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Abstillen: 7 Tipps, wie es für Mutter und Baby leichter wird

Baby trinkt Muttermilch aus Fläschchen, weil die Mutter mit dem Abstillen begonnen.
Lesezeit: 5 MinutenAktualisiert: 26.06.2020

Wie lange Mütter ihre Babys stillen, ist sehr unterschiedlich: Einige hören nach wenigen Wochen auf, andere später. Wann der beste Zeitpunkt für die Entwöhnung ist und wie das Abstillen gelingen kann.

Inhalte im Überblick

    Muttermilch: Superfood für Babys

    Muttermilch ist die optimale Nahrung für den Säugling. Denn es enthält alle wichtigen Nährstoffe, die das Baby in den ersten Monaten benötigt: Es schützt das Neugeborene vor Infekten und senkt das Risiko für Allergien und Asthma. Auch Mütter profitieren: So verringert sich bei ihnen das Risiko für Gebärmutter- und Eierstockkrebs. Zudem stärkt Stillen die Bindung zwischen Mutter und Kind und schafft eine wichtige Vertrauensbasis für den Start ins Leben. 

    Wann abstillen? Den besten Zeitpunkt bestimmen Sie und Ihr Kind

    Die meisten Mütter nehmen sich vor, ihr Baby zu stillen. Bei den einen klappt es von Anfang an nicht so recht – Ursache dafür können Krankheit oder Brustschmerzen sein. Bei anderen Frauen kann Stillen auch zu Stress führen – denn ein Neugeborenes hält frisch gebackene Eltern besonders in der Anfangszeit ganz schön auf Trab. Da ist es wichtig, erstmal einen Rhythmus für den neuen Alltag zu finden. Auch an das Stillen müssen sich Mütter erstmal gewöhnen. 

    Irgendwann steht jede Stillende vor der Entscheidung, wann sie abstillen sollte. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt, Babys für sechs Monate voll zu stillen, danach mit Beikost anzufangen und bis zum Alter von zwei Jahren Muttermilch ergänzend zu geben. Laut der Nationalen Stillkommission beenden die Hälfte der stillenden Mütter nach etwa sechs Monaten die Stillzeit. Etwa 90 Prozent geben direkt nach der Geburt die Brust. Nach zwei Monaten sind es noch 70 Prozent und nach einem halben Jahr stillen zwischen 40 und 50 Prozent der Mütter ihr Baby. Die Empfehlungen von deutschen und europäischen Instituten und Behörden können Sie auf der Website des Robert Koch-Instituts gebündelt nachlesen. 

    Gründe fürs Abstillen gibt es viele. Der richtige Zeitpunkt könnte sein, wenn …

    … Sie wieder arbeiten gehen (müssen),

    … Ihr Kind Kaubewegungen nachahmt und Interesse an Lebensmitteln zeigt,

    … Ihr Baby zahnt,

    … nicht mehr viel Interesse an der Brust zeigt,

    … Sie wissen, dass Sie bald länger nicht stillen können, zum Beispiel durch einen Krankenhausaufenthalt,

    … wenn Sie einfach das Bedürfnis spüren, nicht mehr stillen zu wollen.

    Wie lange Sie ihr Baby stillen, ist Ihnen überlassen. Schauen Sie, was sich gut und richtig anfühlt und wenden Sie sich bei Fragen gerne an eine Stillberaterin.

    Schnell oder langsam abstillen: Diese Abstill-Methoden gibt es

    Natürlich, langsam und plötzlich – es gibt drei Arten, wie das Baby sich von der Brust entwöhnt:

    1. Natürliches Abstillen:

    Bedeutet, dass Mütter auf den Zeitpunkt keinen Einfluss nehmen, sondern ihr Baby das Ende bestimmen lassen. Bei dieser sanften Methode möchten einige Kinder ein Jahr gestillt werden, andere bis zu drei Jahren. Nach und nach verringert sich so auch die Milchproduktion.

