Immunsystem

Geschwollene Lymphknoten erkennen und die Ursache behandeln

Veröffentlicht am:19.10.2023

4 Minuten Lesedauer

Aktualisiert am: 07.01.2026

Lymphknoten sind kleine, ovale Bindegewebskapseln, die bei Infektionen anschwellen und schmerzen können. Erfahren Sie, welche Aufgaben das Lymphsystem hat und wann bei geschwollenen Lymphknoten der Besuch in einer ärztlichen Praxis sinnvoll ist.

Besorgter Mann ertastet seine Lymphknoten am Hals.

© iStock / Prostock-Studio

Was bedeuten geschwollene Lymphknoten?

Geschwollene Lymphknoten gelten gemeinhin als Anzeichen für eine Erkrankung im Körper. Die kleinen Gewebeknoten sind Teil des Lymphsystems und dienen unter anderem der Abwehr von Infektionen in unserem Körper, können aber auch ein Zeichen einer ernsteren Erkrankung sein (siehe Infobox).

Welche Aufgaben hat das Lymphsystem?

Das Lymphsystem ist wichtiger Bestandteil unseres Immunsystems und hilft gleichzeitig, den Körper zu reinigen und überschüssige Flüssigkeit aus dem Gewebe abzutransportieren.

Mit einem weitverzweigten Netz von Gefäßen, den Lymphgefäßen, durchzieht das Lymphsystem den gesamten Körper. Über dieses Gefäßsystem fließt die Lymphflüssigkeit, auch kurz Lymphe genannt. Sie nimmt unter anderem Abfallstoffe, abgestorbene Zellen, Krankheitserreger und überschüssige Flüssigkeit aus dem Gewebswasser auf. Auf dem Weg durch den Körper durchfließt die Lymphe auch die Lymphknoten. Mehrere Hundert dieser kleinen Gewebeknoten sind im gesamten Körper auf den Bahnen des Lymphsystems verteilt. Die Lymphknoten filtern Schadstoffe, Krankheitserreger und Gewebewasser aus der Lymphe heraus, die gereinigt wieder in den Blutkreislauf übergeht.

Die Grafik zeigt einen Querschnitt durch den menschlichen Körper. Farblich hervorgehoben ist das Lymphsystem, an seinen Verzweigungen als runde Markierungen die Lymphknoten.
Das weitverzweigte Lymphsystem durchzieht den gesamten menschlichen Körper. An den Abzweigungen der Lymphgefäße liegen die Lymphknoten.

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Warum schwellen Lymphknoten an?

Lymphknoten sind in den Lymphbahnen zwischengeschaltet und enthalten Abwehrzellen, sogenannte Lymphozyten, die zu den weißen Blutkörperchen gehören. Lymphozyten können Viren, Bakterien oder andere Krankheitserreger erkennen und bekämpfen. Wird ein Fremdkörper, zum Beispiel ein Bakterium erkannt, vermehren sich unter anderem die Lymphozyten und entwickeln eine Immunabwehr gegen den Erreger. Eine Schwellung ist also meistens ein Zeichen einer natürlichen Abwehrreaktion. Solange es sich beispielsweise um einen Infekt und keine ernstere Erkrankung handelt, bilden sich geschwollene Lymphknoten in der Regel innerhalb weniger Tage von selbst zurück.

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Bei einem Jungen werden in einer Praxis die Lymphknoten am Hals abgetastet.

© iStock / yacobchuk

Geschwollene Lymphknoten sind ein Zeichen einer Immunreaktion im Körper und werden oft im Rahmen einer ärztlichen Untersuchung ertastet.

Wo sitzen die Lymphknoten und welche kann man ertasten?

Lymphknoten sind wenige Millimeter große, runde oder ovale Bindegewebskapseln und kommen nahezu überall im Körper vor. Die Mehrzahl der etwa 600 bis 700 Lymphknoten liegt im Kopf-Hals-Bereich. Doch es gibt auch Lymphknoten in den Leisten, den Beinen, Armen und in den Achseln. Sind Lymphknoten geschwollen, kann ihre Lage einen Hinweis auf die Erkrankung geben, da zunächst die Knoten in der näheren Umgebung eines Krankheitsherds ihre Abwehr aktivieren und dabei anschwellen. Bei einem grippalen Infekt etwa sind die Lymphknoten am Hals geschwollen.

Einige Lymphknoten sitzen tief im Körper, zum Beispiel im Bauchraum und im Brustkorb. Andere befinden sich direkt unter der Hautoberfläche und lassen sich ertasten, wenn sie geschwollen sind. Zu diesen gehören die Lymphknoten

  • am Kopf und am Hals,
  • in den Achselhöhlen,
  • in den Leisten,
  • in den Kniekehlen.

Häufig werden sie von Ärzten und Ärztinnen im Rahmen einer Untersuchung auf Schwellungen hin untersucht.

Was ist ein Wächterlymphknoten?

In seltenen Fällen können geschwollene Lymphknoten ein Anzeichen für eine ernsthafte Erkrankung sein, zum Beispiel für Krebs. Lymphknoten, die sich in der Nähe eines bösartigen Tumors befinden, werden von Fachleuten als „Wächterlymphknoten“ bezeichnet. Hat eine Krebserkrankung über das Lymphsystem gestreut, finden sich auch Krebszellen oder Verhärtungen im nächstliegenden Lymphknoten. Bei der Brustkrebsvorsorge tastet die Gynäkologin deswegen auch immer die Lymphknoten in den Achselhöhlen ab.

Behandlung: Wann zum Arzt und was hilft bei geschwollenen Lymphknoten?

Sind einer oder mehrere Lymphknoten nur wenige Tage geschwollen, sind die vergrößerten Knoten schmerzhaft und treten zeitgleich mit einem Infekt auf? Dann ist die Schwellung in der Regel harmlos und völlig in Ordnung.

Bei geschwollenen Lymphknoten holen Sie sich ärztlichen Rat, wenn

  • es keinen erkennbaren Grund für die Schwellung wie einen Infekt oder Ähnliches gibt
  • Sie keine Schmerzen an der Schwellung spüren,
  • die Schwellung über Wochen oder Monate anhält,
  • die Schwellung an Größe zunimmt,
  • sich der Knoten hart anfühlt,
  • Sie zusätzlich Fieber haben, nachts schwitzen und an Gewicht verlieren.

Über bildgebende Verfahren wie Ultraschall oder Computertomographie können Ärztinnen und Ärzte die geschwollenen Lymphknoten beurteilen. Bei einem akuten Krankheitsverdacht lässt sich das Blut im Labor auf bestimmte Erreger untersuchen. Mit einem kleinen Eingriff (Biopsie) können die Fachleute auch eine Gewebeprobe aus dem geschwollenen Lymphknoten entnehmen und anschließend unter dem Mikroskop untersuchen.

Da die geschwollenen Lymphknoten selbst schon ein Zeichen dafür sind, dass der Körper eine Krankheit bekämpft, bilden sie sich meist schnell zurück, sobald beispielsweise ein grippaler Infekt wieder abklingt.

Eine medizinische Behandlung richtet sich immer nach der Grunderkrankung, die die Ursache für die geschwollenen Lymphknoten ist.

Fachlich geprüft
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