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Intuition: Warum Sie Ihrer inneren Stimme mehr vertrauen sollten

Ausgeschilderte Wegkreuzung
Lesezeit: 3 MinutenAktualisiert: 27.07.2020

Vielen erscheint Intuition als etwas Irrationales. Das ist sie aber gar nicht. Denn sie basiert auf einem unbewussten Wissens- und Erfahrungsschatz, den Sie sich in verschiedenen Situationen zunutze machen können.

Inhalte im Überblick

    Der schlechte Ruf der inneren Stimme

    Die innere Stimme, eine plötzliche Eingebung, der richtige Riecher, der sechste Sinn – was diese Ausdrücke gemeinsam haben? Sie sind Umschreibungen für die Intuition. Es ist gar nicht genau definiert, was „Intuition“ bedeutet. Sie scheint ein unerklärliches, nicht fassbares Mysterium zu sein.  

    Weil die Zusammenhänge nicht klar sind, wenn das „Gefühl“ einem etwas sagt und man damit richtig liegt, neigt man dazu, die Intuition als etwas Irrationales anzusehen. So ist es nicht verwunderlich, dass man sich lieber auf harte Fakten und logische Schlussfolgerungen verlässt, wenn man eine Entscheidung treffen muss, als auf ein Gefühl, dessen Ursprung man nicht kennt. 

    Intuition basiert auf Wissen und Erfahrungen

    Intuition ist jedoch alles andere als "irrational" und dem Denken nicht entgegengesetzt. Man weiß inzwischen, dass intuitive Urteile dadurch entstehen, dass man unbewusst auf Erfahrungen und Wissen aus dem Langzeitgedächtnis zurückgreift.

    Das Gehirn nutzt unterschwellig Sinneseindrücke, die es zu einem großen Wissensschatz anhäuft. Während das logische, systematische Denken seine Grenzen hat, kann das intuitive, automatische Denken mehr Informationen verarbeiten und im Unterbewusstsein speichern. Intuition – vom Lateinischen „intutio“: genau anschauen, erkennen – bedeutet daher, unbewusst bekannte Muster wiederzuerkennen. 

    Gute Gründe, seiner Intuition zu trauen

    Es gibt gute Gründe dafür, der inneren Stimme Gehör zu verschaffen. Sie hilft einen, wenn Spontanität gefragt ist, sie ist ein Indikator für die Richtigkeit von Entscheidungen und gibt Sicherheit in zwischenmenschlichen Beziehungen. 

    Eine Frau steht vor einer Wegkreuzung
    Das "gute Bauchgefühl" entsteht durch die unterbewusste Erinnerung an positive Erfahrungen, die im Langzeitgedächtnis gespeichert sind.© iStock: Maryna Patzen

    1. Intuition hilft bei spontanen Entscheidungen

    Was tun Sie, wenn Sie schnell eine Entscheidung treffen müssen? Denken Sie erstmal über alle Handlungsoptionen nach und erstellen dann für jede eine Kosten-Nutzen-Kalkulation? Natürlich nicht. Bleibt keine Zeit für komplexe Gedankenspiele, kann die Intuition ein nützlicher Helfer sein und Ihnen den richtigen Weg weisen. 

    2. Intuition hat eine Kontrollfunktion

    Eine andere Funktion nimmt die Intuition bei wichtigen, lebensverändernden Entscheidungen ein. Ein Jobwechsel, ein Umzug in eine 600 km entfernte Stadt oder eine Trennung vom langjährigen Partner sind Dinge, die einer eingehenden Reflexion bedürfen. Man muss alle Für und Wider, alle Vorteile und Nachteile abwägen, um zu einem Entschluss zu kommen. Beschleicht einen trotzdem ein ungutes Gefühl, wenn man nach langem Überlegen eine Entscheidung gefällt hat, übernimmt die Intuition eine Kontrollfunktion: Sie stößt einen möglicherweise darauf, dass man wichtige Aspekte außer Acht gelassen hat und seine Entscheidung nochmal überdenken sollte.

    3. Intuition gibt mehr Sicherheit in zwischenmenschlichen Beziehungen

    In zwischenmenschlichen Beziehungen ist man besonders auf seine Intuition angewiesen. Man analysiert unbewusst unentwegt die Mimik, Gesten und flüchtigen Gesichtsausdrücke, die nur wenige Sekundenbruchteile dauern (sogenannte Mikroexpressionen), und kombiniert sie mit Erfahrungen, die man mit ihnen gemacht hat. Das geht alles in das Wissensrepertoire über, das in jeder zwischenmenschlichen Begegnung und Beziehung aktiviert wird. So kann es vorkommen, dass man eine Lüge erkennen kann oder den Kontakt zu einer Person nach zwei Treffen abbricht, weil man spürt, dass es „nicht passt“.

    So trainieren Sie Ihre Intuition

    Nutzt man seine Intuition, kann man auf vielfältige Weise davon profitieren. Klar ist aber auch, dass es ein gewisses Risiko birgt, seiner inneren Stimme zu folgen. Denn woher weiß man etwa, ob es die eigene Intuition ist oder nicht doch Ängste und Selbstzweifel sind, die einen dazu verleiten, ein attraktives Jobangebot auszuschlagen? Kann man auf sein Urteil vertrauen, wenn man denkt, dass ein Freund etwas vor einem verbirgt oder trüben schlechte Erfahrungen die eigene Wahrnehmung? 

    Die Intuition ist fehleranfällig und kann zu vorschnellen Schlüssen führen – aber nur, wenn man sie mit anderen psychischen Inhalten vermischt. Das lässt sich vermeiden, wenn man ein Gefühl für die eigene innere Stimme entwickelt. Diese Tipps helfen Ihnen dabei, Ihre Intuition zu stärken: 

    • Lassen Sie sich bei weniger wichtigen Entscheidungen von Ihrer Intuition leiten: Soll ich mit der Bahn oder mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren? Kaufe ich die gut sitzende Jeans oder finde ich in einem anderen Geschäft eine Hose, die noch besser passt? – Fragen, die Sie ruhigen Gewissens Ihrer Intuition überlassen können.
    • Rufen Sie sich Situationen ins Gedächtnis, in denen Ihr intuitives Urteil Sie zur richtigen Entscheidung geleitet hat – Entscheidungen, die Sie nicht bereut haben, weil Sie etwa aus Angst getroffen wurden. Das stärkt das Vertrauen in die eigene Intuition.
    • Die Intuition drückt sich oft durch körperliche Zustände aus. Versuchen Sie daher, sich in Achtsamkeit zu üben: Zieht sich Ihr Bauch zusammen, bekommen Sie Kopfschmerzen oder fühlen sich unwohl, kann es ein Zeichen dafür sein, dass Sie Ihre innere Stimme ignorieren.

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