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Wie Sie bei einer Nickelallergie Kontaktekzeme verhindern können

Eine junge Frau mit Kopftuch kratzt sich am linken Ellenbogen.

© iStock / RealPeopleGroup

Lesezeit: 3 Minuten21.09.2022

Inhalte im Überblick

    Was ist eine Nickelallergie?

    Die neuen Ohrringe sehen wirklich toll aus – doch wenige Tage später ist die Haut am Ohr unschön gerötet, trocken, geschwollen und sie juckt. So geht es vielen Menschen mit einer Nickelallergie. Bei Berührung von Nickel mit der Haut, dringen Nickelatome in die Haut ein. Allein könnte Nickel gar keine Allergie auslösen, doch die Nickelatome binden sich in den Hautschichten an körpereigenes Eiweiß. Dadurch werden sie zum Allergieauslöser (Allergen), weil das Immunsystem die Nickel-Eiweißverbindung nun als Gefahr einstuft und versucht, diese zu bekämpfen. Die Folge sind Entzündungsprozesse, die sich vor allem an der Hautoberfläche zeigen.

    Die Nickelallergie zählt zu den sogenannten Kontaktallergien – und ist unter ihnen die häufigste. Etwa jeder fünfte bis zehnte Mensch in Deutschland hat eine Nickelallergie. Mit etwa 17 Prozent sind Frauen häufiger betroffen als Männer, bei denen drei Prozent unter eine Nickelallergie leiden. Expertinnen und Experten vermuten, dass das daran liegen könnte, dass sie häufiger nickelhaltigen Schmuck tragen. Denn über längere Zeit direkten Kontakt mit dem allergieauslösenden Stoff zu haben, erhöht das Risiko für eine Allergie.

    Nickelallergie: Was sind die Symptome?

    Wenn die Haut einer allergischen Person mit Nickel in Berührung kommt, rötet sie sich, schwillt an, wird rau, trocken und juckt. Manchmal schuppen oder nässen diese sogenannten Kontaktekzeme auch oder schwellen schmerzhaft an. In einigen Fällen ist der Hautausschlag nur auf kleine Flächen begrenzt, in anderen erstreckt er sich über breite Hautareale.

    Grundsätzlich ist es möglich, dass die Ekzeme einer Nickelallergie an allen Körperstellen auftreten, die direkt mit Nickel in Berührung gekommen sind, zum Beispiel an der Hand, im Gesicht, an Armen, Beinen und Füßen, in der Mundschleimhaut, unter den Achseln oder auch an den Genitalien. Bei einigen Betroffenen passiert es, dass der Hautausschlag nicht auf die Region begrenzt bleibt, die mit Nickel in Kontakt gekommen ist, sondern sich über den ganzen Körper verteilt.

    Die Symptome einer Nickelallergie zeigen sich nicht sofort, sondern treten erst rund 48 bis 72 Stunden nach Kontakt mit Nickel auf. Medizinerinnen und Mediziner sprechen bei der Nickelallergie daher von einer sogenannten Spättyp-Allergie. Das zeitversetzte Auftreten der Symptome macht es schwierig, die Allergie als solche zu erkennen und aufzudecken. Besteht der Verdacht, kann eine Allergologin oder ein Allergologe zur Bestätigung einen Allergietest durchführen. Dabei wird das vermutete Allergen mit einem Hautpflaster auf den Rücken geklebt und nach zwei bis drei Tagen geschaut, ob es eine allergische Reaktion gibt.

    Schwere Formen von Nickelallergie sind selten. Es gibt jedoch Fälle, in denen es zu einer allergischen Reaktion des ganzen Körpers kommt, wenn zum Beispiel Lebensmittel mit hohem Nickelgehalt gegessen werden, sodass die Betroffenen nickelhaltige Lebensmittel meiden müssen.

    Wie wird eine Nickelallergie behandelt?

    Eine Nickelallergie ist nicht heilbar. Therapiert werden daher nur die Symptome. Die erste Maßnahme zur Behandlung lautet, den Kontakt mit Nickel ab sofort zu vermeiden, also beispielsweise entsprechende Schmuckstücke nicht mehr zu tragen oder eine Barriere zwischen sich und Nickel zu bringen. Zum Beispiel in dem man bei der Arbeit mit nickelhaltigen Werkzeugen Handschuhe trägt oder Knöpfe und Reißverschlüsse mit einem Lack überstreicht. Dann heilt die Haut in der Regel von selbst ab. Verschiedene zusätzliche Therapien können den Prozess beschleunigen.

    Wird der Körper Nickel immer wieder ausgesetzt, kann es hingegen passieren, dass sich ein chronisches Kontaktekzem bildet: Die Haut schuppt stark, verdickt, reißt ein und verhornt. Bei einem chronischen Kontaktekzem ist die Haut extrem trocken und empfindlich. Es dauert viel länger, bis die geschädigten Hautstellen wieder ausheilen.

    Zwei Mädchen stehen beieinander, die eine hängt sich einen Ohrring ans linke Ohr.
    Nickel ist ein Metall, das vor allem in Schmuckgeständen, wie zum Beispiel Ohrringen oder Armbändern von Uhren, enthalten ist. Bei einigen Menschen reagiert die Haut überempfindlich auf den Stoff.

    © iStock / Antonio Diaz

    Wie lässt sich einer Nickelallergie vorbeugen?

    Die einzige Möglichkeit, um zu verhindern, dass sich der Körper auf Nickel sensibilisiert oder dass die Symptome einer Nickelallergie ausbrechen, ist es, den Kontakt zu dem Metall zu meiden. Das ist jedoch in der Praxis oft schwer, da Nickel in sehr vielen Gegenständen steckt, zum Beispiel in Brillengestellen, Kochutensilien, Werkzeugen, Münzen, Knöpfen, Reißverschlüssen und Schmuck.

    Nickel ist zudem ein wichtiges Spurenelement für Pflanzen und Mikroorgansimen. So enthalten auch viele Lebensmittel Nickel. Trotzdem ist eine spezielle, nickelarme Diät in der Regel nicht nötig. Nur in sehr schweren Fällen empfehlen Medizinerinnen und Mediziner, den Verzehr der entsprechenden Produkte so gut es geht einzuschränken, eventuell auch nur vorübergehend.

    Nickel im Tabak von Zigaretten

    In großen Mengen ist Nickel für Menschen, Tiere und Umwelt hochgiftig

    Neben den Rauchenden sind auch Passivrauchende gefährdet, die den Zigarettenrauch einatmen und den giftigen Stoff so über die Atemwege in den Körper aufnehmen. Allergien mit Entzündungen, Atemwegsinfektionen, Krebs und Herzfehlfunktionen können die Folge sein. 

    Falls eine spezielle Diät nötig sein sollte, ist es sinnvoll, sie gemeinsam mit Ernährungsberaterinnen und -beratern zusammenzustellen, um eine ausreichende Versorgung mit allen wichtigen Nährstoffen zu gewährleisten.

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