Kinder
Draußen spielen mit Kindern: Darum ist es so wichtig
Veröffentlicht am:25.08.2022
aktualisiert am 29.04.2026
6 Minuten Lesedauer
Kinder wollen sich bewegen – am liebsten in der Natur. Spielen im Freien bringt viele Vorteile für die kindliche Entwicklung. Warum draußen sein so wichtig ist und was Sie mit Ihren Kindern an der frischen Luft spielen können – auch ohne Material.

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Warum ist es wichtig für Kinder, draußen zu spielen?
Im Freien zu sein bringt viele Vorteile für die körperliche und geistige Entwicklung von Kindern. Aber auch für die Gesundheit ist Spielen an der frischen Luft wichtig.
Draußen gibt es ausreichend Platz, um zu toben und den eigenen Körper auszuprobieren. Außerdem trainiert das freie Spiel auf dem Spielplatz oder in der Natur die Gelenkigkeit, Koordinationsfähigkeit und den Gleichgewichtssinn. So lernen Kinder, sich sicher auf verschiedenen Untergründen zu bewegen. Das Hüpfen und Springen kräftigt die Knochen und verleiht dem Gewebe Stabilität.
Wie stärkt das Spielen im Freien Körper und Psyche?
Bewegung hilft, die Gesundheit zu erhalten und Krankheiten vorzubeugen. Sie kann dazu beitragen, das Risiko für Übergewicht zu senken und die Wahrscheinlichkeit zu verringern, im Erwachsenenleben an Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs zu erkranken.
Das gilt zwar auch für Sport in Innenräumen, draußen gelingt es aber meist auf ganz natürliche Weise. Kinder, die viel im Freien spielen, scheinen außerdem ein geringeres Risiko zu haben, eine Kurzsichtigkeit zu entwickeln.
Auch für die psychische Gesundheit ist Bewegung an der frischen Luft gut. Die geistige Entwicklung profitiert davon, dass Kinder draußen laut sein und herumrennen dürfen. Das kann das Selbstbewusstsein und die Unabhängigkeit stärken. Gleichzeitig können sie erfahren, wo ihre eigenen Grenzen liegen.
Wie stärkt Bewegung draußen das Immunsystem von Kindern?
Bewegung an der frischen Luft ist wichtig – bei jedem Wetter. Die Sorge, dass Kinder krank werden, wenn es draußen kalt ist, ist unbegründet. Im Gegenteil: Kinder, die auch bei kühleren Temperaturen ins Freie gehen, trainieren ihr Immunsystem, sodass ihnen Krankheitserreger weniger anhaben können.
Gleichzeitig kurbelt das Sonnenlicht die Vitamin-D-Produktion im Körper an. Vitamin D wird ebenfalls für ein starkes Immunsystem gebraucht, aber auch für kräftige Knochen und viele andere Funktionen im Körper.

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Was bringt Schulunterricht im Freien?
Es gibt gute Gründe, den Schulunterricht gelegentlich nach draußen zu verlegen: Das Lernen im Freien kann dazu beitragen, dass es Kindern leichter fällt, aus sich herauszugehen und sich ihre Einstellung zum Lernen ändert.
Die freie Natur scheint es ihnen auch zu erleichtern, eine Problemlösungskompetenz zu entwickeln, selbst wenn die genauen Zusammenhänge noch nicht bekannt sind. Die frische Luft kurbelt zudem die Durchblutung an und versorgt das Gehirn und andere Organe im Körper mit einer Extra-Portion Sauerstoff.
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Wie oft sollten Kinder draußen spielen?
Die Antwort vieler Experten und Expertinnen: So oft es geht. Kinderärzte und Kinderärztinnen empfehlen, dass Kinder jeden Tag mindestens ein bis zwei Stunden an der frischen Luft sein sollten – und das bei jedem Wetter.
Was sie draußen tun, ist dabei fast egal. Allerdings ist es für die Entwicklung der Kinder förderlich, wenn sie nicht nur das Treiben in der Stadt miterleben, sondern auch Gelegenheit haben, die freie Natur zu entdecken, zum Beispiel in Parks, Wäldern, auf Feldern und Wiesen.
