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Ein guter Start: die U-Untersuchungen im ersten Lebensmonat

Veröffentlicht am:17.04.2026

6 Minuten Lesedauer

In den ersten Lebenswochen begleiten drei Untersuchungen die Entwicklung deines Babys: von der U1 direkt nach der Geburt bis zur U3 nach etwa einem Monat. Erfahre, was dich bei den Terminen erwartet – und warum sie so wichtig für dein Kind sind.

Eine medizinische Fachkraft in grüner Kleidung hält ein schlafendes Neugeborenes im Arm. Das Baby trägt weiße Kleidung, eine Mütze und Handschuhe.

© gettyimages / isayildiz / KI-bearbeitet

Vorsorgeuntersuchungen für Babys: Das neue Leben begleiten

Mit der Geburt beginnt ein neuer Lebensabschnitt als Familie. Dein Baby ist da und die ersten gemeinsamen Tage sind wunderschön – aber auch überwältigend. Du fragst dich vielleicht, ob du alles richtig machst oder ob dein Baby optimal versorgt ist. Genau hier setzt die medizinische Vorsorge an: Sie gibt Orientierung in einer Zeit, in der alles neu ist. 

Nach der Geburt bekommst du ein Gelbes Heft (dein offizielles Vorsorgeheft), in dem alle Befunde der sogenannten U-Untersuchungen festgehalten werden – etwa Größe, Gewicht oder Kopfumfang. Das Heft begleitet dich und dein Kind zuverlässig durch alle Vorsorgetermine bis etwa zum zehnten Lebensjahr und hilft dir dabei, den Überblick über die Entwicklung deines Kindes zu behalten. Auch die zahnärztlichen Vorsorgeuntersuchungen werden dirket im Heft dokumentiert. Das Vorsorgeheft gibt es inzwischen auch digital in der elektronischen Patientenakte (ePA). Als sogenanntes e-Untersuchungsheft wird es nach jeder Vorsorgeunstersuchung in der Kinderarztpraxis automatisch ergänzt und kann jederzeit bequem über die „AOK Mein Leben-App“ eingesehen werden.

Gerade im ersten Monat, in dem sich Babys schnell verändern, liegen die Untersuchungen eng beieinander: die U1 direkt nach der Geburt, die U2 in der ersten Lebenswoche und die U3 etwa im ersten Lebensmonat. Sie helfen, Krankheiten oder Fehlbildungen früh zu erkennen und zu sehen, wo Unterstützung sinnvoll sein kann. Wichtig ist: Die U-Untersuchungen sind kein Test, den dein Baby bestehen muss. Sie machen Entwicklung sichtbar, berücksichtigen aber, dass jedes Kind sein ganz eigenes Tempo hat. Du darfst also darauf vertrauen, dass du die beste Mama oder der beste Papa für dein Kind bist, auch wenn andere Eltern vermeintlich „perfektere“ Kinder haben. Damit du genau weißt, was dich im ersten Lebensmonat erwartet, findest du hier einen Überblick:

U1: Erst-Check direkt nach der Geburt

Die ersten Minuten mit deinem Baby sind ein besonderer Moment: Ihr seht euch zum ersten Mal, du spürst, wie das Baby atmet und wie es sich anfühlt. Gleichzeitig schaut das medizinische Team noch im Kreißsaal behutsam nach, ob dein Kind die Geburt gut überstanden hat. Der APGAR-Test – nach 1, nach 5 und nach 10 Minuten – zeigt, wie sicher euer Baby atmet, wie kräftig das Herz schlägt, wie es reagiert und wie die Haut durchblutet ist. Länge, Gewicht und Kopfumfang werden gemessen, Herz und Lunge abgehört und die Temperatur wird kontrolliert. Gegebenenfalls wird auch Nabelschnurblut untersucht, um zu sehen, ob die Sauerstoffversorgung während der Geburt durchgehend gut war. Gleichzeitig beginnt die erste Versorgung: wärmen, trocknen, Haut-zu-Haut-Kontakt. In Absprache mit dir erhält dein Baby Vitamin K, das wichtig für die Blutgerinnung ist. Zusätzlich schaut das Team nach äußerlich erkennbaren Fehlbildungen oder Geburtsverletzungen. Alle wichtigen Werte werden direkt ins Gelbe Heft eingetragen, das du gut aufbewahren und zu allen U-Untersuchungen mitbringen solltest.

