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Lungenfunktionstest zur Untersuchung der Atemwege

Veröffentlicht am:02.01.2024

4 Minuten Lesedauer

Mit einem Lungenfunktionstest lässt sich überprüfen, wie leistungsfähig die Lunge beim Ein- und Ausatmen ist. Das ist entscheidend, um Erkrankungen wie Asthma oder eine Lungenfibrose zu diagnostizieren und ihren Verlauf zu beurteilen.

Ein Mann beim Lungenfunktionstest mit einem Spirometer, im Hintergrund eine medizinische Fachangestellte.

© iStock / stefanamer

Was sind Lungenfunktionstests?

Einatmen, ausatmen – ungefähr 20.000-mal am Tag. Was für gesunde Menschen selbstverständlich ist, kann Menschen mit einer Atemwegserkrankung Schwierigkeiten bereiten. Um zu beurteilen, ob zum Beispiel die Atemwege verengt sind oder das Lungenvolumen verringert ist, werden unterschiedliche Lungenfunktionstests durchgeführt. Meist in einer Praxis für Lungenheilkunde (Pneumologie), aber auch in Kliniken. Die Lungenfunktionsuntersuchung (kurz „Lufu“) dient der Klärung eines Krankheitsbildes oder der Verlaufskontrolle.

Bei gesundheitlichen Einschränkungen wie anhaltendem Husten, wiederkehrender Atemnot oder ungewöhnlichen Atemgeräuschen wird neben der Anamnese und der körperlichen Untersuchung auch ein Lungenfunktionstest eingesetzt, um die richtige Diagnose zu finden. Klassische Erkrankungen, die durch eine Lufu abgeklärt werden, sind:

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Wie funktioniert ein Lungenfunktionstest?

Lungenfunktionstest ist ein Sammelbegriff für verschiedene diagnostische Verfahren mit unterschiedlichen Untersuchungsgeräten. Als Basistest dient die sogenannte Spirometrie, die meist auch in der Hausarztpraxis möglich ist und nur wenige Minuten dauert. Anhand der Werte erkennt der Arzt oder die Ärztin, ob etwa die Luftwege verengt sind (obstruktive Lungenerkrankung) oder das Lungenvolumen verringert ist (restriktive Lungenerkrankung). Genauere Informationen liefert ein großer Lungenfunktionstest in einer Fachpraxis für Pneumologie.

Gesundheitsangebote der AOK

Für Lungenpatientinnen und -patienten bietet die AOK zwei Curaplan-Programme an: Curaplan Asthma bronchiale und Curaplan COPD.

AOK-Curaplan sind strukturierte Behandlungsprogramme (Disease Management-Programme, kurz: DMP) für Menschen mit chronischen Erkrankungen.

Kleiner Lungenfunktionstest (Spirometrie)

Mit einer Spirometrie (lateinisch spirare: atmen) lassen sich das Lungenvolumen und der Atemfluss beurteilen. Dazu atmen Sie im Stehen oder Sitzen über ein Mundstück in ein sogenanntes Spirometer zunächst ruhig ein und aus, auf Anweisung des Fachpersonals schließlich auch tiefer, schneller oder langsamer. Das Gerät misst, wie viel Luft in welcher Geschwindigkeit hindurchströmt und zeichnet die Werte grafisch auf.

Eine Spirometrie lässt sich schnell durchführen, sie dauert meist nur zehn Minuten. Außerdem hat sie praktisch keine Nebenwirkungen. Möglicherweise kann gegen Ende der Ausatmung ein Hustenreiz oder ein Schwindelgefühl auftreten. Bei Bedarf lässt sich die Lungenfunktion auch bei Belastung prüfen, etwa beim Gehen oder auf einem Fahrradergometer (Spiroergometrie). Die Gabe bronchienerweiternder Medikamente vor der Spirometrie kann ebenfalls wichtige diagnostische Hinweise liefern etwa bei einem Verdacht auf eine Asthmaerkrankung (Bronchospasmolysetest).

