Zum Hauptinhalt springen
AOK – Die Gesundheitskasse

9 Tipps für Zero Waste im Alltag: So wird das Badezimmer nachhaltig und plastikfrei

Eine Frau wäscht sich mit einem nachhaltigen Schwamm das Gesicht.

© iStock/Space_Cat

Lesezeit: 5 MinutenAktualisiert: 09.03.2021

Hier eine Bodylotion, da eine Gesichtscreme und die Zahnpastatube nicht vergessen – im Badezimmer kann schnell viel Müll zusammenkommen. Dabei ist es ganz leicht, auf einige Verpackungen zu verzichten: Lesen Sie, welche nachhaltigen Alternativen es für Waschmittel, Abschmink-Pads oder Shampoo gibt. Außerdem finden Sie Tipps, wie Sie Seife, Körperbutter und mehr einfach selbst herstellen können.

Inhalte im Überblick

    1. Verpackungsmüll vermeiden dank nachhaltiger Körperpflege

    Die meisten Produkte, die wir zur täglichen Körperpflege verwenden, haben einen Haken: Am Ende bleibt ein Haufen Verpackungsmüll übrig. Der Großteil davon besteht aus Plastik und schadet der Umwelt. Dabei ist es gar nicht so schwierig, auf Tuben, Flaschen und Spender weitgehend zu verzichten. 

    • Anstelle von Duschgel ein Stück Seife verwenden: Auch die gibt es in unterschiedlichen Düften. In manchen Bio- oder Unverpackt-Läden ((Verlinkung zu: Unverpackt Läden: URL folgt)) werden sie sogar lose oder eingewickelt in wenig Papier angeboten. Wichtig für die Beständigkeit von Seife ist, sie nach Gebrauch gut trocknen zu lassen. Seife daher nach Benutzung zurück in die Seifenform legen oder in einem Seifensäckchen aufbewahren. Wer Lust hat, kann eine wohlduftende und pflegende Seife auch selbst herstellen. 
    • Alternativen zur Hautpflege: Reine Pflanzenöle wie Oliven- oder Rapsöl sind gut zur Hautpflege geeignet. In bestimmten Läden gibt es Öle auch in kleinen Mengen zum Selbstabfüllen. Wer Zeit und Lust hat, kann Körperbutter oder Cremes ebenso selbst herstellen.
    • Natürlicher Badezusatz: Wer sich ab und zu gerne ein heißes Bad in der Wanne gönnt, greift zu unverpackten Badekugeln. Eine Alternative zu industriellem Badeschaum sind natürliche Badezusätze, etwa Mandelöl, getrocknete Kamillenblüten oder Honig. Für einen angenehmen Duft sorgen zudem wenige Tropfen ätherischer Öle.
    • Eine Alternative zu Deorollern aus Plastik: Festes Deo kommt zumindest beinahe ohne Verpackung aus. Deocremes gibt es mittlerweile sogar in wiederverwendbaren Behältern aus Glas.

    2. Zero Waste im Bad bei der Haarpflege

    Wer auch bei der Haarpflege auf Verpackungen verzichten möchte, ist ebenfalls mit Seifen gut beraten. Allerdings sollte man hier auf spezielle Haarseifen zurückgreifen und keine Hand- oder Körperseifen verwenden. Auch sogenannte Shampoobars sind eine gute Alternative. Puristen setzen beim Haarewaschen nur auf klares Wasser oder verzichten sogar darauf. „No-Poo“ ist ein Trend, der weniger fettendes, gepflegtes und trotzdem glänzendes Haar verspricht. Wer das in der strickten Variante umsetzt, wäscht sich die Haare gar nicht und setzt nur noch auf eine spezielle Bürste. Schwierig wird es allerdings bei Styling-Produkten wie Haarsprays oder Haarschaum. Es gibt zwar Rezepte für selbstgemachtes Haarspray, doch das muss in eine Sprühflasche gefüllt werden – wiederverwendbar ist sie immerhin nachhaltiger als jedes Mal eine neue Haarspraydose zu kaufen. Zur Not halten Zuckerlösungen, Honig oder sogar Bier manch störrisches Haar ebenfalls in Form.

    Passende Artikel zum Thema

    3. Tipps für eine nachhaltige Zahnpflege

    Bei sogenannten Zahnputztabletten bezweifelt Stiftung Warentest die Wirksamkeit, auch selbstgemachte Zahnpasta erfülle die nötigen Zahnpflegeeigenschaften nicht. Wie Sie dennoch Verpackungsmüll bei der Zahnpflege einsparen können? Setzen Sie zum Beispiel auf Zahnbürsten aus Bambus und greifen Sie zu Zahnstochern aus Holz anstelle zur Zahnseide.

