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Gemeinsam Einkaufen – so gelingt ein stressfreier Einkauf mit den Kindern

Familie geht gemeinsam einkaufen und das Kind darf mitentscheiden, was dabei im Einkaufswagen landet.

© iStock / FatCamera

Lesezeit: 5 MinutenAktualisiert: 26.10.2021

Papa, Mama, ich will das haben“ – wer schon mit einem Kind einkaufen war, kennt die Diskussion an der Kasse, an der die bunten Süßigkeiten auf Augenhöhe der Kleinen aufgestellt sind. Auch Schreianfälle zwischen den Supermarktregalen und wilde Verfolgungsjagden lassen den Stresspegel bei Eltern steigen. Doch das muss nicht immer sein. Wie Sie als Eltern mit Kindern entspannt durch den Supermarkt gehen und den Nachwuchs bei der Lebensmittelauswahl einbeziehen können, erfahren Sie hier.

Inhalte im Überblick

    Wie kann man entspannt mit Kindern einkaufen gehen?

    Häufig schieben wir den Grund für ein stressiges Einkaufserlebnis auf den Nachwuchs. Schließlich hat er gequengelt und wollte nicht hören. Manchmal sind aber auch wir Eltern gereizt, die Unzufriedenheit kann sich dann auf den Nachwuchs übertragen. Doch wie kann ich ewige Diskussionen vermeiden und das Kind gekonnt miteinbeziehen? Mit einer positiven Grundstimmung legen Sie eine gute Basis und verhindern, dass sich Gefühle gegenseitig hochschaukeln. Mit guter Laune können wir nun entdecken, welche Tipps vor, bei und nach dem Einkauf hilfreich sind.

    Vor dem Einkauf: Planung ist alles

    Mit einer guten Vorbereitung vergessen Sie im Supermarkt nicht die Hälfte Ihres Einkaufs oder müssen Ihrem Kind die Regeln beim Einkaufen erklären – das lässt den Stress verblassen, bevor er überhaupt entsteht.

    • Schreiben Sie einen Einkaufszettel: Notizen mit wichtigen Zutaten oder eine Rezeptsammlung sind besonders praktisch beim Einkauf. So können Sie schneller durch die Gänge navigieren und verlieren nicht den Überblick, wenn Ihr Nachwuchs quengelig wird. Beziehen Sie bereits jetzt Ihr Kind mit ein. Mit altersgerechten Fragen wie: „Was möchtest du heute zu Mittag essen?“ locken Sie es aus der Reserve und machen Lust auf den Einkauf. Als Entscheidungshilfe können Sie Ihrem Kind auch Lieblingsgerichte zur Auswahl geben. Jetzt ist auch ein guter Zeitpunkt, um mit Ihrem Nachwuchs zu besprechen, ob und welche Süßigkeiten in den Einkaufskorb dürfen.
    • Besprechen Sie wichtige Regeln: Anstatt mit dem erhobenen Zeigefinger zu mahnen, können Regeln in nette Botschaften umgewandelt werden. Eine deutliche Sprache sprechen sie trotzdem. Ein Beispiel: „Bleibst du im Supermarkt bitte an meiner Seite, ich könnte deine Hilfe gebrauchen.“ Kindern hilft es, wenn sie verstehen, warum Regeln gemacht werden. Liefern Sie im besten Fall zu jeder Regel eine Begründung. Das könnte so aussehen: „Bitte turne nicht an den Regalen herum, da schwere Sachen auf dich herunterfallen können.“
    • Stillen Sie den Hunger: Nie mit leerem Magen einkaufen gehen ist eine wichtige Regel. Hunger lässt uns dünnhäutiger und gestresster werden. Außerdem steigt damit das Risiko, dass Ihr Nachwuchs alle Supermarktregale leer räumen möchte.
    • Wählen Sie die richtige Tageszeit: Am späten Nachmittag oder samstagvormittags sind die Geschäfte in der Regel gut gefüllt. Lange Schlangen an den Kassen verlangen Ihrem Kind viel Geduld ab. Gehen Sie daher, wenn möglich, außerhalb der Stoßzeiten einkaufen. Besonders geschickt ist es, die Einkaufszeit zu wählen, wenn Ihr Kind nicht müde ist.

    Beim Einkauf mit Kind: gelassen, aber zielorientiert

    Sie haben ein Ziel: Ihr Einkaufszettel muss abgehakt werden. Dieses Ziel erreichen Sie, wenn Sie gelassen und souverän einkaufen. Ganz wichtig: Beziehen Sie Ihr Kind mit ein und lassen Sie keine Langeweile aufkommen.

