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Nachhaltigkeit mit Kindern: So funktioniert’s

Ein Kind umarmt zum Zeichen der Nachhaltigkeit einen Baum, auf den ein grünes Herz gemalt ist.

© iStock / Nastco

Lesezeit: 4 Minuten20.12.2021

Berge von Windeln, kaputtes Plastikspielzeug, ständig wechselnde Garderobe: Wer Wert auf Nachhaltigkeit legt, stößt im Alltag mit Kindern schnell an seine Grenzen. Oft helfen jedoch schon kleine Umstellungen dabei, bewusster zu leben.

Inhalte im Überblick

    Nachhaltigkeit mit Babys und Kleinkindern

    Ressourcen schonen, unnötigen Müll und Emissionen vermeiden – all diese guten Vorsätze fliegen mit der Geburt des ersten Kindes häufig vorerst über Bord. Hat man allerdings erst einmal als Familie zusammengefunden, wird schnell klar: Im Alltag mit Baby gibt es viel Handlungspotenzial. So kann Nachhaltigkeit mit Kindern bereits im Säuglingsalter beginnen.

    Nachhaltig wickeln

    Die Vorstellung von Stoffwindeln wirkt für viele Eltern im 21. Jahrhundert zunächst einmal abschreckend. Dabei gibt es einige gute Gründe, der Sache eine Chance zu geben: Einerseits schonen Stoffwindeln die Umwelt, indem sie jeden Monat kiloweise nicht recycelbaren Müll sparen.

    Gleichzeitig sorgen Stoffwindeln für ein besseres Hautklima beim Baby und können somit Wundheit und Windeldermatitis vermeiden. Moderne Stoffwindelsysteme sind außerdem mitwachsend und begleiten das Kind, bis es trocken ist. Tauschen Sie sich mit Trageberaterinnen, Freunden und Hebammen über ressourcenschonendes Wickeln aus.

    Selbstgemachte Feuchttücher

    Auch klassische Feuchttücher sind wenig nachhaltig, lassen sich aber insbesondere beim Wickeln zu Hause gut ersetzen.

    Kleine Waschlappen oder selbst gemachte Feuchttücher aus Küchenrolle, die mit ein wenig Wasser und einigen Tropfen Öl getränkt werden, bieten gute Alternativen.

    Kleidung und Schuhe: Secondhand für Kinder

    Babys und Kleinkindern kann man beim Wachsen beinahe zusehen. Viele Kleidungsstücke passen nur für einige Wochen und werden unterm Strich nur wenige Male getragen. Umso sinnvoller ist es, im Sinne der Nachhaltigkeit auf gebrauchte Kleidung zurückzugreifen. Oft lohnt es sich, bei Eltern im Bekanntenkreis nachzufragen. Darüber hinaus finden an vielen Orten regelmäßig Kinderflohmärkte statt, wo sich gut erhaltene und günstige Kleidungsstücke finden lassen.

    Auch Aktionen wie Hoftrödel oder Kitatrödel eignen sich gut zum Stöbern. Bei Kleinanzeigen-Anbietern im Internet oder lokalen Kinderflohmarkt-Gruppen in den sozialen Medien kann man auch häufig fündig werden. Das gilt sogar für Schuhe – hier ist es für die Fußgesundheit allerdings wichtig, auf die richtige Größe zu achten. Außerdem darf die Sohle bei gebrauchten Schuhen nicht einseitig abgelaufen sein.

    Es gibt zudem die Möglichkeit, ökologische Kleidung für Kinder zu leihen, statt zu kaufen. Vor allem für saisonale Kleidungsstücke wie Winterschuhe und Skikleidung ist ein Mietservice interessant. Schauen Sie doch mal bei Anbietern wie „Räubersachen“ vorbei und probieren Sie es aus.

    Ein Kind füllt Lebensmittel in Glasbehälter.
    Wenn Kinder von klein auf bestimmte Verhaltensweisen gewohnt sind, werden sie zur Selbstverständlichkeit. Dazu gehört das Einkaufen von Bio-Lebensmitteln und Produkten aus Unverpackt-Läden.

    © iStock / monkeybusinessimages

    Nachhaltigkeit bei Spielzeug

    Spielzeug lässt sich auf Kinderflohmärkten ebenfalls gut gebraucht erstehen. Ein weiterer Ansatz für mehr Nachhaltigkeit mit Kindern ist es, sich mit anderen Eltern zusammenzutun und Spielzeug sowie Bücher, die keine Beachtung mehr finden, einfach zu tauschen.

