Haut & Allergie

Nachtschweiß: Ursachen und Tipps für besseren Schlaf

Veröffentlicht am:20.10.2026

5 Minuten Lesedauer

von Jennifer Ann Steinort

Nachts schwitzen wir alle mal. Ist die Schlafkleidung aber regelmäßig durchnässt, kann das verschiedene Ursachen haben, zum Beispiel Infekte, Medikamente oder Erkrankungen. Woran Sie Nachtschweiß erkennen und wann ärztlicher Rat sinnvoll ist.

Eine Frau liegt mit geöffneten Augen im Bett und hält sich den Arm über die Stirn.

© iStock / Highwaystarz-Photography

Was unterscheidet Nachtschweiß vom normalen Schwitzen?

Bei Nachtschweiß wird der Schlaf von starkem Schwitzen begleitet. Verschwitzte Schlafanzüge und Bettwäsche können die Folge sein. Das Schwitzen kann auch zu nächtlichen Wachphasen führen. Entscheidend ist dabei die Umgebungstemperatur: Im Gegensatz zum normalen Schwitzen tritt Nachtschweiß auch auf, wenn es im Schlafzimmer oder im Bett nicht zu warm ist.

Nachtschweiß kann von plötzlichen Hitzewallungen begleitet werden, vor allem im Nacken, auf der Brust oder am ganzen Oberkörper. Schwitzen hängt mit der Körpertemperatur zusammen: Steigt diese über einen bestimmten Schwellenwert, die sogenannte thermoneutrale Zone, schaltet der Körper auf Kühlung um und produziert Schweiß. Bei Nachtschweiß kann sich dieser Mechanismus auch ohne Überwärmung aktivieren.

Wie viele Menschen sind von Nachtschweiß betroffen?

Nachts schweißgebadet aufzuwachen, ist offenbar keine Seltenheit. Wie häufig Nachtschweiß in den Statistiken auftaucht, hängt allerdings auch davon ab, wie danach gefragt wird. In einer Untersuchung berichteten 16 Prozent der Befragten von Nachtschweiß, bei 12 Prozent war dabei sogar das Bettzeug nass. Andere Studien kamen auf höhere Werte, verwendeten aber teils andere Definitionen: Sie erfassten beispielsweise die Werte auch über den gesamten Tag.

Welche Ursachen hat Nachtschweiß?

Für Nachtschweiß kommen viele verschiedene Ursachen infrage. Dazu zählen Hormonveränderungen, Infektionen und chronische Krankheiten, aber auch psychische Belastungen: Angststörungen, Panikattacken und anhaltender Stress können nächtliches Schwitzen auslösen. Auch Alkohol und andere Substanzen gehören zu den möglichen Verursachern.

Bei einigen Menschen begünstigen Medikamente nächtliches Schwitzen. Bestimmte Blutdrucksenker, Antidepressiva, Schmerzmittel wie Ibuprofen und Kortisonpräparate können zu Nachtschweiß führen.

Welche Krankheiten lösen Nachtschweiß aus?

Viele Infektionen können zu nächtlichem Schwitzen führen. Zudem zählt die Schlafapnoe zu den Krankheiten, bei denen es häufig zu Nachtschweiß kommt. In einer isländischen Studie schwitzte etwa ein Drittel der von Schlafapnoe Betroffenen mehrmals pro Woche nachts – dreimal so oft wie in der Allgemeinbevölkerung. Unter einer Atemmaskentherapie sank der Anteil von rund 33 auf 11,5 Prozent.

Nachtschweiß zeigt sich in Verbindung mit unfreiwilligem Gewichtsverlust auch bei einigen Krebserkrankungen. Das Symptom tritt vor allem bei Leukämien und Lymphomen sowie bei fortgeschrittenen Tumoren auf. Auch eine überaktive Schilddrüse kann die Beschwerden auslösen.

Nachtschweiß allein ist allerdings kein Grund zur Sorge: Bei den meisten Menschen mit anhaltendem Nachtschweiß liegt keine ernsthafte Erkrankung zugrunde.

Gibt es bei Frauen zusätzliche Ursachen für Nachtschweiß?