Trotzdem sollten Kinder beim Spielen, egal ob in der Stadt oder in der freien Natur, nie lange unbeaufsichtigt sein. Ein Sturz oder eine Verletzung ist schnell passiert und erfordert die Versorgung durch einen Erwachsenen.
Welche Kinderspiele kann man draußen spielen ohne Material anzuschaffen?
Eltern freuen sich selten darüber, wenn die Kinder in der Wohnung rennen, laut sind oder einen Fußball kicken. Draußen ist genug Platz für all diese Aktivitäten. Kinder genießen es, im Freien zu toben, zu klettern, zu springen, zu brüllen oder zu tanzen. Auf Spielplätzen gibt es tolle Gelegenheiten, um mit dem Kind das Klettern oder Balancieren zu üben und damit seine motorischen Fähigkeiten zu fördern.
Bei welchen Spielen powern sich Kinder gut aus?
Klassische Spiele wie Fangen, Verstecken oder Bockspringen steigern den Spaß am Spielen im Freien und ermuntern Kinder dazu, sich auszupowern. Sie fördern Sozialkompetenz und Kreativität.
Gummitwist oder Seilspringen aktivieren die Beweglichkeit und Koordination. Ballspiele, Radfahren und Schwimmen können wie ein Herz-Kreislauf-Training wirken.
Welche Fangspiele kann man mit Kindern draußen spielen?
- Räuber und Gendarm: Bei dem klassischem Fang- und Versteckspiel suchen die Gendarmen die Räuber und versuchen, sie zu fangen.
- Hasenjagd: Das Fangspiel funktioniert wie „Einfrieren“: Ein Kind ist der Jäger und versucht, die Hasen zu fangen. Wer gefangen ist, erstarrt und kann von anderen Hasen durch Berühren wieder befreit werden.
- Fischer, Fischer, wie tief ist das Wasser: Ein Kind ist der Fischer oder die Fischerin. Es gibt vor, wie die anderen von einer Spielfeldseite zur anderen kommen, zum Beispiel durch Hüpfen, Rückwärtsgehen oder Seitwärtslaufen. Dabei versucht der Fischer oder die Fischerin, die Kinder zu fangen.
- Schattenfangen: Dabei wird nicht die Person selbst gefangen, sondern ihr Schatten: Wer es schafft, auf den Schatten zu treten oder ihn zu berühren, bekommt einen Punkt oder „fängt“ den Mitspieler oder die Mitspielerin.
Welche weiteren Aktivitäten kann man mit Kindern draußen unternehmen?
- Auf Entdeckungstour gehen: Ermutigen Sie die Kinder, sich mit ihrer Umgebung zu beschäftigen. Erkunden Sie gemeinsam die Nachbarschaft und zeigen Sie ihnen Häuser und Pflanzen. Kinder haben Spaß daran, alle Sinne einzusetzen: An Blumen riechen, gemeinsam verschiedene Materialien oder Untergründe ertasten und im Sand buddeln.
- Nachtwanderungen: Mit der Taschenlampe durch den dunklen Abend, ist für Kinder besonders spannend. Dabei können kleine Aufgaben gestellt werden: Geräusche hören, Reflektoren suchen, Sternbilder entdecken.
- Draußen bei jedem Wetter: Während viele Erwachsene lieber bei Sonnenschein rausgehen, ist Kindern das Wetter in der Regel egal. Kinder lieben es, in Pfützen zu hüpfen, Matschkuchen zu backen, Drachen steigen zu lassen, im Laub zu spielen oder Schneemänner zu bauen.
- Hindernis-Parcours: Die Kinder können über Stämme balancieren, unter Ästen hindurchkriechen, Slalom um Bäume laufen oder über Markierungen springen. Ein Parcours kann besonders gut im Wald aufgebaut werden.
- Spurenlesen: Besonders gut geht es im Schnee, aber auch sonst lassen sich Tierspuren in der Erde entdecken. Die Kinder können auf Spurensuche gehen, vergleichen und raten, welches Tier vorbeigekommen ist.
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