    • Machen Sie Ihr Kind zum Komplizen: Wenn Sie Ihren Nachwuchs miteinbeziehen, vermeiden Sie Leerläufe und fördern die kindliche Selbstständigkeit sowie das Selbstbewusstsein. Richten Sie sich bei der Aufgabenverteilung nach dem Alter. Kleinere Kinder können den Einkaufswagen schieben, Gemüse in den Korb legen, Obst abwiegen oder auf das Kassenband legen. Größere Kinder können zu Botengängen geschickt werden. Gestalten Sie das Ganze spielerisch. Machen Sie beispielsweise ein Gemüse-Ratespiel: „Ich suche eine Frucht, die rot und rund ist, du nimmst sie oft mit in den Kindergarten.“
    • Bleiben Sie bei ungewollten Ratschlägen ruhig: Es gibt sie überall, die Ratschläge, die weder helfen noch gewünscht sind. Wenn sich Außenstehende einmischen, bleiben Sie am besten gelassen. Anstatt zu diskutieren, empfiehlt sich ein: „Danke, ich komme schon zurecht.“ Auch argwöhnische Blicke können Sie getrost links liegen lassen. Das ist eine Situation zwischen Ihnen und Ihrem Kind.
    • Bei Schreiattacken nicht nachgeben: Wenn Sie Kinder beim Einkaufen beobachten, werden Sie häufiger auf trotziges Verhalten stoßen. Selbst mit der besten Vorbereitung kann es zu ungewollten Situationen kommen. Bleiben Sie standhaft, auch wenn sich Ihr Kind medienwirksam auf den Boden wirft und mit beiden Fäusten auf den Boden trommelt. Ein hilfreicher Satz kann sein: „Wir haben bereits zu Hause abgesprochen, dass wir heute keine Süßigkeiten kaufen.“ Sprechen Sie mit ruhiger, aber bestimmter Stimme. Ganz wichtig: Lassen Sie sich nicht auf Diskussionen ein. Ihr Kind wird erkennen, dass es mit den Wutanfällen nicht das gewünschte Ziel erreicht.
    • Vertreiben Sie Langeweile: Bis zur Kasse ist alles gut gelaufen, aber jetzt wartet dort eine lange Schlange? Nur keine Panik, Kinder haben eine fantastische Vorstellungskraft und sind immer für ein Spiel zu haben. „Ich sehe was, was Du nicht siehst“ ist ein wahrer Klassiker
    Zwei Mädchen wurden auf Botengänge im Supermarkt geschickt – so macht Einkaufen der ganzen Familie Spaß.
    Etwas größere Kinder können schon auf kleine Botengänge durch den Supermarkt geschickt werden und so selbstständig beim Einkauf helfen.

    © iStock / AJ_Watt

    FAQ: Antworten auf wichtige Einkaufsfragen

    Wenn Sie mit kleineren Kindern unterwegs sind, haben Sie vielleicht Sorge, dass Ihr Nachwuchs im Laden ein Glas fallen lässt oder voller Genuss in ein Brötchen beißt? Wie verhält man sich in so einem Fall am besten?

    Was ist, wenn meine Kinder etwas kaputtmachen?

    Wenn Ihr Kind im Supermarkt Waren kaputtmacht, kann man Sie zur Kasse bitten, wenn Sie Ihre Aufsichtspflicht nicht wahrgenommen haben. Viele Supermärkte sind hier aber kulant und berechnen keine Kosten. Falls doch, müssen Sie nur den Einkaufspreis bezahlen, den der Supermarkt auch selbst aufwenden musste, um die Ware anzuschaffen.

    Darf mein Kind bereits im Einkaufsladen Waren essen oder trinken?

    Streng genommen gehört die Ware so lange dem Supermarkt, bis Sie die Lebensmittel bezahlt haben. Auch hier drücken viele Ladenbetreiber aber ein Auge zu – am besten fragen Sie vorher nach.

    Nach dem Einkauf mit Kind: Belohnungen sind erlaubt

    Ihr Nachwuchs hat eine tolle Leistung erbracht, wenn er sich im Einkaufsladen an das Regelwerk gehalten hat. Schließlich ist es gar nicht so einfach, sich zwischen den süßen Verführungen und den vielen Reizen aus der Umwelt zu konzentrieren. Ihr Kind freut sich sicherlich über eine positive Rückmeldung – wie wäre es mit Lob und einer kleinen Belohnung?

    • Loben Sie Ihren Nachwuchs: Vom Mund direkt ins Herz – Kinder saugen bestärkende Worte nur so auf. Loben Sie jedoch ganz konkret. Anstatt „Das hast Du toll gemacht“ könnten Sie sagen: „Schön, dass du mir dabei geholfen hast, den Einkauf auf das Kassenband zu legen.“
    • Ermöglichen Sie eine Belohnung: Ihr Kind hat sich im Laden die Süßigkeiten verkniffen und bekommt sie nun zur Belohnung? Das geht geschickter. Wie wäre es stattdessen mit einem Besuch auf dem Spielplatz?
    • Beteiligen Sie Ihr Kind nach dem Einkauf: Zu Hause angekommen, kann die Situation schnell wieder stressig werden. Die Küche steht voller Einkäufe und Ihr Nachwuchs hat Langeweile. Dann wäre es doch eine gute Idee, Ihr Kind zu beteiligen. Den Kühlschrank auswischen, Lebensmittel ausräumen oder die Tüten in den Vorratsraum bringen sind nur einige Inspirationen.

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