Herz & Kreislauf

Bewegungsmangel bei Kindern ist schlecht für die Herzgesundheit

Veröffentlicht am:12.02.2026

4 Minuten Lesedauer

Viele Kinder bewegen sich im Alltag zu wenig. Eine Studie zeigt, dass langes Sitzen bereits in jungen Jahren das Herz belasten kann. Gleichzeitig wird deutlich: Schon leichte Bewegung kann das Risiko für frühe Herzveränderungen spürbar senken.

Ein Junge liegt mit einem Smartphone in der Hand auf einem Sessel.

© iStock / miodrag ignjatovic / KI-bearbeitet

Wie äußert sich der Bewegungsmangel bei Kindern?

Viele Kinder verbringen einen Großteil des Tages sitzend. Studien zeigen, dass 11- bis 17-Jährige durchschnittlich sieben bis acht Stunden pro Tag sitzen. Gleichzeitig erreichen viele von ihnen die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlene Bewegungszeit nicht, damit haben sie Bewegungsmangel.

Kinder und Jugendliche (5 bis 7 Jahre) sollten laut WHO über die Woche verteilt mindestens 60 Minuten täglich mäßig bis intensiv aktiv sein. Die Realität sieht anders aus: Unter 20 Prozent der 11- bis 17-Jährigen schaffen diese Empfehlung, bei 6- bis 10-Jährigen sind es etwa 25 Prozent. Bei den jüngsten Kindern gibt es kaum verlässliche Zahlen.

Wie kommt Bewegungsmangel bei Kindern zustande?

Kinder haben einen natürlichen Bewegungsdrang. Doch diesem gehen sie durch Verpflichtungen und Ablenkungen nicht immer nach: Langes Sitzen in der Schule, Hausaufgaben und Bildschirmaktivitäten verringern die aktive Zeit deutlich. Mit zunehmendem Alter bewegen sich Kinder daher oft noch weniger.

Auch die sozialen Bedingungen spielen eine Rolle. Sozial benachteiligte Mädchen erreichen laut mehrerer Studien seltener die empfohlenen Bewegungszeiten als Jungen mit einem niedrigen sozialökonomischen Status.

Welche Folgen hat Bewegungsmangel für das Herz?

Wenn Kinder sich zu wenig bewegen, kann das gesundheitliche Folgen haben. Schon früh können inaktive Alltagsgewohnheiten sich negativ auf die Blutgefäße auswirken und das Risiko für die Entwicklung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Forschende zeigen: Nach dem Rauchen ist zu wenig Bewegung das größte lebensstilbedingte Risiko für die Herzgesundheit.

Regelmäßige körperliche Aktivität verlangsamt die Ablagerung von Fett und Kalk in den Gefäßen, die später zu Herzproblemen führen können. Gleichzeitig unterstützt Bewegung dabei, ein gesundes Gewicht zu halten und normale Cholesterinwerte zu fördern, was das Herz entlastet – das gilt bereits bei Kindern.

Auch die körperliche Leistungsfähigkeit im Alltag verbessert sich durch Bewegung: Kinder haben mehr Ausdauer beim Spielen, Radfahren oder Toben. Außerdem wirkt Bewegung positiv auf das Wohlbefinden und die Stimmung.

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Haben Kinder durch Bewegungsmangel ein größeres Herz?

Forschende belegten tatsächlich, dass Heranwachsende mit wenig Bewegung ein höheres Risiko für ein vergrößertes Herz besaßen. Eine Langzeitstudie untersuchte dafür 1682 Kinder und ihre Entwicklung im Alter zwischen 11 und 24 Jahren, also über 13 Jahre hinweg.

Schon zu Beginn verbrachten die Kinder im Schnitt sechs Stunden täglich mit Sitzen, im jungen Erwachsenenalter waren es neun Stunden pro Tag. Etwa 40 Prozent des Wachstums der Herzmasse in den sieben Jahren führten Forschende auf diese zusätzlichen Sitzeinheiten zurück – unabhängig von Übergewicht oder Bluthochdruck.

Schützt Bewegung vor einem vergrößerten Herz bei Kindern?

In der gleichen Studie, die auch ein vergrößertes Herz bei sitzenden Kindern zeigte, konnten drei bis vier Stunden leichte Bewegung pro Tag den Anstieg der Herzmasse fast halbieren. Regelmäßige Aktivität stand zudem mit einer besseren Herzfunktion in Verbindung.

Bei mäßiger bis intensiver Bewegung wuchs die Herzgröße nur leicht um rund fünf Prozent, was als gesunde Anpassung des Herzmuskels gilt. Bewegung wirkt also gezielt dem ungesunden Zuwachs der Herzmasse entgegen.

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Was tun gegen Bewegungsmangel bei Kindern?

Ihr Kind kann den Alltag spielerisch nutzen, um leicht in Bewegung zu bleiben: Draußen toben, den Spielplatz erkunden, mit dem Hund Gassi gehen, im Park oder Wald herumrennen, Wege mit dem Fahrrad oder zu Fuß zurücklegen und im Garten mithelfen – all das zählt als wertvolle Bewegung.

Sie können Ihr Kind zusätzlich motivieren, regelmäßig aktiv zu sein: Ob Fußball, Basketball, Frisbee oder Golf – jede Sportart stärkt Herz und Kreislauf. Spaziergänge, kleine Ausflüge oder Spielzeiten machen Bewegung von Kindern zudem abwechslungsreich und zu einer gemeinsamen Unternehmung.

Ein älterer Mann läuft mit einen Fußball in der Hand, drei Kinder halten sich an ihm fest.

© iStock / SolStock

Bewegung mit der Familie macht Spaß und fördert die Herzgesundheit.

Tipps für mehr Bewegung von Kindern

Bauen Sie im Alltag viele kleine Bewegungsmomente ein, die das Herz Ihres Kindes stärken und den Kreislauf in Schwung bringen.

  • Planen Sie kurze Bewegungspausen bei den Hausaufgaben ein, in denen Ihr Kind ein paar Minuten springen, sich dehnen oder kleine Bewegungsübungen machen kann.
  • Nutzen Sie Haushaltsaktivitäten wie Staubsaugen, Tischdecken oder Wäschezusammenlegen, um Ihr Kind aktiv einzubeziehen.
  • Motivieren Sie Ihr Kind, Treppen statt Aufzüge zu nehmen und den Weg zur Schule zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückzulegen.
  • Richten Sie zu Hause einen kleinen Bewegungsbereich ein, in dem Ihr Kind Seilspringen, Hüpfen oder kleine Bewegungsspiele machen kann.
  • Binden Sie Ihr Kind in kurze Familien-Wettkämpfe ein, etwa wer am längsten auf einem Bein stehen oder 50 Schritte rückwärtsgehen kann.
  • Unterstützen Sie Ihr Kind bei Verabredungen zu Freizeitaktivitäten, die mit Bewegung verbunden sind.
  • Fördern Sie kreative Bewegung, etwa Tanz zu Musik, kleine Hindernisparcours im Garten oder Wohnzimmer, Jonglieren oder Balanceübungen.
Fachlich geprüft
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