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Diagnose Brustkrebs: Ein Erfahrungsbericht

Eine an Brustkrebs-erkrankte Frau trägt ein Kopftuch und lächelt in die Kamera.

© iStock / Ridofranz

Lesezeit: 3 Minuten10.03.2022

Eine Brustkrebsdiagnose stellt das bisherige Leben völlig auf den Kopf. Eugenia Krone aus Castrop-Rauxel erzählt, wie der Krebs sie schließlich auch bestärkt hat, ihren eigenen Weg zu gehen – privat wie beruflich.

Inhalte im Überblick

    Das Leben vor der Krebs-Diagnose

    Eugenia Krone hatte in Russland als Russischlehrerin gearbeitet, bevor sie mit 24 Jahren nach Deutschland auswanderte. Sie scheute keine körperlich schwere Arbeit, um sich einen Deutschkurs zu finanzieren, machte eine Umschulung und begann mit 27 Jahren eine Tätigkeit als Bürokauffrau. Als ihre Tochter geboren wurde, wuchs der Wunsch in ihr, wieder in ihrem Ursprungsberuf als Lehrerin zu arbeiten. Dafür studierte sie in Dortmund Erziehungswissenschaften. Wieder lernte sie unermüdlich. Dann kam das Angebot für einen Bürojob in einem Bildungsinstitut. „Mit ordentlichem Gehalt, alles geregelt – das war mir sehr wichtig“, erzählt sie. Da sie sich aber unterfordert fühlte und lange pendeln musste, gab sie diesen Job 2008 desillusioniert auf.

    Sie versuchte sich freiberuflich als Sprachlehrerin für Deutsch, zunächst als Überbrückungsbeschäftigung. Diese Arbeit machte ihr viel mehr Freude. Sie genoss den lebhaften Austausch mit ihren Sprachschülern, fühlte sich gebraucht und gefordert. Doch da war die Sorge, sich mit der Freiberuflichkeit nicht gut über Wasser halten zu können. Ihr Mann unterstützte sie, aber sie wollte immer auf eigenen Beinen stehen.

    Niemals verzweifeln – das gilt auch bei Brustkrebs

    Es war vor 13 Jahren im Jahr 2009, als die Frauenärztin zwei Knoten in ihrer Brust ertastete. Kurz danach erhielt Eugenia Krone aus Castrop-Rauxel, damals 40 Jahre alt, im Brustzentrum Dortmund die Diagnose Brustkrebs: ein sogenannter hormonempfindlicher HER2-positiver und zudem großer sowie aggressiv wachsender Tumor. Dass sie daran erkrankt war, wollte sie im ersten Moment nicht wahrhaben. Sie war mit der Diagnose sehr überfordert und dachte zunächst, alles rasch hinter sich bringen zu können – nach dem Motto „Eine Operation, und gut ist es“.

    Sie konzentrierte sich erst mal ganz auf die Behandlungen und nahm an einer medizinischen Studie teil. Nach einer ersten Chemotherapie-Behandlung waren die Knoten deutlich geschrumpft und konnten operativ entfernt werden. Während ihrer Erkrankung änderte sich nicht nur ihr Alltag drastisch, sondern auch ihre Einstellung zum Berufsleben. Eugenia Krone dachte viel über ihre berufliche Situation nach: „Ich hatte mich immer angestrengt und mir nie Pausen gegönnt. Meine Überlebensprognose betrug gerade mal drei Monate. Der Brustkrebs zeigte mir, dass es keine Sicherheit gibt – in jeglicher Hinsicht“, sagt sie heute. Sie habe am eigenen Leib erfahren, wie man von heute auf morgen aus dem Alltag herausgerissen werden kann. „Um auch therapiebedingt mental nicht einzurosten“, wie sie sagt, qualifizierte sie sich während der Chemotherapie als Sprachlehrerin für Deutsch mit offiziellem Abschluss.

    „Der Brustkrebs zeigte mir, dass es keine Sicherheit gibt – in jeglicher Hinsicht.“

    Porträt von Eugenia Krone, Brustkrebs-Betroffene

    Eugenia Krone
    Brustkrebs-Betroffene

    © Eugenia Krone

    Sensibler durch den Brustkrebs

    Zunächst musste sie jedoch die zweite Chemotherapie durchstehen, die sie sehr belastete. Nur zwei Wochen danach, im Februar 2010, nahm sie eine Stelle als Sprachlehrerin mit wöchentlich 25 Unterrichtsstunden an. „Ich war zwar in keiner guten gesundheitlichen Verfassung und trug wegen der ausgefallenen Haare ein Kopftuch, wollte aber so schnell wie möglich wieder normal leben. Meine Arbeit mit den Schülern gab mir viel Kraft.“, sagt sie rückblickend. Da sie sich stetig weiterentwickeln wollte, ließ sie sich zwei Jahre später noch zur Prüferin ausbilden.

    Als Sprachlehrerin ist sie immer gut ausgebucht. Aber nach all den Strapazen und schweren Momenten ist es ihr heute wichtig, sich mehr Zeit für ihre Hobbys zu nehmen – das Malen und das Gärtnern. Außerdem engagiert sie sich ehrenamtlich als Vorstandsmitglied bei dem Verein „mamazone – Frauen und Forschung gegen Brustkrebs“, der betroffene Frauen berät. Sie habe heute wesentlich mehr um die Ohren, sagt Eugenia Krone. Ihr Leben habe sich durch die Erkrankung aber in vielerlei Hinsicht zum Positiven verändert. Sie sei achtsamer mit sich und anderen geworden. Was sie an Brustkrebs erkrankten Frauen rät, die vor beruflichen Veränderungen stehen? „Ihr dürft niedergeschlagen sein, aber bitte verzweifelt niemals“, sagt sie. Die Erfahrung habe ihr gezeigt, dass es immer Auswege gibt. Gehe eine Tür zu, öffne sich eine andere.

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