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Wie Sie bei Kindern und Erwachsenen richtig Fieber messen

Eine Frau misst bei ihrem Kind Fieber

© iStock / AleksandarNakic

Lesezeit: 5 MinutenAktualisiert: 09.06.2021

Es gibt viele Möglichkeiten, Fieber zu messen: im Ohr, unter der Achsel, unter der Zunge oder auch rektal. Welche Methode bei Kindern und Erwachsenen die genauesten Ergebnisse liefert und ab wann Mediziner von Fieber sprechen, erfahren Sie hier.

Inhalte im Überblick

    Wo fängt Fieber an?

    Wer richtig Fiebermessen will, sollte wissen: Die normale Körperkerntemperatur liegt zwischen 36 und 37 Grad Celsius. Von einer erhöhten Temperatur sprechen Mediziner ab 37,5 Grad, ab 38 Grad Celcius ist es dann Fieber. Von hohem Fieber spricht man bei Erwachsenen ab 39 Grad Celcius, bei Kindern ab 40 Grad. Die Körpertemperatur kann innerhalb eines Tages schwanken, abends ist sie meist höher als am Morgen. Diese Angaben gelten alle für die rektale Fiebermessung, da diese der Körperkerntemperatur am nächsten kommt.

    Was ist Fieber?

    Sie haben Fieber gemessen und eine erhöhte Temperatur. Das ist zunächst kein Grund zur Sorge. Fieber ist keine Krankheit, sondern ein Symptom, das in Verbindung mit diversen Erkrankungen auftreten kann. Es zeigt an, dass der Körper seine Abwehrkräfte aktiviert und auf Krankheitserreger reagiert. Damit ist es ein wichtiger und natürlicher Abwehrmechanismus des Körpers.

    Fieber oder hohes Fieber treten hauptsächlich in Verbindung mit Infektionskrankheiten auf. Dazu zählen unter anderem Erkältungen und Grippe, bei Kindern auch Mittelohrentzündungen oder Magen-Darm-Infekte. Im Vergleich zu Erwachsenen bekommen Babys, Kleinkinder und größere Kinder öfter Fieber. Allerdings kann es ab und zu auch vorkommen, dass bei einem Kind abends, ohne zusätzliche Krankheitsanzeichen, Fieber festgestellt wird, und es am nächsten Morgen wieder vollkommen verschwunden ist.

    Wie entsteht Fieber?

    Ausgangspunkt für eine steigende Körpertemperatur, die sich beim Fiebermessen zeigt, ist das menschliche Gehirn, genauer gesagt der Hypothalamus. Dieser Teil des Zwischenhirns steuert unter anderem Atmung und Kreislauf. Sobald Krankheitserreger in den Körper eindringen, beginnt das Abwehrsystem, sie zu bekämpfen. Zeitgleich werden Botenstoffe freigesetzt, die im Hypothalamus das Zeichen geben, die Körpertemperatur zu erhöhen. Die zusätzliche Wärme entsteht, indem der Stoffwechsel auf Hochtouren arbeitet.

    Gleiches gilt für die Muskeln, die sogar zittern können. Infolge dieser Veränderungen drosselt der Körper die Wärmeabgabe über die Haut. Das äußert sich durch kalte Hände und Füße, blasse Wangen und Frieren bis hin zu Schüttelfrost. Auch ein schneller Puls und eine erhöhte Atemfrequenz sowie trockene Haut lassen sich bei Fieber beobachten.

    So verläuft die Fieberkurve

    Da bei Kindern die Körpertemperatur recht schnell steigen kann, sollten Eltern sie durch regelmäßiges Fiebermessen kontrollieren. Neben dem Blick auf das Thermometer gibt es weitere Anhaltspunkte: Kinder haben bei Fieber meist ein heißes und gerötetes Gesicht, dabei ist die restliche Haut kühl und blass, die Augen glasig. Oftmals sind sie sehr müde, quengelig und appetitlos.

    Fieber verläuft in der Regel in drei Phasen:

    1. Es steigt bis zu einer bestimmten Temperatur an. Mögliche Begleitsymptome hierbei sind Schüttelfrost, Frieren, Blässe, kalte Hände und Füße.
    2. Die Temperatur ist erreicht und bleibt auf diesem Niveau.
    3. Das Fieber sinkt und die Körpertemperatur normalisiert sich. Dies kann begleitet sein von geröteter, warmer Haut, Schwitzen oder Durst.

    Fieber richtig messen

    Wenn Kinder sich schlapp und unwohl fühlen, sollten Eltern Fieber messen. Am besten legen Sie Ihr fiebriges Kind ins Bett und kontrollieren die Temperatur regelmäßig. Wenn es Ihnen hilft, notieren Sie Uhrzeit und Temperatur, um eine Entwicklung zu erkennen. Es gibt verschiedene Methoden, Fieber zu messen: im Ohr, im Mund, rektal und unter der Achsel. Da die Temperatur der Haut nicht der im Körperinneren entspricht, empfehlen Mediziner zum Fiebermessen Stellen, die dem Körperinneren am nächsten sind. Doch welche Methode ist die zuverlässigste? Und welche eignet sich am besten für Babys, Kleinkinder, Kinder und Erwachsene?

    Eine Hand hält ein Fieberthermometer

    © iStock / manoonpan phantong

    Wie lässt sich Fieber behandeln?

    Fieber ist ein wichtiger Mechanismus des Körpers. Sie sollten daher nur versuchen, das Fieber zu senken, wenn Ihr Kind dadurch extrem erschöpft ist oder hohes Fieber dauerhaft besteht. Das gilt auch für Erwachsene. Bei Kindern setzen Mediziner oft fiebersenkende Zäpfchen, Säfte oder Tropfen ein – bei Erwachsenen auch Tabletten.

    Fiebersenkende Wirkstoffe sind bespielsweise Paracetamol und Ibuprofen, beide sind für Kinder geeignet und in Form von Tabletten, Brausegranulat, Saft oder Zäpfchen erhältlich. Die Dosierung richtet sich dabei nach Alter und Körpergewicht. Acetylsalicylsäure hingegen kann bei Kindern und Jugendlichen in seltenen Fällen eine gefährliche Nebenwirkung, das Reye-Syndrom, hervorrufen und darf deswegen nur auf ärztliche Anordnung gegeben werden.

    Das bekannteste fiebersenkende Hausmittel sind Wadenwickel. Dafür benötigen Sie eine Schüssel, zwei Geschirrtücher aus Baumwolle und zwei normalgroße Frotteehandtücher. Füllen Sie die Schüssel mit lauwarmem Wasser und tränken Sie die Baumwolltücher darin. Anschließend wringen Sie diese gut aus und umwickeln mit ihnen beide Unterschenkel – von der Kniekehle bis zum Knöchel. Die trockenen Frotteehandtücher legen Sie um die nassen Tücher. Sobald die Baumwolltücher körperwarm sind, starten Sie wieder von vorn. Sind jedoch die Füße oder Beine kalt oder handelt es sich um einen Harnwegsinfekt, sollten Sie keine Wadenwickel machen. Obwohl es wenige wissenschaftliche Studien zum Nutzen von Wadenwickeln gibt, sind viele Eltern von den positiven Effekten überzeugt. Zudem gilt immer: Wenn Sie beim Fiebermessen feststellen, dass es nicht sinkt oder weitere Symptome hinzukommen, fragen Sie einen Arzt um Rat.

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