Checkliste: Mitarbeiter wirksam schützen

Unternehmen können viel tun, um Mitarbeiter angesichts der Coronapandemie zu schützen. Zügige Impfungen gelten als Mittel der Wahl. Um die Impfquote zu erhöhen, sollen Arbeitgeber ihre Beschäftigten für die Impfung freistellen. Was außerdem hilft, das Infektionsrisiko zu begrenzen, zeigt die Checkliste.

Impfungen während der Arbeitszeit

Um die angelaufene vierte Welle der Coronapandemie zu brechen, ist laut Bundesarbeitsministerium eine deutliche Steigerung der Impfquote unerlässlich. Mit dem 10. September 2021 treten deshalb folgende neue Verpflichtungen für Arbeitgeber in Kraft:

  • Beschäftigte über die Risiken einer COVID-19 Erkrankung und bestehende Möglichkeiten einer Impfung informieren.
  • Betriebsärzte bei betrieblichen Impfangeboten unterstützen.
  • Beschäftigte zur Wahrnehmung von Impfangeboten freistellen.
#wirtschaftimpft
Wirtschaft impft gegen Corona

Wie Impfungen durch Betriebsärzte zu organisieren und umzusetzen sind, erfahren Arbeitgeber auf der Website #wirtschaftimpftgegencorona.

Arbeitgeber bestimmter Branchen dürfen Impfstatus abfragen

In Zukunft dürfen Arbeitgeber in sensiblen Bereichen wie Altenpflege und Kinderbetreuung den Impfstatus ihrer Beschäftigten erfragen. Dem hat nach dem Bundestag auch der Bundesrat zugestimmt. Die Auskunftspflicht zum Impfstatus soll es Unternehmen ermöglichen, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, um das Infektionsrisiko möglichst gering zu halten. Die neue Regelung gelten in Einrichtungen wie Kindertagesstätten, Schulen, teil- und vollstationären Pflege- und Behinderteneinrichtungen. Das Auskunftsrecht zum Impfstatus wird an die Dauer der epidemischen Lage gekoppelt, die bis einschließlich 24. November 2021 verlängert wurde.

SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung

Bis zum 24. November bleibt auch die aktualisierten Corona-Arbeitsschutzverordnung in Kraft. Damit gelten beispielsweise auch folgende Regelungen weiterhin:

  • Arbeitgeber bleiben verpflichtet, Beschäftigten, die in Präsenz arbeiten, mindestens zweimal pro Woche die Möglichkeit für Schnell- oder Selbsttests anzubieten. Ausnahmen gibt es für vollständig geimpfte beziehungsweise von einer Covid-19-Erkrankung genesene Beschäftigte.
  • Arbeitgeber haben eine Aufbewahrungspflicht von Nachweisen über die Testbeschaffung und Vereinbarungen mit Dritten über die Testung der Beschäftigten.
  • Beschäftigte sind nicht verpflichtet, die Testangebote wahrzunehmen.
  • Außer in den oben genannten Branchen sind Arbeitnehmer nicht verpflichtet, ihren Impfstatus offenzulegen.
  • Betriebliche Hygienepläne nach den Vorgaben der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel und den branchenbezogenen Praxishilfen der Unfallversicherungsträger sind weiterhin umzusetzen.
  • Kontakte und die gleichzeitige Nutzung von Räumen durch mehrere Personen sollen aber auf das notwendige Minimum reduziert bleiben. Dazu kann das Arbeiten im Homeoffice weiterhin einen wichtigen Beitrag leisten.
  • Arbeitgeber müssen mindestens medizinische Gesichtsmasken zur Verfügung stellen, wo andere Maßnahmen keinen ausreichenden Schutz gewähren.

Vorsichtig bleiben

Eine Rückkehr an den Arbeitsplatz ist weiterhin mit zahlreichen Sicherheitsmaßnahmen verknüpft. Eine Orientierung bieten die Leitlinien, die von der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA) erarbeitet wurden. Was im Einzelfall vertretbar ist und den geltenden Auflagen entspricht, müssen Arbeitgeber derzeit sehr genau abwägen.

Unternehmen und Mitarbeiter in der Verantwortung

Bei der Umsetzung der Schutzmaßnahmen ist also die Eigenverantwortung des Einzelnen, aber auch die Verantwortung der Unternehmen gefragt, für den Arbeitsalltag Vorkehrungen zu treffen, die das Infektionsrisiko minimieren: Arbeitgeber prüfen in einer neuen Gefährdungsbeurteilung selbst, wie hoch das Ansteckungsrisiko in den einzelnen Abteilungen ist und welche Schutzkonzepte jeweils sinnvoll sind. Sie informieren die Beschäftigten regelmäßig dazu und bitten um Einhaltung der neuen Regeln und Mithilfe.

