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Grundsätze

HebVtr – Vertrag über die Versorgung mit Hebammenhilfe

Vertrag über die Versorgung mit Hebammenhilfe nach § 134a SGB V [HebVtr]
Sozialversicherungsrecht
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HebVtr – Vertrag über die Versorgung mit Hebammenhilfe



Anlage 1.2 HebVtr, Leistungsbeschreibung

In der vorliegenden Leistungsbeschreibung werden die Leistungen der freiberuflich tätigen Hebammen im Rahmen der vertraglich vereinbarten Positionsnummern inhaltlich beschrieben. Die Leistungsbeschreibung beinhaltet mögliche Leistungen, auch wenn diese nicht alle für jede einzelne Versicherte notwendig sind.

Die Notwendigkeit von Art und Umfang der in dieser Leistungsbeschreibung aufgelisteten und näher beschriebenen Leistungen ergibt sich aus dem individuellen Bedarf der Versicherten. D. h., für die in der Spalte "Leistungsbeschreibung" aufgelisteten Leistungen gilt: Die aufgezählten operationalisierten Leistungen müssen nicht der Reihe nach und auch nicht in Gänze jedes Mal erbracht werden. Insbesondere im Wochenbett ist eine aufsuchende Betreuung anzustreben.

Grundlagen

Die Hilfeleistungen zur Versorgung der Versicherten mit Hebammenhilfe nach diesem Vertrag umfassen die selbständige Beratung, Betreuung, Beobachtung und Überwachung von Frauen während der Schwangerschaft, bei der Geburt, während des Wochenbetts und während der Stillzeit, Beurteilung der mütterlichen und kindlichen Gesundheit, die selbständige Leitung von physiologischen Geburten sowie die Untersuchung, Pflege und Überwachung von Neugeborenen und Säuglingen. Bei der Versorgung ermöglicht die Hebamme der Versicherten eine informierte Entscheidung zur Wahl des Geburtsortes im Rahmen der individuellen Gegebenheiten und motiviert zur natürlichen Geburt und zum Stillen.

Sofern die Komplexität des Falles, spezielle Leistungsinhalte und/oder einzelne Maßnahmen (z. B. genetische Beratungen und Ultraschalluntersuchungen) nicht in den Kompetenzbereich der Hebammen fallen, verweist die Hebamme die Versicherte an einen anderen Leistungserbringer (z. B. entsprechende Fachärzte und/oder zuständige Einrichtungen und klinische Versorgungslevel). Dennoch können die nachfolgenden Leistungen durch die Hebamme im Rahmen einer Mitbetreuung auch dann erbracht werden, wenn sich die Versicherte aufgrund pathologischer Konstellationen auch in ärztlicher Behandlung befindet.

Jede Hilfeleistung setzt sich in unterschiedlichen Anteilen in der Regel aus bestimmten Einzelleistungen zusammen:

Bei Einzelleistungen sind dies nachfolgend:

  • -Datenabfrage der Versicherten,
  • -situationsbedingte Anamnese,
  • -Aufklärung der Versicherten zur Behandlung,
  • -Erheben von Befund und Befinden durch Befragung/ Beobachtung und ggf. körperliche Untersuchung der Frau/des Kindes,
  • -Beurteilung von Befunden,
  • -Erkennen von Anzeichen von Regelwidrigkeiten (Abwägung Physiologie - Pathologie),
  • -Maßnahmenplanung/praktische Anleitung und ggf. Befundübermittlung,
  • -inhaltliche Dokumentation, leistungsbezogen einschließlich Dokumentation im Mutterpass und Kinder-Untersuchungsheft mit Abfrage des Immun-/Impfstatus,
  • -ggf. Informationsweitergabe unter den beteiligten Leistungserbringern auch in der sektorenübergreifenden Betreuung,
  • -Information/Verweise zu weiterführenden Hilfen bei medizinischem, sozialen, psychosozialem sowie wirtschaftlichen oder sonstigem Betreuungsbedarf (z. B. Bescheinigung der Notwendigkeit einer Haushaltshilfe oder Hinweis auf Familienpflege) ggf. mit Verweis an die zuständige Stelle (z. B. bei Kindeswohlgefährdung).
Bei Kursleistungen sind dies nachfolgend:
  • -Beratung/Information,
  • -praktische Anleitung,
  • -körperliche Übungen
  • -Förderung gruppendynamischer Prozesse.
Leistungen bei Erstkontakt
  • -Anlegen der Versichertenakte,
  • -Vorstellung und Erwartungen über die Betreuung während Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett,
  • -Übergabe und Erläuterung relevanter Unterlagen (z. B. Behandlungsvertrag),
  • -Anamnese zur Erfassung des Betreuungsbedarfs,
  • -Besonderheiten, die sich aus der Anamnese und dem Verlauf der Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett ergeben,
  • -Informationen über das Spektrum und den Umfang der Hebammenhilfe der GKV und das aktuelle individuelle Angebot der Hebamme, z. B. Geburtsvorbereitung, Schwangerschaftsbeschwerden, Geburt und Wochenbettbetreuung und Stillzeit.