    Das funktioniert etwas abgewandelt sogar innerhalb des eigenen Haushalts: Spielzeug, das links liegen gelassen wird, kann schlicht für einige Wochen oder Monate in einer Schublade oder im Keller verschwinden. Taucht es dann wieder auf, ist es oft plötzlich heiß begehrt. Statt also ständig neue Spielsachen zu kaufen, kann man das eigene Sortiment für eine Weile einfach rotieren – bis das Kind tatsächlich „herausgewachsen“ ist.

    Nachhaltigkeit im Familienalltag: 5 Tipps für alle Altersstufen

    Unabhängig vom Alter der Kinder gibt es einige Nachhaltigkeits-Tipps für alle Familienmitglieder:

    1. Nachhaltig essen und einkaufen: Gerade beim Einkauf für mehrere Personen gilt: Lokales und regionales Einkaufen macht einen Unterschied! Ein schönes Konzept sind Gemüsekisten von regionalen Landwirten, die man vielerorts wöchentlich abonnieren kann. Das sorgt nicht nur für einen gesunden und nachhaltigen Speiseplan, sondern bringt auch Erwachsenen das ein oder andere unbekannte Gemüse und neue Rezepte nah.
    2. Müllfrei aufbewahren: Bleibt einmal etwas übrig, stellen Dosen und Bienenwachstücher eine nachhaltige Alternative zum Einpacken und Aufbewahren zu Frischhaltefolie dar.
    3. Das nachhaltigste Getränk: Leitungswasser! Ganz einfach, ganz günstig, streng auf Schadstoffe geprüft – und in einer schönen Karaffe mit Zitrone, Minze oder einem Spritzer Fruchtsaft auch gar nicht mehr langweilig.
    4. Besser basteln: Anstelle von Plastikperlen und Fensterfarbe lässt sich nachhaltig mit Naturmaterialien basteln, die man zuvor selbst mit den Kindern einsammelt – zum Beispiel Kastanien, Hagebutten, Stöcke sowie getrocknete Blumen und Blätter. Auch Steine eignen sich hervorragend, um sie zu bemalen oder daraus Figuren zu basteln.
    5. Nachhaltig lesen: Einer der einfachsten Tipps für Nachhaltigkeit mit Kindern ist ein Büchereiausweis. Statt laufend neue Bücher zu kaufen und die Regale vollzustellen, lohnt sich ein Blick in die Stadtbibliothek: Hier gibt es oft eine große Auswahl für Kinder, vom Pappbilderbuch für die Kleinsten bis hin zum Fantasyroman für Teenager.

    Mehr zum Thema:

    Nachhaltigkeit bei Kindern im Schulalter: erklären und vorleben

    Wächst man von der Kindheit an nachhaltig auf, wird der Umweltschutz zur Selbstverständlichkeit. Es lohnt sich also, Kinder frühzeitig für das Thema zu begeistern.

    Mit Kindern ab dem Vorschulalter können Eltern das Thema Nachhaltigkeit gezielt besprechen, es erklären und dafür sensibilisieren. Wichtig ist es dabei, nicht zu moralisieren und zu verbieten, sondern nachhaltige Verhaltensweisen selbst vorzuleben und wie nebenbei zu erläutern – zum Beispiel, warum man beim Wocheneinkauf zur Bio-Gurke greift und auf die Plastiktüte verzichtet.

    Auch beim gemeinsamen Kochen oder Aussuchen von Geschenken lässt sich gut ein entspanntes Gespräch zum Thema Nachhaltigkeit mit Kindern beginnen und zu einem gemeinsamen Projekt machen. Dabei ist es gar nicht nötig, große Predigten von schmelzenden Polkappen und vermüllten Weltmeeren zu halten – das erzeugt eher Angst.

    Kompromisse sind für beide Seiten von Vorteil

    Selbstverständlich darf das Kind auch dann gehört werden, wenn es wenig nachhaltige Wünsche hat.

    Buntes, blinkendes Plastikspielzeug hat einfach einen Reiz, der für Kinder viel unmittelbarer ist als ein abstraktes Konzept, wie die Umwelt zu schützen. In den meisten Fällen lässt sich ein Kompromiss finden, der sich für alle Beteiligten gut anfühlt.

    Strikte Verbote münden langfristig eher in eine Verweigerungshaltung. Nachhaltig sind dagegen gemeinsame Ausflüge in Wald und Wiese, sodass die Kinder selbst einen Bezug zur Natur entwickeln können – und den Wunsch, sie durch ihr eigenes Verhalten zu schützen. So funktioniert Nachhaltigkeit im Alltag auch mit Kindern.

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