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Was bedeuten erhöhte Cholesterinwerte für die Gesundheit?

Mann isst englisches Frühstück.

© iStock / Lisovskaya

Lesezeit: 3 Minuten06.09.2022

Cholesterin ist ein wichtiger Stoff für den Körper. Zu hohe Mengen an Cholesterin sind jedoch ein Risiko für Arteriosklerose.

Inhalte im Überblick

    LDL- und HDL-Cholesterin

    Erhöhte Cholesterinwerte machen vielen Betroffenen Sorgen, da diese das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen (etwa Herzinfarkt oder Schlaganfall) steigern können. Entscheidend dabei sind vor allem zwei unterschiedliche Arten von Cholesterin: LDL-Cholesterin und HDL-Cholesterin. Damit der Körper das wasserunlösliche Cholesterin transportieren kann, wird es an Eiweißstoffe gebunden. Zusammen bilden sie sogenannte Lipoproteine. Cholesterin wird also sozusagen in einem Eiweißpaket verpackt und so durch das Blut transportiert. Diese Eiweißverpackungen heißen LDL und HDL.

    • LDL-Cholesterin: In LDL-Verpackungen wird das Cholesterin aus der Leber in den Körper befördert. Ist zu viel davon vorhanden, ist dies mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden. LDL-Cholesterin gilt daher auch als das „schlechte Cholesterin“.   
    • HDL-Cholesterin: In HDL-Verpackungen wird das Cholesterin aus den Geweben zur Leber zurücktransportiert. Hier wird es abgebaut und mit der Gallenflüssigkeit ausgeschieden. Ein erhöhter HDL-Wert kann das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wahrscheinlich senken, daher wird es auch „gutes Cholesterin“ genannt.

    Ab wann gilt der Cholesterinwert als zu hoch?

    Medizinerinnen und Mediziner sprechen von einer Hypercholesterinämie, wenn insgesamt zu viel Cholesterin im Blut vorhanden oder der Wert des LDL-Cholesterins erhöht ist. Folgende Grenzwerte, die in zwei Einheiten angegeben werden können, gibt es:

    • Gesamtcholesterinwert über 200 Milligramm pro Deziliter (mg/dl) beziehungsweise in einer anderen, vor allem im Osten Deutschlands üblichen Maßeinheit 5,2 Millimol pro Liter (mmol/l)
    • LDL-Wert über 130 mg/dl beziehungsweise 3,4 mmol/l
    • Als ungünstig gilt auch ein niedriger HDL-Wert von unter 40 mg/dl (1 mmol/l) für Männer und unter 50 mg/dl (1,3 mmol/l) für Frauen.

    Es gibt verschiedene Ursachen für erhöhte Cholesterinwerte. Neben erblichen Faktoren hat die Lebensweise einen entscheidenden Einfluss. Von Nachteil sind zum Beispiel:

    • eine Ernährung, die viele gesättigte Fettsäuren und Cholesterin enthält
    • zu wenig Bewegung
    Verschiedene gesunde Lebensmittel werden gezeigt.
    Cholesterinsenkende Lebensmittel sind zum Beispiel Obst, Gemüse, Fisch und Nüsse.

    © iStock / monticelllo

    Was bedeuten erhöhte Cholesterinwerte?

    Ein hoher Cholesterinspiegel ist ein Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und damit für Arteriosklerose, Herzinfarkt und Schlaganfall. An den Cholesterinwerten allein lässt sich das Risiko für diese Erkrankungen aber nicht abschätzen. Das ergibt sich erst in Kombination mit anderen Einflussfaktoren. Teilweise lassen sich diese beeinflussen, teilweise aber auch nicht.

    Weitere Risikofaktoren sind zum Beispiel:

    Am besten besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, ob sie oder er Ihr Risiko als hoch einschätzt. Wenn eine Diät nicht erfolgreich ist, wird sie oder er auch mit Ihnen abwägen, ob es sinnvoll ist, Ihre Cholesterinwerte durch Medikamente (Statine) zu senken.

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    Wie kann man sein Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken?

    Das Risiko, eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu entwickeln, hängt nicht ausschließlich von erhöhten Cholesterinwerten ab. Daher sollten Präventionsmaßnahmen beziehungsweise eine mögliche Behandlung nicht nur den Cholesteringehalt im Blick haben, sondern insgesamt dafür sorgen, die Gesundheit von Herz und Gefäßen zu verbessern. Das geht auch ohne Medikamente:

    • Verzichten Sie auf Zigaretten.
    • Ernähren Sie sich gesund, indem Sie wenig gesättigte Fettsäuren zu sich nehmen und beispielsweise auf Fertiggerichte verzichten und den Verzehr tierischer Produkte einschränken (unter anderem Butter). Dafür sollten Sie viel Gemüse (auch Hülsenfrüchte), Obst und Vollkornprodukte essen sowie regelmäßig Fisch.
    • Bewegen Sie sich regelmäßig: Am besten geeignet sind Ausdauersportarten wie Nordic Walking oder Rad fahren.
    • Bauen Sie Übergewicht ab.
    • Achten Sie auf Ihren Blutdruck: Eine salzarme Ernährung und ausreichend Bewegung können auch den Blutdruck positiv beeinflussen.

    Mitunter liest man, dass Nahrungsergänzungsmittel mit Omega-3- oder Omega-6-Fettsäuren das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken können. Das ist bislang nicht eindeutig bewiesen. Es gibt allerdings Hinweise darauf, dass Fischöl-Kapseln mit Omega-3-Fettsäuren in sehr hoher Dosis die Wahrscheinlichkeit erhöhen, Herzrhythmusstörungen (Vorhofflimmern) zu entwickeln. Aus diesem Grund raten einige Expertinnen und Experten mittlerweile davon ab, solche Mittel einzunehmen. Die Gefahr besteht bei einem Verzehr natürlicher Nahrungsmittel nicht.

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