A. Schwangerschaft

Pos.-Nr.LeistungLeistungsinhalt
101XXHilfeleistung in der SchwangerschaftAm Bedarf der Versicherten orientierte Beratung und/oder anlassbezogene Hilfeleistung, Maßnahmen zur Verbesserung der schwangerschaftsbedingten Beschwerden.
Beratung z. B. zu Sport und Reisen
Erhebung der medizinisch relevanten Parameter bei der Schwangeren
Erhebung und Auswertung der kindlichen Herztöne (CTG, Doptone oder Pinardrohr) und Überprüfen der messbaren kindlichen Parameter. Die Befundauswertung erfolgt jeweils nach den neusten fachlichen Erkenntnissen
Analyse und Beratung zu Ernährungsgewohnheiten und Lebensführung insb. auch zur Vorbereitung auf das Stillen
Beratung zu den konkreten Beschwerden sowie praktische Hinweise und Anleitung zur Behebung
Information zum Vorgehen bei Verdacht auf Geburtsbeginn und Beschwerden
Beratung und Betreuung bei Kontraktionen (Frühgeburtsbestrebungen und Vorwehen).
Feststellung von Zeichen eines möglichen Geburtsbeginns (Fehl-/Frühgeburt oder Geburt am Termin)
Verlaufskontrolle, ggf. Überwachung
Überleitung zu weiteren Fachpersonen oder Klinik bei Bedarf Begleitung in Klinik ggf. mit Übergabe
Entnahme von Körpermaterial bei der Versicherten, sofern diese Hilfeleistung im Rahmen der Hilfeleistung in der Schwangerschaft erbracht wird.
Beratung, Aufklärung, Entnahme, Befundung und Befundbeurteilung, ggf. Veranlassung von Untersuchungen
GDM Screening im Rahmen einer Hilfeleistung einer Schwangerschaft (oder in Verbindung mit einer Schwangerschaftsvorsorge): Hierfür liegen die Leistungsinhalte, Zeitvorgaben und Voraussetzungen der jeweils gültigen Fassung der ärztlichen Mu-RL, verabschiedet vom G-BA als Versorgungsstandard zugrunde.
Vortest: Beratung, Aufklärung, Entnahme, Befundung und Befundbeurteilung, ggf. Veranlassung von Untersuchungen
1020XVorsorgeuntersuchungDieser Hilfeleistung liegen die Leistungsinhalte, Zeitintervalle und Voraussetzungen der jeweils gültigen Fassung der ärztlichen Mu-RL, verabschiedet vom G-BA als Versorgungsstandard zugrunde.
Anlegen des Mutterpasses (sofern noch keiner vorhanden ist)
Routine-Untersuchung bei jedem Termin beinhaltet:
Beratung, Blutdruckmessung, Urinkontrolle, Gewichtskontrolle, auskultatorisch kindliche Herzfrequenzkontrollen ab SSW 24+0, Fundusstand, Symphysen-Fundus-Abstand und Leopold´sche Handgriffe zur Bestimmung der Kindslage
körperliche Untersuchungen, ggf. vaginale, zur Abgrenzung von Beschwerden und Pathologie
Entnahme von Körpermaterial bei der Versicherten; sofern diese Hilfeleistung im Rahmen der Schwangerenvorsorge erbracht wird, liegen die Leistungsinhalte, Zeitintervalle und Voraussetzungen der jeweils gültigen Fassung der ärztlichen Mu-RL, verabschiedet vom G-BA als Versorgungsstandard zugrunde.
Beratung, Aufklärung, Entnahme, Befundung und Befundbeurteilung, ggf. Veranlassung von Untersuchungen
1030XSpezifisches Aufklärungsgespräch zum gewählten GeburtsortErreichbarkeit der betreuenden/diensthabenden Hebamme oder Vertretung zur Geburt
Informationen zu Vorbereitungen für den gewählten Geburtsort durch die Eltern
Übergabe und Erläuterung der Inhalte der Aufklärungsdokumente zur Geburt am gewählten Geburtsort (inkl. Behandlungsvertrag für die Geburtshilfe)
ggf. Rückfragen zur Aufklärung
Einwilligung zum gewählten Geburtsort
ggf. Einbeziehung und Unterweisung von Begleitpersonen
1040XIndividuelle StillvorbereitungBeratung zu individuellen Fragestellungen zu medizinischen und darüber hinausgehenden Belangen für den Bereich des Stillens (z. B. belastende Stillerfahrungen, Unsicherheiten mit dem Thema, Beurteilung der Brust/Brustwarzen, Brust-OP) sowie praktische Hinweise und Anleitung zur Umsetzung (z. B. Kolostrumgewinnung), die nicht im Rahmen eines Kurses geklärt werden können
105XX
106XX
Hilfeleistung bei einer (außerklinischen) FehlgeburtAlle geburtshilflichen Hilfeleistungen aus Anlage 1.1 Abschnitt 2., die sich auf die Betreuung der Gebärenden in dieser besonderen Situation beziehen, finden hier Anwendung.
107X5Hilfeleistung bei einem stationären AufenthaltMaßnahmen zur Verbesserung der schwangerschaftsbedingten Beschwerden bei einer voll- oder teilstationären Krankenhausbehandlung nach den DRG O63Z, O65A, O65B oder O65C
108X5Überwachung bei einem stationären AufenthaltMedizinisch indizierte, durchgängige und systematische Erfassung von Körper- und Organfunktionen bei schwangerschaftsbedingten Beschwerden.
Verlaufskontrolle durch Monitoring z. B. mittels CTG, Pulsoxymeter oder Blutdruckmessgerät.

