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Entspannt durch die Wechseljahre

Eine lachende Frau mit rotem Top, wahrscheinlich in den Wechseljahren, macht Sport

© iStock / Fly View Productions

Lesezeit: 4 MinutenAktualisiert: 29.06.2021

In den Wechseljahren verändert sich das Zusammenspiel der Hormone. Das kann zu Hitzewallungen, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen führen. Was genau im Körper passiert und wann ein Gespräch mit dem Gynäkologen sinnvoll ist.

Inhalte im Überblick

    Wann beginnen die Wechseljahre?

    Das Erleben und der Beginn der Wechseljahre ist bei jeder Frau anders. Die Perimenopause, die Zeitphase kurz vor dem Ausbleiben der Regelblutungen, beginnt im Mittel im Alter von 48 Jahren. Etwa die Hälfte aller Frauen hat im Alter von 52 Jahren ihre letzte Regelblutung, die sogenannte Menopause.

    Wann die Menopause eintritt, ist wahrscheinlich erblich bedingt. Bei Müttern und Töchtern hören die Regelblutungen ungefähr im gleichen Alter auf. Bei starken Raucherinnen oder Müttern mit vielen Kindern setzen die Wechseljahre zum Teil früher ein. Auch Zykluslänge oder Über- und Untergewicht können den Beginn der Wechseljahre möglicherweise beeinflussen. Eindeutige Belege dafür gibt es allerdings nicht.

    Was genau passiert im Körper einer Frau während der Wechseljahre?

    Während der Wechseljahre nehmen die Funktion und die hormonelle Ansprechbarkeit der Eierstöcke ab. Da immer weniger Eizellen in den Eierstöcken heranreifen, bleibt der Eisprung immer öfter aus. Dadurch kommt es in der zweiten Zyklushälfte zunächst zu einem Progesteronmangel und einer relativen Östrogendominanz, die sich in verstärkten Regelblutungen sowie Unterbauchschmerzen äußern können. Mit fortschreitender Perimenopause wird der Zyklus oft unregelmäßiger, die Länge kann variieren und gegen Ende der Perimenopause treten häufig längere Phasen ausbleibender Regelblutungen auf.

    Parallel dazu nimmt die Produktion des weiblichen Geschlechtshormons Östrogen in den Eierstöcken immer mehr ab und setzt schließlich ganz aus.

    Höheres Risiko für Osteoporose

    Sinkt der Östrogenspiegel, steigt das Risiko für Osteoporose. Das Hormon hat eine Schutzwirkung für den Knochen, auch wenn nicht nur die Hormonmenge für die Stabilität der Knochen verantwortlich ist. Das hat zur Folge, dass Frauen anfälliger für Frakturen (Knochenbrüche) werden. Bei etwa 13 Prozent aller Frauen im Alter von 60 bis 69 Jahren wird deshalb eine Osteoporose festgestellt.

    Veränderung der Figur

    Die veränderte hormonelle Situation kann auch zu einer vermehrten Einlagerung von Bauchfett beitragen. Bei der von vielen Frauen in den Wechseljahren beklagten Gewichtszunahme spielt allerdings auch die altersbedingte Verminderung der Muskelmasse und des Grundumsatzes eine wesentliche Rolle. Der Körper braucht weniger Energie, sodass gleichbleibende Ernährungsgewohnheiten zu Gewichtszunahme führen.

    Frau mit langen grauen Haaren, vermutlich in den Wechseljahren, sitzt versonnen am Fenster und guckt raus

    © iStock / Ridofranz

    Kann man in den Wechseljahren noch schwanger werden?

    Trotz der ausbleibenden Blutung sollten Frauen in den Wechseljahren, wenn sie nicht schwanger werden wollen, noch mindestens 12 Monate nach ihrer letzten Periode auf die Empfängnisverhütung achten. Es gilt folgende Faustregel: Wenn in dieser Lebensphase ein Jahr lang keine Regelblutung mehr aufgetreten ist, ist Verhütung in der Regel nicht mehr erforderlich. Erst danach gilt die Menopause als sicher erreicht.

    Welche Symptome sind typisch für die Wechseljahre?

