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Cellulite bekämpfen: Was hilft wirklich gegen Orangenhaut?

Drei Frauen mit Cellulite legen in Unterwäsche die Arme umeinander.

© iStock / LumiNola

Lesezeit: 5 Minuten08.03.2022

Cellulite-Behandlungen versprechen oft mehr, als sie halten. Die gute Nachricht: Sie können selbst einiges tun, damit die Dellen an Oberschenkeln, Hüften und Po weniger sichtbar werden.

Inhalte im Überblick

    Was ist Cellulite?

    Cellulite ist eine dellenförmige Veränderung der Hautoberfläche, die sich meist im Bereich von Po, Hüften und Oberschenkeln zeigt. Sie entsteht, wenn Fettzellen in der Unterhaut Druck auf das darüberliegende Bindegewebe ausüben, die Bindegewebsfasern zur Seite drängen und nach oben hervortreten. In der Folge werden kleine Dellen sichtbar. Wegen ihres Aussehens wird Cellulite auch als Orangenhaut bezeichnet. Cellulite tritt bei 80 bis 90 Prozent aller Frauen im Laufe ihres Lebens auf.

    Männer sind nur sehr selten betroffen. Das liegt daran, dass das Bindegewebe bei Frauen weniger fest ist als bei Männern und die Bindegewebsfasern bei Frauen parallel verlaufen, während sie bei Männern netzartig verbunden sind. Auch das weibliche Sexualhormon Östrogen spielt eine Rolle, weshalb sich die Cellulite mit dem Monatszyklus verändern kann.

    Wie finde ich heraus, ob ich Cellulite habe?

    Wenn Sie wissen möchten, ob Sie unter Cellulite leiden und wie stark diese bereits ausgeprägt ist, können Sie dies relativ einfach überprüfen. Verschiedene Schweregrade der Orangenhaut lassen sich wie folgt erkennen:

    • Grad 0: Die Hautoberfläche ist im Liegen und Stehen glatt. Werden einzelne Hautpartien mit den gespreizten Daumen und Zeigefingern beider Hände zusammengeschoben, zeigen sich Falten und Furchen, aber keine Cellulite – also hervortretende „Waben“, die den abgesteppten Bereichen auf Matratzen ähneln.
    • Grad 1: Die Hautoberfläche ist im Liegen und Stehen ebenfalls glatt. Beim Zusammenschieben zeigt sich jedoch die typische Matratzenstruktur.
    • Grad 2: Die Haut ist zwar im Liegen glatt. Im Stehen wird jedoch die Matratzenstruktur sichtbar.
    • Grad 3: Sowohl im Liegen als auch im Stehen zeigen sich Cellulite an Oberschenkeln, Po oder Hüften.
    Eine Frau überprüft mit den Fingern den Grad ihrer Cellulite.
    Schieben Sie mit den gespreizten Daumen und Zeigefingern beider Hände einzelne Hautpartien zusammen. So erkennen Sie, ob sich Falten und Furchen zeigen.

    © iStock / dimid_86

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    Mit welchen Behandlungen lässt sich Cellulite bekämpfen?

    Gegen Cellulite werden zahlreiche Behandlungen angeboten. Zu den Methoden, die momentan populär sind, gehören unter anderem Lasertechniken, Ultraschallbehandlungen, Vakuumtherapien und Bindegewebsmassagen. Wichtig zu wissen: Viele Verfahren können zwar das Erscheinungsbild der Haut für einige Zeit verbessern. Die Erkenntnisse zu Therapieverfahren beruhen jedoch meist auf Fallserien. Das heißt, die Haut der Patientinnen wurde nur für eine begrenzte Zeit beobachtet und Vergleiche mit anderen Methoden oder mit einer Gruppe ohne Behandlung fanden nicht statt. Die wissenschaftliche Beweislage ist insgesamt dünn: Es gibt derzeit weder ein wirksames Mittel noch eine geprüfte Methode, mit der Cellulite dauerhaft bekämpft werden kann.

    Allerdings können vor allem eine gesunde Ernährung und Sport dabei helfen, die Hautdellen weniger sichtbar zu machen.

    Ernährung bei Cellulite

    Bei Frauen speichern die Hautzellen im Bereich des Gesäßes und der Oberschenkel mehr Fett. Dadurch steigt der Druck auf das umliegende Gewebe und die Wahrscheinlichkeit für Cellulite steigt. Zudem treten größere Fettpölsterchen auch stärker hervor. Abnehmen ist daher eine sinnvolle Maßnahme gegen Orangenhaut. Vermeiden Sie jedoch Crash-Diäten, die einen Jo-Jo-Effekt zur Folge haben. Besser ist eine dauerhafte Ernährungsumstellung – eventuell unter medizinischer oder ernährungswissenschaftlicher Anleitung – in Kombination mit einem Sportprogramm.

