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Gesunde Ernährung

Ist gesunde Ernährung wirklich teurer als ungesunde?

Veröffentlicht am:13.04.2026

9 Minuten Lesedauer

Ob zu Hause beim Frühstück oder unterwegs am Bahnhof: Muss gesund essen tatsächlich mehr kosten? Dieser Artikel zeigt anhand von Vergleichen und Rezepten, wie Sie Lebensmittel und Gerichte mit einer günstigen Nährwertbilanz wählen – und dabei sparen.

Eine Frau kauft Gemüse an einem Marktstand. Sie greift prüfend nach den Tomaten.

© iStock / zamrznutitonovi / KI-bearbeitet

Warum ist es so schwierig, gesunde Ernährung in den Alltag zu integrieren?

Eine ausgewogene Ernährung versorgt den Körper mit allen benötigten Nährstoffen. Fehlen diese, hat das Folgen: Einseitige Ernährung zählt zu den Hauptursachen für Volkskrankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Übergewicht in Deutschland. Doch laut einer aktuellen Forsa-Umfrage haben 59 Prozent der Deutschen Probleme damit, sich im Alltag dauerhaft gesund zu ernähren.

Gründe dafür kann neben Zeitmangel auch die Tatsache sein, dass es am günstigen Angebot gesunder Lebensmittel mangelt: 70 Prozent der Befragten denken, dass ungesunde Lebensmittel günstiger sind als gesunde.

Tatsächlich sind besonders Obst und Gemüse, also die Lebensmittel, die essentiell für eine gesunde Ernährung sind, in den letzten Jahren durch Inflation und Preissteigerungen in Deutschland besonders teuer geworden. Auch steigende Energiepreise sorgen dafür, dass das Kochen zu Hause mehr kostet.

Gerade für vulnerable, also verletzliche, Gruppen wie Bürgergeldempfänger und -empfängerinnen oder Familien mit mehreren Kindern, insbesondere Alleinerziehende, wird eine gesunde Ernährung damit nur schwer erschwinglich. So kann Ernährungsarmut entstehen.

Laut einer Studie der Universität Bayreuth verzehren Menschen und vor allem Kinder mit niedrigem sozialökonomischen Staus häufiger zuckerhaltige Getränke sowie Fleisch- und Wurstwaren und essen weniger Obst und Gemüse. Das liege unter anderem daran, dass der Preis von Lebensmitteln mit hoher Energiedichte, die oft weniger Mikronährstoffe enthalten, tendenziell niedriger ist. Diese Produkte sind häufig günstiger in der Herstellung, was sich im Endpreis widerspiegelt.

Aber hängen niedriges Einkommen und ungesunde Ernährung zwingend zusammen?

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Wie kann eine günstige und gesunde Ernährung gelingen?

Mit guter Planung und smartem Einkaufen kann es zumindest zuhause gelingen, sich zu annähernd ähnlichen Preisen gesund zu ernähren.

Ein erster Hinweis im Supermarkt bietet der Nutri-Score: Durch das Ampelsystem ist auf den ersten Blick ersichtlich, ob ein Produkt im Vergleich zu anderen, ähnlichen Produkten gesund ist oder nicht. Es wird zwar kritisiert, dass der Nutri-Score nicht verpflichtend ist und auch beim Kauf mehrerer mit „A“ gekennzeichneter Artikel keine ausgewogene Ernährung garantiert werden kann. Dennoch bietet die Kennzeichnung einen guten ersten Anhaltspunkt für eine gesunde Kaufentscheidung. Weiteren Aufschluss bieten die Nährwertinformationen und Zutatenlisten, die oftmals auf der Rückseite der Verpackung aufgelistet sind.

Beim Thema Ernährung gilt auch vor dem Einkauf schon: Sich richtig zu informieren ist eine der wichtigsten Grundlagen für ausgewogenes Essen. Dabei sollte man auf vertrauenswürdige Quellen setzen und nicht auf Ernährungsmythen hereinfallen, die beispielsweise durch Social Media rasante Verbreitung finden: So wussten in der forsa-Umfrage 29 Prozent der Befragten nicht, dass ein Kaloriendefizit die wichtigste Voraussetzung ist, um abzunehmen. 68 Prozent überschätzten den Einfluss, den Sport und Bewegung auf das Gewicht hat.

So können Sie günstig und gesund im Supermarkt einkaufen

Nicht hungrig einkaufen gehen, kleiner Korb statt großem Wagen und am besten online bestellen: Wie Sie im Supermarkt Fallen umgehen und was hilft, günstig und dabei möglichst gesund einzukaufen.

Sind ungesunde Tiefkühl-Produkte wirklich günstiger als gesunde?

Selbst kochen ist der beste Weg, um sich zu einem guten Preis ausgewogen zu ernähren. Doch das kostet viel Zeit. Was, wenn diese gerade nicht verfügbar ist?

