Zum Hauptinhalt springen
AOK – Die Gesundheitskasse

Warum erröten wir und was kann man dagegen tun?

Brünette Frau schämt sich und hält ihre Hände vor das errötete Gesicht
Lesezeit: 3 MinutenAktualisiert: 29.07.2020

Viele Menschen erröten bereits bei der kleinsten Kleinigkeit. Aber warum überhaupt und wie kann man es verhindern?

Inhalte im Überblick

    Nur ein falsches Wort, eine peinliche Geste und schon schießt Ihnen die Röte ins Gesicht? Das muss Ihnen nun wirklich nicht peinlich sein! Denn bei vielen Menschen trifft der Ausdruck „rot wie eine Tomate“ leider nur allzu oft zu.

    Es beginnt mit einem leichten Kribbeln im Gesicht, einem überhitzten Kopf und ehe man sich versieht, sind Wangen und Stirn von roten Flecken übersät. Oder mehr noch: Der Kopf ist komplett rot, als hätte man gerade einen Marathon hinter sich.  

    Leider tritt die lästige „rote Birne“ immer dann auf, wenn man es sich am wenigsten wünscht – zum Beispiel bei diesem wichtigen Vorstellungsgespräch oder der Hochzeitsrede, die Sie extra so lange vorbereitet haben, damit ja nichts schief geht.

    Eine wirklich hitzige Angelegenheit, für die es doch eine Erklärung geben muss.

    Warum erröten Menschen überhaupt?

    Errötet das Gesicht, so liegt es in der Regel daran, dass es zu einer erhöhten Durchblutung der feinen Äderchen in der Haut (meist in den Wangen und der Stirn) kommt. Die Folge: Sie werden rot. Warum es zu dem Erröten kommt, dafür gibt es mehrere Gründe, unter anderem:

    • körperliche Anstrengung (Sport)
    • einen hohen Blutdruck
    • oder starke Temperaturschwankungen.

    Und dann eben noch die weniger ersichtlichen Gründe wie Scham, Wut und auch freudige Erwartung, die es umso schwerer machen, sich darauf einzustellen.

    Was es mit der Schamesröte auf sich hat

    Die Schamesröte wird durch Stress ausgelöst und es scheinen die gleichen Gehirnregionen verantwortlich zu sein, die die Körpertemperatur bei Stress heraufregeln.

    Das Gefühl der Scham wird somit wohl an das vegetative Nervensystem übermittelt, welches bei Stress oder Gefahr den Körper in eine höhere Leistungsbereitschaft für Flucht oder Angriff bringt und unter anderem die Atmung, Herzschlag, Muskeldurchblutung und eben auch die Durchblutung der Gesichtshaut erhöht.

    In Situationen, in denen wir uns schämen, wird so die Durchblutung verändert und wir erröten leichter – einige unter uns häufiger und andere seltener.

    Bei Menschen mit dunklem Teint sieht man das manchmal kaum, bei Menschen mit heller Haut aber sehr gut. Manchmal hat das Erröten auch sein Gutes, weil man jemandem, der gerade eine teure Vase heruntergeworfen hat und sein schlechtes Gewissen mit der Schamesröte zeigt, viel eher verzeiht.  

    Junge Frau fühlt sich in Gruppe unangenehm berührt
    Wer sich unangenehm berührt fühlt, dem kann es leicht passieren, dass er errötet. © iStock: Pixelfit

    Erythrophobie - Angst vor dem Erröten

    Wer möchte schon, dass einem die Gefühle buchstäblich ins Gesicht geschrieben stehen? Genau, eigentlich keiner! Menschen, die häufig erröten, können vom „coolen Pokerface“ eigentlich nur träumen. Lässige Gehaltsverhandlungen? Ein entspanntes erstes Date? Keine Chance.

    Denn je größer die Angst vor dem möglichen Erröten, desto wahrscheinlicher ist es, dass man rot wird. Ein Teufelskreis, der sich im schlimmsten Fall zu einer Sozialphobie entwickeln kann. Und dafür gibt es sogar einen Namen. Die Angst zu erröten, wird auch als Erythrophobie bezeichnet und bringt für Betroffene einen großen Leidensdruck mit.

    Rotes Gesicht: Was kann man gegen Errötung tun?

    Es gibt daher verschiedene Methoden, die Angst vor dem Erröten zu beherrschen oder gar das Erröten selbst in den Griff zu bekommen. Entspannungsübungen helfen zum Beispiel dabei, Ängste zu kontrollieren. Durch autogenes Training können Sie mittels Ihrer Vorstellungskraft trainieren, Ängste und Schamgefühl zu minimieren. Ein Schal kann die roten Flecken verdecken, die vielleicht beim Vorsprechen beim Chef auftreten könnten und gibt Sicherheit.

    Hat sich bereits eine psychische Erkrankung wie eine Angststörung etabliert, kann eine Verhaltenstherapie oder eine medikamentöse Therapie sinnvoll sein.

    Hin und wieder ein roter Kopf ist aber noch lange kein Grund zur Beunruhigung. Wenn Sie darunter leiden: Die AOK berät Sie gerne über Entspannungskurse und Co. Fragen Sie nach!

    Alles rund um Wohlbefinden

    Mädchen streckt ihren rechten Arm in die Höhe.
    Selbstbewusstsein
    Meditation auf einer Yogamatte
    Achtsamkeit
    Junge Frau praktiziert autogenes Training im Liegen
    Achtsamkeit
    Gesunder Schlaf: Eine junge Frau liegt auf der Seite in einem weiß bezogenen Bett und schläft entspannt.
    Schlaf
    Eine Frau streckt sich mit verschränkten Armen hinter dem Kopf auf Ihrem Büro-Stuhl und guckt dabei aus dem Fenster
    Stress