Nächtliche Schwitzattacken können bei Frauen auch mit Hormonveränderungen zusammenhängen. Vor allem in der Perimenopause und Menopause schwanken die Hormone Östrogen und Progesteron, die auch die Temperaturregulation beeinflussen, stark. Diese Schwankungen können Hitzewellen und Schwitzen auslösen.

Auch außerhalb der Wechseljahre spielen Hormone eine Rolle: Während der Schwangerschaft verändert sich der Hormonspiegel stark, was Nachtschweiß begünstigen kann – teilweise noch einige Wochen nach der Geburt. Selbst im normalen Zyklus tritt Nachtschweiß gelegentlich als Begleitsymptom auf, wenn kurz vor der Periode Progesteron- und Östrogenspiegel absinken.

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Wann ist Nachtschweiß bedenklich?

Viele Betroffene fragen sich, ab wann sie sich wegen Nachtschweiß Sorgen machen müssen. Zunächst einmal ist Nachschweiß nicht immer ein Symptom für eine Erkrankung. Deshalb sollte man zunächst äußere Ursachen erforschen, wie eine zu hohe Temperatur im Schlafzimmer oder zu warme Bettdecken. Eine ärztliche Abklärung ist aber sinnvoll, wenn die Schweißepisoden über längere Zeit bestehen und den Schlaf stören.

Außerdem sollten Betroffene hellhörig werden, wenn zusätzliche Symptome dazukommen, etwa ein ungewollter Gewichtsverlust, Fieber oder geschwollene Lymphknoten.

Patienten und Patientinnen sollten möglichst alle Beschwerden erwähnen, damit der Arzt oder die Ärztin sich ein vollumfängliches Bild von den Symptomen und den möglichen Ursachen machen kann. Ein Schlaftagebuch, in dem Betroffene ihre Beschwerden nach dem Aufwachen notieren, kann hilfreich sein.

Wie wird Nachtschweiß behandelt?

Bei Nachtschweiß richtet sich die Behandlung nach der Ursache. Sind beispielsweise Medikamente der Auslöser, kann die Ärztin oder der Arzt prüfen, ob eine andere Dosierung oder ein anderes Präparat sinnvoll ist. Bei einer zugrunde liegenden Erkrankung wird diese gezielt behandelt.

Auch hormonell bedingter Nachtschweiß lässt sich therapieren: In den Wechseljahren kann unter Abwägung des Nutzens und der Risiken eine Hormonersatztherapie infrage kommen. Allerdings ist nicht immer eine spezielle Behandlung nötig. Leichten Nachtschweiß können Betroffene bereits durch Veränderungen in der Schlafumgebung lindern.

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Welche Tipps helfen bei Nachtschweiß?

Nächtliches Schwitzen kann sehr lästig sein. Mit einigen Tipps schaffen Sie eine angenehmere Schlafumgebung und stärken Ihr Wohlbefinden:

  • Sorgen Sie für eine Erfrischung: Stellen Sie sich ein Glas kühles Wasser ans Bett. Wenn Sie nachts stark schwitzen, haben Sie so direkt ein Getränk griffbereit. Müssen Sie erst aufstehen, kann Sie das noch wacher machen.
  • Wählen Sie eine luftige Nachtwäsche: Locker sitzende Pyjamas aus Baumwolle oder Leinen lassen Luft an Ihre Haut. Leichte Stoffe fühlen sich besonders dann komfortabel an, wenn Sie nachts stark schwitzen.
  • Bringen Sie frische Luft ins Schlafzimmer: Lassen Sie ein Fenster geöffnet oder nutzen Sie einen Ventilator. Auch eine Klimaanlage kann die Raumtemperatur senken und angenehmere Schlafbedingungen schaffen.
  • Setzen Sie auf den Zwiebellook: Mit mehreren dünnen Bettdecken können Sie flexibler auf Temperaturschwankungen reagieren. Wird Ihnen nachts zu warm, nehmen Sie einfach eine Schicht weg.
  • Achten Sie auf Schärfe und Koffein am Abend: Scharf gewürzte Speisen und koffeinhaltige Getränke können das Schwitzen fördern. Reduzieren Sie beides am Abend und beobachten Sie, ob sich dadurch etwas verändert.

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