Im Tiefkühlbereich von Supermärkten gibt es eine große Auswahl an Convenience-Produkten. Davon sind nicht alle per se ungesund – aber sind die gesünderen Produkte auch zu einem ähnlichen Preis verfügbar wie die, die nicht optimal für eine ausgewogene Ernährung sind?

Im Vergleich stehen hier die ungesündere Option, eine Salamipizza, und ein vergleichsweise gesünderes Gericht, ein Bami Goreng mit Hähnchen und Gemüse. Bei beiden handelt es sich um Markenprodukte.

SalamipizzaBami Goreng
Preiscirca 5 €circa 5 €
Portionsgröße460g500 g
Kalorien pro 100 g249101
Kohlenhydrate pro 100 g24 g12,3 g
Davon Zucker1,9 g1,4 g
Eiweiß pro 100 g10 g6,8 g
Fett pro 100 g12 g1,8 g

Der Vergleich ergibt: Bei Markenprodukten ist der Preisunterschied tatsächlich unerheblich. Es zeigt sich jedoch deutlich, dass das Bami Goreng mit Gemüse und Hühnchen die gesündere Wahl ist. So ist die Portion dem Gewicht nach größer, dafür enthält sie insgesamt nur 505 kcal, während die Salamipizza mehr als doppelt so viele Kalorien enthält.

Die Pizza enthält auch wesentlich mehr Kohlenhydrate und Fett – wobei beim Bami Goreng je nach Zubereitungsart noch Fett hinzugefügt werden muss. Bei den Tiefkühlgerichten zeigt sich also: Das Bami Goreng ist gesünder und nicht teurer als das ungesunde Vergleichsprodukt – und eine viel bessere Wahl.

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Gesunde Ernährung unterwegs: Geht das auch erschwinglich?

Besonders unterwegs fällt es Menschen schwer, sich gesund zu ernähren: 84 Prozent der Befragten der forsa-Umfrage haben Schwierigkeiten damit. Durch gute Planung und mit etwas Zeit ist es zwar möglich, sich Snacks einzupacken, diese mitzunehmen und so zu sparen. Was aber, wenn man sich auf einen Imbiss am Bahnhof verlassen muss?

Im Vergleich vom typischen Snack, einer Currywurst mit Pommes frites, und einer gesunden Bowl zeigt sich: Der Preis einer Currywurst mit Pommes Frites fällt regional an deutschen Bahnhöfen unterschiedlich aus. So zahlt man in deutschen Großstädten wie Hamburg oder München je nach Anbieter etwa zehn Euro für die „Mantaplatte“.

Auch der Preis einer Bowl kann je nach Anbieter variieren. Die Variante mit Chicken Teriyaki für etwa 12,95 € enthält neben Hühnchen, Reis und einer Sauce zudem Rotkohl, Tomaten und Gurken – und somit viele Vitamine wie Vitamin B, C und E, die bei der Currywurst mit Pommes Frites beinahe komplett fehlen. Die Currywurst enthält allerdings Vitamin B12.

Die Currywurst mit Pommes frites hat zudem bereits ohne Sauce wie Mayonnaise oder Ketchup dreimal so viele Kalorien und ein Vielfaches mehr an Fett als die Bowl. Somit wird deutlich: Die Bowl ist definitiv die gesündere Wahl – allerdings meistens auch die teurere.

Currywurst mit Pommes frites sowie GewürzketchupChicken Teriyaki Bowl
Preiscirca 10 €circa 12,95 €
Portionsgrößecirca 450 gcirca 500 g
Kalorien pro 100 g361126
Kohlenhydrate pro 100 g27,9 g16,9 g
Davon Zucker10 g3,3 g
Eiweiß pro 100 g7,3 g4,8 g
Fett pro 100 g24,2 g4,2 g
Ein Arbeiter in Sicherheitsweste sitzt neben einem Solarpanel und isst aus einer Pappschale einen gesunden Salat.

© iStock / Organic Media

Ernährung unterwegs: Im Vergleich zu einer Portion Pommes mit Currywurst ist eine Bowl meistens die teurere, aber auch die gesündere Variante.

Zu Hause günstig und gesund frühstücken

Ein gutes Frühstück liefert wichtige Energie für den Start in den Tag, macht lange satt und verhindert Heißhungerattacken. Doch ist ein ausgewogenes Frühstück tatsächlich kostspieliger als ein ungesundes?

Im Vergleich von süßen Cornflakes mit Vollmilch und einem selbstgemachten Müsli mit Haferflocken, Naturjoghurt, Nüssen und Früchten zeigt sich: Die Cornflakes sind zwar je nach Marke deutlich günstiger, aber auch ungesünder. Die Milch liefert Calcium, aber die Vitamine fehlen ohne Zugabe von Früchten gänzlich. Außerdem enthalten die gesüßten Cornflakes sehr viel Zucker, der zwar kurzfristig Energie liefert, aber den Blutzuckerspiegel auch rapide wieder absinken lässt.

