Haut & Allergie
Was tun bei einer Nickelallergie?
Veröffentlicht am:21.09.2022
aktualisiert am 05.06.2026
6 Minuten Lesedauer
Bei einer Nickelallergie reagiert das Immunsystem überempfindlich auf das eigentlich harmlose Metall. Weil es in vielen Produkten vorkommt, wird der Alltag für Betroffene schnell zur Belastung.

© iStock / zoranm
Was ist eine Nickelallergie?
Die neuen Ohrringe sehen wirklich toll aus – doch wenige Tage später ist die Haut am Ohr unschön gerötet, trocken, geschwollen und sie juckt. So geht es vielen Menschen mit einer Nickelallergie. Dabei ist Nickel zunächst einmal ein Metall, das als natürlicher Bestandteil in der Erdkruste vorkommt. Bei Berührung von Nickel mit der Haut können jedoch Nickelatome eindringen.
Nickel allein könnte zwar keine Allergie auslösen, doch die Nickelatome binden sich in den Hautschichten an körpereigenes Eiweiß. Dadurch werden sie zum Allergieauslöser (Allergen). Das Immunsystem stuft die Nickel-Eiweiß-Verbindung nun als Gefahr ein und versucht, sie zu bekämpfen. Die Folge sind Entzündungsprozesse, die sich vor allem an der Hautoberfläche zeigen.
Die Nickelallergie zählt zu den sogenannten Kontaktallergien – und ist unter ihnen die häufigste. Etwa zehn bis zwölf Prozent der Bevölkerung sind betroffen, wobei besonders häufig Frauen unter einer Nickelallergie leiden. Ein möglicher Grund ist, dass Frauen häufiger nickelhaltigen Schmuck tragen. Je länger die Haut Kontakt mit dem allergieauslösenden Stoff hat, desto höher das Risiko für eine Allergie.
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Wie äußert sich eine Nickelallergie?
Wenn die Haut einer allergischen Person mit Nickel in Berührung kommt, rötet sie sich, wird rau, trocken und juckt. Manchmal schuppen oder nässen diese sogenannten Kontaktekzeme auch oder schwellen schmerzhaft an.
Ein Kontaktekzem einer Nickelallergie kann an allen Körperstellen auftreten, die direkt mit Nickel in Berührung gekommen sind. Dazu gehören zum Beispiel:
- die Hände
- das Gesicht
- Arme, Beine und Füße
- die Mundschleimhaut
- die Achseln
- die Genitalien
Bei manchen Betroffenen breitet sich der Hautausschlag über die ursprüngliche Kontaktstelle hinaus auf den ganzen Körper aus.
Die Symptome einer Nickelallergie zeigen sich nicht sofort, sondern treten erst rund 48 bis 72 Stunden nach dem Kontakt mit Nickel auf. Medizinerinnen und Mediziner sprechen bei der Nickelallergie daher von einer sogenannten Spättyp-Allergie.
Das zeitversetzte Auftreten der Symptome macht es manchmal schwierig, die Allergie als solche zu erkennen und aufzudecken. Besteht der Verdacht, kann eine Allergologin oder ein Allergologe einen Allergietest durchführen. Dabei wird das vermutete Allergen mit einem Hautpflaster auf den Rücken geklebt und nach zwei bis drei Tagen geschaut, ob es eine allergische Reaktion gibt.
Wie wird eine Nickelallergie behandelt?
Eine Nickelallergie ist nicht heilbar. Therapiert werden daher nur die Symptome. Der erste Schritt ist, den Kontakt mit Nickel konsequent zu vermeiden. Das bedeutet beispielsweise, auf nickelhaltigen Schmuck zu verzichten oder eine Barriere zwischen Haut und Nickel zu bringen.
So schützen Handschuhe bei der Arbeit mit nickelhaltigen Werkzeugen, Lack auf Knöpfen und Reißverschlüssen verhindert den direkten Hautkontakt. Dann heilt die Haut in der Regel von selbst ab. Verschiedene zusätzliche Therapien können den Prozess beschleunigen.
Kommt die Haut immer wieder mit Nickel in Kontakt, kann es hingegen passieren, dass sich ein chronisches Kontaktekzem bildet: Die Haut schuppt stark, verdickt, reißt ein und verhornt. Bei einem chronischen Kontaktekzem ist die Haut extrem trocken und empfindlich. Es dauert viel länger, bis die geschädigten Hautstellen wieder ausheilen.

