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Wenn Wachsen schmerzt

Wachstumsschmerzen bei Kindern

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Lesezeit: 3 MinutenAktualisiert: 12.01.2021

Viele Kinder leiden während ihrer Entwicklungsphase unter Wachstumsschmerzen und haben dadurch schlaflose Nächte. Doch Kinder- und Jugendärzte geben Entwarnung und somit keinen Grund zur Sorge. Unser Experte Dr. Thomas Fischbach, Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) gibt Einblicke in das Thema Wachstumsschmerzen.

Inhalte im Überblick

    Wachstumsschmerzen – müssen Eltern sich sorgen? Kinder- und Jugendärzte geben Entwarnung

    Es zieht und brennt mal wieder in den Beinen… Wenn Kindern nachts etwas wehtut, dann handelt es sich oft um sogenannte Wachstumsschmerzen. Bis zu einem Drittel aller Kinder zwischen zwei und zwölf Jahren leidet darunter, informiert der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). „Exakte Statistiken fehlen allerdings noch. Denn: Viele Eltern kommen bei Wachstumsschmerz-Symptomen nicht zu uns in die Praxen“, sagt der BVKJ-Präsident und Kinder- und Jugendarzt Dr. Thomas Fischbach aus Solingen.

    Auch die Wissenschaft steht bei den plötzlich auftretenden und meist ebenso schnell abklingenden Schmerzen vor einem Rätsel. „Nach allem, was ich weiß, gibt es keine ordentlichen Studien zur Ursachenabklärung, nur Theorien und Spekulationen darüber, wie Wachstumsschmerzen entstehen“, bestätigt Prof. Gerhard Binder, Wachstumsforscher und Oberarzt an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin in Tübingen. Beide Experten sind sich aber einig, dass Wachstumsschmerzen keine gefährliche Erkrankung seien. Wie man mit den für das Kind oft unangenehmen Problemen am besten umgeht und ob Schmerzmittel verabreicht werden sollten, das erklärt Dr. Fischbach im Interview.

    Diese Anzeichen sind typisch für Wachstumsschmerzen

    Typisch ist, dass sie unregelmäßig in beiden Beinen auftreten, zudem nicht tagsüber, sondern abends beim Zubettgehen beziehungsweise Einschlafen. Kinder leiden darunter nur in Ruhe, also nicht bei körperlicher Anstrengung wie beim Sport oder Laufen. Wenn ein Kind über solche Beschwerden klagt, dann liegt der Verdacht auf Wachstumsschmerzen nahe. Tun jedoch Gelenke wie Knie oder Hüfte weh, könnte das ein Problem wie beispielsweise Rheuma sein.

    Grundsätzlich gilt: Wachstumsschmerzen sind eine Ausschlussdiagnose. Und die stellt ein Kinder- und Jugendarzt.

    Wie stellt der Arzt die Diagnose?

    Zuerst muss eine angemessene Untersuchung unter Berücksichtigung einer eventuell vorhandenen Vorerkrankung durchgeführt werden. Dazu gehören auch Fragen, wann, wie und wo die Schmerzen zu spüren sind. Danach erfolgt eine körperliche Untersuchung, gegebenenfalls eine laborchemische bis hin zur bildgebenden Kontrolle durch ein MRT. 

    Wie können Eltern ihren Kindern helfen?

    Wachstumsschmerzen sind unangenehm und oft ein Grund dafür, dass das Kind nachts aufwacht und weint. Dann dem Kind die Angst zu nehmen, ihm gut zuzureden, es zu besänftigen und auch in den Arm zu nehmen, ist oft erst mal das Wichtigste.

    Wesentlich ist zunächst, dass Eltern über das Thema informiert sind und die Beschwerden ihres Kindes auch ernst nehmen. Eltern sollten deshalb ihr Kind von ihrem Kinder- und Jugendarzt untersuchen lassen, alleine schon, um keine ernsthaften Erkrankungen zu übersehen. Der Arzt wird sich im Gespräch dem Kind beruhigend zuwenden und es über die Harmlosigkeit dieser Beschwerden dem Alter angemessen aufklären. Das unterstützt die Eltern in ihren eigenen Bemühungen, das Kind zu beruhigen. Die Empathie tröstet ein weinendes Kind. Das wissen alle Eltern. Insofern helfen Zuwendung, Trost und Anteilnahme wirksam.

    Zusätzlich dazu können die Eltern die schmerzenden Stellen massieren und auch unterstützend Schmerzsalben einreiben. Auch Wärme oder Kälte, durch eine Wärmflasche oder ein Kühlpack verabreicht, können helfen. Hier gilt: Es hilft, was dem Kind gut tut.

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