    Die Wechseljahre sind keine Krankheit, sondern eine Übergangsphase, die ein normaler Teil des Alterns ist. Trotzdem gibt es viele Frauen, die unter Wechseljahresbeschwerden leiden, dazu gehören:

    • Hitzewallungen
    • Schlafstörungen
    • Stimmungsschwankungen und Reizbarkeit
    • Scheidentrockenheit und eventuell Schmerzen beim Sex
    • Blasenschwäche (Inkontinenzprobleme)

    Wie lang die Symptome anhalten, ist von Frau zu Frau unterschiedlich. Schweißausbrüche und Hitzewallungen gehören zu den häufigsten Anzeichen der Wechseljahre. Sie treten bei bis zu zwei Dritteln der Frauen in den Wechseljahren auf. Bei einige Frauen können sie mit einer erheblichen Beeinträchtigung der Lebensqualität verbunden sein.

    Sollten Wechseljahresbeschwerden behandelt werden?

    Die in den Wechseljahren auftretenden Beschwerden sind bei vielen Frauen nicht so stark, dass eine Behandlung erfolgen muss. Wer sehr leidet, sollte sich an seine Gynäkologin oder seinen Gynäkologen wenden. Diese können wertvolle Tipps zur Linderung wechseljahresbedingter Beschwerden geben und andere Ursachen ausschließen.

    Ob eine spezielle Hormontherapie sinnvoll ist, entscheiden Sie gemeinsam mit der Gynäkologin oder dem Gynäkologen. Ist eine solche Behandlung angezeigt, so erfolgt sie meist mit einer Östrogen-Gestagen-Kombination. Die Therapie sollte wegen der damit verbundenen Risiken so kurz wie möglich erfolgen.

    Die früher gängige Vorstellung, Frauen lebten nach den Wechseljahren dauerhaft in einer Art hormonellem Mangelzustand, hat sich als Irrtum herausgestellt. Das Ende der Fruchtbarkeit hat seinen biologischen Sinn. Eine Hormontherapie ist deshalb kein „natürlicher Ersatz“, sondern eine medikamentöse Behandlung, deren Nutzen und Schaden gegeneinander abgewogen werden muss. Laut Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) sind mit einer Hormonersatztherapie folgende Vor- und Nachteile verbunden:

    • Studien haben gezeigt, dass eine längere Hormonbehandlung den meisten Alterskrankheiten nicht vorbeugen kann. Das Gegenteil ist der Fall: Sie erhöhen unter anderem die Wahrscheinlichkeit für die Entstehung von Blutgerinnseln, für Schlaganfälle und Brustkrebs.
    • Zu den häufigsten und oft als sehr unangenehm wahrgenommenen Wechseljahresbeschwerden gehören Hitzewallungen. Hier hilft die Hormoneinnahme im Vergleich zu einer Placebo-Medikation lediglich 46 von 100 Frauen. Eine Studie an rund 16.000 US-Amerikanerinnen, die etwa sechs Jahre lang Hormone gegen Beschwerden wie Hitzewallungen eingenommen hatten, zeigte, dass mehr als die Hälfte der Frauen nach dem Absetzen der Hormone wieder Hitzewallungen und Schweißausbrüche hatten.
    • Andere Beschwerden wie Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen oder depressive Verstimmungen sowie Schmerzen beim Geschlechtsverkehr können durch die Hormonersatztherapie gelindert werden.
    • Eine Gewichtszunahme, die in der Zeit um die Menopause bei vielen Frauen auftritt, kann eine Hormonbehandlung nicht verhindern.

    Vor der Entscheidung über eine eventuelle Hormonersatztherapie bei starken Wechseljahresbeschwerden sollten die Vor- und Nachteile sorgfältig im Gespräch mit dem Gynäkologen abgewogen werden. Wenn man sich für eine Hormonersatztherapie entscheidet, sollte diese so kurz wie möglich und in möglichst niedriger Dosierung erfolgen.

    Viele Frauen in den Wechseljahren probieren Entspannungstechniken wie Meditation oder Yoga aus. Häufig mildert dies auch Schlafbeschwerden. Ähnlich wirksam ist Sport und Bewegung, denn körperliche Aktivität stärkt die Knochen, verbessert die Fitness und Muskelkraft und schützt das Herz-Kreislauf-System.

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