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Wie lässt sich einer Nickelallergie vorbeugen?
Der wirksamste Schutz gegen eine Nickelallergie ist, den Kontakt zu dem Metall zu meiden. Nur so lassen sich eine Sensibilisierung des Körpers auf Nickel oder Symptome einer Nickelallergie verhindern.
Das ist jedoch in der Praxis oft schwer: Nickel steckt in sehr vielen Gegenständen, zum Beispiel in Brillengestellen, Kochutensilien, Werkzeugen, Münzen, Knöpfen, Reißverschlüssen und Schmuck.
Nickel ist zudem ein wichtiges Spurenelement für Pflanzen und Mikroorganismen und kann über den Boden oder das Wasser in pflanzliche oder tierische Lebensmittel gelangen. So enthalten auch viele Lebensmittel Nickel. Die gute Nachricht vorweg: Nur wenige Menschen mit einer Kontaktdermatitis gegen Nickel reagieren allergisch auf den Genuss von nickelhaltigen Lebensmitteln. In diesen Fällen wird eine nickelarme Diät empfohlen.
Giftige Metalle in E-Zigaretten
Einweg-E-Zigaretten können hohe Mengen giftiger Metalle wie Nickel und Blei freisetzen. Das bestätigt eine US-amerikanische Studie aus dem Jahr 2025 im Fachjournal ACS Central Science. Die Forschenden fanden heraus, dass sich Metalle aus Bauteilen wie der Heizspirale (Nickel) oder anderen Komponenten (Blei) lösen und in den Dampf übergehen.
Problematisch ist dabei, dass die Konzentration der Schadstoffe bei längerer Nutzung des Geräts sogar noch zunimmt. Die Studie warnt vor ernsten Gesundheitsrisiken: Die Belastung durch Nickel im Dampf wurde mit einem Krebsrisiko in Verbindung gebracht, das die Sicherheitsgrenzwerte überschreitet.
Was darf man bei einer Nickelallergie nicht essen?
Falls eine spezielle Diät nötig sein sollte, ist es sinnvoll, sie gemeinsam mit einer Ernährungsberaterin oder einem Ernährungsberater zusammenzustellen, um eine ausreichende Versorgung mit allen wichtigen Nährstoffen zu gewährleisten.
Eine Studie des Bundesinstituts für Risikobewertung (MEAL-Studie) hat die Nickelgehalte in Lebensmitteln untersucht und die Hauptquellen identifiziert. Folgende Lebensmittel gelten als besonders nickelreich:
- Kakao, Nüsse und Ölsaaten: Diese Gruppe enthält die Spitzenreiter. Kakaopulver und Cashewkerne weisen die höchsten Nickelkonzentrationen auf. Dicht gefolgt werden sie von Sonnenblumenkernen, Walnüssen, Haselnüssen, Chia-Samen und Kürbiskernen. Auch Produkte wie Zartbitterschokolade und Haselnussmus sind nickelreich.
- Hülsenfrüchte: Lebensmittel wie Linsen, Sojabohnen und daraus verarbeitete Produkte (zum Beispiel Sojadrinks oder Sojaeiweiß) tragen erheblich zur Nickelaufnahme bei.
- Vollkorngetreide: Auch wenn der Gehalt pro Gramm oft geringer ist als bei Nüssen, tragen Getreideprodukte aufgrund der häufig verzehrten Menge stark zur Gesamtaufnahme von Nickel bei. Insbesondere Vollkornprodukte können höhere Nickelwerte aufweisen.
Wichtig: Es spielen nicht nur die Lebensmittel selbst, sondern auch die Art der Zubereitung eine wichtige Rolle. Edelstahltöpfe etwa können Nickel freisetzen, insbesondere bei der Zubereitung säurehaltiger Speisen. Besser geeignet ist Kochgeschirr aus Glas, Keramik oder Emaille.
Auch das Schälen von Obst und Gemüse reduziert die Nickelaufnahme, da sich das Metall oft in der Schale ablagert. Selbst bei Getränken gibt es Unterschiede: Handaufgebrühter Kaffee enthält oft weniger Nickel als Kaffee aus der Maschine.
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