Die iNfograik zeigt eine Übersicht, welche Untersichungen direkt nach der Geburt gemacht werden.

© AOK / KI-generiert

AOK Hessen – wir machen Gesundheit leichter

Du möchtest von Anfang an die bestmögliche Versorgung für deine Familie? Die AOK Hessen als Gesundheitskasse ist dabei an deiner Seite: mit zusätzlichen Angeboten, Services und individueller Beratung, die den Alltag erleichtern – etwa mit Schwangerschafts-Yoga, dem AOK-Baby-Telefon oder Unterstützung beim Stillen. Finde jetzt den Wahltarife, mit dem deine Familie am besten versorgt ist.

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U2: Grunduntersuchung zwischen dem 3. und 10. Lebenstag

Nach den ersten intensiven Tagen zu Hause oder noch im Krankenhaus zeigt die U2, wie sich dein Baby in seinem neuen Leben zurechtfindet. Die Untersuchung ist der erste ausführliche medizinische Blick auf den gesamten Gesundheitszustand. Herz, Lunge, Bauchraum, Reflexe und Haut werden sorgfältig geprüft, um angeborene Erkrankungen oder Fehlbildungen möglichst früh zu erkennen. Auch die Sinnesfunktionen checkt der Arzt oder die Ärztin: Ein Augenscreening zeigt, ob dein Baby Reize aufnimmt und darauf reagiert, und das verpflichtende Neugeborenen-Hörscreening prüft, ob beide Ohren zuverlässig reagieren. Besonders wichtig in dieser frühen Phase ist die Hüftdiagnostik. Der Arzt oder die Ärztin tastet die Hüfte ab und entscheidet, ob aufgrund bestimmter Risikofaktoren eine weiterführende Ultraschalluntersuchung empfohlen wird. Zudem wird bei allen Babys das Pulsoxymetrie-Screening durchgeführt: eine sanfte Messung am Fuß oder an der Hand, die über den Sauerstoffgehalt im Blut Rückschlüsse auf angeborene Herzfehler zulässt. 

Ein weiterer zentraler Bestandteil ist das große Neugeborenen-Screening mit einem Tropfen Blut aus der Ferse. Damit lassen sich mehr als mehrere seltene, aber behandelbare Stoffwechsel- und Hormonerkrankungen früh erkennen, etwa Hypothyreose oder Mukoviszidose. Auch euer Alltag ist wichtig: Wie trinkt dein Baby? Klappt das Stillen oder Füttern gut, nimmt es zu, verdaut es problemlos? Bei Schwierigkeiten gibt es Unterstützung, zum Beispiel durch eine Stillberatung. In der U2 besprecht ihr außerdem Empfehlungen zu Vitamin D, Fluorid und die zweite Vitamin-K-Gabe.

Die iNfograik zeigt eine Übersicht, welche Untersichungen ab dem 3.-10. Lebenstag gemacht werden.

© AOK / KI-generiert

U3: Entwicklungsschub im ersten Lebensmonat

Rund einen Monat nach der Geburt zeigt die U3, wie es deinem Baby nach den ersten Wochen auf der Welt geht. Neben der körperlichen Gesundheit steht jetzt vor allem die frühe Entwicklung im Fokus: Der Kinderarzt oder die Kinderärztin schaut, wie sich dein Baby bewegt: Kann es in Bauchlage seinen Kopf kurz anheben, die Hände öffnen, erste Bewegungen koordinieren? Er schaut sich auch die Wahrnehmung an. Viele Babys können jetzt einen Gegenstand mit den Augen verfolgen, Gesichter aufmerksam betrachten und auf vertraute Stimmen reagieren. Die Reaktionen auf Berührungen, Geräusche, Licht – all das sind Hinweise, wie wach und zugewandt dein Kind ist.

