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Angst vor der Geburt: Was werdende Mütter tun können

Schwangere Frau im Jeans-Kleid steht vor einem Fenster und sieht verzw

© iStock / AntonioGuillem

Lesezeit: 4 MinutenAktualisiert: 30.07.2020

Wenn die Geburt des eigenen Kindes kurz bevorsteht, steigt die Aufregung. Aber was können Mütter tun, wenn die anfängliche Nervosität stetig wachsender Angst weicht?

Inhalte im Überblick

    Angst vor der Geburt ist bei werdenden Müttern nicht selten. Schließlich handelt es sich um ein wichtiges Ereignis, welches das ganze Leben verändern kann. Ein gewisser Respekt ist da also durchaus angebracht. Bei einigen Frauen entwickelt sich aus Aufregung und Nervosität mit fortschreitender Schwangerschaft jedoch eine regelrechte Angst vor dem Geburtsvorgang.

    Tokophobie – panische Angst vor der Geburt

    Die Angst kann schließlich so weitreichende Folgen haben, dass sie sich im schlimmsten Fall zu einer ernst zu nehmenden Phobie entwickelt – der sogenannten Tokophobie. Damit es jedoch gar nicht erst so weit kommt, kann es werdenden Müttern helfen, den Ursprung ihrer Angst zu ergründen.

    Ursachen für Ängste vor der Geburt

    Häufige Auslöser einer Geburtsangst sind:

    • Angst, dass das Kind nicht gesund ist
    • Angst vor den Geburtsschmerzen/Wehenschmerzen
    • Angst vor Komplikationen während des Geburtsvorgangs
    • Angst vor Kontrollverlust
    • Schlechte Erfahrung bei vorheriger Geburt

    Geburtsangst überwinden

    Angst ist eigentlich etwas sehr Positives. Sie ist nämlich nichts anderes als ein natürlicher Schutzmechanismus, der den gesamten Organismus in Alarmbereitschaft versetzt. Sie macht uns aufmerksam und stärkt unseren Überlebensinstinkt. Allerdings: Sie kann auch im schlimmsten Fall zu Schlafstörungen, Panik-Attacken und sogar Lähmungserscheinungen und Verkrampfungen führen. Und genau das ist für werdende Mütter beim Geburtsvorgang besonders hinderlich.

    Welche Leistungen bietet die AOK zur Geburtsvorbereitung und Geburt an?

    Die Leistungen der AOK unterscheiden sich regional. Mit der Eingabe Ihrer Postleitzahl können wir die für Sie zuständige AOK ermitteln und passende Leistungen Ihrer AOK anzeigen.

    Warum lähmende Angst das Wohl des Kindes gefährden kann

    Während des Geburtsvorgangs sind die Muskeln der Gebärmutter stark gefordert. Durch ihre Aktivität wird das Baby aus der Gebärmutter durch den Muttermund herausgepresst. Die Gebärmutter-Kontraktionen entstehen durch ein stetiges Wechselspiel von An- und Entspannung der quer- und längsliegenden Muskeln im oberen und unteren Gebärmutterbereich. Verkrampfen die Muskeln zunehmend, wird dieser Vorgang empfindlich gestört, sodass die Gebärmutter weniger durchblutet und die Versorgung des ungeborenen Kindes möglicherweise gefährdet wird. Es ist daher besonders wichtig, dass sich die werdende Mutter bis zu einem gewissen Grad „entspannen" kann.

    So beruhigen Sie sich vor der Geburt

    Seine eigenen Ängste zu beherrschen – das ist gar nicht so einfach. Erst recht nicht, wenn die Angst durchaus begründet ist. Leiden Sie zum Beispiel besonders unter Angst vor den anstehenden Wehenschmerzen, ist es schwer zu leugnen, dass diese vermutlich eintreten werden.

    Es gibt jedoch einige Dinge, die Sie bei wachsender Angst vor der Geburt tun können.

    Schwangere Frau hält sich den Bauch und atmet schwer
    Angst vor der Geburt ist bei werdenden Müttern ganz normal.

