#Camping am 08.07.2022

Camping-Abenteuer im Ländle: Übernachten im Freien

Camping: Ein gut gelauntes, junges Pärchen sitzt mit silbernen Tassen in den Händen in einem Zelt.
Stocksy / Flamingo Images

Zeltest du noch oder biwakierst du schon? Wir geben dir hilfreiche Tipps für traumhafte Nächte unter freiem Himmel und präsentieren schöne Trekking-Camps im Schwarzwald.

Freiheit, Alltagsflucht und Outdoor-Feeling: Übernachten in der freien Natur ist eine aufregende, abenteuerliche und romantische Alternative zu Campingplätzen. Die Gesetzeslage in Deutschland erschwert es abenteuerlustigen Camping-Fans allerdings, einen passenden Schlafplatz unter dem Sternenhimmel zu finden. Wir verraten dir, was du beim Wildcampen alles beachten musst, welche Regeln gelten und wo du in Baden-Württemberg bedenkenlos dein Nachtlager aufschlagen kannst.

Übernachten im Freien: Wo und wie ist es erlaubt?

Wer hierzulande unter freiem Himmel nächtigen möchte, hat bei der Wahl seines Schlafplatzes nicht allzu viele Möglichkeiten. Denn außerhalb von offiziellen Stell- oder Campingplätzen ist das Campen oder Übernachten im Freien in Deutschland so gut wie überall verboten. Das sogenannte Wildcampen bezeichnet das Aufstellen eines Zeltes an einem nicht für diesen Zweck deklarierten Ort. Allerdings sind die Regeln zum Wildcampen in den einzelnen Bundesländern etwas unterschiedlich geregelt. Darüber hinaus macht das Gesetz einen Unterschied zwischen dem Schlafen im Zelt und dem Biwakieren – das Schlafen unter freiem Himmel nur mit Schlafsack, Isomatte etc. Im Gegensatz zum Zelten finden sich hierzu keine ausdrücklichen Regelungen im Gesetzestext.

Generell gilt jedoch, dass das Campen in Naturschutzgebieten wie Nationalparks, Biosphärenreservaten oder Biotopen strikt verboten ist. Ebenso sind die Küstenbereiche als gesonderte Schutzgebiete laut Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt. Auf eine sommerliche Übernachtung am Strand oder in den Dünen solltest du also besser verzichten. Ansonsten kann es richtig teuer werden, wenn du dabei erwischt wirst.

Du hast allerdings jederzeit die Möglichkeit, dir eine Übernachtungserlaubnis bei der zuständigen Behörde, dem Förster oder Eigentümer eines Grundstücks einzuholen. Mit Freundlichkeit und Umsicht sind die Chancen gar nicht schlecht, dass zum Beispiel ein Landwirt dir erlaubt, eine Nacht auf seinem Hof zu verbringen.

Der Camping-Knigge für deine Nacht unter freiem Himmel

Naturschutz und Umweltbewusstsein sollten beim Camping unabhängig von der Gesetzeslage selbstverständlich sein. Deshalb gibt es einige Regeln, die unbedingt zu beachten sind. Damit unterstützt du zum einen den nachhaltigen Erhalt der Natur und verringerst zum anderen die Gefahr, dass es in Zukunft noch mehr Reglementierungen für das Übernachten im Freien gibt:

  • Hinterlasse keinerlei Abfälle – auch keine Essensreste. Verschmutzte Lagerplätze sind einer der Gründe, weshalb Wildcamping in Deutschland verboten ist.
  • Wenn du mit einem Camper unterwegs bist, bleibe immer auf den ausgeschilderten Wegen, wo du die Natur nicht zerstörst.
  • Vermeide Lärm, laute Musik und offenes Feuer. Damit verschreckst du ansässige Tiere und bringst das gesamte Ökosystem durcheinander.
  • Generell sollte dein Schlafplatz im Freien nach deiner Übernachtung genauso aussehen, wie du ihn vorgefunden hast.
  • Selbstverständlich solltest du geschützte Gebiete wie Nationalparks und Naturschutzgebiete meiden, ebenso landwirtschaftliche Nutzflächen wie Äcker oder Felder.
  • Campe immer nur mit wenigen Leuten zusammen in der Wildnis. Einer großen Gruppe fällt es schwerer, sich im Einklang mit der Natur zu verhalten und vorab genannte Regeln zu befolgen.

Wildcampen im Ländle – folgende Regeln sind zu beachten

In Baden-Württemberg ist das Wildcampen laut Paragraf 44 des Landes-Naturschutzgesetzes nicht gestattet. Demnach darfst du auch landwirtschaftliche Flächen während der Nutzzeit nicht betreten. Zelten, Feuermachen sowie motorisierte Fahrzeuge in der Natur fahren oder abstellen, ist ebenfalls verboten. Solltest du es dennoch tun und erwischt werden, blühen dir empfindliche Strafen – für illegales Zelten ist beispielsweise ein Bußgeld von bis zu 1.500 Euro fällig.

