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Hand-Fuß-Mund-Krankheit: eine meist harmlose Kinderkrankheit

Ein Kind sitzt im Hochstuhl und isst – es hat einen Ausschlag um den Mund herum.

© iStock / aldegonde

Lesezeit: 5 MinutenAktualisiert: 04.08.2021

An der Hand-Fuß-Mund-Krankheit erkranken überwiegend Kinder unter zehn Jahren. In der Regel verläuft die Virusinfektion harmlos. Sie ist aber sehr ansteckend. Mit sorgfältiger Hygiene lässt sich das Risiko für eine Ausbreitung der Erkrankung eindämmen.

Inhalte im Überblick

    Was ist die Hand-Fuß-Mund-Krankheit ?

    Bei der Hand-Fuß-Mund-Krankheit handelt es sich um eine Infektionskrankheit. Erreger sind die sogenannte Enteroviren der Gruppe A. Am häufigsten wird die Krankheit von Coxsackie-A16-Viren verursacht. Kinder bis zum zehnten Lebensjahr sind verstärkt betroffen, weshalb die Erkrankung auch zu den Kinderkrankheiten zählt.

    Da die Erkrankung nicht meldepflichtig ist, gibt es nur Schätzungen, wie häufig sie auftritt. Demnach erkranken in Deutschland jedes Jahr 80.000 bis 140.000 Menschen. Der Anteil der asymptomatisch infizierten Personen – meist ältere Kinder und Erwachsene – ist mit mehr als 80 Prozent sehr hoch. Das heißt, die meisten bemerken das Virus gar nicht.

    Vielfach tritt die Erkrankung in Gemeinschaftseinrichtungen, wie Kindertagesstätten und Grundschulen, auf. Dabei gibt es die meisten Fälle der Hand-Fuß-Mund-Krankheit im Spätsommer und Herbst. Die Krankheit ist weltweit verbreitet, besonders häufig tritt sie aber in Asien auf. Unter anderem kommt es in Malaysia, Singapur, China und Japan regelmäßig zu größeren Ausbrüchen. Hier können die Enteroviren-A71 auch zu schwereren Verläufen mit Lungenödemen oder Beeinträchtigung des zentralen Nervensystems führen.

    Mythos

    Stimmt doch gar nicht

    Ein verbreitetes Gerücht ist, dass die Hand-Fuß-Mund-Krankheit etwas mit der Maul- und Klauenseuche, die bei Rindern, Schafen und Schweinen auftritt, zu tun hat. Das sind aber zwei verschiedene Erkrankungen.

    Welche Symptome treten bei der Hand-Fuß-Mund-Krankheit auf?

    Von der Infektion bis zum Ausbruch der Krankheit vergehen meist drei bis fünf, selten bis zu zehn Tage (Inkubationszeit). Die Krankheit beginnt meist mit Fieber, Halsschmerzen und nachlassendem Appetit. Nach zwei Tagen erscheint im Mund ein schmerzhafter Ausschlag mit kleinen roten Flecken, Bläschen und Geschwüren. Davon sind die Zunge, die Mundschleimhaut und das Zahnfleisch betroffen.

    Ein nichtjuckender Ausschlag bildet sich auch um den Mund herum, an den Handflächen und Fußsohlen. Daher kommt der Name Hand-Fuß-Mund-Krankheit. Es können flache oder auch erhöhte rote Flecken und mitunter Bläschen sein. Manchmal findet sich der Ausschlag aber auch an untypischen Stellen, wie dem Gesäß, im Genitalbereich, den Knien oder den Ellenbogen, und kann mit starkem Juckreiz verbunden sein. Bei untypischen Verläufen kann es zum Verlust von Fingernägeln und Zehennägeln kommen. Dies geschieht meist innerhalb von vier Wochen nach der Infektion.

    Die Krankheit verläuft normalerweise mit milden Symptomen und heilt nach fünf bis sieben Tagen von allein ohne Folgen aus. Wer die Krankheit überstanden hat, ist gegen das auslösende Virus immun. Da es aber viele verschiedene Enteroviren gibt, die die Krankheit verursachen können, ist eine weitere Erkrankung nicht vollkommen ausgeschlossen.

    Ein nicht-juckender Ausschlag bildet sich auf den Händen bei der Hand-Fuß-Mund-Krankheit.
    Ein Ausschlag in Mund, an den Händen und Füßen ist ein Symptom der Kinderkrankheit Hand-Fuß-Mund-Krankheit.

    © iStock / kipgodi

    Kann die Hand-Fuß-Mund-Krankheit gefährlich sein?

    Sehr selten sind ernsthafte Komplikationen in Form von Entzündungen des Gehirns, der Hirnhäute, von Nerven oder Herz. Auch bei Schwangeren verläuft eine Infektion meist leicht oder sogar ganz ohne Beschwerden. In sehr seltenen Fällen können Schwangere, die nahe an dem Geburtstermin Symptome der Erkrankung haben, das Virus auf das Neugeborene übertragen. Zwar verläuft auch in diesem Fall die Erkrankung meist leicht, aber in seltenen Fällen kann sich bei den Kindern die Infektion im ganzen Körper ausbreiten und innere Organe in Mitleidenschaft ziehen. Dann ist die Hand-Fuß-Mund-Krankheit lebensgefährlich. Das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf ist bei Neugeborenen in den ersten beiden Lebenswochen am höchsten.

