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Haferflocken: Darum sind sie so gesund
Veröffentlicht am:28.05.2021
7 Minuten Lesedauer
Aktualisiert am: 18.03.2026
Haferflocken sind mehr als nur ein gesundes Frühstück: Was die Getreideflocken so gesund macht, wie nachhaltig und vielseitig sie sind und warum sie sogar bei Diabetes helfen können.

© iStock / carlosgaw
Warum sind Haferflocken gesund?
Haferflocken bringen viele Vorteile für die Gesundheit mit sich. Sie sind leicht bekömmlich, enthalten viele Nährstoffe und Vitamine und können vielseitig eingesetzt werden – von Porridge, über Knuspermüsli, Kekse und Smoothies bis hin zu selbstgemachtem Hafermehl.
Haferflocken gehören zu den Vollkornprodukten und sind damit reich an Ballaststoffen und gesund für den Darm. Denn eine ballaststoffreiche Ernährung kann zum Beispiel das Risiko senken, an Darmkrebs zu erkranken.
Durch langkettige Kohlenhydrate sorgen die Getreideflocken für ein länger anhaltendes Sättigungsgefühl, was beim Abnehmen helfen kann. Zudem steigern Haferflocken auch nicht so stark den Blutzuckerspiegel wie einfache Kohlenhydrate, da Haferflocken nur nach und nach in die Blutbahn gehen. So ergänzen die Getreideflocken wunderbar eine gesunde und ausgewogene Ernährung.
Wie können Haferflocken bei Diabetes helfen?
Haferflocken können in Form einer Haferkur sogar bei Diabetes Typ 2 helfen. Ein möglicherweise dafür verantwortlicher Inhaltsstoff ist Beta-Glucan, ein löslicher Ballaststoff, dessen genaue Wirkweise im Körper noch nicht vollständig erforscht ist.
Es wird vermutet, dass Beta-Glucan den Übergang des Speisebreis vom Magen in den Dünndarm verlangsamt, wodurch Zucker langsamer aufgenommen wird und der Blutzuckerspiegel stabil bleibt. Dank des länger anhaltenden Sättigungsgefühls fördern Haferflocken zudem eine gesunde Blutzuckerkontrolle. Auch die LDL-Cholesterin-Werte werden durch eine Haferkur minimiert, das Gewicht reduziert und die Leber entlastet.
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Welche Nährstoffe enthalten Haferflocken?
Haferflocken sind gut bekömmlich und enthalten viele Mineralstoffe und wertvolle Vitamine. Sie sind eine gute Quelle für Vitamin B1 (Thiamin) und Biotin. Außerdem liefern sie wichtige Mineralstoffe wie Zink, Selen, Magnesium und Folat.
Für Menschen, die unter hohen Cholesterinwerten (Blutfettwerte) oder Blutzuckerwerten leiden, sind Haferflocken ideal: Hafer enthält den Ballaststoff Beta-Glucan, der den Cholesterinspiegel im Blut nachweislich senkt und den Blutzuckerspiegel stabil hält.
Die Getreideflocken eignen sich darüber hinaus für eine proteinreiche Ernährung – 100 Gramm Haferflocken enthalten 13 Gramm Proteine.
Ist die Phytinsäure in Haferflocken ungesund?
Haferflocken enthalten Phytinsäure, die auch als „Antinährstoff“ bezeichnet wird. Der Grund: Sie beeinträchtigt die Aufnahme bestimmter Mineralien wie Eisen, Zink und Kalzium. Durch Einweichen über Nacht oder Kochen kann die Phytinsäure jedoch reduziert oder sogar ganz entfernt werden. Phytinsäure besitzt jedoch auch positive Eigenschaften: Sie trägt dazu bei, den Cholesterinspiegel zu senken, die Verdauung zu regulieren und einen starken Anstieg des Blutzuckerspiegels zu verhindern.
Welche Haferflocken gibt es und für welche Speisen sind sie geeignet?
Es gibt großblättrige und kleinblättrige Haferflocken. Je nachdem wie die Haferkerne maschinell bearbeitet werden, erhält man die kernige (großblättrige) oder feine (kleinblättrige) Sorte. Aber worin unterscheiden sie sich und welche Flockenart ist für welche Speisen geeignet?
- Die Großblatthaferflocken sind bissfest, kernig und bringen einen Knuspereffekt in Müsli und Kekse. Sie eignen sich ebenfalls für Kuchen, Brot und Desserts.
- Kleinblatthaferflocken sind zarter und eignen sich bestens, wenn Sie Porridge essen wollen. Auch für Overnight Oats – also über Nacht in Kuh- oder Pflanzenmilch eingeweichte Haferflocken – ist diese Flockenart geeignet. In Pfannkuchen, Panaden, Bratlingen, Aufläufen, Brot, Kuchen und Desserts schmecken sie ebenfalls.
- Lösliche Haferflocken sind eine besondere Form des Getreides. Sie werden aus Hafervollkornmehl nachträglich wieder zu Flocken gepresst und lösen sich in Flüssigkeit auf. Darum eignen sie sich wunderbar für Smoothies, Saucen, Shakes und Suppen.
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Wie nachhaltig sind Haferflocken?
Ob im Müsli oder als Milchalternative: Hafer bietet einige Vorteile für die Umwelt und ist ein guter Bestandteil nachhaltiger Ernährung. Es sind keine großen Transportwege notwendig, denn Hafer wächst auf den heimischen Äckern im regionalen Anbau.
Vor allem mit Blick auf Milchalternativen schneiden Haferdrinks in puncto Umweltverträglichkeit gut ab. Sie zeigen geringere Werte für CO₂-Belastung, Wasserverbrauch, Gewässerbelastung und Landnutzung als andere Milchalternativen. Allerdings können gekaufte Haferdrinks viel Zucker enthalten.
Schon probiert?
Kann man Haferdrinks auch selbst machen?
Ja, und das ist ganz einfach: Dafür 50 bis 100 Gramm Haferflocken in einem Liter kaltem Wasser für 10 bis 15 Minuten einweichen lassen, eine Prise Salz und Süße (zum Beispiel etwas Agavendicksaft) nach Wunsch hinzugeben. Danach im Mixer auf hoher Stufe für 2 bis 3 Minuten pürieren. Die Masse sollte sich nicht erwärmen, da sonst eine schleimige Konsistenz entsteht – dagegen können drei Eiswürfel im Mixer helfen.
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