    4. Abschminken, ohne Müll zu produzieren

    Weniger ist mehr – dieses Credo gilt auch beim Abschminken. Wattepads mit Reinigungslotion, Abschminktücher und Waschgel aus der Plastiktube sind zwar praktisch, aber es geht auch anders: Zum Beispiel mit waschbaren Reinigungspads aus Baumwolle und Wasser aus dem Hahn. Zum Abschminken von wasserfestem Make-Up eignen sich Öle wie Sonnenblumen- oder Olivenöl. Zusatzeffekt: Die Haut wird dabei noch gepflegt. Nachhaltige Alternativen für Wattepads können Sie mittlerweile in fast jeder Drogerie kaufen. Es eignen sich aber auch Wachlappen. Wer mag, näht oder häkelt sich viele kleine Öko-Pads einfach selbst. Dazu eignen sich zum Beispiel alte Handtücher oder Baumwoll-Stoffreste.

    Passende Artikel zum Thema

    5. Plastik sparen dank einer natürlichen Rasur

    Ein ebenbürtiges Ergebnis, das mit wenig Müll und ohne Strom zustande kommt: Die klassische Rasur mit einem Rasierhobel. Dieser Rasierer aus Edelstahl bleibt lange scharf und die Klingen lassen sich einfach auswechseln. Eine gute Ergänzung zur nachhaltigen Rasur sind feste Rasierseifen und ein Rasierpinsel aus Naturborsten. Rasierhobel sind ebenso für eine Rasur der Beine und des Intimbereichs geeignet.

    6. Monatshygiene im Zero-Waste-Bad

    Einen großen Müllberg im Badezimmer verursachen Tampons und Binden. Es sind herkömmliche Wegwerfartikel, die regelmäßig benötigt werden. Eine Umstellung auf nachhaltige Monatshygieneartikel wie waschbare Binden, Slipeinlagen, Schwämmchen oder Menstruationstassen kann daher sinnvoll sein. Diese alternativen Produkte gibt es zum Teil in Drogeriemärkten, Apotheken oder in Bio- und Unverpackt-Läden.

    7. Nachhaltiges Badezimmer: Plastik vermeiden beim Putzen

    Für Reinigungsmittel, nicht nur die fürs Bad, gilt: Weniger ist mehr. Um die Umwelt zu schonen, sollten chemische Putzmittel besonders sparsam verwendet werden. Greifen Sie lieber zum Allzweckreiniger anstatt zu vielen unterschiedlichen Putzmitteln. Gerade beim Putzen können Sie besonders leicht auf industrielle Reiniger verzichten und diese durch Hausmittel ersetzen. Dafür benötigen Sie lediglich: Essigessenz, Zitronensaft, Soda und Natron.

    8. Weniger Müll beim Wäschewaschen

    Flüssiges Waschmittel ist praktisch, lässt sich gut dosieren, ist aber meist in Plastik verpackt – und auch der Inhalt ist nicht bei jedem Produkt frei von Mikroplastik. Wer darauf trotzdem nicht verzichten möchte, sollte zu großen Packungen greifen und das Waschmittel möglichst sparsam dosieren. Besser ist hingegen Waschpulver aus dem Pappkarton. In vielen Unverpackt-Läden und teils Drogerien wird mittlerweile ökologisches Flüssigwaschmittel zum Abfüllen angeboten. Wer noch einen Schritt weiter gehen möchte, kann aus wenigen Ingredienzien selbst ein Waschpulver herstellen.

    9. Toilettenpapier im Zero-Waste-Badezimmer

    Auf sogenannte Hygienepapiere zu verzichten, zu dem unter anderem Servietten und Kosmetiktücher zählen, ist zum Teil sehr einfach, bei Toilettenpapier wird es dann doch etwas schwieriger. Bis auf wenige Ausnahmen wird Toilettenpapier ausschließlich in Plastikverpackungen angeboten. Ökologisch sinnvoll ist es, beim Kauf auf recyceltes Material zurückzugreifen. Gänzlich auf Papier zu verzichten, klingt gewöhnungsbedürftig und das ist es sicherlich auch. Wer ein Bidet besitzt, wird die hygienischen Vorzüge sicher kennen. Alternativ gibt es auch Bidet-Brausen zum Nachrüsten, die an die Toilette montiert werden können oder im Handformat einer elektrischen Zahnbürste ähneln. Mit Wasser und Waschlappen geht es aber auch.

    DIY: Zero-Waste-Ideen für ein Badezimmer ohne Plastik

    Lesen Sie, wie Sie Abschmink-Pads, Seife und mehr ganz einfach selbst herstellen können. Das spart ordentlich Müll im Badezimmer.

    War dieser Artikel hilfreich?

    Vater hat seinem Sohn vergeben und umarmt ihn innig.
    Achtsamkeit
    Ein Mann hält sich den Bauch, da er Schmerzen wegen Verstopfung hat.
    Achtsamkeit
    Eine Frau betrachtet ein Etikett.
    Achtsamkeit