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Kniearthrose: In Bewegung bleiben!

Ältere Frau beim Walken im Wald und das trotz einer Kniearthrose.

© iStock / SeventyFour

Lesezeit: 5 MinutenAktualisiert: 26.07.2021

Wenn die Knie bei Belastung schmerzen und die Gelenke steif sind, steckt häufig eine Kniearthrose dahinter, auch Gonarthrose genannt. Was gegen die Schmerzen hilft und warum Bewegung hilfreicher ist, als sich zu schonen.

Inhalte im Überblick

    Kniearthrose: Wie es dazu kommt

    Arthrose zählt zu den häufigsten chronischen Krankheiten in Deutschland. Besonders das Gelenk am Knie ist oft betroffen, da es im Laufe der Jahre bei vielen Menschen starken Belastungen ausgesetzt ist. Deshalb kommt es zum Verschleiß und der Knorpel nutzt sich nach und nach ab. Die Folgen sind Schmerzen, Steifigkeit und Einschränkungen in der Bewegung.

    Häufig leiden Menschen über 60 Jahre an Kniearthrose. Aufgrund von Unfällen oder starken Belastungen, wie etwa Profisport, können aber auch jüngere Menschen betroffen sein. Ist der Knorpel am Kniegelenk erst einmal abgenutzt, kann er sich nicht mehr regenerieren. Unbehandelt können die Schmerzen zur täglichen Qual werden.

    Mit einer frühzeitigen Diagnose und anschließenden Behandlung können Sie Ihre Muskulatur stärken, die Gelenke beweglich halten und die Symptome einer Kniearthrose lindern.

    Das sind die Symptome bei Arthrose im Knie

    Meist beginnt eine Kniearthrose mit Schmerzen beim Laufen, die sich zu einem chronischen Schmerz entwickeln und später auch ohne Belastung auftreten können. Die Krankheit schreitet zunächst langsam voran und kann unterschiedliche Verläufe haben. Diese Anzeichen können auf eine Kniearthrose hindeuten:

    • Anlaufschmerz
    • steife Gelenke (Morgensteifigkeit)
    • Schmerzen im Gelenk bei Belastung (Belastungsschmerz)
    • Schwellungen des Gelenks
    • Dauerschmerz des Kniegelenks
    • verspannte Muskeln um das Gelenk können durch eine Schon- und Fehlhaltung verstärkt werden

    Wird der Schmerz allerdings zum ständigen Alltagsbegleiter, deutet das auf eine vorangeschrittene Schädigung des Kniegelenks hin. Das Kniegelenk kann sich auch akut geschwollen und warm anfühlen. Bildet sich so ein Gelenkerguss, also eine Ansammlung von Wasser im Kniegelenk, handelt es sich um eine aktivierte Arthrose. Suchen Sie bei diesen Symptomen einen Arzt auf, um die Diagnose abklären und behandeln zu lassen.

    Eine frühzeitige Behandlung kann den abgenutzten Knorpel zwar nicht wieder aufbauen, hilft aber, die Beweglichkeit des Gelenks zur erhalten und den noch vorhandenen Knorpel zu schonen. So können Sie die Symptome lindern.

    Kniearthrose behandeln: was hilft?

    Sie leiden unter einer Gonarthrose? Bleiben Sie unbedingt in Bewegung! Entgegen vielen Behauptungen, sich möglichst viel zu schonen, ist es essenziell, sich regelmäßig zu bewegen. Auch eine medikamentöse Therapie oder Operation kann Erfolge erzielen und die Schmerzen lindern. Diese Behandlungsmöglichkeiten können Symptome einer Kniearthrose lindern und eine Verbesserung der Lebensqualität erzielen.

    Bewegung und Kräftigung der Kniegelenke

    Wer unter einer Kniearthrose leidet, sollte aktiv werden. Viele Studien belegen, dass gezielte Bewegung und Kräftigung, sowohl die Muskulatur stärkt als auch die Gelenkfunktion verbessert und das Wohlbefinden steigert. Zudem werden Durchblutung und Stoffwechsel durch Sport und Beweglichkeitsübungen angeregt. Das sorgt für eine gute Nährstoffversorgung in der Gelenkflüssigkeit und damit im Knorpel.

    Achten Sie bei allen Bewegungsabläufen darauf, nur spezielle, für das Knie geeignete Übungen auszuführen. Nur so ist gewährleistet, dass die Gelenke gestärkt und nicht zusätzlich belastet werden. Bei der richtigen Anwendung können Sie schon nach einigen Wochen Erfolge erzielen.

    Welche Sportarten bei Kniearthrose?

    Die folgenden Sportarten sind gut geeignet, um Symptomen einer Kniearthrose entgegenzuwirken. Sie halten fit und schonen gleichzeitig die Gelenke.

    Verzichten Sie dagegen auf Sportarten, wie Joggen, Tennis und Alpin Ski: Stöße, scharfes Abbremsen oder schnelle Richtungswechsel belasten die Kniegelenke zu sehr. Achten Sie außerdem auf den Untergrund. Hier gilt: je härter der Boden, desto belastender für die Gelenke.

    Älterer Mann ist mit dem Rad unterwegs, um durch die regelmäßige Bewegung einer Kniearthrose vorzubeugen.
    Bewegung ist die beste Vorsorge gegen Kniearthrose

    © iStock / ViktorCap

    Kräftigungsübungen bei Kniearthrose

    Nicht nur regelmäßige Bewegung ist wichtig, um Beschwerden entgegenzuwirken, sondern auch gezielte Kräftigungsübungen und Beweglichkeitsübungen. Es wird empfohlen, zwei- bis dreimal pro Woche für etwa 45 Minuten zu trainieren. Wichtig ist es, sich erst aufzuwärmen und das Pensum der Übungen langsam zu steigern. Beginnen Sie zunächst mit leichten Übungen und steigern Sie sich nach und nach. Diese Übungen sind ideal bei Kniearthrose.

