Haut & Allergie
Chemisches Peeling für eine strahlende Haut?
Veröffentlicht am:25.07.2025
6 Minuten Lesedauer
Chemische Peelings sollen die Hauterneuerung beschleunigen und den Teint frischer wirken lassen. Sie enthalten Säuren, die Pigmentflecken aufhellen, Narben mildern und das Hautbild verbessern sollen. Doch sie eignen sich nicht für jedes Hautproblem.

© iStock / bluecinema / KI-bearbeitet
Was ist ein chemisches Peeling?
Viele Menschen denken beim Begriff „Peeling“ an eine körnige Paste, deren kleine Schleifpartikel die abgestorbenen Hautzellen wegrubbeln. Zwar geht es auch bei einem chemischen Peeling darum, die obersten Hornzellen der Haut „abblättern“ zu lassen – das Wirkprinzip ist jedoch komplett anders. Bei dieser dermatologischen Behandlung wird eine säurehaltige Substanz auf die Gesichtshaut aufgetragen, die die Haut stark reizt. Dieser Effekt ist beabsichtigt, denn in der Folge schält sie sich und muss sich neu bilden.
Chemische Peelings zählen zu den häufigsten ästhetischen Behandlungsmethoden in der Gesichtspflege und erleben seit einigen Jahren einen „Boom“: Neben glatterer Haut mit feineren Poren sollen sie eine höhere Kollagenproduktion und ein jüngeres Erscheinungsbild bewirken.
Bei Akne, Mitessern und zu Unreinheiten neigender Haut, dunklen Pigmentflecken, ersten Fältchen und bei feineren Narben kann ein chemisches Peeling das Hautbild tatsächlich verbessern – aber nur bis zu einem gewissen Grad.

Wie wirken chemische Peelings?
Chemische Peelings verfeinern die Hautstruktur, indem sie den Regenerationsprozess, also die Erneuerung der Haut ankurbeln. Vereinfacht ausgedrückt greift die aufgetragene Säure die Haut an und verursacht einen kontrollierten und begrenzten Schaden. In der Folge schält sich die oberste Hautschicht (Epidermis). Bei tieferen Anwendungen schält sich auch die darunterliegende Lederhaut (Dermis). Mit den oberen Hautschichten verschwinden Rötungen und Pigmentierungen. An ihre Stelle treten neu gebildete Hautzellen. Die Haut repariert sich sozusagen selbst.
In welchen Fällen ist ein chemisches Peeling geeignet?
Meist wird ein chemisches Peeling im Gesicht angewendet, in manchen Fällen auch auf Hals und Dekolleté oder an den Händen. Häufig kommt es zum Einsatz bei
- milder bis mittelschwerer Akne
- Aknenarben und anderen oberflächlichen Narben
- Zeichen von Hautalterung, zum Beispiel bei Fältchen und sonnengeschädigter Haut
- Altersflecken und Pigmentflecken
- gegebenenfalls auch störenden Hautrötungen wie Rosazea oder Entzündungen rund um den Mund (periorale Dermatitis), fragen Sie vorher Ihren Hautarzt oder Ihre Hautärztin
Die kosmetische Anwendung ist auch an anderen Körperstellen möglich, zum Beispiel bei Verhornungsstörungen wie der sogenannten Reibeisenhaut (Keratosis pilaris), die sich oft an Beinen und Oberarmen findet.
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Welche chemischen Peelings gibt es?
Grundsätzlich lassen sich drei Arten chemischer Peelings nach ihrer Intensität unterscheiden:
- Oberflächliche Peelings sind die mildeste Form der Schälkur, die sich zum Beispiel bei Akne oder oberflächlichen Pigmentflecken eignen. Oberflächliche chemische Peelings greifen nur die oberste Hautschicht mit vergleichsweise milden Säuren an. Am häufigsten kommen dazu Alpha-Hydroxysäuren (AHA) wie etwa Fruchtsäure (Glykolsäure) und Milchsäure zum Einsatz, je nach Anwendungsgebiet auch Beta-Hydroxysäuren (BHA) wie Salicylsäure. Nicht nur dermatologische Fachleute, auch Kosmetiker und Kosmetikerinnen dürfen die milden chemischen Peelings anwenden. In geringen Konzentrationen sind diese Säuren zudem in Kosmetikprodukten aus dem Drogeriemarkt erhältlich.
- Mitteltiefe chemische Peelings dringen bis in die Lederhaut (Dermis) ein. Die Haut schält sich sichtbar, deutlich stärker als bei einem Fruchtsäurepeeling. Der Stoff, der dies bewirkt, heißt Trichloressigsäure (TCA). Gute Effekte erzielt die Säure bei Aknenarben oder ersten Fältchen im Gesicht und am Dekolleté. Achtung: Ein TCA ist ein professionelles chemisches Peeling, für das Sie eine hautärztliche Praxis aufsuchen müssen. Nach dem Schälprozess braucht die Haut einige Tage, um zu regenerieren.
- Tiefe Peelings arbeiten mit sogenannten Phenolverbindungen. Sie dringen in tiefer gelegene Hautschichten ein und können selbst ausgeprägtere Falten mildern. Der Effekt ist sichtbar und hält längerfristig an. Vorsicht! Ein Phenol-Peeling ist ein schmerzhafter Eingriff, deswegen wird die Patientin oder der Patient in einen Dämmerschlaf versetzt. Die Haut braucht danach etwa zwei Wochen Erholung. Nur erfahrene Dermatologen und Dermatologinnen sollten das Peeling durchführen, denn das Risiko für Nebenwirkungen ist hoch.
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Worauf sollte man bei chemischen Peelings achten?
Als Faustregel gilt: Je sanfter die Art des Peelings, desto häufiger ist eine Behandlung möglich. Oberflächliche Peelings können innerhalb einiger Wochen wiederholt werden. Bei milder bis mittelschwerer Akne sind Peelings mit Glykolsäure und Salicylsäure üblich, die die hautärztliche oder kosmetische Fachkraft im Abstand von zwei Wochen durchführt. Je nachdem, wie die Haut auf die Behandlung anspricht, sind etwa fünf bis zehn Anwendungen sinnvoll. Chemische Peelings mit tieferer Wirkung sollten maximal zweimal pro Jahr durchgeführt werden.
Ein chemisches Peeling eignet sich gut für hellhäutige Menschen. Bei Personen mit dunklerem Hauttyp besteht die Gefahr von Hyperpigmentierungen, das heißt, die Haut kann an manchen Stellen dunkler werden. Auch empfindliche Hauttypen, die zu Unverträglichkeiten neigen, sollten vorsichtig sein. Das gilt ebenso für Menschen mit erweiterten Äderchen (Couperose). Die Säure regt die Durchblutung an, was die Rötungen verstärken kann. Lassen Sie sich von Ihrem Hautarzt oder Ihrer Hautärztin beraten. Verzichten Sie grundsätzlich auf chemische Peelings, wenn Sie schwanger sind oder stillen. Außerdem dürfen Hautstellen mit einer bakteriellen Infektion oder Lippenherpes nicht mit den Säuren in Berührung kommen.

