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Tipps bei Haarausfall nach der Schwangerschaft

Eine Frau hält in der einen Hand einen Kamm, in der anderen Hand ein Büschel Haare, das ihr nach der Geburt ausgefallen ist.

© iStock / burakkarademir

Lesezeit: 3 Minuten21.01.2022

Nach der Geburt fallen Ihnen die Haare aus? Das kann stark verunsichern. Die gute Nachricht ist aber: Der Haarverlust geht vorüber. Was Sie über den typischen Haarausfall nach der Schwangerschaft wissen sollten und wie Sie Ihren Haaren helfen können.

Inhalte im Überblick

    Wieso entsteht Haarausfall nach der Schwangerschaft?

    Viele Frauen haben während der Schwangerschaft eine nie gekannte Haarpracht: dicht und glänzend. Grund dafür ist der erhöhte Östrogenspiegel. Generell wächst das Haar in einem dreiphasigen Zyklus aus Wachstum, Ruhe und Ausfallen. Die Östrogene halten die Haarfollikel während der Schwangerschaft in der Wachstumsphase. Alles ist auf Erhalt angelegt, weniger Haare fallen aus.

    Gleich nach der Geburt sinken die Östrogenwerte aber schnell ab und viele Haarfollikel wechseln zeitgleich in die Ruhephase. Damit beginnt der Haarausfall nach der Schwangerschaft, das sogenannte postpartale Effluvium.

    Endet der Haarausfall von selbst?

    Meist beginnt der Haarausfall nach Schwangerschaft und Geburt bereits wenige Wochen nach der Entbindung, manchmal setzt er auch erst nach fünf Monaten ein. Bei manchen Frauen fallen viele Haare aus und sammeln sich in der Bürste oder im Waschbecken. Das erscheint bedrohlich, ist aber kein Grund zur Sorge. Nach der Geburt ist das vollkommen normal. Es fallen lediglich die Haare aus, die Sie während der vergangenen neun Monate verloren hätten. Nach einigen Monaten hat sich der Hormonhaushalt reguliert, ganz ohne Behandlung.

    Hängt der Haarausfall vom Stillen ab?

    Nicht das Stillen lässt die Haarpracht dünner werden – dafür ist allein der Östrogenspiegel verantwortlich, der nach der Geburt abfällt. Bei stillenden Müttern verläuft die Hormonumstellung aber manchmal langsamer. Dadurch setzt der Haarausfall später ein als bei nicht stillenden Frauen – bei manchen sogar erst nach dem Abstillen. Das erweckt den Anschein, Stillen sei die Ursache für den Haarverlust.

    Eine Mutter mit langen Haaren stillt ihr Kind.
    Stillen hat keinen Einfluss auf den Haarausfall – dahinter steckt nur der Hormonabfall nach der Schwangerschaft.

    © iStock / Anastasiia Stiahailo

    Was tun bei Haarausfall? Die besten Tipps fürs Haar nach der Schwangerschaft

    Der Haarausfall nach der Geburt lässt sich leider nicht verhindern. Weder Tinkturen, Haarwasser noch spezielle Shampoos halten den Haarverlust auf – es gibt jedoch Mittel und Wege, damit umzugehen:

    • Behandeln Sie Ihr Haar behutsam! Benutzen Sie milde Shampoos und gute Kämme und Bürsten, die das Haar sanft entwirren und die Hornschicht nicht aufrauen.
    • Verzichten Sie auf chemische Färbemittel, heiße Föhnluft, Glätteisen oder Lockenstäbe, die die Haarstruktur schädigen können.
    • Gönnen Sie sich einen guten Haarschnitt, damit Sie sich auch mit der veränderten Haarsituation wohlfühlen.
    • Ernähren Sie sich ausgewogen und gesund. Haut und Haare brauchen Vitamine und Mineralstoffe. Ein Speiseplan mit viel Eiweiß, Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und gesunden Fetten versorgt Sie mit allen wichtigen Nährstoffen.
    • Sorgen Sie im Wochenbett für ausreichenden Schlaf zum Regenerieren. Schlafen Sie am besten immer dann, wenn Ihr Baby auch schläft.

    Wann sollten Sie einen Arzt aufsuchen?

    Wenn der Haarausfall in der Stillzeit extrem (deutlich mehr als 100 Haare pro Tag) erscheint, kann es ratsam sein, mit einem Arzt über andere mögliche Ursachen und Behandlungen zu sprechen. In seltenen Fällen – bei etwa zwei von tausend Schwangeren – kann sich der Haarverlust auf einzelne Bereiche am Kopf konzentrieren (sogenannter „kreisrunder Haarausfall“) und kahle Stellen verursachen. Zusätzlich zur hormonellen Umstellung können seelischer Stress, ein hoher Blutverlust bei der Geburt, zu wenig Schlaf oder ernährungsbedingte Mangelerscheinungen den Haarausfall verstärken. Auch Blutarmut (Eisenmangel-Anämie) kann zu solchen Beschwerden führen. Hier lässt sich durch rechtzeitige Einnahme von Eisenpräparaten gegensteuern.

    Für die Wirksamkeit von Haar-Aufbaupräparaten mit L-Cystin oder B-Vitaminen gegen Haarausfall nach der Schwangerschaft gibt es allerdings keinen wissenschaftlichen Nachweis.

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