    Step-ups

    • Stellen Sie einen Fuß auf die erste Stufe einer Treppe.
    • Den anderen Fuß auf die Treppenstufe heben und gleich wieder auf den Boden senken.
    • Wiederholen Sie diese Übung durchgängig für eine Minute, dann die Seite wechseln.
    • Zur Stabilisierung können Sie sich dabei am Treppengeländer festhalten.

    Ohne Hilfe vom Stuhl aufstehen

    • Setzen Sie sich auf einen Stuhl, die Beine im 90-Grad-Winkel und leicht gespreizt halten.
    • Die Arme vor der Brust überkreuzen und den Oberkörper leicht nach vorne neigen.
    • Versuchen Sie nun ohne Unterstützung durch die Arme langsam aufzustehen und sich wieder hinzusetzen.
    • Übung für zunächst eine Minute wiederholen, dann kurz pausieren und versuchen, die Übung etwas länger durchzuhalten.

    Mit der Zeit sind meist mehr Wiederholungen möglich. Je niedriger der Stuhl ist, desto schwieriger wird die Übung. Am besten stellen Sie den Stuhl mit der Lehne gegen eine Wand, damit er stabil steht.

    Koordination üben

    Neben den Kräftigungsübungen ist es ebenfalls ratsam, auch die eigene Koordination und Beweglichkeit zu trainieren. Probieren Sie es aus und stellen sie sich zum Beispiel beim Zähneputzen oder beim Warten auf den Bus einfach auf ein Bein – erst auf das rechte und dann auf das linke.

    Wo finde ich fachkundige Bewegungstherapien?

    Bei diesen Anlaufstellen finden Sie Angebote für ein Bewegungs- und Kräftigungstraining bei Kniearthrose.

    • Physiotherapie: Hier lernen Sie Übungen, die Sie langfristig und eigenständig anwenden können. In der Regel werden zunächst sechs Sitzungen verschrieben, ggf. auch mehr, je nach medizinischer Notwendigkeit.
    • Funktionstraining in Vereinen oder Rehas: In Sportvereinen oder Selbsthilfegruppen werden Gruppentrainings organisiert, die von einem Physiotherapeuten angeleitet werden, zum Beispiel Wassergymnastik oder Gymnastik.
    • Präventionskurse der AOK: Die AOK bietet Ihnen eine große Auswahl an verschiedenen Präventions- und Gesundheitskursen an. Bei einer leichten Kniearthrose können Kurse wie Yoga oder Tai-Chi das Wohlbefinden steigern und die Schmerzen verbessern.
    So hilft die AOK

    Sport- und Bewegungskurse bei der finden

    Medikamentöse Behandlung bei Kniearthrose

    Neben der Bewegungstherapie, werden häufig auch Schmerzmittel eingesetzt. Hier wird unterschieden zwischen Nicht-Opioid- und Opioid-Schmerzmedikamenten. Erstere sind bekannte Schmerzmittel wie Diclofenac oder Ibuprofen (sogenannte NSAR). Opioid-Schmerzmedikamente dagegen werden aufgrund der Suchtgefahr nur in seltenen und schweren Verläufen einer Kniearthrose verordnet. In diesem Fall werden sie auch nur kurz eingesetzt, in der Regel als eine Überbrückung bis zur Operation. Bei starken Schmerzen und Schwellungen kann Kortison in Form einer Spritze verabreicht werden.

    Zu beachten ist: Diese Medikamente können die Symptome zwar kurzfristig lindern, halten die Arthrose in ihrem Krankheitsverlauf langfristig aber nicht auf.

    Gewichtsabnahme hilft

    Laut einiger Studien kann sich bereits ein Gewichtsverlust von fünf Prozent positiv auf die Gelenke auswirken und den Druck auf das Kniegelenk mindern. Sie möchten auch Gewicht verlieren? Die AOK bietet Programme, die helfen, langfristig das Gewicht zu kontrollieren.

    Geeignete Schuheinlagen als Gelenkschutz

    Um die Kniegelenke zu entlasten, empfiehlt es sich, auf gut sitzende Schuhe zu setzen. Diese sollten eine dickere und feste Sohle haben, die das Fußgewölbe stützt. Ebenso bieten spezielle Schuheinlagen aus dem Fachgeschäft eine Entlastung für die Gelenke.

    Wann ist eine Operation sinnvoll?

    Ist die Kniearthrose bereits in einem fortgeschrittenen Stadium, erzielen die oben genannten Behandlungsmöglichkeiten keine Erfolge oder können sich Betroffene nur noch unter Schmerzen bewegen? Dann kann ein Gelenkersatz sinnvoll sein, um die Schmerzen zu lindern und die Lebensqualität wiederherzustellen.

    Laut einer dänischen Studie verbesserten sich dadurch bei 85 Prozent der Patienten der Zustand. Darüber hinaus zeigte sich, dass nach einer Operation weniger Patienten unter Beschwerden leiden als mit einer alternativen Behandlung durch Medikamente, Spritzen oder Bewegungstherapie. Da man aber auch mit dieser konservativen Behandlung gute Ergebnisse erzielen kann und eine Operation immer gewisse Risiken mit sich bringt, sollten zunächst diese Möglichkeiten ausgeschöpft werden.

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