Großer Lungenfunktionstest (Bodyplethysmografie)

Die sogenannte Bodyplethysmografie oder Ganzkörperplethysmografie gilt als „großer Lungenfunktionstest“, mit dem sich noch weitere Werte ermitteln lassen – zum Beispiel der Atemwegswiderstand (Widerstand in den Atemwegen, den der Luftstrom beim Ein- und Ausatmen überwinden muss) oder das verbleibende Lungenvolumen nach dem Ausatmen. Dazu atmen Sie ebenfalls über ein Mundstück, sitzen dabei aber in einer geschlossenen gläsernen Kammer, deren Druckschwankungen im Inneren genau aufgezeichnet werden.

Die Bodyplethysmografie ist aufwendiger und dauert ein paar Minuten länger als die Spirometrie. Dafür liefert sie sehr präzise Werte und eignet sich auch für Personen, die sich nicht ganz genau an Atemanweisungen halten können, zum Beispiel kleine Kinder.

Peak-Flow-Messung

Die Peak-Flow-Messung ist ein Test, der als Selbstkontrolle zu Hause durchgeführt wird – mit einem sogenannten Peak-Flow-Meter. Dieses kleine Gerät besitzt ein Mundstück, in das Sie nach einem tiefen Luftholen so stark wie möglich hineinpusten. Dabei wird der maximale Atemstoß gemessen (englisch „peak flow“ = Spitzendurchfluss). Den Peak-flow -Wert sollten Menschen mit bestehenden Lungenerkrankungen wie Asthma oder COPD täglich ermitteln und notieren. Peak-Flow-Veränderungen zum Besseren oder Schlechteren helfen Patienten und Patientinnen, ihren aktuellen Gesundheitszustand einzuordnen.

Eine ältere Frau benutzt einen Inhalator gegen ihre Atemnot.

© iStock / bymuratdeniz

Wer an Asthma oder COPD erkrankt ist, sollte seine Lungenfunktion regelmäßig überprüfen lassen.

Lungenfunktionstest: die Werte verstehen

Mit einer Lungenfunktionsprüfung ermittelt der Arzt oder die Ärztin verschiedene Parameter. Im Vergleich mit bestimmten Referenzwerten („Normwerten“) kann die Fachperson bei der Lungenfunktionstest-Auswertung beurteilen, wie leistungsfähig die Lunge ist. Die wichtigsten ermittelten Werte finden Sie in der folgenden Tabelle:

AbkürzungFachbegriffMaßeinheitBedeutung
VCVitalkapazitätLiterVolumendifferenz zwischen maximaler Einatmung und Ausatmung
FEV1Exspiratorische Einsekunden-KapazitätLiterAtemvolumen, das nach maximalem Einatmen in der ersten Sekunde ausgeatmet werden kann
FEV1/FVCRelative Einsekunden-KapazitätProzentVerhältnis zwischen der maximalen Ausatemluftmenge, die in einer Sekunde ausgeatmet werden kann, und dem maximale Luftvolumen, das eine Person nach maximaler Einatmung ausatmen kann
PEFPeak Expiratory Flow (Spitzenfluss)Liter pro SekundeStrömungsgeschwindigkeit bei maximaler angestrengter Ausatmung
RVResidualvolumenLiterLuftvolumen, das nach maximaler Ausatmung noch in der Lunge zurückbleibt

Bei verschiedenen Atemwegserkrankungen sind im Lungenfunktionstest unterschiedliche Werte besonders aussagekräftig. So beträgt die Vitalkapazität bei gesunden Erwachsenen etwa drei bis fünf Liter. Vernarbt die Lunge, etwa bei einer Lungenfibrose, sinkt dieser Wert. Bei COPD und Asthma hingegen ist der FEV1-Wert besonders wichtig, der etwas darüber aussagt, wie frei der Atem fließen kann. Hier richten sich die Normwerte nach Lebensalter, Größe und Geschlecht.

Ihr Arzt oder Ihre Ärztin helfen Ihnen dabei, Ihre beim Lungenfunktionstest ermittelten Werte zu verstehen und einzuordnen.


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