B. Geburt

Pos.-Nr.LeistungLeistungsinhalt
201XX
207XX
Hilfeleistung bei Wehen und einer GeburtDie nachfolgenden Leistungsbeschreibungen betreffen alle geburtshilflichen Hilfeleistungen während der Latenz-, Eröffnungs-, Austritts- und Plazentarphase inkl. postpartaler Phase unabhängig vom Ort der Leistungserbringung bei einer vollendeten oder nicht-vollendeten Geburt sowie bei einer klinischen Fehlgeburt.
Erhebung und Auswertung der kindlichen Herztöne (CTG, Doptone oder Pinardrohr) sowie der messbaren kindlichen Parameter.
Erhebung, Auswertung und Unterstützung bei Wehen.
Erheben und Auswerten der Vitalzeichen und des Allgemeinzustandes der Gebärenden
äußerliche Untersuchung und Betrachtung der Gebärenden, ggf. innerliche Untersuchung
Entscheidung und Einleitung notwendiger geburtsbegleitender Maßnahmen (auch ggf. Verabreichung von Arzneimitteln); insbesondere im Notfall
ggf. Verlegung in eine höhere situationsangepasste Versorgungsstufe (z. B. KRS --> OP, außerklinisch --> klinisch, Level) von Frau und/oder Kind inkl. Durchführung organisatorischer und pflegerischer Maßnahmen unter Berücksichtigung des besonderen psychischen Betreuungsbedarfs von Mutter/Kind und Begleitpersonen
pflegerische Tätigkeiten; z. B. Waschen, Ein- und Ausfuhrkontrolle, Mobilisation
Information, Beratung und praktische Anleitung der Gebärenden und von Begleitpersonen
gezielte Zuwendung und Motivation der Frau, physische und psychische Unterstützung der Gebärenden z. B. Atemtechnik, Gebärposition
Beobachtung und Überwachung des Geburtsfortschritts
ggf. hebammenhilfliche Assistenz bei ärztlichen Tätigkeiten
ggf. Hinzuziehung der 2. Hebamme oder anderer Fachpersonen
Anleitung der Gebärenden während der Geburt; ggf. intensive Unterstützung der Frau in verschiedenen Gebärpositionen und bei der Atmung
Hilfestellung bei der Entwicklung des Kindes (Dammschutz; ggf. Anlegen einer Episiotomie)
Erstversorgung des Kindes (APGAR-Zeit)
Plazentarphase
Leitung der Nachgeburtsphase und Gewinnung Plazenta
Untersuchung der Plazenta, ggf. Versendung in Pathologie
Blutungs- und Uteruskontrolle
Postpartale Phase: engmaschige Beobachtung/Überwachung der Vitalzeichen, des Allgemeinzustandes und Auffälligkeiten bei der Wöchnerin und/ oder dem Kind
Erheben und Auswerten der Vitalzeichen und des Allgemeinzustandes des Kindes
Erheben und Auswerten der Vitalzeichen und des Allgemeinzustandes der Mutter
pflegerische Tätigkeiten; z. B. Waschen, Ein- und Ausfuhrkontrolle, Mobilisation
Förderung des Erstkontaktes und Bonding; ggf. Hilfe beim ersten Stillen (oder Füttern)