    2. Langsames Abstillen:

    Bedeutet, dass die Mutter den Zeitpunkt der Brustentwöhnung bestimmt. Dafür ist eine gute Vorbereitung wichtig. Über längere Zeit reduziert die Mutter das Stillen und ersetzt die Milchmahlzeiten nach und nach mit Beikost – bis das Baby drei vollwertige Mahlzeiten zu sich nimmt.

    3. Plötzliches Abstillen:

    Ist meistens nicht geplant und gewollt, aber notwendig, wenn die Mutter beispielsweise erkrankt und das Stillen unmöglich ist. Wer abrupt aufhört, sollte sich an eine Hebamme wenden, da diese Abstill-Methode zu Problemen beim Baby führen kann, sowohl körperlich als auch emotional. Alternativ können sich betroffene Frauen auch an eine Stillberaterin wenden.

    Abstillen: Wie entwöhne ich mein Kind von der Brust?

    Vor dem sechsten Monat sollen Sie möglichst nur abstillen, wenn es gesundheitlich nicht anders geht. Denn an der Brust Muttermilch zu saugen, ist für Babys das gesündeste und natürlichste der Welt – und stärkt sie fürs Leben. Stillen Sie vor dem sechsten Monat ab, füttern Sie Ihr Kind bis zur Vollendung des vierten Monats mit Mutter- oder Ersatzmilch im Fläschchen – gerne im Wechsel mit der Brust, damit sich Ihr Baby an die Flaschennahrung gewöhnen kann. Bitten Sie Ihren Partner, auch mal das Fläschchen zu geben. Denn Babys riechen die Milch der Mutter, wenn sie in der Nähe ist. Frühestens mit Beginn des fünften Monats können Sie Beikost einführen – auch das nur allmählich. Am besten beginnen Sie, die Milchmahlzeit zum Mittag schrittweise durch Babybrei zu ersetzen. Wie das geht, erfahren Sie hier

    Mutter beginnt mit dem Abstillen.
    Stillen versorgt das Kind nicht nur mit Muttermilch, es stärkt auch sein Urvertrauen.© AOK

    7 Tipps für stressfreies Abstillen

    Mit diesen Tipps und Hilfsmitteln fällt das Abstillen leichter:

    1. Schrittweise abstillen: Wenn Sie von einem Moment auf den anderen die Muttermilch absetzen, kann dies zu Problemen wie Brustdrüsenschwellung oder blockierten Milchkanälen führen. Außerdem muss sich erst die Verdauung Ihres Babys an die Umstellung gewöhnen.
    2. Behutsam vorgehen: Schauen Sie für sich und das Baby, wie Sie sich momentan fühlen. Ist Ihr Kind krank oder zahnt, schieben Sie das abstillen noch etwas auf, wenn es möglich ist.
    3. Beikost einführen: Wenn Ihr Kind anfängt, Brei zu essen, trinkt es im Laufe der Zeit weniger Milch. Dadurch nimmt die Milchproduktion immer weiter ab.
    4. Nicht abpumpen: Sollte Ihre Brust schmerzen oder spannen, können Sie die Milch auch ausstreichen. Pumpen Sie wenn möglich nicht ab, denn das regt die Milchbildung an.
    5. Brust kühlen: Dafür eignet sich am besten ein Kühlpad, umwickelt mit einem Stofftuch. Kühlen verringert die Milchproduktion.
    6. Kräutertee: Frischer Salbei- oder Pfefferminztee helfen, das Abstillen zu unterstützen. Zwei bis vier Tassen sind ideal.
    7. Viel Körpernähe: Sie kuscheln sicherlich schon viel mit Ihrem Baby und halten es im Arm. Doch gerade beim Abstillen braucht Ihr Kind noch mehr Nähe als sonst. So fällt es ihm leichter, sich von der Brust nach und nach zu lösen.

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