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BH-Kauf: Weite und Körbchengröße richtig berechnen

Eine Frau hält einen rosafarbenen BH in den Händen und prüft die Größe.

© iStock / mustafagull

Lesezeit: 4 Minuten16.11.2020Aktualisiert: 12.05.2022

Ein schlecht sitzender BH zwickt und drückt nicht nur, im schlimmsten Fall kann er auch zu Schmerzen in Nacken, Schultern und Rücken führen. Wer das vermeiden will, sollte beim Kauf auf einen guten Sitz und die richtige Größe achten.

Inhalte im Überblick

    So messen Sie Ihren Brustumfang richtig

    Er kneift, er ziept oder hinterlässt unschöne Druckstellen – ein BH, der nicht gut passt, ist für die Trägerin äußerst unangenehm. Laut des Hohenstein Instituts für Textilinnovation gGmbH trägt in Deutschland fast jede zweite Frau einen schlecht sitzenden BH. Die Folgen können gravierend sein: Unangepasste BH-Träger zwicken und schädigen die Oberhaut. Langfristig deformieren schmale Träger bei großen Brüsten das Bindegewebe, was sich mit zunehmendem Alter noch verstärkt. Sogar Muskeln und Nerven werden vom unpassenden BH in Mitleidenschaft gezogen und verursachen oft Kopf-, Nacken-, Rücken-, Arm- und Schulterschmerzen. 

    Um diese und andere unangenehme Folgen eines schlecht sitzenden BHs zu vermeiden, sollte jede Frau wissen, welche BH-Größe sie tatsächlich hat. Diese können Sie mit einem Maßband selbst ermitteln, indem Sie den Unterbrustumfang und den Brustumfang an der vordersten Stelle der Brust messen. Wichtig ist, dass Sie dabei aufrecht stehen und gleichmäßig atmen. Und so geht’s:

    Messen des Unterbrustumfangs

    Legen Sie das Maßband direkt unter Ihrer Brust an. Es sollte zwar eng anliegen, aber immer noch so weit sein, dass Sie normal atmen können.

    Messen des Brustumfangs

    Dieses Maß nehmen Sie an der üppigsten Stelle der Brust. Hier sollte das Maßband eher locker anliegen, damit es die Brüste nicht verformt oder zusammendrückt. Stellen Sie sicher, dass das Maßband über der Brust und auch am Rücken auf derselben Höhe sitzt.

    BH-Größe berechnen: So funktioniert’s

    Wer Brustumfang und Unterbrustumfang richtig gemessen hat, kann mit diesen Werten anschließend seine BH-Größe ermitteln. Eine BH-Größe besteht immer aus dem Unterbrustumfang in Zentimeter (cm) und der Körbchengröße, die mit Buchstaben bennant wird.

    • Der Unterbrustumfang wird in Schritten von fünf Zentimetern angegeben. Sie haben zum Beispiel mit dem Maßband 83 Zentimeter gemessen, dann wäre Ihre passende BH-Größe 80. Die Tabelle hilft Ihnen dabei, Ihren Unterbrustumfang der BH-Größe zuzuordnen. Suchen Sie dafür einfach die Spanne, in der Ihr gemessener Unterbrustumfang vorkommt und lesen Sie in der Zeile darüber Ihre BH-Größe ab.
    • Um die Körbchengröße, auch Cup genannt, zu bestimmen, müssen Sie von Ihrem gemessenen Brustumfang (an der vordersten Stelle der Brust) den Unterbrustumfang abziehen. Das Ergebnis bestimmt die Größe des Cups. In der BH-Größen-Tabelle können Sie das ablesen. Sie haben zum Beispiel einen Brustumfang von 98 Zentimenter und ziehen davon den Unterbrustumfang von 80 Zentimeter ab. Das Ergebniss sind 18 Zentimenter. Laut Tabelle haben Sie also die Körbchengröße D.

    Wenn Sie dem Beispiel folgen, bräuchten Sie nun einen BH in der Größe 80D.