Blutungs-, Uterus- und Harnverhaltenskontrolle
Untersuchung der Wöchnerin auf Geburtsverletzungen; gemeinsame Erörterung des weiteren Vorgehens hinsichtlich der weiteren Versorgung; pflegerische Tätigkeiten im Rahmen der Versorgung von Geburtsverletzungen: Reinigung des Wundgebietes; Lagerung zur Naht; Vorbereitung der benötigten Materialien, Arzneimittel und Instrumente; pflegerische Maßnahmen zur Nachversorgung des Wundgebietes, auch im Zusammenhang mit verzögerter Plazentageburt
Kennzeichnung des Kindes (nicht bei außerklinisch, außer bei Verlegung)
Verlaufskontrolle der kindlichen Anpassungsvorgänge und Ausscheidungen
Beratung und Hinweise zum Verhalten in den ersten Stunden nach der Geburt (Entlassungs- bzw. Abschlussmanagement)
gezielte Zuwendung und Motivation, physische und psychische Unterstützung der Mutter, Begleitung bei verstorbenem Kind
Entnahme von Körpermaterial bei der Versicherten, sofern diese Hilfeleistung im Rahmen der Geburt erbracht wird.
Beratung, Aufklärung, Entnahme, Befundung und Befundbeurteilung, ggf. Veranlassung von Untersuchungen
Durchführung einer Naht (außer DR III und IV)
Information, Aufklärung und Anleitung der Frau
Lagerung der Frau zur Naht
Vorbereitung der benötigten Materialien, Arzneimittel und Instrumente
Vorbereitung des Wundgebietes, ggf. Verabreichung der Lokalanästhesie
Versorgung der Verletzung mit einer Naht
pflegerische Maßnahmen zur Nachversorgung des Wundgebietes
U1 beim Neugeborenen: Hier liegen die Leistungsinhalte, der Zeitrahmen und die Voraussetzungen der jeweils gültigen Fassung der Kind-RL, verabschiedet vom G-BA als Versorgungsstandard zugrunde.
Die nachfolgenden besonderen zusätzlichen Hilfeleistungen erfolgen bei Freigabe des Kindes in Adoptionspflegschaft oder Betreuung bei Totgeburt.
Ergreifen der erforderlichen organisatorischen Maßnahmen (z. B. Verlegung bzw. Überführung des Kindes) inkl. Dokumentation
Information der zuständigen Behörden, Institutionen und ggf. Zuziehung von weiteren Fachpersonen
primäres Abstillen oder Milchgewinnung
205X5Überwachung bei Wehen und einer GeburtMedizinisch indizierte, durchgängige und systematische Erfassung von Körper- und Organfunktionen bei schwangerschaftsbedingten Beschwerden.
Ggf. Verlaufskontrolle durch Monitoring z. B. mittels CTG, Pulsoxymeter oder Blutdruckmessgerät.
208XX2. HebammeArbeitsteilung in Absprache mit der ersten Hebamme (insbesondere bei zu erwartenden Notfallsituationen)
optional Durchführung aller bei den Geburtenarten aufgeführten Tätigkeiten