    Wie wird die Hand-Fuß-Mund-Krankheit übertragen?

    In der ersten Woche der Hand-Fuß-Mund-Krankheit sind Infizierte hochansteckend – besonders über die Flüssigkeit aus den Bläschen. Übertragen werden die Enteroviren von Mensch zu Mensch – meist durch Schmierinfektionen, also direkten Kontakt mit einer erkrankten Person. Vor allem die Hände spielen bei der Übertragung der Krankheitserreger eine wichtige Rolle. Zudem kann man sich über Oberflächen anstecken, die mit Viren verunreinigt sind, wie etwa Türklinken oder Spielzeug. Auch eine Tröpfcheninfektion durch Niesen oder Husten ist möglich. Infektiös sind diese Körperflüssigkeiten und Ausscheidungen:

    • Nasen- und Rachensekrete
    • Speichel
    • Flüssigkeit aus den Bläschen des Ausschlags
    • Stuhl

    Die Viren können sogar noch Wochen nach Abklingen der Symptome im Stuhl nachgewiesen werden – die Betroffenen sind also eine lange Zeit ansteckend.

    Wann ist die Ansteckungsgefahr am größten?

    In der Anfangsphase der Hand-Fuß-Mund-Krankheit können auch kleinste Tröpfchen, die beim Sprechen entstehen, die Viren übertragen. In den ersten Tagen ist das Risiko für Kontaktpersonen, sich anzustecken, besonders hoch. Über den Stuhl können Erkrankte die Viren auch dann noch ausscheiden, wenn die Symptome schon verschwunden sind. Dies ist noch bis zu sechs Wochen nach Beginn der Krankheit möglich. Erkrankte sind daher mitunter über einen längeren Zeitraum auch noch ansteckend.

    Wie lange müssen Kinder mit der Hand-Fuß-Mund-Krankheit zu Hause bleiben?

    Erkrankte Kinder dürfen nicht in die Kita oder in die Schule. Sie sollten zu Hause bleiben, bis alle Symptome vollständig abgeklungen sind. Das heißt, sie dürfen kein Fieber mehr haben und die Bläschen müssen abgetrocknet sein. In der Regel brauchen sie dafür kein ärztliches Attest.

    Ist die Hand-Fuß-Mund-Krankheit behandelbar?

    Auch wenn die Hand-Fuß-Mund-Krankheit meist mild verläuft, ist es ratsam, eine Ärztin oder einen Arzt aufzusuchen, um Krankheiten mit ähnlichen Symptomen, die aber schwerwiegender verlaufen können, auszuschließen. Mediziner können die Hand-Mund-Fuß-Krankheit anhand der typischen Symptome diagnostizieren. Wenn die Krankheit harmlos verläuft, sind weitere Untersuchungen nicht nötig. In den seltenen schweren Fällen kann das Virus in Stuhlproben, Rachenabstrichen oder den Bläschen nachgewiesen werden.

    Eine ursächliche Therapie gegen die Erkrankung gibt es nicht. Eine Behandlung der Symptome ist aber möglich. Gegen die schmerzhaften Bläschen im Mund und gegen Fieber kann die Ärztin oder der Arzt schmerz- und fiebersenkende Medikamente und Mundspülungen verschreiben. So können Erkrankte trotz der Bläschen im Mund ausreichend trinken. Dies ist insbesondere bei kleinen Kindern besonders wichtig.

    Wie kann man Infektionen mit der Hand-Fuß-Mund-Krankheit vermeiden?

    Mit allgemein empfohlenen Hygienemaßnahmen kann man nicht nur sich selbst vor einer Infektion schützen, sondern auch seine Mitmenschen, falls man selbst infiziert ist. Dazu gehören das regelmäßige Händewaschen mit Seife und das Husten in die Armbeuge. Zudem sollten Erkrankte zu Hause bleiben.

    Tipp 1:

    Sollte eine Person in Ihrem Haushalt erkrankt sein, achten Sie besonders intensiv auf Hygiene. Waschen Sie sich gründlich die Hände, nachdem Sie die Windeln gewechselt oder Ihrem Kind beim Toilettengang geholfen haben und wenn Sie selbst die Toilette benutzt haben. Reinigen Sie gründlich alle Gegenstände und Oberflächen, die Erkrankte berührt haben könnten, wie etwa Türgriffe und Spielzeug.

    Tipp 2:

    Vermeiden Sie außerdem, soweit dies möglich ist, engen Kontakt zu Erkrankten, wie Umarmen und Küssen. Zudem sollten Geschirr, Besteck, Waschlappen und Handtücher nicht mit einer Person geteilt werden, die an der Hand-Fuß-Mund-Krankheit leidet.

    Tipps für Eltern

    Mein Kind möchte nicht essen – was kann ich tun?

    Durch die kleinen Geschwüre bei der Hand-Fuß-Mund-Krankheit sind Zunge, Zahnfleisch und Mundschleimhaut empfindlicher als sonst. Essen kann für die Kinder schmerzhaft werden. Was dann helfen könnte:

    • heißes, scharfes oder hartes Essen vermeiden – Brei, Joghurt und Pudding eignen sich gut
    • viel trinken, aber Getränke mit Säure (zum Beispiel Saft) vermeiden
    • ein Strohhalm kann das Essen und Trinken erleichtern
    • Eis kühlt den Mund und kann die Schmerzen lindern

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