    Grafik mit BH-Größen-Tabelle und Veranschaulichung, wie man den Brustumfang richtig misst und so die richtige BH-Größe für sich findet.
    BH-Größen-Tabelle: So finden Sie heraus, welche BH-Größe die richtige für Sie ist.

    Trotzdem Probleme mit der BH-Passform? So funktionieren Kreuzgrößen

    Sie haben alle Maße genommen und Ihre BH-Größe ermittelt – und trotzdem haben Sie Probleme, die richtige Passform zu finden? Das ist nicht ungewöhnlich, denn die BH-Größen können, je nach Hersteller, sehr unterschiedlich ausfallen. Versuchen Sie, zu beurteilen, warum der BH nicht passt. Ist die Unterbrustweite zu weit oder zu eng oder ist das Cup zu groß oder zu klein? In diesem Fall helfen Ihnen Kreuzgrößen. Sie folgen einem einfachen Prinzip:

    • Ist der BH unter der Brust zu weit, wählen Sie eine kleinere Größe und den Cup dafür einen Buchstaben größer. Sie haben zum Beispiel 80D ausgemessen, nehmen Sie nun stattdessen 75E.
    • Sitzt der BH unter der Brust zu eng, wählen Sie eine größere Größe und den Cup einen Buchstaben kleiner. Statt 80D, probieren Sie nun zum Beispiel einen BH in 85C.
    • Ist das Cup zu groß oder zu klein, wählen Sie die Körbchengröße entweder eine Nummer kleiner oder größer und bleiben bei der Unterbrustweite.

    So sitzt der BH richtig

    Nur ein gut sitzender BH ist bequem und gibt Halt, ohne Schmerzen oder Druckstellen zu verursachen. Ob ein BH perfekt passt, können Sie anhand folgender Merkmale feststellen:

    • Die Brüste liegen gut in den Körbchen, auch wenn Sie die Arme und den Oberkörper bewegen.
    • Der BH schneidet weder ein noch quillt seitlich oder oben etwas heraus.
    • Metall- oder Plastikbügel sind beim Tragen nicht zu spüren.
    • In der Dekolleté-Falte können Sie bequem einen Daumen unter den BH schieben. Der BH sitzt an dieser Stelle nicht höher als die Brust und steht auch nicht ab.
    • Die Träger hinterlassen keine Druckstellen und sitzen am Rücken parallel oder leicht V-förmig.
    • Das Unterbrustband sitzt fest und parallel zu den Körbchen und um den ganzen Körper herum auf gleicher Höhe.

    Die BH-Größe kann sich im Laufe des Lebens verändern

    Die BH-Größe einer Frau bleibt nicht ihr Leben lang gleich. Mit zunehmendem Alter, aber auch durch eine Schwangerschaft oder Gewichtsschwankungen kann sich die Brust verändern. Vor allem sollten Frauen nach den Wechseljahren darauf achten, die richtige BH-Größe zu tragen und diese gegebenenfalls anpassen. Denn bei ihnen sind die körperlichen Veränderungen mitunter besonders deutlich.

    Der BH sollte individuell angepasst werden

    Passen Sie Ihren BH immer Ihren Aktivitäten und Ihren körperlichen Voraussetzungen an. Frauen mit einem schwachen Bindegewebe benötigen zum Beispiel einen BH mit einer stärkeren Stützfunktion. Auch beim Sport ist das zu empfehlen. 

    Falsch ist die Annahme, dass ein Verzicht auf den BH den Brustmuskel kräftigt. Es stimmt zwar, dass das stabilisierende Bindegewebe in der Brust einen gewissen Bewegungsreiz braucht, damit es seine Funktion mit der Zeit nicht verliert. Sind die Belastungen aber zu groß, schaden sie dem Bindegewebe. Generell gilt daher: Die richtige BH-Größe sollte für Halt sorgen, ohne den mechanischen Bewegungsreiz völlig zu unterbinden.

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