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Maßnahmen gemeinsam koordinieren

Das schließt die Beratung mit einer Fachkraft für Arbeitssicherheit und mit dem Personal- oder Betriebsrat mit ein. Sie sind an der Auswahl der richtigen Maßnahmen zu beteiligen. Die Umsetzung koordiniert ein Arbeitsschutzausschuss, sofern vorhanden, oder ein neu eingerichteter Krisenstab aus Arbeitgeber, Fachkraft für Arbeitssicherheit und Betriebsrat.

Auch wenn Arbeitssicherheit in diesen Zeiten das zentrale Thema ist, müssen zusätzlich einige andere Aspekte berücksichtigt werden, wie ein Blick in die Leitlinien der Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz zeigt (siehe Liste mit hilfreichen Links weiter unten). Diese kompakte Checkliste hilft dabei, eine gesunde und sichere Rückkehr der Mitarbeiter zu bewerkstelligen:

1. Auf Homeoffice setzen

Auch wenn keine strikte Vorgabe für Homeoffice mehr besteht, kann das Arbeiten von zu Hause weiterhin dazu dienen, Kontakte auf ein notwendiges Minimum zu reduzieren.

2. Coronatests anbieten

Arbeitgeber sind laut Bundesarbeitsministerium künftig verpflichtet, Mitarbeitern, die nicht im Homeoffice arbeiten, zweimal pro Woche einen Coronatest anzubieten. Erlaubt sind Antigen-Schnelltests sowie Selbsttests. Sie müssen vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellt werden. Für Arbeitnehmer besteht allerdings keine Pflicht, sich testen zu lassen.

3. Neue Arbeitsmodelle in Betracht ziehen

Um voll besetzte Busse und Bahnen während der Rushhour zu vermeiden, sollten Unternehmen Arbeitszeiten flexibel gestalten. Prüfen Sie, ob ein „Schichtbetrieb“ Sinn macht, also ein Wechsel zwischen den Teams vor Ort und Teams im Homeoffice. Stellen Sie sicher, dass Sie dokumentieren können, welche Mitarbeiter miteinander oder mit Kunden Kontakt hatten, um im Falle einer bestätigten Infektion umgehend das Gesundheitsamt informieren zu können.

4. Risikogruppen berücksichtigen

Gesundheitliche Gründe, dem Arbeitsplatz fern zu bleiben, erfragen: Gehört der Beschäftigte etwa wegen einer Vorerkrankung oder altersbedingt zu einer Risikogruppe? Auch wegen organisatorischer Probleme bei der Kinderbetreuung oder der Pflege von Angehörigen ist Homeoffice die beste Lösung.

5. Umbauten nach neuen Arbeitsschutzstandards überprüfen

Um die verschärften Abstandsregeln und die Kontaktanlässe zu reduzieren, prüfen Sie:

  • Wie lässt sich eine gleichzeitige Nutzung von Räumen durch mehrere Personen auf ein Minimum reduzieren?
  • Sind getrennte Ein- und Ausgänge sinnvoll?
  • Wo kein ausreichender Abstand eingehalten werden kann, wird das Tragen medizinischer Masken verpflichtend.
  • Sind in allen Räumen ausreichend Lüftungsmöglichkeiten vorhanden? Häufiges Lüften kann die Anzahl der Krankheitserreger in der Luft senken. In einer Empfehlung der Bundesregierung zum „Infektionsschutzgerechten Lüften“ heißt es zum Beispiel, dass ein Besprechungsraum grundsätzlich alle 20 Minuten für drei Minuten im Winter, fünf Minuten im Frühling/Herbst und zehn Minuten im Sommer stoßgelüftet werden soll. Zudem sind Arbeitgeber angehalten, Raumlufttechnische Anlagen (RLT-Anlagen) auf Funktionstüchtigkeit zu prüfen und erforderliche Reparaturarbeiten durchzuführen. Empfohlen wird, den Umluftbetrieb zu reduzieren und die RLT-Anlage auf möglichst hohe Luftwechselrate durch Frischluft von außen einzustellen.
6. Hygienepläne einhalten

Türklinken, Räume und Arbeitsmittel regelmäßig desinfizieren. In Reinigungsplänen muss klar festgelegt werden: Wer reinigt die Oberflächen nach einer Teambesprechung, wer reinigt wann die Teeküche und inwieweit kann die Reinigungsfirma aktuell mehr und häufiger solche Aufgaben übernehmen?
Prüfen Sie außerdem, ob am Eingang des Betriebsgebäudes Desinfektionsmittelspender einsatzbereit sind.
Sorgen Sie dafür, dass Desinfektionsmittel, Masken und Handschuhe ausreichend vorhanden sind.
Hängen Sie Hinweise zum Händewaschen auf und planen Sie regelmäßige Erinnerungen an hygienische Verhaltensregeln ein – zum Beispiel mit einem Schulungsvideo.