Wie viel ein Baby in diesem Alter weint, ist sehr unterschiedlich. Die U3 ist deshalb auch ein Ort, über Belastung zu sprechen: Lässt sich dein Baby gut beruhigen? Wie geht es euch als Familie? Wenn viel Schreien zur täglichen Herausforderung wird, zeigen Ärzte und Ärztinnen Anlaufstellen wie Schreiambulanzen oder frühe Hilfen auf. Auch medizinisch passiert einiges: Größe, Gewicht und Kopfumfang werden erneut erfasst und dokumentiert. Herz, Lunge, Bauchraum und Haut untersucht der Kinderarzt oder die Kinderärztin gründlich. Ein wichtiger Bestandteil ist außerdem die Hüftbeurteilung, meist per Ultraschall, um Fehlstellungen früh zu erkennen und zu behandeln. Ergibt der Ultraschall etwa den Verdacht auf Hüftdysplasie, hilft meist eine Schiene für einige Wochen. Dazu kommt die Beratung rund um den Alltag: Ernährung, Stillen oder Fläschchen, Verdauung, Schlafrhythmus, Nähe und Beruhigung. Viele Familien besprechen jetzt auch den Impfplan – oft vereinbart ihr bei der U3 den Termin für die erste Mehrfachimpfung. Und: Dein Baby erhält in Absprache mit dir die dritte Vitamin-K-Gabe, die vor seltenen, aber gefährlichen Blutungen schützt.

Die iNfograik zeigt eine Übersicht, welche Untersichungen in der 4.-5. Lebenswoche gemacht werden.

© AOK / KI-generiert

Gut zu wissen: Was zeigt die Perzentilenkurve?

Im Untersuchungsheft begleiten Perzentilenkurven das Wachstum deines Kindes von Anfang an. Sie zeigen, wie sich Größe, Gewicht und Kopfumfang im Vergleich zu gleichaltrigen Babys entwickeln. Wichtig ist dabei weniger, wo ein Kind auf der Kurve liegt, sondern wie seine eigene Wachstumslinie verläuft. Bleibt sie in etwa auf derselben Bahn, spricht das für eine gesunde Entwicklung. Kleine Schwankungen sind völlig normal, Kinder wachsen in Schüben. Die Perzentile ist deshalb kein Maßstab dafür, was „normal“ ist, sondern ein Werkzeug, um die individuelle Entwicklung deines Babys besser zu verstehen. Sie hilft Ärzten, Ärztinnen und Eltern einzuschätzen, ob ein Kind Unterstützung braucht oder einfach seinen ganz eigenen Rhythmus hat. Und ganz wichtig: Selbst ein „auffälliger“ Befund ist kein Urteil, sondern ein Startschuss für weitere Abklärung und Unterstützung. Genau dafür sind die U-Untersuchungen da – um rechtzeitig zu helfen und gute Verläufe zu ermöglichen. 

Die AOK Hessen: Von Anfang an für dich da

Die Geburt eines Kindes verändert alles: Plötzlich beginnt ein neuer Lebensabschnitt voller Vorfreude, Staunen und Verantwortung. Damit du dich voll und ganz auf das Abenteuer Familie konzentrieren kannst, sind wir für dich da. Und zwar von deiner Schwangerschaft über die Stillzeit  bis hin zu zusätzlichen Vorsorgeuntersuchungen für deine Schulkinder. Denn die AOK Hessen übernimmt die Kosten nicht nur für die gesetzlich vorgesehenen Vorsorgeuntersuchungen U1 bis U9, sondern auch für die U10, U11 und J2. Ab der U4 erinnert die AOK Hessen als Service ihre Versicherten per Post rechtzeitig an alle bevorstehende Früherkennungsuntersuchungen von Kindern und Jugendlichen.

Deine AOK Hessen wünscht dir und deinem Baby gute Gesundheit!

Autorin: Ineke Haug

Fachlich geprüft
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