Schlaf
Lästig oder sogar gefährlich: Das hilft gegen Schnarchen
Veröffentlicht am:05.07.2021
aktualisiert am 08.09.2026
9 Minuten Lesedauer
Schnarchen kann laut sein – so laut wie eine Motorsäge. Die Folgen sind vielfältig. Sie reichen von getrennten Schlafzimmern bis zu unbemerkten Atemaussetzern, die zu Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen können.

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Was sind die Ursachen fürs Schnarchen?
Wer schnarcht, leidet unter mehr oder weniger stark blockierten Atemwegen. Die typischen Geräusche entstehen dadurch, dass sich Teile des weichen Gaumens und des Zäpfchens im Luftzug der Atmung bewegen oder vielmehr vibrieren.
Das Gaumensegel hängt besonders schlaff nach ein paar Gläsern Alkohol oder durch bestimmte Medikamente, wie zum Beispiel Schlafmittel. Wer dazu neigt, auf dem Rücken zu schlafen, atmet zudem oft laut durch den geöffneten Mund.
Welche körperlichen Probleme begünstigen das Schnarchen?
Wenn sich die Atemwege verengen, steigt das Risiko zu schnarchen, zum Beispiel durch:
- Eine verkrümmte oder sogar perforierte Nasenscheidewand, denn das behindert die Nasenatmung.
- Polypen (gutartige Ausstülpungen der Schleimhaut in den Nasennebenhöhlen), verdickte Nasenmuscheln (schneckenartige Gebilde in der Nase) oder ein übergroßer Zungengrund.
- Eine chronisch angeschwollene Zunge durch saures Aufstoßen, also den sogenannten Reflux.
- Übergewicht: Fett wird nicht nur an sichtbaren Stellen wie etwa am Bauch gespeichert, sondern unter anderem auch im Rachenraum, der so enger wird.
Was sind die Hauptgründe für das Schnarchen bei Kindern?
Wenn Kinder schnarchen, hat das oft eine behandelbare Ursache. So können Polypen dahinterstecken. Häufig sind es auch geschwollene Rachenmandeln, die umgangssprachlich ebenfalls als Polypen bezeichnet werden.
Wenn ein Kind regelmäßig schnarcht, sollten Eltern die Ursache auf jeden Fall von ihrem Kinderarzt oder ihrer Kinderärztin abklären lassen.
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Wie kann man Schnarchen verhindern?
So vielfältig wie die Ursachen für das Schnarchen sein können, so groß ist die Auswahl an Behandlungsmöglichkeiten. Oft ist es schon hilfreich, das Gewicht durch eine gesunde Ernährung und mehr Bewegung zu reduzieren. Zudem gibt es Hausmittel und Verhaltenstipps, die helfen können, das Schnarchen zu reduzieren.
- Verzichten Sie auf Schlafmittel.
- Trinken Sie vor dem Zubettgehen keinen Alkohol.
- Halten Sie einen festen Schlafrhythmus ein.
- Wer vor allem in Rückenlage schnarcht, kann Westen oder elektrische Hilfsmittel mit Vibrationsalarm probieren. Sie vibrieren, sobald man sich auf den Rücken dreht. Einen ähnlichen Effekt hat ein Schlaf-T-Shirt mit einer Schaumstoffrolle im Rückenbereich. Fachleute weisen jedoch darauf hin, dass Schnarchen selten nur durch die Schlafposition ausgelöst wird.
- Als Hausmittel gegen Schnarchen gilt auch eine Stärkung der Mundbodenmuskulatur, beispielsweise durch Sing- und Sprechübungen.

Wie lassen sich die Ursachen fürs Schnarchen herausfinden?
Die nächste Anlaufstelle nach dem Hausarzt oder der Hausärztin ist in der Regel eine Fachpraxis für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde. Hier können die Beschwerden meist gut eingestuft werden. Neben der medizinischen Vorgeschichte ist auch die Frage wichtig, ob der Schlaf als erholsam empfunden wird.
Bei einer körperlichen Untersuchung nimmt der Arzt oder die Ärztin mögliche krankhafte Veränderungen bei der Nasenatmung oder im Rachenbereich ins Visier. Auch der Biss-Status kann analysiert werden. Zur Diagnostik gehört in vielen Fällen ein Schlafscreening, um festzustellen, ob beim Schnarchen der Atem aussetzt.
Eine Untersuchung im Schlaflabor kann weitere Erkenntnisse über die Hintergründe des Schnarchens bringen. Und schließlich gibt es noch die sogenannte Somnoskopie: eine Video-Endoskopie mit der Atmung und Rachenraum untersucht werden können.
Mit der AOK gesund durchs Leben
Schnarchen kann die eigene Schlafqualität und die des Partners oder der Partnerin stark beeinträchtigen. Die AOK gibt Unterstützung zu einem erholsamen Schlaf.
Schlafapnoesyndrom: Wann wird Schnarchen zum ernsten Problem?
Wer stark schnarcht und sich am Tag oft schläfrig fühlt, sogar für Sekunden einnickt, sollte sich auf das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom (OSAS) untersuchen lassen. Dahinter stehen kurze Atemstillstände während des Schlafs, die länger als zehn Sekunden, in extremen Fällen sogar zwei Minuten dauern können.
Wie kommt es zum Atemstillstand im Schlaf?
Atemstillstände kommen zustande, wenn sich die ringförmige Muskulatur rund um die oberen Atemwege im Schlaf entspannt. So entsteht ein Engpass im Rachen und in der Lunge entwickelt sich beim Einatmen ein Unterdruck.
Der Atem stockt, bis der Körper im Alarmzustand eine Weckreaktion auslöst. Daraufhin setzt die Atmung wieder ein. Meist können Betroffene sich an diese Ereignisse während der Nacht nicht erinnern, sie stören jedoch den Schlaf – mit Folgen, die gefährlich sein können.
Was macht das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom (OSAS) so gefährlich?
Extrem schlechter Schlaf bedeutet Übermüdung am Tag. Die Gefahr für Sekundenschlaf steigt und somit das Risiko von Unfällen im Straßenverkehr oder bei der Arbeit mit Maschinen. Wer viel Auto fährt und nichts gegen eine Schlafapnoe unternimmt, kann nach einem Crash sogar rechtlich belangt werden.
Außerdem steigt bei einem Schlaf-Apnoe-Syndrom die Wahrscheinlichkeit für Bluthochdruck und für weitere Herz-Kreislauf-Erkrankungen. So können die Atemaussetzer auf Dauer die Lebenserwartung verringern.
CPAP-Maske, Schnarchschiene oder kleine OP: Was hilft bei Schlafapnoe?
Welche medizinischen Mittel gibt es gegen die Schlaf-Apnoe? Hier ein kleiner Überblick:
Was ist eine CPAP-Maske?
Was sind Schnarcherschienen?
Welche Eingriffe können das Schnarchen stoppen?
Die Inhalte unseres Magazins werden von Fachexpertinnen und Fachexperten überprüft und sind auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft.
Bundesministerium für Gesundheit / gesund.bund.de: Obstruktive Schlafapnoe (OSA).
Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin: Ratgeber für Patienten und Patientinnen. Schnarchen des Erwachsenen.
Deutscher Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte e. V. / HNO-Ärzte im Netz:
Schnarchen: gesundheitlich riskant & nervig für den Partner.
Beratung und Behandlung beim HNO-Arzt.
Müller, T. (2016): Je lauter das Schnarchen, desto müder am Tag. Deutsche Ärztezeitung.
Verband Pneumologischer Kliniken e.V. (VPK) / Lungenärzte im Netz: Schnarchen.







