicht etwas entfernt ist, etwa am Hals.
    • Verwenden Sie nur wenige Produkte, um das Risiko von Unverträglichkeiten zu verringern. Oft genügen für die Pflege schon eine Creme und ein Reinigungsmittel für das Gesicht.

    War dieser Artikel hilfreich?

    Mehr zu Prävention