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Gesundheitsmagazin

Liebe & Sexualität

Symptome und Folgen von Tripper

Veröffentlicht am:19.12.2022

3 Minuten Lesedauer

Gonorrhoe, umgangssprachlich auch Tripper genannt, zählt zu den häufigsten sexuell übertragbaren Krankheiten. Gerade bei Frauen bleibt sie oft unentdeckt, was eine Verbreitung begünstigt und schwere Folgen haben kann.

Ein junger Mann mit Tripper sitzt auf dem Bett, eine Frau im Hintergrund.

© iStock / Pranithan Chorruangsak

Inhalte im Überblick

    Was ist Tripper?

    Tripper – wie die sexuell übertragbare Krankheit Gonorrhoe auch genannt wird – wird durch Bakterien verursacht. Die „Gonokokken“ befallen die Schleimhäute und lösen dort Entzündungen aus. Das kann  die Harnröhre, den Gebärmutterhals, den Enddarm, den Rachen und selten auch die Bindehaut der Augen betreffen.

    Tripper gehört gemeinsam mit Chlamydiose, HPV-Infektionen und Trichomoniasis zu den am häufigsten vorkommenden Geschlechtskrankheiten der Welt. Für das Jahr 2020 schätzt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Gonorrhoe-Neuansteckungen auf 82,4 Millionen Menschen weltweit. Besonders in Entwicklungsländern wird allerdings von einer äußerst hohen Dunkelziffer ausgegangen. In Europa sind vor allem junge Menschen zwischen 15 und 25 Jahren, und unter ihnen besonders Männer mit gleichgeschlechtlichen Sexualpartnern, von der Krankheit betroffen.

    In den letzten Jahren entwickelten die Gonokokken eine Resistenz gegenüber vielen gängigen Antibiotika. Ein Fakt, den die WHO als besorgniserregend einstuft, da dies die sonst recht einfache Behandlung deutlich erschwert.

    Symptome einer Tripper-Infektion

    Bei Männern dauert es in der Regel etwa drei Tage, bis die ersten Beschwerden nach einer sexuellen Übertragung auftreten. Sie leiden deutlich stärker unter der Krankheit als Frauen. Bei letzteren löst Gonorrhoe oft gar keine oder nur leichte Symptome aus. In beiden Fällen sollte jedoch beim Auftreten eines oder mehrerer der folgenden Anzeichen eine Ärztin oder ein Arzt aufgesucht werden.

    Beschwerden bei Frauen:

    • Juckreiz, eitriger Ausfluss aus der Scheide
    • Zwischenblutungen
    • Schwellung und Rötung der Vulva
    • Schmerzen im Unterbauch

    Beschwerden bei Männern:

    • Ausfluss aus der Harnröhre
    • Schmerzen in den Hoden

    Beschwerden bei beiden Geschlechtern:

    • Halsschmerzen nach dem Oralsex
    • Juckreiz, Ausfluss, Krämpfe am Anus
    • Brennen und Beschwerden beim Wasserlassen

    Wie verläuft ein Test?

    Bei Verdacht auf einen Tripper kann ein Test beim Arzt oder bei der Ärztin durchgeführt werden. Mit einem Abstrich oder einem Urintest wird festgestellt, ob eine Gonokokken-Infektion vorliegt. Ein Abstrich wird von der Harnröhre, vom Gebärmutterhals, dem Rachen oder dem Analkanal entnommen. Bei Anzeichen auf eine Gonorrhoe oder für den Fall, dass man mit jemandem sexuell aktiv war, der sich als infiziert herausstellt, übernimmt die Krankenkasse die Kosten für den Test. Auch Schwangere sollten vor der Geburt auf Gonorrhoe getestet werden, da sich das Bakterium sonst auf das Kind übertragen könnte und bei dem Neugeborenen eine Bindehautentzündung des Auges oder eine Entzündung im Mund-Rachen-Raum hervorrufen kann.

    Übertragung und Schutz

    Übertragen wird ein Tripper durch den Kontakt mit infizierten Schleimhäuten. Die häufigste Ursache ist somit ungeschützter vaginaler, analer oder oraler Geschlechtsverkehr. Auch die gemeinsame Nutzung von Sexspielzeugen kann für die Übertragung verantwortlich sein.

    Umso wichtiger ist daher die Reinigung der verwendeten Toys sowie die Verwendung von Kondomen und Femidomen. Da sich das Bakterium auch in der Mundschleimhaut ansiedeln kann, werden beim Oralsex ein Kondom beziehungsweise Lecktücher, sogenannte Dental Dams, empfohlen.

    Hat man bereits das Gefühl, dass etwas nicht stimmt – beispielsweise unerklärlicher Juckreiz oder zähflüssiger Ausfluss –, sollte man nicht lange zögern und eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen.

    Bei der gynäkologischen Untersuchung kann festgestellt werden, ob ein Tripper vorliegt.

    © iStock / stefanamer

    In einer gynäkologischen Praxis kann mit Hilfe eines Abstrichs oder Urintests eine Gonokokken-Infektion festgestellt werden. Verinbaren Sie einen Termin bei Verdacht auf Tripper.

    Behandlung und Folgen von Tripper

    Auch wenn Beschwerden und Symptome abklingen, sollte man sich untersuchen lassen, denn: Es kann vorkommen, dass die Krankheitserreger immer noch im Körper sind und somit weitergegeben werden können. Wer sich nicht behandeln lässt, muss mitunter mit schweren Folgen für die Gesundheit rechnen. Unbehandelt kann Gonorrhoe Entzündungen verursachen, die zu Unfruchtbarkeit bei Männern und Frauen führt. Zudem steigt bei einer Gonorrhoe das Risiko, sich bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr mit HIV zu infizieren. Das liegt vor allem daran, dass die Schleimhäute durch die Infektion stark geschädigt und somit leichter durchlässig für HIV sind.

    Glücklicherweise lässt sich Tripper mit Antibiotika meist relativ leicht behandeln. Einige Gonokokken-Stämme haben allerdings bereits eine Antibiotikaresistenz entwickelt. Das heißt, dass die Bakterien gegen bestimmte Wirkstoffe unempfindlich geworden sind. Mit einem Empfindlichkeitstest kann der Arzt oder die Ärztin dann ein geeignetes Antibiotikum auswählen. Auf lange Sicht werden jedoch neue Medikamente benötigt, um weiterhin eine sichere Behandlung gegen Tripper zu gewährleisten.

    Betroffene sollten bis zum Ende der Behandlung auf Sex verzichten. Außerdem ist es ratsam, sich bei Behandlung und Medikation genau an die Vorgaben zu halten, da das Bakterium sonst nicht vollends verschwindet. Eine Untersuchung der Sexualpartnerin oder des Sexualpartners ist unbedingt erforderlich. Aber Achtung: Eine Infektion hinterlässt keine Immunität, man kann sich also jederzeit wieder anstecken.

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