Wie in allen anderen Bundesländern gibt es beim Wildcampen in Baden-Württemberg eine Grauzone. Sei es beim Zelten, Biwakieren oder bezüglich einer Nacht im Camper am Straßenrand. Ein paar Möglichkeiten hast du also doch. Mittlerweile gibt es zum Beispiel im Schwarzwald eine legale Alternative: In sogenannten Trekking-Camps kannst du ganz offiziell dein Zelt aufschlagen. Wo genau du diese Camps findest, verraten wir dir am Ende des Artikels.

Camping ist Balsam für die Seele

Eine Auszeit in der Natur sorgt für Entspannung und einen klaren Kopf. Schon ein kurzer Waldspaziergang lässt dich die Sorgen des Alltags vergessen. Denn bereits der Umgebungswechsel macht wach und neugierig. Vor allem als Großstadtmensch wirst du schnell einen positiven Effekt bemerken, sobald Hektik und Lärm des Alltags verflogen sind. Zudem bewegst du dich während eines Campingurlaubs mehr als zu Hause. Egal, ob tägliche Wanderungen oder Schwimmen im See – im Laufe des Tages kommt einiges an Aktivität zusammen.

Die gesundheitsfördernde Wirkung des Campings ist sogar wissenschaftlich belegt. So zeigt eine Studie der Universität von Colorado, dass sich das Übernachten im Freien positiv auf die Schlafqualität auswirkt. Denn in der Natur nutzt du weniger künstliches Licht, wodurch deine innere Uhr besser funktioniert. Gleichzeitig fällt das Wachwerden und Aufstehen leichter. Hinzu kommt der Verzicht auf PC, Fernseher und Co. Das künstliche Licht dieser Bildschirme hemmt die Produktion des Schlafhormons Melatonin. Die digitale Entziehungskur ist daher ein zusätzlicher Garant für besseren und tieferen Schlaf. So wirst du auf natürliche Art müde, sobald die Sonne untergeht.

Was du beim Camping in der Wildnis dabeihaben solltest

Kilometerweit vom nächsten Dorf entfernt zu sein und die Abgeschiedenheit in der Natur zu genießen, ist ein aufregendes Erlebnis. Dennoch solltest du für deine Übernachtung im Freien abseits der Zivilisation einige Dinge immer dabeihaben:

  • Mülltüten: Mit das wichtigste Utensil beim Campen! Achte immer darauf, keinen Müll in der Natur zu hinterlassen. Viele unterschätzen, wie viel Abfall selbst bei sparsamem Kochen anfällt!
  • Warme Kleidung: Nimm dir genügend warme Anziehsachen mit – insbesondere zum Wechseln. Nach Einbruch der Dunkelheit kann es an Gewässern und in Wäldern empfindlich kalt werden.     
  • Ausreichende Verpflegung: Packe dir für jeden Camping-Ausflug immer genug zu essen und zu trinken ein, denn Aufenthalte in der Natur machen Appetit.
  • Stirn- und Taschenlampe: Du wirst überrascht sein, wie dunkel es fernab von Lichtquellen wie Straßenlaternen, Gebäuden, Verkehr oder Werbetafeln ist. Deshalb solltest du bei deinen nächtlichen Ausflügen in die Natur immer eine Stirn- oder Taschenlampe griffbereit haben.
  • Karten oder Offlinemaps: Außerhalb von Ortschaften ist es in Deutschland nach wie vor so, dass man oft keinerlei Handyempfang hat. Um dich dennoch sicher orientieren zu können, solltest du dir vorab alle relevanten Karten auf dem Handy herunterladen oder dich mit der klassischen Variante in Papierform eindecken.

Wichtiger Zusatztipp: Suche deinen Körper nach jeder Übernachtung im Freien gründlich nach Zecken ab! Sie saugen vorwiegend an warmen, feuchten Stellen, zum Beispiel am Hals, Kopf und Haaransatz sowie zwischen den Beinen, in den Kniekehlen und unter den Armen.

Auf ins Camping-Abenteuer: Trekking-Camps im Schwarzwald

Wildcampen ist in Baden-Württemberg zwar generell verboten. Dennoch gibt es im Nord- und Südschwarzwald mittlerweile zwölf Trekking-Camps, in denen du erstmals ganz offiziell und legal unter freiem Himmel übernachten darfst. Die Camps liegen alle abseits der Ortschaften und sind nur zu Fuß zu erreichen. Bis zu drei Zelte kannst du hier aufbauen. Zudem gibt es eine Feuerstelle sowie ein Toilettenhäuschen. Wir wünschen viel Spaß bei deinem individuellen Camping-Abenteuer!

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