Reisekrankheiten
Parasiten im Darm: Wie verläuft eine Infektion mit Hakenwürmern?
Veröffentlicht am:18.02.2026
9 Minuten Lesedauer
Eine Hakenwurm-Infektion verläuft oft lange unbemerkt. Doch die winzigen Parasiten im Darm können erhebliche Beschwerden verursachen – bis hin zur Blutarmut. Wie eine Behandlung aussieht und wie Sie sich wirksam schützen können.

© iStock / Fabio Camandona
Was sind Hakenwürmer und wie steckt man sich an?
Hakenwürmer gehören zur Gruppe der Fadenwürmer (Nematoden) und leben parasitär, ernähren sich also, indem sie sich in einem sogenannten Wirt einnisten. Das kann ein Tier, beispielsweise ein Hund oder eine Katze sein, aber auch Menschen sind häufig das Ziel von Parasiten wie dem Hakenwurm.
Hakenwürmer sind weltweit verbreitet, kommen jedoch vor allem in tropischen und subtropischen Regionen vor, wo die Larven ideale Überlebensbedingungen haben. Infektionen verbreiten sich besonders in einkommensschwachen Ländern mit schlechten hygienischen Bedingungen.
Die ungefähr 0,5 Millimeter langen Larven des Hakenwurms dringen über die Haut in den menschlichen Körper ein. Dazu kann es kommen, wenn jemand direkten Kontakt mit Erde hat, die mit Eiern und Larven des Hakenwurms verunreinigt ist – etwa beim Barfußlaufen am Strand oder Sitzen im Sand mit unbedeckter Haut. Die Larven können auch über den Mund in den Körper gelangen, etwa, wenn Kinder in kontaminiertem Sand spielen.
Über einen langen Weg erreicht die Hakenwurm-Larve ihr Ziel im menschlichen Körper: den Darm. Dort setzt sie sich mit ihren Schneidewerkzeugen an der Darmschleimhaut fest und ernährt sich vom Blut des Wirts. Ein Befall, beziehungsweise eine Hakenwurm-Infektion, bleibt für den Menschen in vielen Fällen symptomlos, kann aber auch zu Beschwerden wie juckendem Hautausschlag bis hin zu einer Eisenmangelanämie führen.
Schätzungen gehen davon aus, dass weltweit etwa 470 Millionen Menschen mit dem Hakenwurm infiziert sind.
Vom Ei bis zum erwachsenen Hakenwurm
Innerhalb von vier bis sechs Wochen entwickeln sich die Larven im Körper des Menschen zu geschlechtsreifen Würmern. Ein befruchtetes Weibchen legt täglich bis zu 30.000 Eier, die der Wirt mit seinem Stuhl ausscheidet. Aus den Eiern schlüpfen innerhalb von einem bis zwei Tagen erneut Larven, die nach weiteren fünf bis zehn Tagen das infektiöse Stadium erreichen und so den Kreislauf fortsetzen können.
Adulte, also erwachsene Hakenwürmer können im Körper des Wirts mehrere Jahre überleben, werden jedoch meist nach einem bis zwei Jahren ausgeschieden.
Verlauf: Welche Symptome treten nach einem Befall mit dem Hakenwurm auf?
Frühe Reaktionen einer Hakenwurm-Infektion sind zunächst juckende Quaddeln und gerötete Haut, ähnlich einer Nesselsucht an der Stelle, an der die Larve in den Körper des Wirts eingedrungen ist.
Hakenwürmer bewegen sich im menschlichen Körper zunächst über die Blutbahnen zum Herzen und von dort zur Lunge. In den Alveolen, den Lungenbläschen, kann es dabei zu einer Überempfindlichkeitsreaktion kommen, dem sogenannten Löffler-Syndrom. Dies äußert sich durch einen trockenen Husten und Brustschmerzen, auch Fieber und Müdigkeit. Diese Beschwerden verschwinden in der Regel ohne Behandlung wieder.
Aus der Lunge hochgehustete Hakenwurm-Larven werden im Rachen verschluckt und gelangen so zu ihrem eigentlichen Zielort: dem Dünndarm. So eine Infektion mit Hakenwürmern verläuft oft vom Wirt unbemerkt. Wenn sich die erwachsenen Hakenwürmer an die Wand des Dünndarms anheften, kann es jedoch zu unspezifischen Magen-Darm-Beschwerden wie Bauchschmerzen, Durchfall, Übelkeit sowie Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust kommen. Auch okkultes, also nicht sichtbares, Blut im Stuhl oder eine Schwarzfärbung des Stuhls, sogenannter Teerstuhl sind möglich.