Süße Cornflakes mit VollmilchHaferflocken mit Joghurt, Obst und Nüssen
Preiscirca 1,20 €circa 1,55 €
Portionsgröße280 g: 80 g Cornflakes und 200 ml Milch310 g: 50 g Haferflocken, 150 g Joghurt, 100 g Obst, 10 g Nüsse
Kalorien pro 100 g154116
Kohlenhydrate pro 100 g28,6 g16,1 g
Davon Zucker17,8 g5,8 g
Eiweiß pro 100 g3,8 g4,8 g
Fett pro 100 g2,9 g3,2 g

Beim selbstgemischten Müsli machen die Haferflocken lange satt, der Zuckeranteil besteht ausschließlich aus dem in den Früchten enthaltenen Fruchtzucker. Das Müsli ist ein wenig teuerer, aber die deutlich gesündere Wahl. Zudem lässt sich je nach Obstsorte noch etwas sparen: So sind etwa Äpfel und Bananen relativ günstig, ebenso wie saisonales frisches Obst oder eine Portion Beeren aus einer TK-Beerenmischung. Auch bei Nüssen variiert der Preis deutlich je nach Sorte und Qualitätsgrad – so können es für das Müsli vielleicht auch Sonnenblumenkerne oder günstigerer Nussbruch sein.

Dranbleiben lohnt sich

Zu Hause günstig und gesund kochen

Zwar haben zuletzt auch die gestiegenen Energiepreise das Kochen teurer gemacht, doch trotzdem gilt: Wer selbst kocht, kann am meisten sparen – und sich dennoch ausgewogen ernähren. Dabei gilt es, sich gut zu informieren: über saisonale Gemüse und Früchte, Leftover-Rezepte, also „Reste-Essen“, und über den aktuellen Preis von Lebensmitteln.

Denn bei genauem Hinschauen zeigt sich am Beispiel von selbstgemachten Hot Dogs im Vergleich zu einem selbstgekochten Reisgericht mit Gemüse und Tofu, dass sich beide preislich auf einem ähnlichen Niveau bewegen. Hierbei sind bei den Hot Dogs Extras wie Röstzwiebeln oder Gurkensalat noch nicht eingerechnet.

Selbstgemachte Hot DogsFried Rice mit Gemüse und Tofu
Preiscirca 3,50 €circa 3,50 €
Portionsgröße2 Hot DogsCirca 300 g
Kalorien pro 100 g355120
Kohlenhydrate pro 100 g31 g13,7 g
Eiweiß pro 100 g9 g4,3 g
Fett pro 100 g17 g4,7 g

Doch der Fried Rice mit Gemüse und Tofu bietet wesentlich mehr Vitamine als das Fast Food, macht durch den Vollkornreis lange satt und liefert durch Tofu auch gut verwertbares pflanzliches Eiweiß. Die Hot Dogs sind zwar schneller fertig, haben aber auch gut dreimal so viele Kalorien und ein Vielfaches mehr an Fett. Daher ist das Rezept für das Reisgericht bei gleichem Preis definitiv die bessere Wahl.

Rezept für Fried Rice mit Gemüse und Tofu

Zutaten

3 Portionen
  • 200gTofu
  • 2EsslöffelSojasauce
  • 1TeelöffelAhornsirup
  • 1EsslöffelSesamöl
  • 1rote Paprika
  • 1Möhre
  • 3Frühlingszwiebeln
  • 150gTK-Erbsen
  • 1Knoblauchzehe
  • 1EsslöffelÖl
  • 100gVollkornreis
  • Salz und Pfeffer

Zubereitung

  1. Reis nach Packungsanleitung kochen und abkühlen lassen. Reis vom Vortag eignet sich am besten für Fried Rice.

  2. Tofu zwischen Küchenpapier legen und ausdrücken, um überschüssige Flüssigkeit zu entfernen. In 2 Zentimeter große Würfel schneiden.

  3. Sesamöl in einer Pfanne erhitzen. Tofu darin braten, bis er Farbe angenommen hat. Mit 1 Esslöffel Sojasauce ablöschen. Tofu aus der Pfanne nehmen und beiseitestellen.

  4. Paprika in Spalten schneiden. Möhre schälen und in Würfel schneiden. Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden. Knoblauch schälen und hacken.

  5. Öl in einer großen Pfanne erhitzen. Möhren und Knoblauch darin 2 bis 3 Minuten braten, dann die Paprika und die Frühlingszwiebel dazugeben und weitere 3 Minuten braten. TK-Erbsen hinzugeben.

  6. Reis und Tofu hinzugeben, mit 1 Esslöffel Sojasauce verrühren. Weitere 3 Minuten braten.

  7. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Fachlich geprüft
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