    © iStock / Halfpoint

    Geburt: 5 Tipps gegen die Angst vor der Entbindung

    Tipp 1: Eine gute Vorbereitung ist alles

    Das Allerwichtigste ist, dass Sie sich umfassend über den Geburtsvorgang informieren. Dann ist die Furcht vor dem Unbekannten gar nicht mehr so groß. Ist der Ablauf einer Geburt bekannt und sind Sie über mögliche Komplikationen informiert, legt sich die Angst in der Regel ein wenig.

    In jedem Fall sollten Sie einen Geburtsvorbereitungskurs besuchen. Hier werden Sie über alle Eventualitäten aufgeklärt, und offene Fragen können direkt beantwortet werden.

    Tipp 2: Vertrauensperson einweihen

    Angst ist nicht mehr ganz so schlimm, wenn man sie teilt. Für viele Betroffene ist es sehr erleichternd, wenn man über die Angst vor der Geburt mit jemandem reden kann. Das kann natürlich der Partner oder die Familie sein, oder auch jemand, der sich mit Geburten bestens auskennt, etwa ein Gynäkologe oder eine Hebamme. Im besten Fall suchen Sie sich eine Beleghebamme, die Sie durch die gesamte Schwangerschaft begleitet. So haben Sie immer einen Experten an Ihrer Seite und werden während des Geburtsvorgangs von einer Vertrauensperson betreut.

    Tipp 3: Selbstbestimmung fördern

    Bei der Geburt ist man starken Schmerzen und in gewisser Weise auch einem Kontrollverlust ausgesetzt. Vielen Frauen hilft es daher, wenn sie selbst im Vorfeld bestimmen können, wie und wo das Kind zur Welt kommt. Informieren Sie sich zum Beispiel über die verschiedenen Möglichkeiten wie etwa eine Entbindung in einer Klinik, in einem Geburtshaus oder eine Hausgeburt. 

    Denn wenn Sie frühzeitig selbst die Planung in die Hand nehmen, fühlen Sie sich bei der Geburt weniger hilflos.

    Tipp 4: Atemübungen gegen die Schmerzen

    Entspannungs- und Atemübungen können helfen, Ängste abzubauen und sogar aktiv die Schmerzen während der Geburt lindern. Auch Verkrampfungen wird so vorgebeugt. Richtiges Atmen und Entspannungsübungen lernen Sie zum Beispiel im Geburtsvorbereitungskurs, aber auch durch Autogenes Training oder beim Yoga. Ob für Sie ein Kurs infrage kommt, erfahren Sie unter anderem bei Ihrer AOK.

    Tipp 5: Mehrere Behandlungsmöglichkeiten in Erwägung ziehen

    Angst vor besonders starken Schmerzen kann auch dadurch gelindert werden, dass man sich über die verschiedenen Möglichkeiten zur Schmerztherapie informiert. Erkundigen Sie sich z.B. bei einem Infoabend in einer Klinik, im Geburtshaus oder im Gespräch mit der behandelnden Gynäkologin und mit Ihrer Hebamme, was hilfreich sein kann, um Schmerzen unter der Geburt lindern zu können. 

    Sprüche wie „Es ist noch jedes Kind zur Welt gekommen“ helfen bei Angst vor der Entbindung nicht. Im Gegenteil: Sie führen eher dazu, dass sich die werdenden Mütter nicht ernst genommen fühlen. Wächst die Angst so sehr an, dass sich im schlimmsten Fall eine drohende Angststörung entwickelt, sollte ein Fachmann aufgesucht werden. Ein Therapeut kann helfen, die Angstsymptome zu lindern.

    Vorfreude statt Angst

    Die Auseinandersetzung auch mit Ängsten vor einer Geburt ist normal. Ist das Kind allerdings zur Welt gekommen, überwiegt in der Regel die Freude. Stehen Sie kurz vor der Geburt, steigt nicht nur die Angst – auch die Vorfreude darf wachsen. So vollgepumpt mit Endorphinen ist vielleicht auch der Geburtsschmerz ein wenig erträglicher.

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