Da sich die Hakenwürmer an der Darmwand vom menschlichen Blut ernähren, kann dies bei starkem Befall zu einer Blutarmut, medizinisch Eisenmangelanämie mit deutlichen Symptomen führen:
- Müdigkeit, körperliche Schwäche und Schwindel
- Kurzatmigkeit, Brustschmerzen und Herzrasen
- Kopfschmerzen, Rauschen in den Ohren
Ein zusätzlicher Eiweißmangel kann eine sogenannte Hypoproteinämie verursachen, die den Körper weiter schwächt. Bei Kindern reicht bereits ein geringer Befall mit Hakenwürmern, um eine Anämie auszulösen. Durch den Mangel an Eisen und Proteinen kann sich bei ihnen die körperliche und geistige Entwicklung verzögern.
Verschiedene Hakenwürmer bei Hund, Katze und Mensch
Seinen Namen trägt der Hakenwurm wegen seiner hakenartigen Kopfform. Es gibt mehrere Arten von Hakenwürmern. Besonders relevant sind folgende:
- Ancylostoma duodenale und Necator americanus sind die zwei Hauptarten, die den Menschen infizieren. Necator americanus ist weltweit am häufigsten verbreitet. Ancylostoma duodenale kommt vor allem im Mittelmeerraum sowie in Nordindien und China vor.
- Ancylostoma ceylanicum kommt in Teilen Asiens vor – eine sogenannte Zoonose, die sich vom Tier auf den Menschen und umgekehrt überträgt, führt allerdings nicht zu Blutverlust.
- Ancylostoma caninum, ein Hundehakenwurm, der bei den Tieren zu Entzündungen des Dünndarms führen kann.
- Ancylostoma braziliense, ebenfalls ein Hakenwurm, der üblicherweise Hunde und Katzen befällt. Er ist der häufigste Auslöser eines „kriechenden“ Ausschlags unter der Haut, der kutanen Larva migrans, auch als „Hautmaulwurf“ bezeichnet. Da der Mensch für die tierischen Hakenwurmlarven ein Fehlwirt ist, können sie sich in ihm nicht weiterentwickeln und sterben nach fünf bis sechs Wochen ab.

© iStock / Lubo Ivanko
Diagnose und Behandlung einer Hakenwurm-Infektion
Wenn Sie sich krank fühlen, unter körperlicher Schwäche, Herzrasen oder anderen Symptomen leiden, ist auf jeden Fall ein Besuch in der hausärztlichen Praxis zu empfehlen – auch ohne möglichen Kontakt zu Hakenwürmern.
Bei einem Verdacht auf Hakenwürmer, beispielsweise, wenn Sie sich in einem tropischen Gebiet aufgehalten haben, kann der Arzt oder die Ärztin eine Stuhlprobe im Labor untersuchen lassen. Über den Nachweis von Eiern lässt sich ein Befall mit dem Parasiten feststellen.
In einigen Fällen kommt es zusätzlich zu einer sogenannten Eosinophilie im Blut, einer Vermehrung von speziellen Abwehrzellen. Dann kann auch eine Blutprobe einen zusätzlichen Hinweis auf den Wurmbefall geben.
Es stehen verschiedene Wirkstoffe zur Verfügung, mit denen sich eine Hakenwurm-Infektion behandeln lässt. Die verschreibungspflichtigen Medikamente werden über mehrere Tage eingenommen, danach sollten die Parasiten abgetötet, aus dem Körper ausgeschieden sein und keine Beschwerden mehr bereiten.
Bei einer bestehenden Eisenmangelanämie werden die Ärztinnen und Ärzte zusätzlich Eisenpräparate verschreiben. Es kann allerdings ein paar Monate dauern, bis sich die Eisenspeicher des Körpers wieder gefüllt haben. Ist eine Infektion mit den Parasiten nicht die Ursache der Blutarmut, sollte der Arzt oder die Ärztin natürlich auch nach anderen Gründen suchen.
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- Tragen Sie Schuhe, wenn Sie sich auf sandigem Boden bewegen.
- Legen Sie ein Handtuch oder eine Matte unter, wenn Sie sich an den Strand oder auf den Boden setzen.
- Betreten Sie keine möglicherweise mit Kot gedüngten landwirtschaftlichen Flächen.
- Achten Sie auf gründliche Hygiene, wie Händewaschen nach der Toilette und vor dem Essen und nutzen Sie möglichst saubere sanitäre Einrichtungen.
- Verzehren Sie nur geschältes, gewaschenes oder gekochtes Obst und Gemüse.
- Lassen Sie Ihre Haustiere wie Hunde und Katzen regelmäßig entwurmen.
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