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Aktiv bleiben im Liegen: praktische Übungen

Veröffentlicht am:02.04.2026

5 Minuten Lesedauer

Wer viel liegt, muss nicht stillliegen. Auch im Bett können Menschen ihren Körper in Bewegung bringen. Kleine Aktivierungen können helfen, Muskeln und Gelenke beweglich zu halten – so sehen Übungen für Beine, Rumpf und Arme im Liegen aus.

Eine Senorin in einem weißen Oberteil führt eine Streckübung im Bett durch.

© iStock / TatyanaGl

Warum bleibt Bewegung auch bei Immobilität wichtig?

Immobilität heißt, dass jemand Schwierigkeiten hat, sich selbst zu bewegen oder die Position im Bett zu wechseln. Wer sich nicht bewegt, verliert schnell Muskelkraft, Knochen werden brüchig und das Nervensystem passt sich an – Bewegungen fallen dann schwerer, Reaktionen verzögern sich.

Bewegung muss nicht Aufstehen oder Sport bedeuten. Schon einfache Arm- und Beinübungen, das eigenständige Aufsetzen sowie das Greifen nach einem Gymnastikband stärken Muskeln und die geistigen Funktionen. Betroffene beugen mit Bewegung Stürzen, Verstopfung, Druckgeschwüren oder Herz-Kreislauf-Beschwerden vor.

Jede selbstständige Bewegung, egal wie klein, fördert die Unabhängigkeit und das Gefühl von Würde. Außerdem trainieren Menschen mit vielen Bewegungen die Balance und das Selbstvertrauen.

Was brauchen bettlägerige Patienten und Patientinnen für Bewegung?

Zunächst ist Geduld wichtig: Menschen fangen am besten langsam an und steigern ihre Fähigkeiten Schritt für Schritt. Kleine Utensilien wie ein zusammengerolltes Handtuch oder ein Gymnastikband können je nach Übung hilfreich sein, um Körperteile zu stützen oder die Muskeln stärker anzusprechen. Viele Übungen kommen aber ohne Hilfsmittel aus.

Welche Bein-Übungen eignen sich bei Bettlägerigkeit?

Folgende Übungen im Bett helfen, die Beinmuskulatur zu stärken und die Durchblutung anzuregen. Zudem halten sie die Beine für alltägliche Bewegungen fit – zum Beispiel beim Ankleiden.

  • Füße anziehen und wieder strecken: Auf dem Rücken im Bett positionieren, Beine gerade aufliegen lassen, Zehenspitzen in Richtung Gesicht ziehen, dann den Fuß ganz lang nach vorne strecken. Zwei Sätze mit je fünf Wiederholungen einplanen. Die Füße kreisen zu lassen, ist auch eine gute Übung.
  • Bein gegen die Matratze drücken: Auf den Rücken legen, Beine gestreckt lassen, Oberschenkel anspannen, Kniekehle gegen die Matratze drücken, fünf Sekunden halten, dann lockerlassen. Insgesamt zwei Sätze mit je fünf Wiederholungen durchführen.
  • Gerades Bein anheben: Ausgangsposition ist wieder eine Rückenlage im Bett mit gestreckten Beinen. Nun ein Bein möglichst hoch in die Luft anheben, fünf Sekunden halten, langsam absenken. Auch hier: Zwei Sätze mit fünf Wiederholungen pro Bein. Wenn Beteiligte die Übung als zu schwer empfinden, können sie die Zeitspanne von fünf auf drei Sekunden reduzieren.

Wie klappt Bettgymnastik für Hüfte und das Gesäß?

Die Bewegung der Hüfte und des Gesäßes kräftigt die Muskeln, stabilisiert den unteren Rücken und erleichtert die Mobilisierung im Bett.

  • Bein zur Seite bewegen: Auf den Rücken mit ausgestreckten Beinen legen. Ein Bein gerade zur Seite bewegen und wieder zurückführen. Zwei Sätze mit je fünf Wiederholungen pro Bein sind anfangs genug.
  • Becken anheben (Brücke bauen): Knie in Rückenlage anwinkeln, Füße auf das Bett stellen, Gesäß anheben, fünf Sekunden halten, langsam absenken. Zwei Sätze mit fünf Wiederholungen einplanen.

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Welche Ziele verfolgt eine 10 Minuten Aktivierung von Rumpf und Bauch?

Menschen, die ihre Körpermitte gezielt einsetzen, können leichter aufstehen und sich im Bett herumdrehen. Eine 10 Minuten-Aktivierung für bettlägerige Personen kann neben der oben stehenden Übung zum „Brücken bauen“ auch Folgendes beinhalten:

  • Bauchnabel einziehen: Rückenlage einnehmen, Knie angewinkelt aufstellen, Bauchmuskeln vorsichtig anspannen und dabei den Bauchnabel einziehen, fünf Sekunden halten, dabei weiteratmen. Zwei Sätze mit fünf Wiederholungen durchführen.

Wie kann Sport im Bett für die Arme aussehen?

Mit Armtraining stärken Menschen ihre Schultern, Ober- und Unterarme und verbessern die Beweglichkeit – das erleichtert alltägliche Tätigkeiten wie Greifen oder Heben. Alle nachstehenden Übungen führen mobilitätseingeschränkte Menschen im Bett auf dem Rücken durch, und zwar mit zwei Sätzen und fünf Wiederholungen.

  • Arm anheben: Arm gerade nach oben heben, fünf Sekunden halten, langsam absenken. Weitere Variante: Arm seitlich anheben.
  • Ellenbogen beugen: Arm anwinkeln, Hand zur Schulter führen, langsam zurückbewegen.
  • Faust ballen: Hand zur Faust schließen und Spannung aufbauen, drei Sekunden halten, lösen. Diese Übung klappt auch gut im Sitzen – die aufrechte Haltung kurbelt den Kreislauf an.

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Tipps für die Bewegung im Liegen

Die Aktivität im Liegen klappt am besten, wenn sie zu den Möglichkeiten des Trainierenden passt. Kleine Übungen, die an vertraute Gewohnheiten erinnern, fördern eine regelmäßige Bewegung – etwa die Arme nach vorne oder seitlich heben, ähnlich wie beim Putzen oder Winken.

Pflegende Angehörige oder andere Bezugsmenschen können die Übungen begleiten, um zu helfen und zu motivieren.

Wichtig ist, dass pflegebedürftige Personen ihre eigenen Grenzen kennen und nicht darüber hinaus trainieren. Schmerzen, Angst oder Medikamente können die Beweglichkeit einschränken. In dem Fall ist eine Rücksprache mit dem Arzt oder der Ärztin ratsam.

Fachlich geprüft
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