    Allgemeine Ernährungsempfehlungen sind auch für Frauen mit Cellulite gültig: Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten versorgt die Haut und das Bindegewebe mit allen nötigen Nährstoffen. Sinnvoll kann zudem der Verzehr von Vitamin-C-haltigen Früchten sein, wie zum Beispiel Sanddorn, Schwarze Johannisbeeren, Kiwis, Orangen und Zitronen, da Vitamin C am Aufbau des Bindegewebes beteiligt ist.

    Außerdem wichtig: Mindestens zwei Liter täglich trinken. Gut geeignet sind Wasser, ungesüßte Fruchtsäfte sowie Kräutertees.

    Sport gegen Cellulite

    Cellulite mit Sport zu bekämpfen ist eine gute Idee. So hilft die Kombination von Bewegung und Gewichtsverlust, Cellulite weniger sichtbar zu machen. Denn es sind vor allem Fettzellen, die sich durch das Netz des Bindegewebes drücken und außen sichtbar werden. Werden sie kleiner, sieht die Haut glatter aus. Sie können sich für ein Ausdauertraining entscheiden, das Sie dreimal pro Woche für mindestens 30, besser 45 Minuten ausüben. Oder Sie machen Krafttraining, mit dem Sie die Muskulatur gezielt aufbauen. Trainieren Sie zwei- bis dreimal pro Woche.  Die Haut kann dadurch glatter erscheinen. Viel gesunde Ernährung und Sport sind jedoch keine Garantie dafür, dass das Erscheinungsbild komplett glatt wird.

    Weitere Ursachen

    Das Geschlecht allein ist nicht ausschlaggebend.

    Experten gehen davon aus, dass zudem erbliche Faktoren und der Lebensstil zur Entwicklung von Cellulite beitragen können. Eine falsche Ernährung mit viel Zucker und fetthaltigen Lebensmitteln, hormonell bedingte Wassereinlagerungen oder Antibabypillen mit hohem Östrogenanteil begünstigen die Entwicklung einer Orangenhaut zusätzlich.

    Massagen und Wechselduschen

    Die mechanische Stimulation des Gewebes durch Massagen zählt zu den ältesten Cellulite-Behandlungen. Dadurch kann sich die Orangenhaut eventuell verbessern, allerdings fehlen bislang qualitativ hochwertige Studien, die eine Wirksamkeit eindeutig belegen. Einen Versuch wert sind jedoch Bürstenmassagen, etwa mit einem Sisalhandschuh, als begleitende oder vorbeugende Maßnahme. Sie machen die Haut glatt, regen die Durchblutung an, steigern den Lymphfluss und machen die Haut aufnahmefähiger für Cremes. Hierbei immer in leicht kreisenden Bewegungen von unten nach oben in Richtung Herz massieren. Vorsicht: Krampfadern dabei unbedingt aussparen.

    Wechselduschen sind ein gutes Gefäßtraining: Hierbei zuerst warm duschen. Nun mit kaltem Wasser die Brause über das rechte Bein über Oberschenkel, Po und Hüfte führen, anschließend zur linken Seite übergehen. Den Vorgang mit warmem Wasser wiederholen. Wichtig: Immer mit kaltem Wasser abschließen. Die Wechselduschen regen die Durchblutung an und können ein wenig zu einem gesunden Hautbild beitragen. Auf die Cellulite selbst haben sie aber keinen Einfluss.

    Anti-Cellulite-Cremes

    Gegen Orangenhaut werden zahlreiche, zumeist teure Spezialprodukte angeboten. Der Effekt bei Cellulite ist eher gering. Wie Untersuchungen zeigen, führt die Anwendung mancher Cellulite-Cremes zwar zu einem gepflegteren und glatteren Aussehen der Haut, aber eben nicht mehr – denselben Effekt erzielt man mit einer guten Bodylotion. Eine Ausnahme bildet 0,3-prozentiges Retinol (eine Ableitung von Vitamin A): Eine Studie hat Hinweise darauf ergeben, dass die tägliche Anwendung über sechs Monate die Bildung der für ein straffes Bindegewebe wichtigen Kollagenfasern fördern könnte. Dadurch verbesserte sich gleichzeitig das Hautbild.

    Allerdings müssten entsprechende Cremes dafür ins Unterhautfettgewebe vordringen, was herkömmliche Kosmetikprodukte laut aktueller Gesetzeslage gar nicht dürfen.

    Statt Cellulite-Behandlung: gesundes Selbstbild aufbauen

    Manchmal kann es passieren, dass Sie die Hautdellen trotz intensiver Bemühungen nicht loswerden – oder Sie nicht so viel Energie in deren Behandlung investieren möchten. Es ist daher wichtig, dass Sie Ihren Körper so akzeptieren, wie er ist. Oft hilft es schon, sich bewusst zu machen, dass Sie mit dem Problem nicht allein sind. Lassen Sie sich von geltenden Schönheitsidealen nicht verunsichern – sie entsprechen meist nicht der Realität. Sorgen Sie gut für sich und machen Sie sich Ihre inneren und äußeren Stärken bewusst. So fällt es Ihnen leichter, den vermeintlichen „Makel“ zu akzeptieren.

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