© iStock / vorDa
Nach dem chemischen Peeling: Was ist zu beachten?
Nach einem chemischen Peeling ist die Haut besonders empfindlich. Deswegen ist es gut, wenn Sie in der ersten Zeit UV-Strahlung meiden und einen Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor (LSF 50) verwenden. Reinigen und pflegen Sie Ihre Haut mit milden Produkten, die Feuchtigkeit spenden und die Regeneration unterstützen. Auch auf heißes Duschen, schweißtreibenden Sport, Sauna und Solarium sollten Sie in der Phase nach einem chemischen Peeling verzichten. Wie lange diese Maßnahmen nötig sind, richtet sich auch nach der Tiefe des Peelings. Am besten besprechen Sie dies in Ihrem Kosmetikstudio beziehungsweise in der dermatologischen Praxis.
Je nach Intensität des Peelings braucht auch die Heilung der Haut eine gewisse Zeit. Das Gesicht kann sehr gerötet sein und es kann zu Verkrustungen kommen. Manche Patientinnen und Patienten lassen ein mitteltiefes chemisches Peeling gern vor dem Wochenende durchführen, damit sich die Haut bis zum Wochenstart wieder erholt hat, daher spricht man auch von einem „Weekend-Peel“. Nach einem tiefen chemischen Peeling kann es schon zwei Wochen dauern, bis die Gesichtshaut abgeheilt ist. Auch bei einem Peeling im Rahmen einer Aknebehandlung verschlechtert sich zunächst das Hautbild und wird in den darauffolgenden Wochen wieder besser. Sie sollten also den Termin für das Peeling mit Bedacht wählen.
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Kann man ein chemisches Peeling zu Hause anwenden?
Auch wenn Fruchtsäuren und Salicylsäure als kosmetische Produkte für eine Anwendung zu Hause erhältlich sind: Lassen Sie lieber Fachleute die Behandlung durchführen. Vor allem bei bestehenden Hauterkrankungen und Pigmentstörungen ist eine vorherige fachärztliche Diagnose wichtig. Der Dermatologe oder die Dermatologin wägt dann ab, ob und in welcher Form ein chemisches Peeling geeignet ist. Zudem erfordert es eine sachgemäße Anwendung, damit es die gewünschte Wirkung erzielt.
Die Kosten für ein chemisches Peeling variieren je nach Art der Säure, Behandlungsdauer und der behandelten Hautpartie. Da die Behandlungen rein kosmetisch und medizinisch nicht notwendig sind, bezuschussen die Krankenkassen chemische Peelings nicht.
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