7. Technische Ausstattung verbessern

Prüfen Sie, ob die technischen Möglichkeiten für das Arbeiten auf Distanz verbesserungsbedürftig sind. Sind alle Mitarbeiter im Homeoffice und in den Büros optimal ausgestattet? Wie sieht es mit Notebooks, Firmenhandys und anderen Arbeitsmitteln aus? Funktionieren die Software und Meeting-Tools, gibt es sichere Zugänge zu den eigenen Dokumenten?
Bei Arbeitsplätzen, die von mehreren Mitarbeitern genutzt werden, ist zu überlegen, ob Tastaturen und Telefone mehrfach angeschafft werden, sodass sie jeweils nur von einer Person verwendet werden.

8. Richtlinien für gemeinsam benutzte Räume aufstellen

Stellen Sie sicher, dass folgende Maßnahmen befolgt werden:

  • Teeküchen, Besprechungsräume, Waschräume sind häufig oder ständig zu lüften.
  • Alle Oberflächen (Tische, Küchen, Drucker) sollten leicht zu desinfizieren sein und sind nach der Benutzung zu reinigen. Das gilt auch für gemeinsam genutzte Dienstwagen.
  • In den Waschräumen müssen Seife, Desinfektionsmittel und Einmal-Handtücher stets vorhanden sein.
9. Richtlinien für Meetings und Dienstreisen überarbeiten

Welche Anlässe für direkte Treffen sind wirklich wichtig? Virtuelle Meetings sollten möglichst beibehalten werden. Das gilt auch für den Umgang mit Kunden. Welche Meeting-Tools für Telefon-, Web- und Videokonferenzen stehen dafür zur Verfügung und sind die Beschäftigten im Umgang geschult?

10. Kontakt zu Dritten minimieren

Mitarbeiter mit direktem Kunden- oder Lieferantenkontakt müssen geschützt werden, etwa durch Trennwände und das Tragen von medizinischen Masken. Der Zugang zum Gebäude sollte nur mit Anmeldung möglich sein.

11. Betriebliche Gesundheitsförderung anpassen

Ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung, aber auch psychische Unterstützung in Stress- und Krisenzeiten sind wichtig. Prüfen Sie, bei welchen Aktivitäten und Präventionskursen ihre Mitarbeiter auf digitale Angebote ausweichen können. Als Führungskraft mit den abwesenden Teammitgliedern in Kontakt zu bleiben, ist eine weitere wichtige Unterstützung, um gemeinsam gut durch die Krise zu kommen.

12. Arbeitskleidung und Schutzausrüstung reinigen und aufbewahren

Besonders strikt ist darauf zu achten, dass Persönliche Schutzausrüstung (PSA) und Arbeitsbekleidung nur von jeweils einer Person getragen wird. Außerdem sollte die Ausrüstung getrennt von der Alltagskleidung aufbewahrt werden. Wenn es dazu dient, die betrieblichen Kontakte zu reduzieren, sollte es Beschäftigten gestattet sein, ihre Arbeitskleidung zu Hause an- und auszuziehen.

13. Handlungsanweisung für Verdachtsfälle ausarbeiten

Arbeitgeber sind dafür verantwortlich, betriebliche Regelungen zur raschen Aufklärung von Verdachtsfällen auf eine Covid-19-Erkrankung zu treffen. Insbesondere Fieber, Husten und Atemnot können Anzeichen für eine Infektion mit dem Coronavirus sein. Beschäftigte mit entsprechenden Symptomen sind aufzufordern, das Betriebsgelände zu verlassen beziehungsweise zu Hause zu bleiben, bis eine ärztliche Abklärung des Verdachts erfolgt ist.

Bei bestätigten Infektionen muss das Gesundheitsamt umgehend informiert werden, damit Personen (zum Beispiel Kollegen oder Kunden) ermittelt und informiert werden können, bei denen durch Kontakt mit der infizierten Person ebenfalls ein Infektionsrisiko besteht. Eine entsprechende Dokumentation der Kontakte ist dafür Voraussetzung.

Weiterführende Links für Arbeitgeber

Arbeitgeber sollten ihre Mitarbeiter fortlaufend über den aktuellen Stand und die Notwendigkeit der Einhaltung der Schutzmaßnahmen informieren, etwa über Aushänge am Schwarzen Brett, in den Büros, Kantine und Sanitäranlagen als auch im Intranet oder persönlich im Gespräch mit der Führungskraft und mit dem Team.

Weiterführende Links für Arbeitgeber:

Stand

Zuletzt aktualisiert: 13.09.2021

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