C. Wochenbett und Stillzeit

Pos.-Nr.LeistungLeistungsinhalt
301XX
302X5
303XX
304XX
305XX
Hilfeleistung im WochenbettDie nachfolgenden Leistungsbeschreibungen betreffen alle Hilfeleistungen im Wochenbett sowie in der Stillzeit für Mutter und Kind.
Hilfeleistungen, die nur an speziellen Betreuungsorten anfallen sind ggf. separat unter der Leistungsposition vermerkt. Die Befunderhebung erfolgt situationsangepasst am Bedarf von Mutter und/oder Kind.
Mutter
Unterstützung zur Förderung des regelrechten Wochenbettverlaufs
Erheben und Auswerten der Vitalzeichen und des Allgemeinzustands
Kontrolle und ggf. Unterstützung der Rückbildung der genitalen und extragenitalen schwangerschafts- und geburtsbedingten Veränderungen
Begutachtung und Pflege von Geburtsverletzungen oder Kaiserschnittnaht
Inspektion und Pflege der Brust (z. B. Hilfe bei Milchstau, drohender Brustentzündung und wunden Brustwarzen)
Wochenbetthygiene
Beratung, Durchführung und Anleitung zu Wochenbettgymnastik, (z. B. Inkontinenz, Thromboseprophylaxe)
Information zur Empfängnisregulation
Stärkung der Elternkompetenzen, der Bindungssicherheit und des Zusammenwachsens der Familie/Veränderungen der Lebenssituation
Durchführung besonderer Maßnahmen auf ärztliche Anordnung
Nachbesprechung der Geburt (auch besondere Schwangerschafts- oder Geburtserfahrungen und -situationen)
ggf. Erkennen, Hinwirken auf bedarfsabhängige Unterstützungsmaßnahmen mit ggf. Weiterleitung bei belastenden Lebenssituationen und psychosozialen Problemlagen bei der Frau
Entnahme von Körpermaterial bei der Versicherten, sofern diese Hilfeleistung im Rahmen der Hilfeleistung im Wochenbett erbracht wird.
Beratung, Aufklärung, Entnahme, Befundung und Befundbeurteilung, ggf. Veranlassung von Untersuchungen
Kind
Erheben und Auswerten der Vitalzeichen und des Allgemeinzustands
Information zur U2/U3, zu Prophylaxen und Impfungen
Gewichtskontrolle
Nabelpflege
Kontrolle der Ausscheidungen
visuelle Bilirubinkontrolle
Handling und praktische Anleitung zur Säuglingspflege, Unfallprävention (z. B. Gefahren am Wickeltisch, Haustiere)
Erkennen von Bedürfnissen und Problemen, Beobachtung, Anzeichen, Maßnahmen
Information zur Kariesprophylaxe
Pulsoxymetrie beim Neugeborenen, wenn die Leistungsinhalte, Zeitvorgaben und Voraussetzungen der jeweils gültigen Fassung der Kind-RL, verabschiedet vom G-BA als Versorgungsstandard zugrunde liegen.
Entnahme von Köpermaterial beim Kind, sofern diese Hilfeleistung im Rahmen der Neugeborenen-Screening- Untersuchungen notwendig ist, liegen die Leistungsinhalte, Zeitintervalle und Voraussetzungen der jeweils gültigen Fassung der Kind-RL verabschiedet vom G-BA als Versorgungsstandard zugrunde.
Beratung, Aufklärung, Entnahme, Befundung und Befundbeurteilung, ggf. Veranlassung von Untersuchungen
ggf. auch aus der Nabelschnur, ausgenommen Stammzelle
Entnahme von Körpermaterial beim Kind, sofern diese Hilfeleistung im Rahmen der Hilfeleistung im Wochenbett erbracht wird.
Beratung, Aufklärung, Entnahme, Befundung und Befundbeurteilung, ggf. Veranlassung von Untersuchungen
Laktation, Stillen und Ernährung des Kindes in den ersten 12 Wochen
Regulation der Laktation
Beobachtung, Information, Anleitung und Unterstützung vor, während und nach der Mahlzeit des Kindes
Information und Anleitung zu Stillpositionen/Anlegetechnik und dem angemessenen Umfeld zum Stillen
Hilfeleistung bei stillbedingten Beschwerden (z. B. wunde Brustwarzen)
Anleitung zur Milchgewinnung und Aufbewahrung der gewonnenen Muttermilch
Unterstützung in besonderen Stillsituationen der Wöchnerin und des Kindes/der Kinder
Informationen zu Allergieprophylaxe durch Stillen bzw. Ernährung und über den Übertritt von Substanzen in die Muttermilch
ggf. Anleitung zur Zubereitung der Nahrung und zum Umgang mit Flaschen und Saugern und Anleitung zum Füttern
306XXHilfeleistung bei Still- und Ernährungsschwierigkeiten des KindesDie nachfolgenden Hilfeleistungen beziehen sich auf Still- und Ernährungsschwierigkeiten nach 12 Wochen bis zum Ende der Abstillphase, bei Ernährungsproblemen des Kindes bis zum Ende des 9. Monats nach der Geburt.
körperliche Beschwerden der Mutter (z. B. Milchstau, fragliche Brustentzündung, wunde Brustwarzen
Brustverweigerung durch Kind oder beunruhigendes Still- und Ernährungsverhalten des Kindes
auffällige Gewichtsentwicklung des Kindes
zu viel/zu wenig Milch
Schwierigkeiten bei Umstellung auf Beikost
Anleitung zum Abpumpen, wenn Mutter Kind nicht anlegen kann, z. B. bei Erfordernis der Einnahme von Arzneimitteln, Operation, Arbeitsaufnahme
Ernährungsprobleme aufgrund von Erkrankungen oder Fehlbildungen des Kindes (z. B. bei liegender Magensonde, Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte)
Stillen und Berufstätigkeit

D. Kurse

Pos.-Nr.LeistungLeistungsinhalt
4010XGeburtsvorbereitung in der GruppeGrundlegende Informationen zu Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett, Stillzeit und Neugeborenem im Rahmen eines modular strukturierten, fortlaufenden Kurses. Hierbei wird der Informations- und Beratungsbedarf der Kursteilnehmerinnen innerhalb des Kurses berücksichtigt. Bei Kursen mit Schwerpunkten (z. B. nur Mehrgebärende) müssen nach Absprache mit den Teilnehmerinnen nicht alle u. g. Themen vertieft werden.
Verlauf/Physiologie, Veränderungen, Begleiterscheinungen, mögl. Beschwerden und Allergieprophylaxe für Mutter und Kind
praktische Übungen: z. B. Beweglichkeits-, Lockerungs-, Dehnungs- und Entspannungsübungen
Körperhaltung, Entlastung, Ernährung und andere schwangerschaftsrelevante Themen
praktische Übungen: z. B. Beckenbodenübungen, Beckenbewegungsübungen
Bindungsförderung und Stärkung von Elternkompetenzen und des Selbstvertrauens (z. B. Auseinandersetzung mit Erwartungen, Vorfreude, Unsicherheiten, Ängsten, Sexualität, Umgang mit Geschwisterkindern, Veränderung der Partnerbeziehung und Beziehungsprobleme)
praktische Übungen: z. B. Wahrnehmungsübungen
allgemeine Informationen zu unterschiedlichen Geburtsorten und Betreuungsmethoden
Physiologie der Wehentätigkeit.
praktische Übungen: z. B. Wehenübungen, Atemarbeit, Anleitungen zu Körperübungen und Entspannungsübungen
Information zu Zeichen des Geburtsbeginns, Unterscheidung von Vor- und Geburtswehen, zum Verlauf einer regelrechten Geburt und möglichen Abweichungen vom normalen Verlauf (ggf. Informationen über geburtserleichternde Maßnahmen, operative Entbindungen und Nachgeburtsperiode)
praktische Übungen: z. B. Übungen zur Körperhaltung und Bewegung für alle Phasen der Geburt, Gebärpositionen
Bedeutung und Verlauf des Wochenbetts und Stillzeit (regelrecht und mögliche Abweichungen/Komplikationen)
Vorbereitung, Maßnahmen, und Entlastungsmöglichkeiten zur Unterstützung im Wochenbett und in der Stillzeit (z. B. Körperhaltung beim Stillen)
Neugeborenes: Erstversorgung, Untersuchung und Prophylaxe
Anleitungen zum Handling (Schlafposition, Kopf stützen usw.)
Entwicklung und Grundbedürfnisse im frühen Wochenbett (z. B. Gelbsucht des Neugeborenen, Wundheilung) und in der Stillzeit
Information zum Stillen und dessen Stellenwert und zu ggf. notwendig werdenden Alternativen
Umgang mit Suchtmitteln (z. B. Nikotin, Alkohol und sonstige)
Information zur Anatomie des Beckens, der Brust und des Bindegewebes sowie neurologischer und hormoneller Zusammenhänge
4020XGeburtsvorbereitung
Einzelunterweisung
Die Inhalte der Einzelunterweisung orientieren sich grundsätzlich an den Inhalten der Gruppenunterweisung und an dem individuellen Bedarf im Einzelfall.
4030XRückbildung in der GruppeGrundlegende Informationen zur Rückbildung im Rahmen eines modular strukturierten, fortlaufenden Kurses. Hierbei wird der Informations- und Beratungsbedarf der Kursteilnehmerinnen innerhalb des Kurses berücksichtigt. Bei diesem Kurs stehen vor allem die praktischen Übungen zur Unterstützung der Rückbildung im Vordergrund.
Informationen über körperliche Veränderung und Maßnahmen nach Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett
Erklärungen zur Funktion des Beckenbodens und Erläuterung der Lage innerer Organe
Wahrnehmung, Kontrolle und Kräftigung des Beckenbodens (u.a. Senkungs-, Inkontinenzprophylaxe)
allgemeine Kräftigung des Bewegungs- und Halteapparates durch Übungen (Information und praktische Anleitung zum Alltag mit Baby, z. B. Heben, Tragen und Stehen -Ergonomie)
Venentraining
Körperarbeit, z. B. Entspannungsübungen
4040XEinzelrückbildungDie Inhalte der Einzelunterweisung orientieren sich grundsätzlich an den Inhalten der Gruppenunterweisung und an dem individuellen Bedarf im Einzelfall.

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